Mittwoch, 9. März 2016

Ich...





…bin dankbar!
Denn: Es geht uns gut. Dieses Leben ist schön und ich würde kein anderes haben wollen.
Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückschaue, dann hat Gott alles gut gemacht. Ich bin jetzt so gern Mama und so gern mit den Kindern zu Hause, wie ich es mir lange nicht hätte vorstellen können. In den ersten Monaten mit unserer Großen fiel mir alles so schwer und ich wollte einfach nur raus – was habe ich da gebetet und gehofft, dass ich diese Lebensphase einmal so annehmen könnte wie sie ist! Ja, Gott hat es gut gemacht, und sogar viel besser als ich es erbeten hatte.
Denn es gibt diesen Blog, und es gibt Texte und Zeichnungen und Bilder, die allesamt nicht entstanden wären ohne mein Mama-Sein und mein anfängliches Hadern damit.
Dafür bin ich also dankbar. Und für meine wunderbare Familie. Für treue, liebe Freundinnen. Danke für das Wort und die Farbe. Danke für das Jetzt und Hier.


… atme Frühling.
Irgendwie ist jeder Frühling für mich wie der allererste überhaupt. Und ich glaube, das geht vielen so: Jedes Jahr neu geraten wir ins Staunen über das Erwachen der Natur, immer und immer wieder neu begeistern uns die Krokusspitzen und das Vogelgezwitscher und das Licht. Wenn wir den Winter so richtig satt haben, wenn es einfach genug ist mit der Kälte und dem Grau, dann biegt garantiert der Frühling um die Ecke, um uns zu erlösen.
Und auch wenn ich wohl eigentlich eher der Typ Stubenhocker bin und nun wirklich keinen grünen Daumen habe, lockt mich der Frühling mühelos ins Freie. Heute waren wir zum ersten Mal im Britzer Garten spazieren, und das war wundervoll! Fast täglich kaufe ich neue Blumen: Tulpen! Ranunkeln! Narzissen! und kann mich gar nicht an ihnen sattsehen. Auch mein Skizzenbuch ist schon ganz voll von Schneeglöckchen…

vorher...
… versinke im kreativen Chaos (und genieße es!).
Auf meinem Schreibtisch häufen sich die Projekte: Plastikeier zum Bemalen und Bekleben mit Noemi, Seidenpapier von unserer letzten Bastelaktion, mein Kalender, Aquarellkasten samt Pinsel und Wasserglas, zwei Skizzenbücher, die Kamera, ein paar frisch ausgedruckte Fotos, zu beantwortende Briefe, das supercraft-Kit mit Fimo, Kaktus-Samen und Makramee-Garn, Bücher, Hosen der Kinder (mit Löchern an den Knien…), die neue flow, Geodreieck, Tesa-Krepp, drei (!) leere Wassergläser (da ich mir ja vorgenommen habe, mehr zu trinken) – und natürlich mein Laptop.
Vielleicht Sicher will ich immer zu viel auf einmal: Kinder, Ehe und Haushalt + Freunde + Blog + 365-Tage-Projekt + Online-Malkurs von Alisa Burke + Hauskreis + Artikel schreiben + Kinderseite des Gemeindebriefs + Tischkarten für eine Hochzeit entwerfen und anfertigen (in 200-facher Ausführung…) + Oster-Deko + supercraft-Basteleien…
Joa, das ist gar nicht so wenig. Aber irgendwie tut mir das auch gut. Und ich bin vor allem dankbar, dass meine Kinder und mein Mann mir all das „Nebenbei“ ermöglichen. Ohne ihre Kooperation und Unterstützung wäre es gerade überhaupt nicht drin, dass ich meine Kreativität so entfalten kann.

nachher!
… zaudere.
Im April findet ein Redaktionstreffen der Zeitschrift family statt – und ich bin dazu eingeladen! In den letzten Jahren habe ich wegen der Kinder immer absagen müssen, aber dieses Mal sind die Rahmenbedingungen ganz anders. Mein Liebster ist bereit, sich frei zu nehmen und ich traue es ihm absolut zu, die Kinder und alles Drumherum zwei Tage lang allein zu managen. Trotzdem habe ich noch nicht zugesagt. Ich zögere noch. Natürlich mache ich mir Gedanken, wie es den Kindern (und vor allem meinem Kleinen, von dem ich noch nie so lange getrennt war!) ohne mich ergehen wird. Aber der Hauptgrund für mein Zaudern liegt eher in meiner eigenen Unsicherheit. So sehr ich mich manchmal danach sehne, ein paar Tage „kinderfrei“ zu haben, so komisch fühle ich mich dann, wenn ich mal ohne sie unterwegs bin. Dann bin ich nämlich nur noch Ich. Dann kann ich mich nicht mehr hinter den Kindern, hinter Falko oder hinter meiner Mama-Rolle verstecken.
Als ich meinem Mann von meinen Bedenken erzählte, erwiderte er ganz trocken: „Na, das ist doch dann nur ein Grund, hinzufahren!“ Damit hat er sicher recht (dieser Mann ist weise!) – und dennoch: Bisher habe ich mich nicht zu einem Ja durchringen können.
Und ich zögere noch an einer anderen Front: Eine Bekannte, deren Tochter von einem Kirchenmitarbeiter sexuell missbraucht wurde, fragte mich, ob ich ihr beim Verfassen eines Artikels über den Prozess und ihre Petition behilflich sein könnte. Bisher habe ich auf diese Anfrage noch nicht reagiert – weil mir die ganze Thematik Angst macht, weil ich mich unsicher fühle und nicht weiß, ob ich damit angemessen umgehen kann. Auf der anderen Seite habe ich hier die Möglichkeit, meine Fähigkeit zu Schreiben (hoffentlich!) zum Wohl anderer einzusetzen und mich für ein Thema zu engagieren, das unheimlich wichtig ist.
Kennt ihr das – diese Angst vor der eigenen Courage?


… bin nicht mehr die alte.
Mein Gewichtsverlustvorhaben hat deutlich an Schwung verloren, die Kilos wollen nicht so recht runter. Was natürlich auch daran liegt, dass ich das Verzichten satt habe und das Leben einfach zu lecker ist. Ich merke einfach, dass ich die Energie brauche – für die Kinder und für mich. Als ich vor Jahren den ersten Versuch machte, abzunehmen, gelang mir dies auch einigermaßen spielend. Jetzt, nach zwei Entbindungen und mit zwei quirligen Kleinkindern sieht das ganz anders aus. Wenn ich nicht so viel esse, wie mein Körper es möchte, fehlt mir schlicht und einfach die Kraft für den Alltag. Mal abgesehen von meiner Laune, die dann in den Keller rauscht…
Mir wird mehr und mehr bewusst, dass dieser „alte“ und (für meine Verhältnisse) schlanke Körper der Vergangenheit angehört. Ich werde nie wieder so aussehen wie auf den Fotos von 2010. Und irgendwie ist das auch ok. Das waren andere Zeiten. Gute Zeiten, ja, aber in denen lebe ich jetzt gerade auch. Vielleicht braucht mein „Mama-Ich“ genau diese Form. Dies ist möglicherweise der Raum, den ich jetzt einnehmen muss – auch wenn er nicht ganz dem gängigen Schönheitsideal (by the way - was ist das überhaupt?) entspricht.
Der Abnehmplan steht nach wie vor, ein paar Kilos sollten schon noch runter. Aber ich bin bereit, mir selbst etwas mehr Zeit dafür zu gönnen. Es muss langfristig funktionieren, sonst habe ich ja gleich alles wieder drauf. Es muss für meine aktuelle Lebensphase passen und Hand in Hand damit gehen, dass ich immer mehr lerne, mich selbst zu mögen.



… lese Markus 9.

„Dies ist mein lieber Sohn; den sollt ihr hören:
‚Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.
Wenn jemand will der Erste sein, der soll der Letzte sein von allen und aller Diener.
Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf;
und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
Wenn dich dein Auge zum Abfall verführt, so wirf’s von dir! Es ist besser für dich, dass du einäugig in das Reich Gottes gehst, als dass du zwei Augen hast und wirst in die Hölle geworfen.
Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander!‘“




… bin eigentlich schon das, was ich sein möchte. (Jedenfalls ein bisschen)
In einem meiner letzten Einträge schrieb ich darüber, dass ich am liebsten Künstlerin (ARTIST!) und Schriftstellerin (WRITER!) sein möchte. Interessanterweise erntete ich daraufhin sehr viel Bestätigung. Meine allerliebste Schwägerin schrieb mir sogar extra einen Brief, um mich zu ermutigen, diesen Weg einzuschlagen.
Auch eine inzwischen langjährige (!) Freundin ging in einem Brief auf meinen Lebenswunsch ein: „Ich finde es total toll, dass du schon jetzt das auslebst, was du sein möchtest – Künstlerin und Autorin. Es ist auch total schön zu sehen, wie viel Spaß es dir macht, diese beiden Wünsche in deinem Blog auszuleben!“ Als ich diese Zeilen las, wurde mir erst bewusst, dass es stimmt: Ich bin schon das, was ich sein möchte – jedenfalls ein bisschen! Mir wurde klar, dass ich nicht nach zukünftigen Chancen und Möglichkeiten haschen muss, sondern im Hier und Jetzt bereits die sein kann, die ich sein will. Ich bin mir sicher, dass diese Erkenntnis einen positiven Effekt auf meine Psyche und mein Schaffen haben wird – DANKE! 



Kommentare:

  1. Ich bin ein neuer Fan deines Blogs. Vielen Dank! Dieser Eintrag macht mir so viel Mut. DANKBARKEIT IST DER SCHLÜSSEL ZUR FREUDE. Und darum will ich mich auch wieder mehr auf das DANKEN konzentrieren und nicht so viel drüber nachdenken, was so anders als geplant läuft und wo es bei anderen besser läuft ... DANKE =)

    Kiki

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    1. Herzlich willkommen, liebe Kiki! Und DANKE dir für deinen Kommentar :)

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  2. Super Post. Danke für deine Ehrlichkeit, danke für deine Offenheit. Danke für deine Kreativität ... deine Osterdeko ist wunderschön. Und macht mir Mut, auch mal endlich anzufangen!!!
    Du bist großartig, Rebekka, und unglaublich begabt!!!

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    1. Danke, du Liebe! Was die Deko in unserer Wohnung angeht, bist übrigens DU meine größte Inspirationsquelle geworden ;)

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  3. Liebe Rebekka,

    ich bin über deinen letzten Family-Artikel hier her gekommen, also noch ziemlich neu. Und ich fühl mich wohl! Mich würde gleich mal interessieren, was du für einen Aquarellkasten hast und ob du damit zufrieden bist. Mir kribbelts richtig in den Fingern, ich will auch gerne wieder mehr mein Kreativsein ausleben und ausprobieren. Deine Schreibtischecke finde ich sehr schön - sowas hab ich leider (noch) nicht.

    Hab jedenfalls vielen Dank für deine guten Gedanken!

    Liebe Grüße
    Friederike

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    1. Liebe Friederike, schön, dass du da bist!
      Mein Aquarellkasten ist von Schmincke, den habe ich noch aus Schulzeiten und kaufe jetzt langsam (also nach über zehn Jahren...) ein paar Farbnäpfchen nach. Diese sind leider nicht gerade billig, aber ich bin mit der Qualität wirklich zufrieden! Kann ich also weiterempfehlen ;)
      Ganz liebe Grüße zurück!
      Rebekka

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  4. Hallo Rebekka :) ich kommentiere mal deinen Blog durch ;D gefällt mir voll gut und ein dickes Dankeschön, dass ich in deiner Liste stehe!! Ich kann dieses Hin und Her wegen der Courage so gut nachvollziehen. Und ich wünsche mir so sehr solche Entscheidungen sicherer anzugehen. Mir hilft es da auf jeden Fall zu hören, dass es auch anderen so geht :) und ich hoffe, du entscheidest dich für "dich", also ohne deine Stempel Ehefrau und Mutter :) und wenn dir das Thema des Artikels, für den du angefragt wurdest, unangenehm ist, kannst du ihn nicht vielleicht anonym oder unter einem Pseudonym verfassen?
    Und noch was zu deinem letzten Punkt: Ehrlich, ich habe heute den dreiviertel Tag rumgescribbelt, was ich eigentlich nach dem Studium machen möchte. Und immer! treffen sich da Schreiben und Kunst und ich zerbreche mir den Kopf, wie das vereinbar ist. Ich habe heute so viel nach Vorbildern in dem Bereich gesucht und bin heute Abend nur durch Zufall auf deinen Blog gestoßen :) das ist echt ermutigend. Würde mich freuen, wenn wir uns darüber austauschen und gegenseitig motivieren würden :) Lg, Anne

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    1. Liebe Anne, wie schön, dass du da bist - ich freue mich immer sehr über Kommentare! ;) Beim Thema Entscheidungen merke ich immer wieder, dass ich ja durchaus weiß, was die "richtige" Entscheidung wäre - wenn da nur nicht die negativen Faktoren wären wie Ängste, Zweifel oder Bequemlichkeit... Für mich heißt es in beiden Fällen, ein bisschen aus meiner Komfortzone herauszukommen und mich auf etwas Neues einzulassen - beides ja Dinge, die eigentlich zu dem Traum dazugehören, den ich für mein Leben habe.
      Und wenn es um den "kreativen Lebensweg" geht - da finde ich Alisa Burke inspirierend oder Zoeprose (siehe "Inspirationen"). Es ist wirklich schön, nicht allein unterwegs zu sein! Und ich bin gespannt, was da noch alles passiert. Danke dir für deinen Blog!!!

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  5. Hey :) ja, die Komfortzone ist ein gemütliches Plätzchen, aber man sinkt zu sehr ein und möchte dann gar nicht mehr aufstehen. Also... auf geht's! :D :) Ich finde, mit dem neuen Frühling kommt auch neuer Mut.
    Danke für die Inspirationen, die schaue ich mir ma genauer an!
    Freut mich total, dass du gern vorbeischaust :) lg!

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