Sonntag, 15. November 2015

Traurig und dankbar #4: Meine Schwester




Was ist das für eine Welt, in der wir leben? Diese großartige Welt mit all den Wundern, vom Vater im Himmel so kunstvoll erdacht und gestaltet… so wund, so kaputt. Seit ich Kinder habe, berühren mich die Verletzlichkeit des menschlichen Lebens, die himmelschreiende Ungerechtigkeit, das Töten auf eine noch tiefere Weise. Ich weine und halte es kaum aus und bete „Heiland, reiß die Himmel auf!“.
Wenn ich mir dann die Tränen abwische, denke ich darüber nach, dass die Attentäter von Paris ungefähr so alt waren wie ich. Dass unsere Generation nun diejenige ist, die Geschichte schreibt – wir sind am Zug. Wir sind nun die Erwachsenen, die Entscheider der Gegenwart und der Zukunft, wir haben die Verantwortung, nicht nur für unsere Kinder.
Und ich wünsche mir so sehr, dass wir es besser machen als die Generationen vor uns und dass endlich Frieden werde! Dass wir aufhören mit dem Morden und stattdessen das Leben schützen und fördern, dass endlich Gerechtigkeit herrscht im Großen wie im Kleinen, dass wir gemeinsam leben und nicht mehr länger so schrecklich einsam sind!

Diese Woche war die vierte meiner Dankbarkeitschallenge. Eigentlich hatte ich vor, meinen Freundinnen zu danken, aber nun danke ich nur einer von ihnen, die gleichzeitig meine Schwester ist. Noch immer bin ich traurig, dass wir uns schon bald deutlich seltener sehen werden.
Aber ich bin auch unfassbar stolz, dass ihr diese große und schöne Aufgabe anvertraut wurde!
Meine Schwester ist eine aus unserer Generation, die auch von Heilung für diese Welt träumt, die das Leben verteidigt und die Verantwortung übernimmt. Ebenso wie sie für meine Kinder und mich da ist, hat sie auch für andere jederzeit ein offenes Ohr und eine helfende Hand. Vor ihr schäme ich mich für nichts, weil sie mich sowieso in- und auswendig kennt. Sie versteht mich ohne Worte und ich kann mich immer auf sie verlassen. In den letzten Jahren war sie für mich oft die Rettung in der Not und meine beste Freundin. Eigentlich gibt es keine Worte dafür, was ich meiner Schwester verdanke und was ich an ihr habe. Trotzdem habe ich versucht, meinen Dank und meine tiefe Wertschätzung ihr gegenüber in einem Brief zu formulieren, den sie in den nächsten Tagen in ihrem Briefkasten vorfinden wird.

In einer Welt, in der so schreckliche Dinge passieren, ist meine Schwester für mich ein Hoffnungsmensch. Sie ist eine solche Helferin:

“When I was a boy and I would see scary things in the news, my mother would say to me, ‘Look for the helpers. You will always find people who are helping.’ To this day, especially in times of ‘disaster,’ I remember my mother’s words and I am always comforted by realizing that there are still so many helpers – so many caring people in this world.” – Mr. Rogers

Ich möchte auch so ein Hoffnungsmensch sein, ein kleines flackerndes Licht in dunkler Nacht. Meine Schwester ist mir darin ein Vorbild, und Jesus ist der Leuchtturm.


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