Mittwoch, 6. April 2016

DIY: Ein Psalm auf Leinwand





Es wird mal wieder Zeit für einen heiteren Blog-Post!

Wir Berliner durften in den letzten Tagen Sonnenschein und Frühsommertemperaturen genießen, ich erfreue mich an Kastanienknospen, blühenden Magnolien und meinen Kindern (Noemi auf dem Spaziergang: „Ich liebe dich!“ und Samuel läuft!) und den Frühjahrsputz verschiebe ich ein bisschen nach hinten, denn ich muss malen! Oh Frau, wenn ich was tue, dann bekommt das schnell einen obsessiven Charakter… Wie auch immer, es geht mir besser, und ich zeichne, doodle und male fast wie eine echte Künstlerin (*hüstel*).
Unsere Ess-Ecke ist ja fertig renoviert – wir haben sie neu gestrichen, die Wände mit einem matten Schutzlack überzogen (abwaschbar…) und Holzleisten angebracht, damit die Stuhllehnen die ganze Arbeit nicht gleich wieder zunichtemachen. Was bislang noch fehlte, waren die Bilder. (Dazu muss ich sagen, dass kahle Wände in mir den Drang auslösen, sie zu bemalen oder wenigstens ein Bild daran zu hängen!)
Gestern habe ich einige Werke von Noemi und mir, die in den letzten Wochen bzw. Tagen entstanden sind und zur Jahreszeit passen, gerahmt und an die Macchiato-Wand gehängt. (Bei dem Farbton bin ich mir noch nicht sicher, ob ich ihn wirklich mag. Hätten wir lieber bei Manhattan-Grau bleiben sollen?!? Falko, ganz pragmatisch, sagt, jetzt ist es eh zu spät…) 




Und heute war dann die gegenüberliegende Cashmere-Wand an der Reihe, etwas aufgehübscht zu werden, und zwar mit einem ganz neuen Bild: Mit einem Psalm auf Leinwand.
Zur Zeit bin ich total begeistert und inspiriert von AlisaBurke und ihrem Stil (das habe ich jetzt auch schon mehrmals erwähnt…). Durch sie habe ich das Zeichnen und „Doodlen“ mit Permanent Markern für mich entdeckt und, ganz neu: Messy backgrounds! Darunter versteht sie das „wilde“ Bemalen von Maluntergründen entweder mit Aquarell- oder Acrylfarbe. Die kunterbunten Seiten oder Leinwände dienen dann als Hintergründe für Zeichnungen, Schriftzüge und whatever.
Ich bin eigentlich nicht so der messy-Typ, ich habe es lieber sauber und ordentlich, aber diese Technik hat es mir doch sehr angetan.

Für den Psalm auf Leinwand habe ich also zunächst mit Acrylfarben einen messy background geschaffen. Mit einem dicken Pinsel trug ich die einzelnen Farben in Flächen, Linien und Punkten auf, mischte oft auch Weiß dazu, bis die ganze Leinwand bedeckt war. Hierbei gibt es keine Regeln – man kann so wild oder ordentlich arbeiten, wie man es mag. Alisa Burke verrührt die Farbe auch gern mit Wasser und lässt sie ein bisschen an der Leinwand herunterlaufen, aber darauf habe ich (dieses Mal noch ;)) verzichtet.  
Dann ließ ich den Hintergrund trocknen.


Wenn Acrylfarben getrocknet sind, kann man neue Farbschichten auftragen, ohne dass sie sich mit den darunterliegenden vermischen. Das finde ich sehr reizvoll daran – wenn mir etwas nicht gefällt, kann ich es trocknen lassen und einfach übermalen (Acrylfarben sind übrigens auch sehr gut deckend).

Für den Schriftzug mischte ich mir selbst einen Grauton aus Orange, Blau und Weiß.
Es gibt natürlich auch fertige Grautöne in Tuben zu kaufen, aber eigentlich reicht es vollkommen aus, die Grundfarben und eine Tube Weiß zu besitzen – daraus kann man alle anderen Farben mischen und schöne Effekte erzielen. In meiner Kindheit mischten wir Grau immer aus Schwarz und Weiß. Erst später lernte ich, dass das Grau sehr viel schöner und vielfältiger wird, wenn wir die Komplementärkontraste zur Hilfe nehmen, also Orange und Blau, Gelb und Violett, Grün und Rot. Jeweils zwei Komplementärfarben in gleichen Teilen zusammengemischt, ergeben einen dunklen Grau-Braun-Ton. Mit Weiß ergänzt, können wir das Grau beliebig aufhellen.




Mit einem schmalen Pinsel schrieb ich zügig meine Lieblingsverse aus Psalm 16 auf den bunten Hintergrund – und fertig!



Auf diese Weise kann wirklich jede ein Bild für die eigenen Vier-Wände oder zum Verschenken selbst malen und schreiben! Probier's doch auch mal aus ;)


Übrigens: Sind die Reste von Acrylfarben auf der Palette erst einmal eingetrocknet, kann man sie nicht mehr verwenden. Deshalb benutze ich Farbreste am Ende einer Mal-Session gerne, um messy backgrounds für zukünftige Bilder herzustellen. So muss ich die Farbe nicht wegwerfen und habe beim nächsten Mal gleich einen Hintergrund für ein neues Werk.  
Drei "messy backgrounds" aus Farbresten
Das fertige Bild an seinem neuen Platz




1 Kommentar:

  1. Eine super tolle Idee. Ich habe es ja nicht so mit dem Malen oder Zeichnen ... da bin ich zu wenig begabt. Aber das hier klingt machbar und sehr spaßig! Das muss unbedingt demnächst getestet werden!!! Danke für die Inspiration!!
    Und deine Werke sind wie immer mega schön!!!

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