Samstag, 31. Dezember 2016

Ein Jahresrückblick in Büchern


You are my beloved child,
in whom I am well pleased.

God


Schon lange gab es keinen Bücherliebe-Post mehr - dabei spielen Bücher in meinem Leben eine beständig große Rolle! Gerade durch dieses nun fast vergangene Jahr haben mich einige Bücher begleitet, haben mich inspiriert, herausgefordert, erfreut, bereichert.
Die wichtigsten dieser Bücher stelle ich euch heute vor, in meinem Jahresrückblick der etwas anderen Art:


Unser Familienbuch 2016: Ein wunderschönes, entspanntes Familienjahr

2015 war für uns als Familie ein Jahr der großen Veränderungen: Neuer Job, neues Familienmitglied, neue Wohnung, neuer Stadtteil... sehr spannend! Da tat es gut, dass 2016 uns so viel Beständigkeit und Ruhe brachte. Natürlich ging es oft auch laut und bunt bei uns zu, das geht mit kleinen Kindern ja gar nicht anders; wir sind häufig weggefahren, haben viel gebastelt, Ausflüge gemacht, Feste gefeiert... Da ist unser Familienbuch, das ich nun schon im dritten Jahr führe, sehr voll geworden! Für uns vier ist das Familienbuch zu einem kostbaren Schatz geworden. Wir blättern immer wieder gemeinsam darin und schwelgen in Erinnerungen...  Und das für 2017 steht schon im Regal bereit!


Meine Skizzenbücher: Das kreativste Jahr seit langem!

Zwei Skizzenbücher haben mich durch das Jahr begleitet: Ein kleines Büchlein für Bleistift, Buntstift und Marker, und ein größeres Buch zum Aquarellieren.
Anfang des Jahres gönnte ich mir den ersten Online-Kreativ-Kurs von Alisa Burke - und war von da an neu infiziert! Zeichnen und Malen gehörte in meiner Kindheit und Jugend zu meinen liebsten Beschäftigungen, erst 2016 habe ich meine Leidenschaft wiederentdeckt und bin überwältigt von diesem Geschenk, das Gott mir damit macht.


Hochsensible Mütter: Auch ich bin hochsensibel...

Ich weiß es noch genau: Wir saßen im Auto, nach einem anstrengenden Wochenende, die Kinder schliefen und mein Liebster und ich versuchten, die vergangenen Tage für uns auszuwerten. Und da kam mir zum ersten Mal der Gedanke, ich könnte hochsensibel sein. Zurück zu Hause, bestellte ich mir das Buch Hochsensible Mütter von Brigitte Schorr, und verschlang es! Mir war an vielen Stellen, als schrieb sie von mir (und ich weiß inzwischen, dass es vielen Mamas so geht!). Ich fühlte mich verstanden, und endlich verstand ich mich selbst ! Die Selbstvorwürfe verstummten.
Dieses Buch hat mir wirklich geholfen, den Alltag mit unseren Kindern besser zu meistern und mehr zu genießen.


Lebe leichter: Abnehmziel (vorerst) erreicht!

Zeitgleich zu meiner Blogpause im Mai startete ich mit dem Lebe-Leichter-Programm, um endlich die restlichen Schwangerschaftskilos loszuwerden. Acht Monate später bin ich neun Kilo leichter und bin - im wahrsten Sinn des Wortes - erleichtert! Einfach war es nicht, aber da das Prinzip so klar und alltagstauglich ist, gelang es mir von Anfang an, mich daran zu halten.
Jetzt heißt es: Weiter dran bleiben! :)


The Freedom of Self-Forgetfulness: Wertvoller als alle Diamanten - und ein kleines Tattoo.

Dieses kleine Büchlein von Timothy Keller ist mir im Sommer unheimlich wichtig geworden und ich werde es immer und immer wieder lesen - weil es mich so sehr daran erinnert, dass ich frei bin. Frei, geliebt und unendlich wertvoll. Hier habe ich ausführlich darüber geschrieben.
Diese Lektüre gab mir außerdem den ausschlaggebenden Schubs, mir ein kleines Tattoo stechen zu lassen. Der Diamant auf dem rechten Handgelenk ist für mich eine tägliche Erinnerung daran, dass ich geliebt bin - und ein einzigartiges "Souvenir" aus 2016.


Verwandelt. Werden, wie Gott mich gedacht hat: Mein 30. Geburtstag

Mein 30. Geburtstag war eines der intensivsten und schönsten Ereignisse dieses Jahres. Das hatte ich mich ursprünglich nicht einmal zu erwarten getraut, denn die 30 bereitete mir zugegebenermaßen ein paar Bauchschmerzen... Der Geburtstag selbst war wunderschön und sehr gesegnet, und heute, nur wenige Monate später, fühle ich mich mit der 30 richtig wohl! Wie gut, dass ich die 20 hinter mir habe ;)
Eines der Bücher, die ich mir wünschte (und das ich dann auch von meinen Geschwistern bekam), war dieses: Verwandelt. Werden, wie Gott mich gedacht hat von Birgit Schilling. Es ist ein "Arbeitsbuch", ein Lebensbuch - keines von denen, die man einmal durchliest und dann zufrieden zur Seite legt. Ich habe bisher nur reingelesen und manches auf mich wirken lassen, und ich wurde wieder neu angesteckt von der Sehnsucht, die bereits im Titel enthalten ist: Ja, ich möchte von Gott verwandelt werden, von ihm umgestaltet werden in die Person, die ich eigentlich bin.
Für die Autorin spielen Stille und Gebet in diesem Umgestaltungsprozess eine Schlüsselrolle - beides nicht gerade meine Stärken, aber auch tiefe Sehnsüchte. Ich bin unterwegs, ich bin bereit und ich bin gespannt auf das, was Gott tun wird!


Lutherbibel 1984: Liebgewonnene Worte, wertvolles Ritual

In einem Post über die wichtigsten Bücher meines Jahres darf eines auf einem "christlichen" Blog natürlich nicht fehlen: Die Bibel. Meine 1984er Lutherbibel begleitet mich nun schon fast 20 Jahre - seit ich sie bei einem Luftballonwettbewerb in unserer Gemeinde gewann (mein Luftballon ist seinerzeit tatsächlich bis nach Südfrankreich geflogen!). In den letzten Jahren fiel es mir schwer, eine funktionierende und fruchtbare Bibellese-Routine zu finden, irgendwie las ich immer "zu wenig" in Gottes Wort als es meinen Vorstellungen entsprach.
Was in diesem Jahr nun anders ist, vermag ich nicht zu sagen - aber ich habe tatsächlich häufiger und auch gewinnbringender in der Bibel gelesen. Vielleicht hängt das mit unserem Hauskreis zusammen, in dem wir uns mit dem Markus-Evangelium und aktuell mit dem Epheserbrief auseinandersetzten, vielleicht auch mit Samuels Kita-Eingewöhnung und meinen ruhigen Vormittagen. Wahrscheinlich spielt das alles eine Rolle, aber ganz sicher hatte Gott da seine Finger mit im Spiel! :)
Fast immer blieb ich der Lutherübersetzung treu - im neuen Jahr möchte ich mir gern die überarbeitete 2017er Fassung anschaffen.


flow Achtsamkeitsbuch: Die Entdeckung der Achtsamkeit

Achtsamkeit ist ja nicht wirklich neu - seit ich die Zeitschrift flow lese, ist mir der Begriff häufiger begegnet. Zuerst schob ich ihn in die Buddhismus-/Eso-Ecke und beschäftigte mich nicht weiter damit; um ehrlich zu sein, nervte mich das ganze Achtsamkeits-Blabla.
Erst als ich mit dem Thema Hochsensibilität konfrontiert wurde, änderte sich das. Achtsamkeit ist für mich eine Möglichkeit, dem Gedankenkarussell zu entkommen, in dem ich viel zu oft gefangen bin. Es ist ein Weg, immer mehr im Hier und Jetzt zu verweilen, den ganz normalen Alltag mit meinen Kindern zu genießen!
Eine Zeitlang notierte ich mir "achtsame Momente" in mein Tagebuch: Nebelschwaden im Scheinwerferlicht, wie unendlich zarte, weiße Schleier, nur ein Hauch, wirbelnd und leicht und wolkig; das leise Klacken meiner Ohrringe auf dem Weg von der Kita nach Hause; das Abendlied, von zwei Erwachsenen- und zwei Kinderstimmen gesungen...
Das möchte ich wieder häufiger tun. Das aktuelle, wirklich gut gelungene flow Achtsamkeitsbuch hilft mir dabei.



Der Meteorologe: Dankbarkeit für meinen Mann, unsere Ehe - und unsere Zeit!

Eines meiner Lieblingsbücher in diesem Jahr ist dieser kleine, schmucke Band über einen Meteorologen, der während seiner jahrelangen Haft im Gulag Briefe an seine Frau und an seine kleine Tochter schrieb. Den Briefen fügte er illustrierte Rätsel, mathematische Aufgaben und Naturzeichnungen bei, die auch im Buch enthalten sind.
Es ist sehr berührend, vom Leben und Leiden des Meteorologen zu lesen, und davon, wie er trotz der riesigen Entfernung noch an der Erziehung und Bildung seiner Tochter mitwirken wollte.
Ich  musste beim Lesen immer wieder an meinen Mann denken, auch ein Naturwissenschaftler, einer, der unseren Kindern die Welt erklären möchte, der so großen Anteil an ihrer Erziehung und Bildung haben will und tatsächlich hat. Er ist ein Vater, der da ist. Ein Ehemann, der da ist. Und dafür bin ich dankbar.
2016 war für viel zu viele Menschen auf dieser Welt kein gutes Jahr, es war alles andere als das.
Und doch bin ich dankbar für unsere Zeit, für unser Land, für all die Freiheiten und die große Sicherheit, die wir hier genießen dürfen. Dieses kleine Buch zeigt, dass es den Terror immer schon gegeben hat, auf die eine oder andere Art. Es zeigt, dass das, was wir haben, unendlich kostbar ist und dass es zu verteidigen, sich lohnt - vielmehr: Es ist unsere Pflicht.


Der Weg der Töchter: Freundinnenschaft und mein Blog

In diesem "alten" Jahr habe ich einige wunderbare Bücher afrikanischer Autorinnen gelesen, zum Beispiel Blauer Hibiscus von Chimamanda Ngozi Adichie oder eben Der Weg der Töchter von Yejide Kilanko. Ich finde es faszinierend, in die (in diesem Fall) nigerianische Gesellschaft einzutauchen und einen Blick in eine Welt zu werfen, die gar nicht so anders ist als meine. Und: Ich finde es wichtig, diese jungen, afrikanischen, weiblichen Stimmen zu hören - weil so viele junge Frauen auf diesem Planeten kein Gehör finden.
2016 war für mich manchmal ein bisschen einsam; es gab Momente und Situationen, in denen ich mir mehr Gemeinschaft, mehr Freunde, mehr Miteinander gewünscht habe.
Aber es gab noch viel mehr Augenblicke, die mich dankbar und glücklich stimmten, weil ich sie mit geliebten Menschen, mit ganz wunderbaren Freundinnen teilen durfte. Besonders mein Geburtstag war so ein unglaublich schöner, wertvoller Freundinnen-Tag, für den ich von Herzen dankbar bin.

In diesem Jahr habe ich aber auch eine andere Art von Freundinnenschaft entdeckt, die mir mein Blog ermöglicht hat. Ich bin sehr, sehr glücklich über all die Kontakte, die sich mit einigen von EUCH ergeben haben!  
Danke für eure Kommentare, Mails und Postsendungen, die mich erreichten und die mein Leben bereicherten.
Danke, dass ihr da seid - und dass ich auch bei euch zu Gast sein darf, auf euren Blogs, ein kleines bisschen in eurem Leben!
Danke, dass ich eure Stimmen hören darf,
eure wunderschönen, klugen, auf Jesus hinweisenden Stimmen.
Danke für alles, was ihr zu sagen und zu geben habt.
Eure Stimme ist wichtig.
Eure Stimme ist wertvoll.
Eure Stimme wird gebraucht in dieser Welt.


Auf ein gesegnetes, fröhliches neues Jahr!
Ich freue mich schon darauf und bin gespannt, was Jesus alles schaffen wird!









Mittwoch, 21. Dezember 2016

Wir... im Advent





… sind fertig!
Alle Geschenke sind besorgt und eingepackt, die Päckchen und Pakete zur Post gebracht, Weihnachtskarten geschrieben und verschickt – und ich atme auf! Es war eine lange Liste, die ich abgearbeitet habe… Schenken ist mir wichtig und bereitet mir viel Freude, aber manchmal denke ich doch, dass ein bisschen Reduktion auch schön wäre. Die meisten Leute haben schließlich schon „alles“ und ich selbst eigentlich auch.
Aber darüber werde ich mir im nächsten Jahr (wieder) den Kopf zerbrechen – vielleicht gelingt es, mit ein paar Leuten einen „Wir-schenken-uns-wirklich-nichts-Pakt“ zu schließen und mit ihnen stattdessen mehr Zeit zu verbringen. Das wäre eigentlich mein größter Wunsch!



… genießen unsere Adventskalender.
In den ersten Dezembertagen hat unsere Tochter beim morgendlichen Säckchen-Öffnen noch nach Schokolade gefragt – aber die Freude über die gemeinsamen Aktivitäten war dann trotzdem groß. Inzwischen ist sie einfach nur gespannt und vorfreudig, was wir heute gemeinsam machen werden, genauso wie wir Eltern! Wir genießen diese Zeit mit unseren Kindern sehr – uns wird mehr und mehr bewusst, dass dies eine besondere Zeit ist, auf die wir eines Tages wohl als „die schönste Zeit“ zurückblicken werden. Ja, wir malen und spielen und toben auch ohne Adventskalender viel und gern miteinander, aber die täglichen Zettel bescheren uns viel Spannung und Abwechslung und machen die gemeinsam verbrachte Zeit noch ein bisschen wertvoller.

Alle diese Zettel haben wir schon in die Tat umgesetzt!

Und dass ich mein Advent Art Journal liebe, hab ich ja schon erwähnt ;)


… haben immerhin einen Adventsteller verschenkt
Letztes Jahr haben wir fast jeden Tag im Advent einen Teller mit Adventsleckereien und Fröbelstern an eine Familie in unserem Haus verschenkt (ja, in unserem Haus leben tatsächlich 24 verschiedene Parteien). Das war relativ stressig, aber auch bereichernd und schön, da wir unsere nachbarschaftlichen Beziehungen dadurch nachhaltig intensivierten. Und gerade unseren Kindern gefielen die kleinen Nachmittagsausflüge richtig gut!
Dieses Jahr haben wir nur einen einzigen Adventsteller verschenkt – und wurden gleich in die Wohnung gebeten. Wir bekamen Türkischen Tee und ganz viel Turkish Delight, die Kinder spielten schön und wir Erwachsenen unterhielten uns über dies und das… das war ein besonderer Adventsnachmittag!
Ich glaube, nächstes Jahr machen wir das wieder öfter!



… versuchen, unser Gewicht zu halten.
Nicht ganz einfach in dieser leckeren Zeit! Ich liebe ja Dominosteine… und Lebkuchen. Und überhaupt! Gerade deshalb bin ich stolz auf mich, dass ich mir bisher noch keines der mühsam abgenommenen Kilos wieder angenascht habe. Um mein Gewicht einigermaßen zu halten, esse ich Weihnachtsleckereien meistens nach dem Mittagessen, als Dessert. Das funktioniert bisher ganz gut. Und ansonsten: Immer viel Wasser trinken und nicht am Gemüse sparen! ;)


 



… feiern jeden Abend Advent.
Diese Tradition stammt aus meiner Herkunftsfamilie und ist mir heilig! Abend für Abend, wenn das Kinderzimmer aufgeräumt und die Zähne geputzt sind, zünden wir die Kerzen am Adventskranz an, singen ein Weihnachtslied (oder gern auch mehr), lauschen der Geschichte von Rica und ihren Freunden und beten zum Tagesabschluss miteinander.
Nicht immer verläuft die Adventsfeier so ruhig und harmonisch, wie ich sie gern hätte – es gibt Streit darüber, wer den Sticker ans Fenster kleben oder auf Mamas Schoß sitzen darf, die Kinder turnen herum und quatschen beim Beten dazwischen… (ach, sie sind doch noch ein bisschen klein…) Trotzdem – für uns alle ist diese Zeit wertvoll und geliebt, und wir beschließen jeden Tag damit, dass wir uns sagen, wie sehr wir uns lieben und wie froh wir darüber sind, dass wir einander haben!



… suchen die Balance zwischen Ruhe und Aktivität.
Um uns herum herrscht der große Weihnachtstrubel – jedenfalls höre und lese ich überall davon. Bei uns ist es dieses Jahr nicht so.
Ich habe wirklich überlegt, ob ich das so schreiben kann, welche Reaktionen ich damit auslöse, aber es ist einfach so: Wir haben dieses Jahr keinen Weihnachtsstress.
Gebacken haben wir einmal alle zusammen, ansonsten haben wir Lebkuchen und Zimtsterne gekauft. Die Geschenke habe ich fast alle im Internet bestellt, was ich einerseits ein bisschen schade fand – andererseits habe ich damit viel Zeit gespart. Mein Mann hatte eine Weihnachtsfeier in seiner Firma, ich nahm an der Kita-Weihnachtsfeier teil, und das war‘s. Auf dem Weihnachtsmarkt waren wir nicht, einfach, weil uns das mit zwei so kleinen Kindern zu trubelig und stressig ist und wir Weihnachtsmärkte letztlich doch meistens enttäuschend fanden… Da wir bei meinen Eltern feiern werden, haben wir uns den eigenen Baum gespart und ein Weihnachtsmenü muss ich auch nicht planen. Großartig Besuch empfingen wir ebenso wenig wie Einladungen – meistens waren wir unter uns und haben das auch sehr genossen.
Da haben wir wohl alles richtig gemacht, könnte man meinen…

Ich weiß, dass viele von euch sich eine stressfreie (Vor-)Weihnachtszeit wünschen, dass so viele Menschen von Weihnachtsfeier zu Weihnachtsfeier hetzen und sich vor allem nach Ruhe sehnen – mir geht es in diesem Jahr anders. Ich hätte mich über mehr Besuch gefreut, und auch über die eine oder andere Einladung. Aber das hat sich nicht ergeben. Ich hätte mich gern ins Shopping-Getümmel gestürzt, wenigstens einmal. Auch das hat nicht geklappt. Ich hätte es schön gefunden, ganz viel Zeit mit meiner Familie UND anderen lieben Menschen zu verbringen – am Ende kam es anders.
Ruhe im Advent ist schön und wichtig. Aktivität im Advent aber auch!
Wenn alle anderen in Aktivitäten versinken, nur man selbst nicht (zumindest gefühlt), dann bekommt man leicht das Gefühl, etwas falsch zu machen. Man fühlt sich außen vor, fragt sich, ob man lahm und langweilig ist. Vielleicht liegt es auch an meiner Hochsensibilität, an diesem schmalen Grad zwischen Überforderung und Langeweile, dass ich ein bisschen unzufrieden bin.
Nächstes Jahr möchte ich gern wieder ein bisschen mehr von allem: Mehr Backen! Mehr Gäste! Mehr Feiern! Mehr Trubel!




… freuen uns auf das weihnachtliche Familientreffen
Ein bisschen Trubel kriegen wir aber auch noch! Wir werden die Weihnachtsfeiertage bei und mit meiner Familie verbringen, in großer Runde! In den letzten Jahren haben wir uns fast verdoppelt – von sechs auf elf Personen sind wir angewachsen!  Auf das Miteinander freuen wir uns alle sehr! Vielleicht bekomme ich dort, bei meinen Eltern, im Kreis der Großfamilie, das, wonach ich mich gerade noch sehne: Gemeinschaft, Trubel, eine Riesenauswahl Plätzchen (meine Mama backt immer so viele verschiedene Sorten!), ein Weihnachtsmenü, mehrstimmig gesungene Weihnachtslieder, Partystimmung! Happy birthday, lieber Jesus! Happy birthday to you!




In diesem Sinne:
Fröhliche und gesegnete Weihnachten euch allen!



Dienstag, 20. Dezember 2016

Ein Licht in der Dunkelheit

 
"Weiche vor den Weihnachtskerzen, dunkle Nacht! 
Jesus hat auch unsern Herzen Licht gebracht."

Wir in Berlin sind ganz in Trauer und in Nebel gehüllt. Es ist ein dunkler Tag heute.
Gestern Abend hat es uns getroffen und ich spüre, dass das etwas mit mir macht - das Dunkel ist ganz nah an uns herangekommen und das macht mir Angst.
Aleppo, Nizza, Ankara - und jetzt auch Berlin... Wohl erst, wenn das Leid ganz nah an uns herantritt, streifen wir es nicht mehr so leicht ab.

Im Radio heute Morgen hörte ich von der World-Vision-Aktion Candle4Syria.
Ein kleines Licht im Fenster - Was bringt das schon? dachte ich zuerst, und zündete dann doch eine Kerze an.

Eine Kerze für Aleppo.
Wir vergessen dich nicht.
Eine Kerze für Berlin.
Wir lassen uns nicht verbittern.
Eine Kerze gegen die Dunkelheit:
Du hast schon längst verloren.

Wenn es dunkel ist, klage nicht darüber - zünde eine Kerze an.









Sonntag, 18. Dezember 2016

DIY "Weihnachten to go"-Tüten



Einen fröhlichen 4. Advent wünsche ich euch allen!
Na, fühlt ihr euch gerade beschwingt-besinnlich oder sitzt euch die vorweihnachtliche To-Do-Liste im Nacken?
Ich habe gestern tatsächlich die (hoffentlich wirklich) letzten Geschenke eingepackt bzw. eingetütet: Weihnachten-to-go-Tüten für die Erzieherinnen unserer Kinder. Falls ihr noch eine Kleinigkeit für einen lieben Menschen sucht, könnte eine solche Tüte eine nette Idee sein: Ist schnell gemacht, kostet nicht viel, sieht gut aus und macht Freude!



Meine Weihnachten-to-go-Tüten habe ich so gefüllt: In jede bestempelte Papiertüte kam
  • 1 Teebeutel "Winterzeit"
  • 1 Teelicht (wenn man es rundherum mit Masking Tape beklebt, sieht's einfach schöner aus)
  • 1 Tannenzweig
  • 1 Lebkuchen
  • 1 schön beklebte Streichholzschachtel mit "Schnee-Ersatz" (Konfetti...)
  • 1 kleine Schriftrolle mit Weihnachtsbotschaft
 Die "Weihnachtsbotschaft" stammt von Augustinus:



Alles ist Geschenk


Welch größeres Geschenk hätte Gott
vor unseren Augen aufleuchten können als dieses:
dass er seinen eingeborenen Sohn zum Menschensohn werden ließ,
damit jedes Menschen Kind ein Kind Gottes werden kann?
Wessen Verdienst ist dies?
Welchen Grund gibt es dafür?
Denke darüber nach
und du wirst nur eine Antwort finden:
Alles ist Geschenk.

Augustinus




Beim Befüllen der Tüten war mir meine Große eine tolle Hilfe - sie freut sich schon sehr darauf, ihre Erzieherinnen in der nächsten Woche zu beschenken :)



Vielleicht konnte ich euch ja hiermit ein bisschen inspirieren, jemandem ganz spontan und unverhofft einen kleinen Weihnachtsmoment zu bescheren :)

In jedem Fall wünsche ich auch euch kleine und große Weihnachtsmomente in den kommenden Tagen mit all ihren Verpflichtungen und Aufgaben - ich wünsche euch berührende Begegnungen mit dem Kind in der Krippe, mit dem großen Gott, der sich selbst zu uns auf den Weg gemacht hat!
Seid gesegnet in dieser letzten Adventswoche!






Freitag, 16. Dezember 2016

Einblicke in mein Advent Art Journal

Das Advent Art Journal ist für mich zu einem ganz wesentlichen Bestandteil meines Tages geworden - diese fünf bis zehn Minuten möchte ich gar nicht mehr missen. Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall wieder eins führen!
Und für die Zwischenzeit muss ich mir etwas anderes überlegen...













Montag, 12. Dezember 2016

Unmut am Montag...





Stadtmensch sucht Dorf!

Um ein Kind großzuziehen, braucht es bekanntlich ein ganzes Dorf. Aber wenn ich in der Stadt lebe, mit so viel mehr Menschen um mich herum, müsste das nicht sogar besser sein?
Ich habe in meinem bisherigen Leben mehrere Jahre auf dem Dorf verbracht und hege nicht sonderlich romantische Gefühle für das Landleben – momentan gefällt es mir und uns in Berlin sehr gut, und ich bin (jedenfalls in diesem Stadium meines Seins) eher ein Stadtmensch.
Trotzdem denke ich seit einiger Zeit viel an dieses berühmte Sprichwort – ja, eigentlich seit ich Mama bin!
Momentan ist das Thema „Wir brauchen ein Dorf!“ ziemlich präsent – und problematisch für mich. Nur ein Beispiel: Mein Mann und ich wollten am vergangenen Adventssamstag für ein paar Stunden zu zweit einkaufen gehen, Geschenke für die Kinder shoppen und ein paar andere Dinge, mal ein bisschen Zeit zu zweit genießen. Eine Babysitterin war, oh Wunder,  schnell gefunden. Leider wurde sie dann krank, tja, das kommt vor, und dann fing die Sucherei nach einem Ersatz an… 

Und da merkten wir es wieder: Wir haben keine Großeltern in der Stadt, die ihre Enkel gern und spontan betreuen würden. Außer meiner Schwester haben wir hier überhaupt keine Verwandten. Unsere Freunde und Bekannten haben entweder selbst kleine Kinder oder sind anderweitig stark  eingespannt. Besonders in der Weihnachtszeit – da jagt ein Termin den nächsten und alle sind ziemlich gestresst und haben einfach keine Kapazitäten mehr.
An sich haben wir einige Leute, die wir als Babysitter anfragen können, besonders unsere Teenie-Mädels aus der Gemeinde sind uns da oft eine große Hilfe. Und trotzdem gibt es sehr oft Schwierigkeiten, jemanden für unsere Kinder zu finden – besonders spontan geht gar nicht. Ich muss eigentlich immer mehrere Personen anfragen, bis ich jemanden gefunden habe.
Manchmal mag ich auch schon gar nicht mehr fragen, weil ich (gefühlt) den Leuten hinterherrenne… und dabei handelt es sich nur um ein paar Stunden, vielleicht alle zwei, drei Monate!

Auf der einen Seite verstehe ich das natürlich: Jeder lebt sein eigenes Leben und hat seine eigenen Dinge zu tun. Dazu hat jeder das Recht und wir machen es ja auch nicht anders. Außerdem weiß ich, dass fast alle Menschen, mit denen wir zu tun haben, sich ehrenamtlich engagieren und viel im Einsatz für andere sind!
Und, klar, es sind unsere Kinder und damit haben wir die Verantwortung für sie und können nicht von anderen „erwarten“, dass sie uns die Kinder abnehmen.
Andererseits macht mich diese Situation schon stutzig – und manchmal auch wütend. Was ist das für eine Gesellschaft, in der wir leben und in die unsere Kinder hineingeboren wurden – eine Gesellschaft, in der Kinder ausschließlich Sache ihrer Eltern (und vielleicht noch der Kita) sind…
Ich habe den Eindruck, dass viele sich ihr Leben so voll packen, dass kein Raum mehr bleibt. Dass wir oft so fern voneinander sind…

Kein Wunder, dass junge Frauen es sich heutzutage zweimal überlegen, ob sie wirklich ein Kind bekommen möchten. Sie befürchten – und das ja wohl leider zurecht! – dass sie durch ein Kind ins Abseits gedrängt werden, dass sie nicht mehr gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, dass sie vereinsamen. Diese Erfahrung mache ich gerade in gewisser Weise.
Ich bin eigentlich immer für meine Kinder da und brauche wirklich nicht oft jemanden, der sie mal für mich betreut. Aber wenn dieser Fall eintritt, fühle ich mich manchmal, als wären die Kinder an mir festgekettet und ich hätte keine Möglichkeit, mich kurz (!) von ihnen zu lösen. Als wären die Kinder eine negative Ladung, die von allen anderen automatisch abgestoßen wird… Als wären die Kinder ganz allein meine Sache und nicht eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Alle haben schrecklich viel zu tun und reden dauernd darüber, wie sie entschleunigen und reduzieren und was-weiß-ich alles wollen… Oft frage ich mich, was ich eigentlich falsch mache, dass es mir nicht so geht. Ob ich eigentlich blöd bin oder faul, weil ich noch freie Kapazitäten habe. Nicht unendlich viele, auch ich muss sie mir einteilen und darauf achten, dass ich mir den Alltag nicht zu voll stopfe – aber ich bin zum Beispiel die einzige Mutter in unserer Kita, die regelmäßig ein Kind, das nicht ihr eigenes ist, mit abholt und betreut. Die einzige!
Bin ich eigentlich bescheuert?
Ja, gerade ärgert es mich ziemlich, dass ich bereit bin, einer anderen Mutter Unterstützung zu schenken und selbst niemanden zu haben, der dasselbe für mich tut.
Meine Antwort lautet immer „Ja“, wenn ich gebeten werde, besagtes Kind zu betreuen, auch wenn es für mich umständlich ist. Die Antwort, die ich zu hören kriege, wenn ich um Hilfe bittet, lautet meistens: „Muss ich erst mal schauen“ – wenn sie nicht gleich „Nein“ heißt. (Und natürlich verstehe ich die Gründe. Alle haben immer sehr gute Gründe…)

Möglicherweise klinge ich gerade zynisch und bitter.
So fühle ich mich auch.
Aber vor allem:  Müde. Traurig. Allein.


Mir fehlt ein Dorf!
Und damit meine ich nicht primär ein gut funktionierendes Kinder-Betreu-System.
Ich meine Menschen, mit denen wir gemeinsam leben, für die wir da sind und sie für uns. Menschen, mit denen wir teilen: Bohrmaschine, Plätzchenteig, Couch, Tränen, Feste  – und auch unsere Kinder. Ja, wir teilen unsere Kinder gern: Unsere Kinder lieben Babysitter und sind unheimlich unkompliziert was „Fremdbetreuung“ angeht. Sie genießen es, mit unterschiedlichen Leuten zusammen zu sein, und es tut ihnen einfach gut! Und ihren Babysittern wiederum tut es auch gut, mit den Kindern zusammen zu sein.
Unsere Kinder brauchen auch Erwachsene um sich, die nicht ihre Eltern sind – und Erwachsene brauchen die Gemeinschaft mit Kindern.

Ein Dorf für uns - Menschen, die einfach DA sind und wir mittendrin, weil wir alle dazugehören.
Menschen, die uns kennen, lang und immer länger, und die bei uns bleiben.
Ältere Menschen, die unseren Kindern Ersatz-Großeltern sind. Junge Menschen, die den Kindern Spielkameraden und Freunde sind. Mittelalte Menschen, die für uns als Eltern Freunde und Wegbegleiter sind. Und wir möchten all das auch für andere sein!

Ich weiß nicht, vielleicht sind um mich herum ja Menschen, die mir ein „Dorf“ sein könnten oder sogar möchten – und ich nehme sie nicht wahr? Schweife ich manchmal noch zu sehr in die Ferne, anstatt das Gute, das Vorhandene direkt vor meinen Augen wahrzunehmen?
Vielleicht muss ich selbst noch aktiver werden und mich noch mehr engagieren, das Signal aussenden: „Hey, ich möchte Teil deines Dorfes sein! Ich bin für dich da!“

Ich weiß gerade nicht, wie das konkret aussehen kann.

Aber mir ist klar, dass es auch an mir, an UNS liegt, ob wir ein Dorf für uns finden oder nicht:
Wie gastfreundlich sind wir – steht unsere Tür wirklich immer offen für diejenigen, die anklopfen? Wie hilfsbereit sind wir – sind unsere Kapazitäten erschöpft oder passt es uns nur gerade nicht in den Kram, dem Nachbarn beim Umzug zu helfen?
Wie ehrlich sind wir – dürfen unsere Nächsten auch unsere schwachen Seiten sehen oder bemühen wir uns vor allem um den schönen Schein?
...
Und wie möchten wir in Zukunft leben? Jeder schön für sich in seinen eigenen vier Wänden - oder wagen wir eine Wohn-Gemeinschaft? Wir allein werden uns wohl nie ein Haus mit Garten leisten können, aber mit anderen zusammen könnte es gehen... 

Um ein Dorf zu finden, müssen wir zuerst anfangen, ein Dorf für andere zu sein.
Wir sind immerhin schon mal zu viert und haben Platz an unserem Esstisch, auf unserer Couch, und in unseren Herzen auch!