Sonntag, 22. Februar 2015

Du bist schön #3



9 gute Körpergewohnheiten, die ich meiner Tochter vorleben möchte


Zur Zeit bin ich geradezu süchtig nach meinem Blog. Meine Ideen-Sammlung für Blogeinträge füllt sich stetig, nur komme ich leider viel zu selten dazu, meiner Schreiblust nachzugehen.
Aber jetzt ermöglicht mir mein Göttergatte eine Dreiviertelmusestunde und die muss ich nutzen – also los geht’s!
Julia Warkentin ermutigte mich gestern in ihrem Fastenkalender „7 Wochen ohne Meckern über Bauch, Beine & Co.“ dazu, eine Liste positiver Gewohnheiten anzufertigen, die ich einüben möchte, um meinem Körper Gutes zu tun. Also, anstatt zu sagen „Ich will nicht so viel Schokolade essen“ oder „Ich möchte nicht negativ über meinen Körper denken“, lieber überlegen, was man denn stattdessen tun könnte. Das habe ich getan und stelle euch meine Liste hiermit vor. Sie ist meiner Tochter Noemi gewidmet, der ich diese guten Gewohnheiten gern vorleben möchte, sodass sie – das ist meine Hoffnung! – ein positives Körpergefühl entwickelt.

9 gute Körpergewohnheiten, die ich meiner Tochter vorleben möchte

1.       Ich lerne meinen Körper mit Gottes Augen sehen
Gott ist der Erfinder des Lebens, der Designer des Körpers; er ist mein Schöpfer und darum ist es auch maßgeblich, was Er über mich denkt, was Er über alle Bereiche unseres Daseins auf der Erde zu sagen hat. Und ich möchte das, was Gott geschaffen hat und was er unendlich wertschätzt und liebt, nicht gering achten. Ich bin sein Ebenbild, und wenn ich schlecht über mich selbst denke und rede, bedeutet dies in letzter Konsequenz eine Missachtung Gottes.
Somit möchte ich mir dies immer wieder in Erinnerung rufen: Ich bin ein Ebenbild Gottes. Ich bin ein Geschöpf Gottes, von ihm genau so gewollt und geliebt, wie ich bin – ein Einzelstück! Mein Körper ist ein „Pfund“ (bzw. sogar ein paar mehr…), das Gott mir anvertraut hat, zur verantwortungsvollen Verwaltung und Pflege. Und mein Körper ist ein Tempel des Heiligen Geistes, der es auch aus diesem Grund wert ist, gut behandelt zu werden.

2.       Ich freue mich über die Funktionalität meines Körpers
Gottes Werke sind wunderbar ausgedacht, schön anzuschauen und noch dazu äußerst funktional! Gerade in den Schwangerschaften und nach den Entbindungen habe ich immer wieder gestaunt, wozu mein Körper in der Lage ist, wozu Gott den weiblichen Körper geschaffen hat und befähigt. Natürlich hadere ich auch mit den Spuren, die die Schwangerschaften auf meinem Körper hinterlassen haben. Aber eigentlich sollte ich meine Streifen mit Stolz tragen. Eigentlich sollten sie mich immer wieder dazu anregen, Gott für das Wunder des Lebens zu danken, an dem ich nun schon zweimal teilhaben durfte.
Unser Körper ist nicht (nur) dazu da, hübsch auszusehen – wir sind keine leblosen Puppen. Und unser Körper ist keine leere, nutzlose Hülle. Wir leben in und mit unserem Körper – wir lachen und weinen und laufen und essen und werden krank und wieder gesund, wir erleben Schönes und Schweres, wir lernen und tanzen… das alles zeichnet unseren Körper mit den Spuren des Lebens. Das wir all das können, ist ein Grund zum Staunen und Danken.

3.       Ich vergleiche mich nicht mit anderen
So wie keine Schneeflocke der anderen gleicht, bin auch ich ein Unikat. So eine wie mich gibt es nicht noch einmal – diese Augen, diese Nase, dieser Bauch – alles allein meins! Was für eine Wertschätzung Gottes das ausdrückt, dass er sich so eine Mühe mit uns Menschen gibt, uns alle einzigartig und unverwechselbar zu gestalten. Er hätte sich auch eine Schablone für die gesamte Menschheit anfertigen können…
Und trotzdem sehnen wir uns danach, dem Ideal zu entsprechen. Trotzdem mögen wir es am liebsten glatt und standardisiert und „harmonisch“. Wir hätten lieber Modelmaße und Einheitsnasen.
Ich möchte lernen, meine eigene, individuelle Schönheit zu entdecken und zu pflegen, statt irgendwelchen Idealen hinterherzurennen, die ich doch nicht erreichen kann.
Sich nicht zu vergleichen, ist schwer. Es passiert mir ständig, ohne es zu wollen. Aber das bin ich nicht nur mir selber schuldig, sondern auch meinen Mitmenschinnen. Denn auch sie haben ihre ganz eigene Schönheit, und die darf einfach so stehen bleiben. Punkt.

4.       Ich setze mich ungesunden Körpervorstellungen möglichst wenig aus
Ich gebe es zu: In den letzten Jahren habe ich „Germany’s next Topmodel“ einigermaßen regelmäßig verfolgt. Und mich eigentlich nicht wohl dabei gefühlt. Nein, es machte mich ganz und gar nicht glücklich, diese unsagbar schlanken, hübschen und wohlproportionierten Körper vor die Nase gesetzt zu bekommen, mich dieser Ausgeburt der Oberflächlichkeit auszusetzen. Und trotzdem tat ich es.
Dieses Jahr tue ich es nicht – und zwar nicht nur deshalb, weil ich gar keine Zeit dazu hätte.
Es tut mir nicht gut, und deshalb lasse ich es sein. Es steht meinem Vorhaben, mich nicht zu vergleichen und die individuelle Schönheit jedes Menschen zu entdecken, im Weg, und aus diesem Grund schaue ich weg.

5.       Ich gönne es mir, mich schön zu machen
Eigentlich habe ich erst in der Studienzeit begonnen, mich ein bisschen für Mode zu interessieren und Mascara zu benutzen. Meine Eltern hielten nichts davon, „sich anzumalen“ und an diese Vorgabe hielt ich mich, brav wie ich war.
Dann stellte ich fest, dass es für mein Körpergefühl und mein Selbstbewusstsein schon etwas ausmacht, ob ich mit oder ohne Make-up aus dem Haus gehe und ob ich Klamotten trage, in denen ich mich wirklich wohlfühle. Nach Noemis Geburt kam ich tagelang kaum dazu, auf die Toilette zu gehen, geschweige denn, zu duschen. Ich fühlte mich ziemlich mies dabei. Als ich es dann zum ersten Mal schaffte, mir die Wimpern zu tuschen und ein bisschen Schmuck anzulegen, hob das meine Stimmung enorm!
Ich möchte also das Beste aus dem machen, was Gott mir an körperlichen Voraussetzungen geschenkt hat. Und meiner Tochter dabei helfen, auch ihre gottgeschenkte Schönheit zu entfalten.

6.       Ich zelebriere Mahlzeiten
Gemeinsame Mahlzeiten mit Familie und Freunden sind mir immer schon wichtig gewesen. Seit Noemi groß genug ist, um normal mitzuessen, erstelle ich für jede Woche einen Speiseplan, den ich mich bemühe, ausgewogen zu gestalten. Es soll keinen Zwang beim Essen geben, vielmehr möchte ich meinen Kindern Neugier auf Neues vorleben und ihnen eine möglichst große Vielfalt bieten. Bei Tisch wünsche ich mir eine entspannte Atmosphäre, mit viel Lachen und Genuss.
Noemi ist zwar noch klein, aber ein paar Regeln lernt sie jetzt schon kennen: Wir essen zu den Mahlzeiten und nicht ständig zwischendurch; zu den Mahlzeiten setzen wir uns an den Tisch; wir beginnen und beenden Mahlzeiten gemeinsam; bei Tisch haben Spielsachen, Handys und Fernseher (der sowieso nicht!) keinen Platz – vielmehr konzentrieren wir uns auf unser Gegenüber und das Essen; alle Speisen sollen wenigstens probiert werden.
Und am Wochenende und zu Festen wird der Tisch schön gedeckt. Das ist mir wichtig.

7.       Ich genieße Genussmittel (und zwar in Maßen)
Das ist die vielleicht größte Herausforderung für mich: Genussmittel nicht wie Lebensmittel zu mir zu nehmen. Wenn die Tafel Schokolade angebrochen wird, verspüre ich irgendwie den Drang, sie gleich komplett zu vernichten. Dann verschwinden mal eben knapp 600kcal in meinem Magen und ich merke noch nicht einmal viel davon, weil ich vielleicht nebenbei im Internet surfe oder ein Buch lese. Schlecht! Genussmittel (Süßigkeiten ebenso wie Alkohol) sind zum Genießen da, in kleinen Mengen wunderbar zur Entspannung geeignet. Ich will nicht länger sinnlos Süßkram in mich hineinstopfen. Meiner Tochter zuliebe soll damit Schluss sein.

8.       Ich feiere das gepflegte Mittagsschläfchen
Der vielleicht häufigste Tipp, den ich nach Noemis Geburt bekam, lautete: „Schlaf, wenn sie schläft!“ Ich war natürlich viel zu schlau, um diesen Tipp zu beherzigen… wenn Noemi schlief, dann tat ich alles Mögliche, aber ich legte mich fast nie hin. Mir waren die Tagesstunden irgendwie zu schade dafür. Jetzt, mit Samuel, geht es mir ähnlich – nur dass es fast keine Momente gibt, in denen beide Kinder schlafen. Noemi hält nur noch ein Schläfchen direkt nach dem Mittagessen, und diese Zeit nutzt der kleine Bruder, um Mamas Aufmerksamkeit ganz allein für sich zu haben. An Schlaf ist da selten zu denken. Und wenn dann mal beide Kinder flachliegen, stürze ich mich sofort auf meinen Blog oder auf ein Buch. Das bereue ich dann spätestens um 4 Uhr morgens, wenn mich unser Kleinster weckt und nicht mehr einschlafen lässt.
Also werde ich in Zukunft häufiger mal vernünftig sein und mich aufs Ohr hauen, sobald sich die Gelegenheit bietet. Schlaf ist doch so was Herrliches!

9.       Ich pflege mein Herz
„Wahre Schönheit kommt von innen“, sagt man, und in gewisser Weise stimmt das auch. „Mehr als alles behüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus“, sagt die Bibel (Sprüche 4,23).
Mein Körper ist vergänglich, ihn nehme ich nicht mit in die Ewigkeit. Was aber ewig Bestand hat, ist meine Seele, ist meine Beziehung zu Jesus, sind die Menschen (ewigen Seelen!) mit denen ich in Beziehungen stehe, und Gottes Wort. Darauf möchte ich mich also konzentrieren. Wie möchte Gott, dass ich lebe? Welche Vorstellungen hat er für mein Leben? Wie kann ich für andere da sein; wie kann ich meine Beziehungen so gestalten, dass ich ein Segen für andere bin? Wie komme ich immer mehr von mir selber weg, um stattdessen meinen Blick fest auf Jesus gerichtet zu haben? Wie gestalte ich mein Leben mit Perspektive Ewigkeit?
Mich selbst nicht so für wichtig nehmen, mein Aussehen und meine äußere Wirkung auf andere nicht zum Zentrum meines Lebens machen – das ist wirklich „gesund“ und eine Haltung, die ich meiner Tochter mit auf ihren Lebensweg geben möchte.

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