Mittwoch, 24. Juni 2015

Body Challenge #13



Tag 13: Ich mag…
Meine Haare

Das Haar einer Frau ist wichtiger Teil ihrer Weiblichkeit. Muslimische Frauen verdecken ihr Haar in der Öffentlichkeit. Gefangenen Frauen wurden (und werden) häufig die Haare geraubt um sie zu erniedrigen, zu entweiblichen. Wenn das Haar beginnt auszufallen, aus welchen Gründen auch immer, tragen die Betroffenen oft Perücken, um das Fehlen des Haars zu kaschieren.
In meinem Bekanntenkreis gibt es drei Frauen, die sich (unabhängig voneinander) zu einem bestimmten Zeitpunkt entschieden, ihr langes, wunderschönes Haar abzuschneiden. Raspelkurz. Ein Schock für ihre Umgebung! Eine von ihnen erzählte mir, sie hätte sich von ihrem Haar trennen müssen, weil es sie so stolz gemacht habe. Sie wollte aber ihren Wert nicht aus ihrem Äußeren ziehen, sondern allein aus der Liebe Gottes…

In meiner Familie haben eigentlich alle kräftiges, dichtes, volles Haar. Zur Glatze neigen nicht einmal die Männer. Für Friseurinnen ist mein Haar ein Traum, eben weil es so stark ist und eine leichte Naturwelle hat – ideal zum Schneiden. Mein Haar hat Griff und kann somit leicht frisiert werden, und es wächst unheimlich schnell. Es neigt nicht zu Spliss und fällt gut. Ich mag mein Haar.
Und während ich das so schreibe, muss ich stutzen. Mir wird gerade bewusst, dass auch mein Haar mich stolz macht, auf negative Weise. Ich freue mich daran, aber nicht zum Guten. Mir fällt auf, dass ich auf Frauen mit schütterem Haar oder gar Glatze eher herunterschaue…

Was wäre ich ohne dieses mein Haar? Wie würde ich mich fühlen, wenn mir die Haare plötzlich büschelweise ausgingen? Wenn es seine Kraft und Fülle verlöre und ich eine Glatze hätte, mich gezwungen fühlte, eine Perücke zu tragen?

Könnte ich mir vorstellen, mich bewusst gegen mein Haar zu entscheiden, es abzuschneiden, abzurasieren?

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