Dienstag, 17. Oktober 2017

Bilder von mir

Sie sagen

Es ist egal, was andere von dir denken.
Das Wichtige ist allein, was du von dir selbst denkst.

Ich frage mich...


... was denken "andere" eigentlich über mich?

"Wessi"
"Luxusweib"
"die allerbeste Mama auf der Welt"
"deine schlanken Finger passen gar nicht zum Rest deines Körpers"
"künstlerisch begabt"
"stay-at-home-Mom"
"graue Maus"
"engagiert"
"arbeitsscheu"
"brav"
"freundliche und hilfsbereite Nachbarin"
"steht im Weg rum"
"ängstlich"
"zu still"
"kreativ"

...  so genau weiß ich das gar nicht...



... und was denke ich selbst über mich?

"immer noch zu viel auf den Rippen"
"kommt nicht aus dem Knick"
"ungeduldig"
"schlechte Mutter"
"faul"
"Hang zu düsteren Gedanken"
"egoistisch"
"undiszipliniert"
"genügt nicht"
"wütend"
"überfordert"
"schiebt die Dinge auf"
"kreativ"
"ruhebedürftig"
"hochsensibel"
"introvertiert"
"unfähig zur Veränderung"

... und so vieles mehr.

Ist das nun besser - was ich von mir denke?
Bin ich wirklich so? 
Ist es das, was meine Identität ausmacht?
Muss ich so sein, wie ich denke, dass ich bin?

Ich will nicht so sein, wie ich denke.
Ich will nicht, dass das zählt.
Ich will frei sein!




Denn gilt nicht vielmehr:

Es ist egal, was andere von mir denken.
Es ist genauso egal, was ich selbst von mir denke.
Das Wesentliche ist, was Gott über mich denkt.

Wer bin ich?

Ein Blick in die Bibel verrät es mir:

Ein Ebenbild Gottes -
und als Schöpfungswerk "sehr gut".
Gottes geliebte Tochter,
an der er Wohlgefallen hat.
Mitglied von Gottes Familie
und seine Erbin.
eine Schwester von Jesus.
eine Heilige.
eine Priesterin.
ein Wohlgeruch Christi.
eine zur Hoffnung Berufene.
eine Erlöste.
ein Tempel des Heiligen Geistes.
ein Brief Christi.
ein Kind des Lichts.
eine neue Kreatur.
eine Gesandte.
eine Kämpferin des Glaubens.
ein Körnchen Salz der Erde.
ein Funken Licht der Welt. 
eine Auserwählte.
.
.
.


Das alles bin ich - aber nicht aus mir heraus, nicht aus eigener Anstrengung oder aufgrund meines eigenen Verdienstes.

Das alles bin ich in Christus.
Weil Er für mich starb und mich frei gemacht hat.
Weil Er mich liebt und alles für mich getan hat.
Weil Er auferstanden ist und mich neu geschaffen hat, in Ihm.
Er drückt mir Seinen Stempel auf und spricht über mir aus,
Wer ich bin. 

Ihm allein gebührt die Ehre!

Und ich bin das alles nicht allein.
Ich bin Teil einer wunderbaren Gemeinschaft, Teil eines großen WIR in Christus.
WIR sind das Salz der Erde.
WIR sind das Licht der Welt.

Wir können unsere Bestimmung - das, was wir in Christus sind -
nur in der Gemeinschaft sein und leben. 
Miteinander,
für Jesus.

Das allein zählt.

Das will ich mir merken.



PS: Die Art Journal-Seiten entstanden ursprünglich als Übung zu einer Wanderlust2017-Stunde. Eigentlich verwende ich gar nicht gern Fotos von mir (wobei dieses eins der wenigen ist, das ich überhaupt von mir mag)...Während ich die Seiten gestaltete, dachte ich darüber nach, wie und wer ich eigentlich bin - dieser Blog-Post fasst meine Gedanken darüber zusammen.




Donnerstag, 12. Oktober 2017

Wir bleiben drinnen


Bei diesem ungemütlichen Wetter, das uns der Oktober in diesem Herbst beschert, haben wir nicht viel Lust auf rausgehen. Manchmal muss es sein, aber am allerliebsten sind wir dieser Tage in unserer warmen Wohnung (Gott sei Dank!) und machen es uns gemütlich.
Langweilig wird uns auch nicht, denn auch drinnen gibt es immer was zu tun:

1) Kneten
Ich hatte ganz vergessen, wie viel Spaß die Kinder dabei haben! Kneten ist wirklich die Beschäftigung, bei der meine beiden (ohne Übertreibung) stundenlang friedlich nebeneinander werkeln können. Ich muss nur dabei sitzen, das genügt. Wobei - für mich ist das schon auch eine Übung: Ich lasse es zu, dass sie die Knete so bearbeiten, wie sie wollen (und wenn am Ende nur noch ein großer, grauer Klumpen übrig bleibt, ist es eben so). Und dass Knetekrümel runterfallen. Und dass die Hände sich hinterher so eklig anfühlen. Mein Ding ist es nicht, das Kneten, aber die Kinder lieben es - und ich lerne...

2) Herbstbäume ans Fenster tupfen


Das war eine schöne, kleine Familienaktion (auch schon für kleine Kinder gut geeignet!): Zuerst klebte ich mit schwarzem Masking Tape (alternativ kann man natürlich auch braunes oder graues Tape verwenden) drei Bäume ans Fenster. Und dann tupften wir alle mit gelber und roter Fingerfarbe drauf los. Die Sauerei hielt sich in Grenzen, der Spaß aber nicht, und jetzt haben wir richtig schöne Herbstbäume am Kinderzimmerfenster.




3) Vorlesen


Darauf hatte ich mich schon lange gefreut: Dass meine Kinder endlich in das Alter kommen, in dem man ihnen "richtige" Geschichten vorlesen kann! Jetzt ist es endlich auch bei meinem Kleinen soweit, und so kuscheln wir uns am Nachmittag oder Abend zusammen aufs Sofa und lesen. Wunderbar!


4) Waffeln backen
Da unser Waffeleisen sein Dasein normalerweise im Keller fristet, benutzen wir es relativ selten. Was schade ist, wie ich finde. Deshalb habe ich es am Dienstag, ganz ohne besonderen Anlass oder Wochenende, mit den Kindern nach oben geholt und leckere Buttermilch-Waffeln gebacken.
Das musste einfach sein!


Buttermilch-Waffeln (ca. 10 Stück)

90g weiche Butter
100g Zucker
2 Eier
200g Mehl (ich nehme Dinkelmehl)
1 Prise Salz
1 gehäufter TL Backpulver 
150-200ml Buttermilch

Der Teig sollte zähflüssig vom Löffel tropfen, dann ist er genau richtig!


5) Basteln
Besonders fleißig waren wir in dieser Hinsicht zwar noch nicht, aber ich habe schon eine kleine Liste mit (Herbst-) Bastelprojekten im Kopf, die ich gern mit meinen beiden Süßen angehen würde:

Damit sollten wir eine Weile beschäftigt sein ;)
 
 
6) Gesellschaftsspiele spielen


Spiele sind bei unseren Kindern hoch im Kurs! Besonders beliebt ist derzeit das "Familien-Memory", das ich hier für die Kinder gestaltet und bestellt habe. Das kam und kommt noch immer super gut an!
Mittlerweile ist auch unser Kleiner so gut im Memory spielen, dass wir uns als Eltern echt anstrengen müssen. Und das Schöne ist, dass die beiden das auch zu zweit spielen können, während ich z.B. die Wäsche zusammenlege. Das klappt richtig gut.




Sehr beliebt sind auch (nach wie vor) Lotti Karotti, das Obstgarten-Spiel von haba und natürlich Looping Louie! Mit diesen vier Spielen können wir ganze Nachmittage füllen. Soll es doch regnen und stürmen!


7) Spielzeug wechsel dich!
Jetzt, wo wir wieder viel mehr Zeit drinnen verbringen, ist auch der Moment der Holzeisenbahn gekommen! Die Sommermonate verbrachte sie, von den Kindern vergessen, im Keller, aber im Herbst und Winter darf sie gern wieder bei uns einziehen. Da wird die Freude bei den Kindern (und ihr...) groß sein!


Ein Herbstspaziergang dann und wann ist auch ganz schön ;)


Und ihr so? Was sind eure Lieblingsbeschäftigungen in der kalten Jahreszeit? 
Erzählt doch mal!






Freitag, 29. September 2017

Mein kreativer September

Auf Wunsch meiner Tochter: Einhorn-Apfel-Teller

Der Herbst ist da und ich bin glücklich. Für mich sind diese kühleren Monate immer eine besonders kreative Zeit, und vor allem den kunterbunten Herbstanfang mag ich sehr. Ich ziehe mich an meinen Schreibtisch zurück, in mein Tage- oder Skizzenbuch, und realisiere endlich die Projekte, die ich im Sommer nicht umsetzen konnte (weil wir den ganzen Tag auf dem Spielplatz waren). Schön ist das!


Unsere Jahreszeiten-Bilder-Wand



So richtig beginnt eine neue Jahreszeit für mich erst, wenn ich die Bilderrahmen an unserer Jahreszeitenwand neu bestückt habe. Dieses Mal habe ich mich für eine Mischung aus gepressten Blumen, farblich passenden Mustern und Illustrationen (aus der flow), selbstgemalten Blatt-Aquarellen und Zeichnungen meiner Kinder entschieden. Besonders den Regenbogen und das Selbstportrait meiner Tochter liebe ich sehr!

Art Journaling



Dies sind zwei der letzten Seiten meines "alten" und eigentlich allerersten Art Journals. Es ist eigentlich nur ein ganz billiges und einfaches Notizbuch mit linierten Seiten - wenn man die dünnen Blätter allerdings mit einer dünnen Schicht Gesso vorbehandelt, kann man bedenkenlos auch Wasser- oder Aquarellfarben, Stempel und Permanent Marker verwenden, ohne dass die Seiten sich wellen, reißen oder die Farbe auf die nächste Seite durchdrückt. Eine tolle Sache, dieses Gesso (und viel günstiger als weiße Acrylfarbe, wobei es sich ähnlich verwenden lässt).

Mein neues Art Journal verfügt zwar über etwas dickeres Papier, aber auch hier verwende ich Gesso als Untergrund, wenn ich mit Aquarellfarben arbeiten möchte. Auf die erste Seite habe ich Herbstblätter gemalt, die jeweils für einen Wunsch stehen, den ich für mein Art Journal (und mein Leben im Allgemeinen) habe: Mut, Frieden, Dankbarkeit, Hoffnung und Freude.



Eine selbstkritische Seite in meinem Art Journal: Viel zu sehr und viel zu oft verliere ich mich nach wie vor im World Wide Web. Ja, manchmal fühle ich mich fast wie eine Fliege, die wider besseren Wissens ins klebrige Spinnennetz geflogen ist und nun dort festhängt.
Wieder und wieder nehme ich mir vor, die Zeit vor dem Bildschirm zu reduzieren... dann hätte ich auch mehr Zeit für die Dinge (und vor allem die Menschen!), die mir wichtig sind.


Mixed Media Projekte

Nachdem mir das Gestalten der "One-Word-Box" so viel Spaß gemacht hat, wendete ich die gleiche Technik für zwei weitere Projekte an.
Den Löffel habe ich vor einiger Zeit mal auf dem Gehweg gefunden und für ein zukünftiges Kreativprojekt mitgenommen. Ich würde mich selbst eher nicht als "Sammlerin" bezeichnen, aber in dem Fall war ich mir sicher, dass ich etwas daraus machen wollte. Das fertige Bild hängt nun bei uns über dem Esstisch, das passt einfach perfekt, und es erinnert mich immer wieder daran, dankbar zu sein und die Hoffnung nicht zu verlieren: Es werden noch viele beantwortete Gebete dazu kommen!


Als das Bild fertig war, hatte ich immer noch nicht genug, und so bastelte ich eine zweite Box - diesmal in rund, aus einer alten Käse-Schachtel. Diese kleine Schachtel ist eine "Hoffnungsbox", die ich mit Bibelversen und Ermutigungen gefüllt habe. Und auch die Innenseite ist beklebt, was ein schöner Effekt ist, wie ich finde.





Bleistiftzeichnungen

Früher, also als Teenager und später auch als Studentin, habe ich vor allem gezeichnet. Aquarellfarben hatte ich noch nicht für mich entdeckt, und Art Journaling war mir gänzlich unbekannt, doch mit Bleistift und Papier konnte ich was anfangen.
Seit ich mich wieder aktiv mit Kunst, Malen und Kreativtechniken beschäftige, habe ich den Bleistift nur noch für Vorskizzen zu Aquarellbildern benutzt. Was schade ist, denn Bleistiftzeichnungen haben einen besonderen Charme.
An einem Nachmittag, als ich mit den Kindern zusammen am Esstisch malte, holte ich ein Kunstlexikon aus dem Schrank und begann, Motive verschiedener Künstler abzuzeichnen. Das ist eine wertvolle Übung, die in mir vor allem den Respekt vor den "alten Meistern" (und Meisterinnen!) wachsen ließ. Die hatten's wirklich drauf.



Ein Sonnendruck

Das Solar-Fotopapier habe ich schon vor einiger Zeit besorgt, hauptsächlich als naturwissenschaftliches Projekt für meinen Physiker-Mann und die Kinder. Aber als neulich die Sonne so schön schien, wurde ich neugierig, und habe einen Probedruck gemacht, meinen ersten Sonnendruck ever! Das Prozedere ist sehr einfach und schnell, von daher auf jeden Fall auch schon für kleinere Kinder geeignet - denn man sieht das Ergebnis nach nur wenigen Minuten.
Mir gefällt mein "Feder&Ginkgo-Bild" auf jeden Fall ziemlich gut und ich habe Lust, ein bisschen mit Sonnendrucken herumzuexperimentieren. Mit Mann und Kindern natürlich ;)





Ein bisschen Herbst-Deko:




In unserer Wohnung habe ich vor allem eine "Deko-Ecke", und zwar gleich in unserem Flur. Diese gestalte ich normalerweise nur zum Jahreszeitenwechsel um - und freue mich dann immer, wenn es wieder ganz anders aussieht. Die Kinder (und ich auch...) sammeln schon fleißig Kastanien, die mussten natürlich mit auf den Tisch, außerdem Zierkürbisse in leuchtendem Orange, ein paar Blumen, eine weiße Steinbüste, und an die Decke hängte ich eine Heißluftballon-Girlande.
Die ist aus dem aktuellen flow Achtsamkeitsbuch, das mir wirklich gut gefällt! Diesmal liegt der Fokus auf Achtsamkeit und Kreativität - eine inspirierende Lektüre für alle, die gern kreativer sein möchten.



Und mein Herbst-Moodboard


Um ein einfaches Moodboard zu erstellen, braucht man nichts weiter als ein bisschen Zeit, eine (alte) Zeitschrift, Schere, Kleber und ein großes Blatt Papier. Ohne langes Nachdenken werden Bilder, Farben, Wörter ausgeschnitten: Was inspiriert mich? Welche Farben mag ich gerade? Welches Bild spricht mich an? und anschließend auf das große Papier geklebt. Ich habe noch ein paar gestempelte Wörter ergänzt - fertig.
Jetzt ziert die entstandene Collage meine Pinnwand. Auch die anderen Elemente der Pinnwand habe ich an die neue Jahreszeit (und meine aktuellen Interessen) angepasst: eine Feder, ein getrocknetes Ginkgo-Blatt vom letzten Herbst, ein Bild meiner Tochter, schöne Illustrationen und der wunderschöne Origami-Vogel, den ich letztes Jahr von der lieben Elly bekommen habe. Mit so einer Sicht "arbeitet" es sich doch umso schöner!






Das war's schon fast wieder mit uns, lieber September! Wir hoffen, du gibst einem goldenen Oktober die Klinke in die Hand und erfreust uns dann im nächsten Jahr wieder mit allerlei Herbstanfangsfreuden! Mach's gut derweil!


Montag, 25. September 2017

Wir hatten die Wahl


Wahlsonntag. Ein fast ganz normaler Septembertag. Vormittags fuhren wir zum Gottesdienst, am Nachmittag spazierten wir ins Wahllokal und setzten unsere Kreuzchen.
Meinem Mann und mir war es wichtig, die Bundestagswahl mit unseren Kindern zu thematisieren, auch wenn die beiden mit ihren zweieinhalb und vier Jahren noch ziemlich klein sind. Wir möchten, dass sie von klein auf Teil haben an diesem so umkämpften und wertvollen demokratischen Prozess, dass sie verstehen, was für ein Privileg es ist, wählen gehen zu dürfen.

Schon am Samstag haben wir deshalb mit den Kindern über die anstehenden Wahlen gesprochen, haben ihnen erklärt, dass wir mitentscheiden können, wer in den nächsten Jahren "die Bestimmer" in unserem Land sein werden. Ich glaube, das konnten sie sich ungefähr vorstellen: Es ist nicht so toll, wenn einer allein alles bestimmt - wie wunderbar, dass wir alle ein bisschen mitreden und mitgestalten können! Wir haben mit den beiden auch darüber geredet, dass manche Menschen schlechte Ideen und Pläne haben, dass sie z.B. nicht wollen, dass wir Geflüchteten helfen und sie bei uns aufnehmen. Logisch, dass wir dringend verhindern müssen, dass solche Leute in Deutschland die "Bestimmer" werden!
So kann (und sollte!) man schon mit kleinen Kindern darüber sprechen, wie wichtig und wertvoll unsere Demokratie ist.

Danach bastelten wir noch kleine Deutschland- und Europafahnen. Besonders hübsch fand ich die Idee meiner Tochter, die beiden Fahnendesigns miteinander zu verbinden, indem sie Europasterne auf die schwarz-rot-goldenen Streifen klebte.



Wir sind der Meinung, in der mit Abstand besten Version dieses Landes zu leben, die in der Geschiche existiert, und wir möchten, dass es auch so bleibt! Natürlich gibt es viele Probleme und Herausforderungen und viel Arbeit für uns als Gesellschaft, aber wenn wir alle zusammen halten und uns dafür einsetzen, die Werte und Rechte des Grundgesetzes zu bewahren, dann wird Deutschland die Schwierigkeiten meistern. Dafür stehen die kleinen Deutschlandfahnen, die wir zusammen gebastelt haben.
Und wir sehen uns als Europäer. Nur in Zusammenarbeit mit den anderen EU-Staaten können wir die Vision von Freundschaft und Frieden verwirklichen und weiter vorantreiben. Deshalb haben wir Europafahnen gebastelt und mit ins Wahllokal genommen.

Vorher gab es aber noch Mittagessen. Mir ist erst später aufgefallen, dass es man - mit ein bisschen Fantasie - schwarz-rot-gold auf den Tellern entdecken konnte ;)



Im Wahllokal mussten wir tatsächlich anstehen. Das war eine neue Erfahrung für uns; in den vergangenen Jahren haben wir immer eher leere Räume und Wahlkabinen erlebt. Die vielen Aufrufe, zur Wahl zu gehen, haben anscheinend etwas bewirkt. Für die Kinder gab es einen Kakao, sie schwenkten ihre selbstgebastelten Fahnen und unser Sohn begann zu singen: "Jesus, Jesus ist mein Freund..." :)

Zurück zu Hause gab es zur Feier des Tages Cake Pops. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, einen Kuchen zu backen, aber wir hatten noch Cake Pop-"Rohlinge" in der Tiefkühltruhe, die ich nur noch verzieren musste. Sehr praktisch!


So haben wir die Demokratie gefeiert: Mit Fahnen, Lieblingsmittagessen, schicken Klamotten im Wahllokal und Kuchen am Nachmittag. Der Beginn einer demokratischen Tradition, die hoffentlich unsere Kinder einmal in ihren Familien übernehmen werden.

Traurig sind wir über das Ergebnis. Leider nicht wirklich überrascht, und doch verspüren wir eine gewisse Unruhe. Aufbruchstimmung. Wir wappnen uns. Uns wird mehr und mehr klar, dass unsere Demokratie, unsere freiheitlichen Werte keine Selbstläufer sind. Wir müssen uns darum kümmern, wir müssen sie verteidigen, und wir müssen uns schützend vor die stellen, die von "gewissen Menschen" mit gefährlichen Plänen bedroht werden, jetzt auch im Bundestag!
Ich denke - zum allerersten Mal - ernsthaft darüber nach, Mitglied einer Partei zu werden. Tatsächlich! Es reicht nicht (obwohl es natürlich wichtig und notwendig ist), einmal alle vier Jahre ins Wahlbüro zu gehen. Ich glaube, das wir mehr tun müssen, wir als Familie, als Jesus-Nachfolger, als Bürger dieses Landes mit dieser teils so schrecklichen Geschichte.

Und wir hoffen, dass viele wachgerüttelt wurden und werden, dass wir gemeinsam unsere Stimme erheben und FÜR Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit kämpfen.

Wir hatten die Wahl, gestern, und wir haben die Wahl, auch heute.
Lasst sie uns nutzen, zum Wohl aller!






Dienstag, 19. September 2017

Ich... im September




... erhole mich von meiner OP.


Ende letzter Woche unterzog ich mich im Krankenhaus einer kleinen Operation, einer Bauchspiegelung, um genau zu sein. Alles verlief gut, zwei Tage später durfte ich schon wieder zurück nach Hause zu meinen Lieben, die ich teilweise doch recht heftig vermisst hatte. Da ich mich nach der OP schnell wieder fit fühlte, verbrachte ich die Zeit im Krankenhaus zum Großteil lesend oder malend. Das half ganz gut gegen die Langeweile.
Lustig fand ich, dass ich (die ich vom Pflegepersonal "der Kinderwunsch" genannt wurde) ausgerechnet in dem Zimmer untergebracht war, an dessen Wand ein Storchen-Bild hing. Ironie des Schicksals oder ein Hoffnungszeichen? Ich tendiere ein bisschen zu zweiterem... 


... werde mit Regenbögen beschenkt.


Der eine Vorteil des vielen Regens in letzter Zeit sind zweifellos die leuchtenden Regenbögen, mit denen wir beschenkt werden. Dieser hier spannte sich (doppelt, das ist auf dem Foto leider nicht zu sehen) direkt vor unserem Fenster auf. Einen weiteren bekam ich wenige Stunden nach meiner Operation zu sehen. Es war nur ein kleines Stück Regenbogen, zart hingehaucht über der großen Stadt, genau vor meinem Krankenhauszimmer. Ich glaube ganz fest, dass mein himmlischer Vater ihn für mich genau an diese Stelle gemalt hat, sodass ich ihn sehen und mich erinnern konnte: Da ist Hoffnung!


... mache Instagram-Pause (und bin dafür öfter hier).

Euch ist vielleicht schon aufgefallen, dass ich jetzt wieder häufiger meinen Blog mit neuen Einträgen füttere. Das liegt (ausschließlich?) an meiner selbst auferlegten Instagram-Pause. Ich habe zwar bisher noch nicht geschafft, diese zugegebenermaßen sehr schöne und inspirierende App komplett zu ignorieren, aber ich habe seit einiger Zeit nichts mehr gepostet. (Das mit dem Nicht-mehr-jeden-Tag-auf-Instagram-stöbern kriege ich auch noch hin!)
Und ich merke, dass mir die Instagram-"Abstinenz" richtig gut tut! Sie führt letztlich dazu, dass ich kreativer bin. Und so hatte ich mir das ja auch gedacht. Erstens verbringe ich weniger Zeit online, die ich dann für reale Projekte zur Verfügung habe, und zweitens male, zeichne und bastle ich einfach wild drauf los ohne den "Druck" im Nacken zu haben, etwas Instagram-vorzeigbares dabei zustande zu bringen.
Mir ist bewusst geworden, dass ich nach all dem kreativen Input, mit dem ich mich in den vergangenen Monaten und sogar Jahren versorgt habe (und der mir unglaublich gut getan hat), Zeit brauche, mich selbst dabei zu finden: Wer bin ich als "Künstlerin"? Was mache ich und wie und warum und zu welchem Zweck? Und nicht zuletzt: Werde ich den Schritt in die kreative Selbstständigkeit wagen - und wenn ja, wie sieht das konkret aus?
Es ist eine spannende Reise, auf die ich mich begeben habe und ich frage mich selbst am allermeisten, wo ich schließlich ankommen werde.
Ein weiterer Nebeneffekt der Instagram-Pause ist, dass ich mehr Zeit und Lust habe, zu bloggen. Irgendwie habe ich ja doch das Bedürfnis, etwas von mir zu zeigen und zu teilen, und hier auf dem Blog tue ich das nach wie vor am liebsten (ganz ohne "Herzchen" - aber gern mit vielen Kommentaren!).


... bin unfassbar kreativ ;)


Da ich mich nach der OP noch schonen soll, habe ich mir erlaubt, den Haushalt in nächster Zeit ein bisschen schleifen zu lassen und dafür kreative Projekte anzugehen. Yay!
Eines dieser Projekte ist eine "One-Word-Box" - die Idee und Anleitung stammt von Kasia Avery. Die entsprechende Wanderlust2017-Lektion liegt schon eine Weile zurück und ich wollte die Herausforderung Multi-Media-Projekt längst angehen. Diese Woche habe ich den Plan endlich in die Tat umgesetzt und bin so begeistert vom Prozess und dem Ergebnis! (Habe ich schon erwähnt, wie toll Wanderlust ist? Es ist so toll! Ich liebe es.)
Für meine Box habe ich lauter kleine Elemente benutzt, die man teilweise als Müll bezeichnen könnte: Anspitzabfall, Garnreste, angekokelte Streichhölzer, kleine Knöpfe und Ösen und, als Mittelpunkt und Highlight einen kleinen Porzellanteller aus Ungarn, den mir die liebe Elly einmal mitgebracht hat.
In der Box liegen verschiedene passend zurecht geschnittene Karten (ebenfalls aus Papierabfällen, die Lektion hieß "One Man's Trash..."), von denen ich eine gestaltet habe. Jede Karte wird "one word", ein Wort zum Thema haben - im September war dieses (natürlich) Healing.
Die ganze Vorgehensweise hat mir so dermaßen viel Spaß gemacht, dass ich schon darüber nachdenke, dieselbe Technik mal auf einer Leinwand auszuprobieren... es juckt mich schon in den Fingern...






... lese vor.


Jetzt, wo der Herbst in Berlin schon recht heftig an die Tür klopft, sind wir wieder mehr drinnen und suchen uns ruhigere Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Kinder und ich haben ein neues, wirklich schönes Ritual: Während die Kinder nach dem Kindergarten ihren Nachmittagssnack mampfen (besonders beliebt sind derzeit vom Frühstück übrig gebliebene Pancakes mit Erdbeermarmelade), lese ich ihnen vor. Wenn sie aufgegessen haben, verkrümeln wir uns oft noch auf die Couch und lesen dort weiter, ganz gemütlich.
Diese wunderschön illustrierte Ausgabe von Nils Holgersson hat meine Tochter sich im Buchladen unseres Vertrauens für einen Teil ihres Geburtstagsgeldes ausgesucht. Eine gute Wahl! 


... und lese selbst:

In den Wochen nach meinem Geburtstag bin ich normalerweise ganz gut mit Büchern eingedeckt, die ich entweder geschenkt bekommen oder mir vom Geburtstagsgeld gegönnt habe.
Die Geschichte der Bienen und das Handlettering Watercolor Buch sind Geschenke meines Mannes, über die ich mich sehr gefreut habe. In zweiterem habe ich bisher nur geschmökert und mich an den schönen Illustrationen erfreut, den Roman habe ich tatsächlich in relativ kurzer Zeit ausgelesen. Die Geschichte der Bienen ist verwoben mit dem Leben dreier Personen, die in drei verschiedenen Jahrhunderten auf drei unterschiedlichen Kontinenten leben. Spannend, berührend und wichtig: Wir brauchen die Bienen so sehr und müssen sie schützen!
Tausend Geschenke von Ann Voskamp hat mir eine andere Kita-Mama überlassen. Es ist kein Buch, das ich in einem Rutsch lesen kann - vielmehr lese ich immer wieder ein paar Seiten und lasse mich beschenken: mit wunderschöner Sprache und wertvollen Einsichten, die langsam ins Herz dringen.
Was ich liebte hat mir meine liebste "Bücher-Freundin" empfohlen. Ich nahm es mit ins Krankenhaus und las es in (leider zu) wenigen Stunden durch. Und als ich fertig war, fing ich wieder von vorne an - weil ich kein anderes Buch dabei hatte UND weil ich irgendwie nicht aufhören wollte, es zu lesen. Keine leichte Lektüre (vor allem für ein Mamaherz), aber spannend und informativ und ergreifend.
Where'd you go, Bernadette ist eine weitere Empfehlung meiner Freundin (wir schicken einander hin und wieder Bücher, was ich ganz nostalgisch und wunderschön finde). Bisher bin ich noch nicht besonders weit, aber ich habe mich auf den ersten Seiten schon gut amüsiert und bin gespannt, wie es weitergeht mit Bernadette und ihrer Tochter Bee, die eine Reise in die Antarktik planen...
Und last but not least: Das Tagebuch von Frida Kahlo. Zugegeben, ich kann nicht mit allen Bildern der berühmten mexikanischen Künstlerin etwas anfangen, aber als Persönlichkeit interessiert sie mich sehr. Dieses Interesse hat sich nach der Lektüre ihres Tagebuchs (ich frage mich immer noch, ob das nicht eigentlich total indiskret ist!) noch vergrößert und sich in Respekt und Bewunderung gewandelt. Sie war eine Frau, die so viele (körperliche und seelische) Schmerzen ertragen musste, die sich aber nicht in den Schmerz zurückzog oder ihre körperlichen Leiden als Ausrede benutzte, untätig zu sein (was man auch sehr gut verstehen könnte). Vielmehr verlieh sie dem Schmerz künstlerisch Ausdruck, schuf ein beträchtliches malerisches Werk und engagierte sich politisch.
Die Art und Weise, wie Frida Kahlo ihr Tagebuch führte, hat mich sehr inspiriert und dazu geführt, dass ich nun nicht mehr "nur" in mein Tagebuch schreibe, sondern - so wie sie - auch darin zeichne und male und andere Ausdrucksformen für meine Gefühle und Erlebnisse ausprobiere.


... esse ganz gesund (bzw. versuche es zumindest)!
(leider nur ein etwas unscharfes Handy-Foto...)
Nach all der Partyvöllerei im August wurde es aber auch wirklich Zeit, wieder gesünder zu essen. Der Versuch, Gewicht zu verlieren, spielt dabei natürlich auch eine Rolle, aber ich habe vor allem gemerkt, dass es einfach gut tut, mehr Gemüse zu essen und weniger Brot und kohlehydratreiche Beilagen. Ja, ich glaube, das trifft es ganz gut: Ich esse einfach viel mehr Gemüse. Zum Mittagessen mache ich mir oft einen Salat (sehr gern mit Thunfisch, Ei, Avocado oder Feta) oder - jetzt im Herbst - eine cremige Karotten- oder Kürbissuppe. Oder ich stelle mir eine "Lunch Bowl" zusammen - die auf dem Foto habe ich nach einem Rezept in Veronika Pachalas Gesund kochen ist Liebe gemacht. Sehr lecker und vielfältig! Und abends esse ich ebenfalls Salat oder Rohkost und lasse das Brot entweder ganz weg oder ich reduziere die Menge auf eine Scheibe mit meinem Lieblingsbelag. Dafür ist dann noch ein Joghurt zum Nachtisch drin.
Das funktioniert ganz gut bisher, und auch die Kinder lieben es: Kürbis-Hummus mit Avocado und Karottenraspel aufm Brot - yummy!


... werde von meinem Wahlrecht gebrauch machen und mich darüber freuen!
Es hat mich schockiert, als ich neulich las, dass unter den Nichtwählern mehr Frauen sind als Männer. Wirklich, Ladies, das geht nicht! So lange kämpften Frauen dafür, endlich wählen zu dürfen und darin den Männern ebenbürtig zu sein, und nun werfen wir unser Wahlrecht einfach weg. Das finde ich schade - und gefährlich!
Ich jedenfalls werde am Sonntag wählen gehen, mit meinem Mann und meinen Kindern, und wir werden es zelebrieren. Wir werden die Demokratie feiern und von unserem Recht auf Mitbestimmung Gebrauch machen, ganz feierlich unsere Kreuzchen setzen und damit deutlich erklären, dass wir FÜR Menschlichkeit und Solidarität sind, FÜR Europa und den Schutz unserer Umwelt.
Und ihr geht hoffentlich auch alle hin, mit einem Lächeln im Gesicht!


... freue mich auf den Herbst und überlege schon, was wir alles machen werden!


Manche unter euch mögen den lauen Sommerabenden, saftigen Wassermelonen und schweißtreibenden Temperaturen hinterher trauern - ich nicht. Der Sommer ist schön, ja, und ich mag auch laue Sommerabende und Wassermelonen, aber wenn der Herbst kommt, dann freue ich mich immer ganz besonders. Auf Kürbissuppe und deftige Hausmannskost, auf Bastelprojekte und Stricknadeln, auf Lesen, Gesellschaftsspiele, Kerzenlicht und Gemütlichkeit zu Hause, auf Kastaniensammeln, Blätterrascheln und Pfützenplatschen, auf Thanksgiving, Erntedank und Abende mit Freunden... das wird schön, Leute! Wir machen es uns schön (und lecker), ganz bestimmt.

Habt einen wunderbaren September!