Montag, 4. Januar 2016

Mut am Montag




Als ich heute Nacht urplötzlich erwachte, spielte mein Bauch verrückt und mir war speiübel. Irgendwann, irgendwie schlief ich wieder ein und als der Wecker klingelte, ging es einigermaßen. Zuerst kochte ich mir einen Fencheltee, dann machte ich mich im Schneckentempo fertig, bereitete das Frühstück vor und weckte die Kinder. Und während es in meinem Bauch rumorte, fragte ich mich, wie ich den Tag überstehen sollte, sehnte ich mich nach den Zeiten, als ich noch ein Kind war und von meiner Mama versorgt wurde, wenn es mir schlecht ging… Ja, manchmal wünsche ich mir so sehr meine Mama, auch wenn (oder vielleicht gerade weil) ich jetzt selbst eine bin.
Dieser Wunsch begegnet mir immer wieder in meinem Alltag – wenn die Kinder quengeln, wenn das Abendessen im Chaos endet und ich glaube, dass es nie wieder ordentlich bei uns sein wird, wenn ich meine Tage habe oder nach einer schlechten Nacht viel lieber noch ein Stündchen weiterschlafen würde. Dann wünsche ich mir so sehr, dass sich jetzt mal jemand um mich kümmert, dass ich mich ausruhen darf und nichts mehr tun muss, dass liebende Arme sich um mich wickeln wie eine Kuscheldecke. Und als ich gerade mal wieder innerlich nach meiner Mama rief, kam die Jahreslosung für dieses Jahr vorbei:

„Ich will euch trösten,
wie eine Mutter ihre Kinder tröstet.“
(Jesaja 66,13)


Habt ihr euch schon mal den Abschnitt angeschaut, dem die Jahreslosung entnommen ist? Es ist ein Text, in dem es um Wehen, Geburt, Brüste, Stillen und Tragen geht, so ein richtiger MAMA-Text! Wir werden darin aufgefordert, uns an Zions Brust sattzutrinken, uns auf ihrem Schoß liebevoll schaukeln zu lassen. Und Gott selbst wird uns mütterlich trösten. Ich finde das einfach wunderbar (und auch ziemlich abgefahren...)!

Die Jahreslosung gefällt mir gleich zweifach:
Der Vers spricht direkt in meine aktuelle Lebenswelt hinein – weil ich auch eine Mutter bin, weil auch ich Kinder geboren, gestillt und getröstet habe und es noch immer tue. So fühle ich mich ermutigt und gestärkt in meiner Mutterrolle, denn ich erkenne, dass meine Aufgabe eine heilige, eine göttliche Aufgabe ist. In meinem Muttersein bin ich ein Ebenbild Gottes, und in meinem ganz normalen Alltag tue ich das, was Gott tut!
Gleichzeitig begegnet mir die Jahreslosung in meiner Sehnsucht nach Trost, nach Zuhause, nach Mamas Schoß. Ich werde daran erinnert, dass es diesen Ort tatsächlich gibt, dass all das bei Gott zu finden ist – bei meiner Mama im Himmel. Auch wenn ich jetzt Mama bin, darf ich für immer Gottes Kind bleiben.


*^^


Meine Mutter bist du,
mein Gott,
Mama.
Mein lautester Schrei
Mein erstes Wort
Mein stets erhörtes Rufen
Meine Vier-Buchstaben-Arche
M-a-m-a

In dir wurde ich geformt
Dein Herzschlag in meinem Ohr
Aus dir bin ich geboren
Du kennst mich
von Anbeginn
Mama

In deinen Armen wiegst du mich
Mit Liebesaugen siehst du mich
An deiner Brust stillst du mich
und endlich schlafe ich
Mama

Dann
dunkle Träume, drohend
Einsamkeit, die nach mir fasst
Ich sehe dich nicht mehr,
ich bin allein
Wo bist du
Mama!

Ich krieche durchs Zimmer
und über die Schwelle
tränenblind
schreiend, brüllend,
furchtsam
Mama, Mama  
Und du bist da.

Du hörst mein Schreien
Du siehst mein Suchen
Du fühlst mein Alleinsein
in deinem eigenen Herzen
wie einen körperlichen Schmerz
Mama

Deine Arme heben mich empor
Dein Schoß schaukelt mich tröstlich
Deine Lippen flüstern liebend mir zu:
„Ich bin für dich da.“
Du weißt, was ich brauche,
Mama,
auch wenn ich keine Worte habe
als immer nur
Mama. 


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