Sonntag, 19. Juli 2015

Ein Kind wird gesegnet



Heute durften wir den zahlreichen Highlights dieses Jahres noch ein weiteres hinzufügen und unseren Sohn in der Gemeinde segnen lassen. Wir haben uns (wie schon bei unserer Tochter) entschieden, Samuel  (noch) nicht taufen zu lassen, damit er diese Entscheidung eines Tages selbst und bewusst treffen kann. Es war aber unser Wunsch, ihn der Gemeinde offiziell „vorzustellen“ und ihn unter den Segen Gottes zu stellen. 


Samuel mit der Mütze, die sein Onkel ihm aus Ecuador mitgebracht hat

Gute Freunde und die Familie aus nah und fern reisten extra an, sodass unser kleiner Gottesdienstraum trotz Ferienbeginn gut gefüllt war. Schon allein diese Tatsache machte mich sehr glücklich: Dass unser Sohn schon jetzt so geliebt ist, von so vielen Menschen – die ihn bis heute teilweise noch gar nicht gesehen hatten! Dass Samuel Menschen in seinem Leben hat, die ihn willkommen heißen und dafür einiges auf sich nehmen, die ihm „die Ehre erweisen“ und ihn segnen möchten.

Wir hatten für den heutigen Tag einen Vers aus dem biblischen Buch ausgewählt, dessen Name unser Sohn trägt, 2. Samuel 22, 2: „Der Herr ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter.“ Ich weiß nicht, ob es meinem Mann genauso geht, aber bei diesen Worten denke ich immer sofort an unseren Portugal-Urlaub vor ein paar Jahren und an die Festungsanlage, in der wir eine Nacht verbrachten. Hinter meterdicken Mauern, hoch oben auf einem starken Fels. Sicher geborgen. So wie bei Gott – bei ihm finden wir Schutz und Sicherheit, und alles, was wir zum Leben brauchen. In der Burg gab es zum Beispiel auch eine große Zisterne mit Wasservorräten, die wohl für mehrere Monate der Belagerung ausgereicht hätten. Wenn wir durstig sind, bekommen wir bei Gott Wasser (und bei ihm ist es nicht abgestanden, sondern frisch aus der Quelle!). Wenn wir müde und abgekämpft sind, können wir hier Ruhe finden. Wenn die Schlacht verloren scheint und wir am Ende sind, kommt er uns zur Hilfe und errettet uns.



Nach dem Gottesdienst blieben wir mit unseren Gästen in der Gemeinde und feierten Samuels besonderen Tag gleich dort weiter. Zuerst war ich enttäuscht, weil es genau zur Mittagszeit heftig zu schütten begann und wir unseren ursprünglichen Plan, draußen im Garten zu essen, verwerfen mussten. Dann halfen aber alle mit, es drinnen schön und gemütlich zu machen, und es war letztlich sehr gut so. Ein Jugendlicher aus unserer Gemeinde grillte für uns alle – auch das hat mich sehr berührt, dass er seinen Sonntag für uns opferte und für uns als Familie diesen Dienst tat.
Die Tisch-Deko war praktisch und einfach, aber wirklich schön: Die Blumen in den Blumentöpfen bekommen morgen ihr neues Zuhause auf unserem Balkon, mit den Duplo-Steinen konnte man ein bisschen bauen, und gemeinsam mit den Ritter-Sport-Würfeln in den Organza-Säckchen auf jedem Platz passten sie ganz gut zum Burg-Motto aus Samuels Segnungsvers. Auf den Tischen hatte ich außerdem wasserfeste Stifte ausgelegt, mit denen die Duplo-Steine beschriftet werden konnten – mit lauter guten Wünschen für das Leben unseres Sohnes.



Nach dem Mittagessen kam doch noch die Sonne raus und die Kinder konnten im Garten toben. Meine Große ist sehr unabhängig und spielte mit ihren Cousinen und den anderen Gästen bis zur vollkommenen Erschöpfung – sobald wir nach der Feier im Bus saßen, war sie eingeschlafen :) Ich genoss es, mich mal in Ruhe mit Freundinnen und Verwandten zu unterhalten, da Samuel liebevoll herumgetragen und versorgt wurde. Und am Schluss packten alle mit an, die Gemeinderäume in ihren ursprünglichen Zustand zu verwandeln.

Das war ein wunderbarer Tag, Samuel, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird und von dem wir dir viel erzählen werden! Wir sind unendlich dankbar für dich. 


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