Freitag, 20. November 2015

Adventskalender-Ideen



Alle Jahre wieder denke ich darüber nach, wen ich dieses Mal mit einem Adventskalender erfreuen kann – und mit was für einem. Vielleicht geht es euch genauso und ihr könnt ein bisschen Inspiration gebrauchen. Deshalb habe ich ein paar Adventskalender-Ideen aus den letzten Jahren (und brandaktuelle!) für euch zusammengestellt.


Adventskalender-Ideen aus den letzten Jahren:



Für Menschen in der Ferne:

Buchstaben-Adventskalender
Den Advent im Jahr 2010 verbrachten mein Mann und ich räumlich voneinander getrennt – ich absolvierte gerade mein Auslandssemester in Budapest, während er in Berlin vor sich hin promovierte. Trotz der Entfernung sollte er einen Adventskalender von mir bekommen. Also habe ich (mit der Hilfe einer lieben Freundin) 24 Fotos gemacht, auf denen jeweils ein Buchstabe dargestellt oder versteckt war. Jeden Tag schickte ich ihm per Mail einen Buchstaben zu, die er an Heilig Abend zu einem Satz zusammensetzen konnte – ich erinnere mich nur noch, dass der Begriff „Jahresendfigur“ darin vorkam...

Erratet ihr, welchen Buchstabe ich hier darstelle? ;)


Postkarten-Adventskalender
Ich mache nicht für jede Freundin in jedem Jahr einen Adventskalender, aber als eine besonders gute Freundin zur Promotion in eine andere Stadt zog, war für mich der richtige Moment gekommen, ihr einen zukommen zu lassen. Zu der Zeit schrieben wir uns regelmäßig Briefe (ganz altmodisch, handgeschrieben und so), und so kam ich auf die Idee, ihr einen Postkarten-Adventskalender zu machen.
An sich kann man 24 verschiedene Postkarten mit schönen Motiven oder klugen Sprüchen auswählen und versenden; ich wollte aber auch, dass die Rückseiten der Karten zusammen ein Bild ergaben. Also legte ich 24 Blanko-Postkarten aneinander und gestaltete eine Wortwolke zur Jahreslosung 2014.  Im Nachhinein fiel mir ein, dass ich auch einen weißen Karton bemalen und anschließend hätte zerschneiden können :P 



Für pendelnde Väter (oder Mütter):

Butterbrottüten-Adventskalender
Letztes Jahr bekam Falko von mir einen Butterbrottüten-Adventskalender. Eine Freundin aus der Gemeinde bot einen Workshop zum Bestempeln von Adventskalendertüten an, und das machte total viel Spaß! (Trotzdem erinnere ich mich mit gemischten Gefühlen an diesen Abend – denn als mich unser Pastor netterweise zu später Stunde nach Hause fuhr, hatte ich keinen Schlüssel dabei! Und mein Mann schlief so tief und fest, dass weder mein Sturmklingeln, noch meine Versuche, ihn telefonisch zu erreichen, ihn wecken konnten. Nach einer Viertelstunde vergeblichen Lärmmachens (nicht einmal unsereTochter erwachte) knackte unser Pastor, der Gott sei Dank im Auto gewartet hatte, bis ich im Haus verschwunden sein würde, mit seiner Praktiker—Kundenkarte die Haustür… ) Aber zurück zum Adventskalender: Die nummerierten Tüten füllte ich (auf ausdrücklichen Wunsch) mit Süßigkeiten und befestigte sie an einer dicken, roten Filzschnur.
Bevor Falko zur Arbeit fuhr, löste er die entsprechende Tüte vom Adventskalender und genoss seine Adventssüßigkeit in der S-Bahn.



Für Leseratten:

Eine selbstgeschriebene Adventskalender-Geschichte
Als ich noch ein bisschen mehr Zeit hatte, habe ich tatsächlich selbst Adventskalender-Geschichten verfasst (das kommt mir vor wie in einem anderen Leben…); eine für meine Patentochter (die zusätzlich noch illustriert war), eine für meinen Mann.
In der Geschichte für mein Patenkind spielte natürlich sie selbst die Hauptrolle. „Lisa und der große Stern“ war die Überschrift, und dies war der erste Tag:

1.Dezember
„Seht euch mal diesen Stern an!“, rief Papa Michael seinen beiden Freunden zu, während er durch das große Fernrohr in den Nachthimmel blickte. Das machte er jeden Abend so, sobald es dunkel wurde. Er war nämlich Sternforscher, ein Mann, der die Sterne und ihre Bewegungen am Himmel erforscht. Heute war er sehr aufgeregt. „So etwas habe ich noch nie gesehen! So ein helles Leuchten, und dann noch die außergewöhnliche Position…“, er beugte sich wieder über seine Karten und Zeichnungen, die auf dem Schreibtisch verstreut lagen. Sein Freund und Kollege Harry warf nun auch einen Blick durch das große Fernrohr, und auch er war erstaunt. „Du hast Recht. Das ist wirklich ein besonderer Stern. Traugott, das musst du dir auch ansehen!“ Traugott hatte sich gerade mit einem dicken und ziemlich verstaubten Buch beschäftigt. Etwas unwillig legte er es wieder zur Seite und blickte durch das Fernrohr. „Hm, interessant… da habe ich doch gerade etwas gelesen, Moment…“ Traugott griff nach dem dicken Buch und blätterte nervös darin herum. Papa Michael und Harry sahen ihm gespannt zu und warteten auf eine Erklärung. „Ah, hier hab ich es: Hier steht etwas über einen großen König, der in einem fernen Land geboren werden wird. Dieser Stern dort oben am Himmel ist sein Zeichen. Er wird uns zu dem großen König führen.“ Die drei Männer versanken in Schweigen. Papa Michael löste sich als Erster aus seinem Erstarren und ging wieder zum Fernrohr am Fenster. „Ein großer König…“, murmelte er. „Interessant…“

Lisa hatte von ihrem Versteck aus alles beobachten können. Eigentlich hatte ihre Mama sie schon längst schlafen geschickt, doch Lisa war noch gar nicht müde und überhaupt. „Ich will nur noch schnell Papa gute Nacht sagen“, hatte sie ihrer Mama erklärt, doch anstatt danach sofort im Bett zu verschwinden, hatte sie sich hinter den schweren Vorhängen neben der Tür versteckt. Dieses Versteck war ihr Lieblingsplatz. Von dort aus konnte sie wunderbar beobachten, was ihr Papa mit seinen Freunden erforschte und diskutierte. Die Sterne fand Lisa eigentlich immer sehr spannend, aber heute war es noch interessanter. Ein König in einem fernen Land würde geboren werden. Und ein Stern war das Zeichen dafür.

Ihr Papa stand immer noch am Fernrohr und starrte in den Himmel. Harry und Traugott beschäftigten sich schon längst wieder mit anderen Dingen. Doch Papa Michael, der beste Sternforscher überhaupt, war ganz in Gedanken versunken. Lisa fragte sich, was ihr Papa vorhatte. Sie gähnte. Vielleicht sollte sie jetzt doch besser schlafen gehen.

Schließlich machen sich Lisas Vater und seine Kollegen auf den Weg, um den angekündigten König zu suchen. Lisa und ihre Freunde verstecken sich im Gepäck und reisen heimlich mit…
Diese Geschichte ist sehr umfangreich – allerdings habe ich damals bereits im September mit dem Schreiben begonnen. In ein paar Jahren könnte ich ein paar Änderungen vornehmen und die Adventskalender-Geschichte für meine eigenen Kinder verwenden.

...Und dieses Jahr?


Für Großeltern und Paten:
Foto-Adventskalender
In diesem Jahr bekommen die Großeltern und Paten unserer Kinder zum ersten Mal einen Adventskalender von uns als Familie geschenkt. Da unsere Eltern die Kinder nicht so oft sehen können, freuen sie sich umso mehr über Fotos, noch dazu, wenn sie jeden Tag ein neues bekommen!
Ursprünglich wollte ich ganz viele Fotos drucken lassen und diese in nummerierte Kuverts stecken, welche dann an einem Kleiderbügel, Bilderrahmen oder Ast aufgehängt werden. Letztlich war mir das doch zu viel Arbeit, und wir haben hier Foto-Adventskalender bestellt. Das ging ganz schnell und ist auch nicht besonders teuer.

Für meinen Mann:
Er ahnt es sicher schon, denn die vielen leeren Tetra-Packs im Arbeitszimmer sind doch ziemlich auffällig – er bekommt einen „Recycling-Adventskalender“ von mir. Diese Idee habe ich in einem Weihnachtsbastelheft der Brigitte gefunden und möchte sie (in etwas abgewandelter Form) umsetzen. Grundsätzlich funktioniert es so: Tetra-Packs leertrinken und ausspülen, dann den Boden herausschneiden, Fenster und Türen einzeichnen und ausschneiden. Nun die Tetra-Packs mit weißer Farbe vollständig einsprühen, sodass von der ursprünglichen Beschriftung nichts mehr zu sehen ist. So entstehen lauter weiße Häuser, die mit LED-Lichter(kette)n ausgeleuchtet werden können. Da 24 Tetra-Packs zu viel Platz in unserer Wohnung einnehmen, werde ich nur 12 Häuser basteln und diese doppelt belegen. Die Häuser werden auf einen ebenfalls weiß besprühten Karton platziert und mit Süßigkeiten gefüllt – so wie jedes Jahr ;)

Für die Kinder:
Samuel ist noch zu klein für einen Adventskalender, aber Noemi bekommt dieses Jahr ihren ersten von uns – ich habe ja schon kurz darüber berichtet: Ich werde ihn mit Krippenfiguren aus Holz (und anderen Kleinigkeiten) füllen, und eine Krippenlandschaft mit Adventsweg gestalten. Dazu schreibe ich sicher später mehr.

Für unsere Nachbarn:
Auch dazu werde ich nächste Woche einen ausführlichen Eintrag schreiben ;)
Aber ich glaube, 2015 stelle ich meinen persönlichen Rekord im Adventskalender-Verschenken auf!

Vielleicht waren ein paar Ideen für euch dabei – wir haben ja noch 10 Tage Zeit! ;)

Kommentare:

  1. Schade, dass ich diesen Post erst jetzt lese. Oder gut, denn alle meine Zeit und Kraft brauche ich grad für die Bachelor Arbeit. Aber nächstes Jahr wird es wieder einen Advent geben... :) Ich bin begeistert von deiner liebevollen Art. Danke, dass du Jesus-Gedanken in mein Leben und in meinen Advent bringst. Dein Blog hat mich heute total bereichert.
    Sei gesegnet
    Anni

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  2. Das war der beste Adventskalender, den ich je bekommen habe - und eine besondere Ehre! :) Aber eure Idee dieses Jahr finde ich auch toll. Mir hat übrigens heute dieser Vers (über den Navi-Email-Adventskalender geschickt ;) aufgeholfen: Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. (Jesaja 40,26-31) Sei umarmt, meine Liebe!!!

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