Donnerstag, 28. Mai 2015

Gedächtnisstütze



Unsere Tochter lernt immer besser auszudrücken, was sie möchte. Sie sagt „mehr“, wenn die erste Portion Nudeln sie noch nicht satt gemacht hat, oder „runter“, wenn ich sie einen Sekundenbruchteil zu lang umarme. Und auch ihr „Nein“ ist sehr eindeutig…
Was mich allerdings noch mehr beeindruckt, ist, dass sie bereits beginnt, Rituale in unseren Familienalltag einzuführen. Bis vor kurzem sprachen wir vor den Mahlzeiten „nur“ ein Tischgebet. Dann fing Noemi an, uns ihre Hände entgegenzustrecken und „piep, piep, piep – arbeiter!“ zu sagen… so süß! (Ich nehme an, sie hat das aus dem Mini-Club.) Nun ja, und seitdem reichen wir uns nach dem Tischgebet die Hände und sagen gemeinsam „Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb, guten Appetit.“
Eigentlich habe ich das mit dem „piep, piep, piep“ nie so richtig gemocht. Ich fand es besser, vor dem Essen zu beten, um Gott für seine Versorgung zu danken und so weiter. Aber jetzt bin ich froh über diesen kleinen Spruch. Nicht nur, weil es meine Tochter war, die ihn bei uns einführte. Sondern vor allem, weil er mich mehrmals am Tag darauf hinweist: Wir haben uns lieb.

Auch wenn wir uns manchmal gegenseitig nerven, wenn wir die Geduld verlieren und die Freundlichkeit, haben wir uns lieb. Immer noch. Auch wenn es an manchen Tagen zu viel Geschrei gibt und zu wenig Lachen, haben wir uns lieb. Das gilt. Auch wenn es drunter und drüber geht und ich als Mama versage und alles hinschmeißen will – wir haben uns lieb. Trotzdem. 

Daran erinnern mich mein Kind und das "Piep, piep, piep" vor jedem Essen. Das finde ich genial!




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