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Sonntag, 28. Oktober 2018

Warum wir Halloween nicht feiern




In den letzten Jahren nimmt der Halloween-Trend immer mehr zu und es ist schwer, sich all den Kürbisfratzen, Totenschädeln und Gruselartikeln zu entziehen, die schon Anfang Oktober in der Werbung und in Geschäften zu finden sind. Auch auf Blogs ist vermehrt von Halloween zu lesen, mit Deko-Tipps und gruseligen Rezepten und (scheinbar) familientauglichen Aktivitäten.

Für mich ist diese Faszination, ehrlich gesagt, befremdlich.
Wir als Familie feiern Halloween ganz bewusst nicht, und ich möchte gern ein paar Gedanken mit euch teilen, warum wir das nicht tun - und wie wir stattdessen den 31. Oktober begehen.

Bevor ich auf unsere Beweggründe eingehe, möchte ich noch voranstellen, dass dies meine bzw. unsere persönliche Meinung ist und wir diese Erkenntnisse für uns als Familie so für richtig halten. Wenn ihr das mit euerer Familie anders handhabt, interessiert mich auf jeden Fall das Warum und wie ihr zu meinen Argumenten steht! Zögert also nicht, mir einen Kommentar zu hinterlassen oder auch eine Nachricht zu schreiben.

Also, warum wir Halloween nicht feiern:

1) Wir finden die Art und Weise, wie dieses Fest begangen wird, nicht sinnvoll und nachahmenswert. Abgesehen davon, dass Halloween total kommerzialisiert wird und es dabei um keine vermittlungswürdigen Werte, sondern primär um Süßigkeiten und Grusel geht, waren diese beiden Aspekte für unsere Entscheidung entscheidend:

  • Wir möchten unsere Kinder nicht zu Erpressung anstiften
Natürlich kann man es lustig finden, dieses ganze "trick-or-treat", "Süßes-oder-Saures"-Prinzip. Ein harmloses Spiel für die Kinder.
Ganz so lustig und harmlos ist es aber nicht. Wir haben zumindest schon erlebt, dass die Drohung in die Tat umgesetzt wurde, dass Hauswände mit Eiern beworfen wurden und ähnliches. Vielleicht nicht von kleinen Kindern, aber zu einer Zeit, zu der auch kleine Kinder draußen unterwegs waren.
Letztlich ist "Süßes-oder-Saures" nichts anderes als Erpressung, und dazu werden wir unsere Kinder nicht anstiften oder gar dabei begleiten.
Das ist nicht die Ethik, die unser Handeln bestimmen soll.

  • Wir halten es für bedenklich, Kinder dazu zu ermutigen, Süßigkeiten von fremden Menschen anzunehmen
Noch weniger nachahmenswert finden wir aber die Praxis, dass Kinder herumlaufen (zunächst noch in Begleitung ihrer Eltern, später aber auch allein), um bei fremden Menschen zu klingeln und Süßigkeiten zu verlangen - Süßigkeiten, die wir ihnen sonst einschärfen, niemals von Fremden anzunehmen!
Mal abgesehen davon, dass wir nicht so darauf stehen, dass unsere Kinder Unmengen von (größtenteils) billigen Süßigkeiten einsammeln und verzehren - Halloween ist unter Umständen eine Möglichkeit für Menschen mit bösen Absichten, Konakt zu Kindern aufzunehmen und sie mit Süßigkeiten anzulocken.
In einem ländlichen Setting, wo man sich ohnehin untereinander kennt, ist diese Gefahr möglicherweise geringer, aber gerade in der Stadt, wo so viele Menschen dicht an dicht wohnen und man unmöglich alle Nachbarn kennen kann, möchten wir nicht, dass unsere Kinder an Halloween unterwegs sind.


2) Wir können nicht hinter dem stehen, was an Halloween gefeiert wird:
  • Die Herkunft von Halloween ist zumindest dubios
Ob Halloween einen keltischen (heidnischen) Ursprung hat, wird von manchen Seiten bestritten. Ein klar christliches Fest ist es jedoch auch nicht, wenn es auch auf den katholischen Feiertag Allerheiligen fällt.
Natürlich könnte man argumentieren, dass auch urchristliche Feste wie Weihnachten und Ostern mit teilweise heidnischen Bräuchen und Symbolen begangen werden. Dem gegenüber steht aber die Tatsache, dass wir als Christen genau wissen, was und vor allem wen wir an Weihnachten und Ostern feiern, und dass dieser Jesus bei diesen Festen für uns im Mittelpunkt steht.
Bei Halloween ist das nicht der Fall, und an Fasching übrigens auch nicht. (Und der Kommerzialisierung und Sinnentleerung der christlichen Feiertage stehe ich auch sehr kritisch gegenüber!)

  • Wir können und wollen das, was an Halloween gefeiert wird, nicht feiern
Dies ist für uns das wichtigste und entscheidende Argument, Halloween nicht zu feiern: Wir können und wollen die Dunkelheit nicht glorifizieren. Dämonen, Geister, Hexen, Totengebeine - all diese Wesen stehen für den Tod und für das Böse.
Wir aber glauben an das Leben, wir möchten Kinder des Lichts sein, wir glauben an den Sieg Jesu über das Böse!
Ich habe in letzter Zeit Erfahrungen mit einer jungen Frau gemacht, die in okkulten Verstrickungen gefangen ist. Für sie haben Dämonen und Geister eine ganz andere Realität als die meisten von uns sich das vorstellen können. Es gibt in ihrem Leben eine dunkle Macht, die sie zerstören will, und ich bete so sehr dafür, dass Jesus sie frei macht - dass sie erlebt, dass das Böse nicht in ihrem Leben herrschen darf.
Auch deshalb bin ich sehr vorsichtig mit Phänomenen, die in Richtung Esoterik oder gar Okkultismus gehen. Ich halte nichts davon, Zauberei oder lustige "Hex! Hex!"-Geschichten zu verharmlosen.  Nicht aus Angst, sondern weil ich allem, was Jesus ablehnt und verspottet, keinen Raum zugestehen möchte. Er ist der Herr, und er ist der Heiland, und außer ihm gibt es keinen anderen!
Nicht zu Halloween und an keinem anderen Tag.


Mir ist klar, dass Halloween auch in gläubigen Familien immer mehr salonfähig wird.
Ich bin keine, die grundsätzlich gegen alles ist.
Aber ich bin auch nicht einfach für etwas, nur weil alle anderen es toll oder unbedenklich finden.
Und an Halloween finde ich überhaupt nichts Gutes.


Wie begehen wir aber nun den 31. Oktober?

In unserer Gemeinde findet schon seit vielen Jahren am Abend des 31. Oktobers das sogenannte "Reformationstagsfeuer" statt. Wir feiern im Gemeindegarten mit Lagerfeuer, Stockbrot, Würstchen vom Grill, Glühwein und Kinderpunsch und (für die Kinder ganz wichtig) vielen Knicklichtern.
Es gibt eine Andacht oder einen Impuls zum Thema Reformation - im vergangenen Jahr, anlässlich des 500. Reformationsjubiläums, gab es ein etwas umfangreicheres Programm. Wir konnten uns zum Beispiel alle als Martin Luther verkleidet fotografieren lassen :)


Die Gemeindekinder lieben dieses Fest und haben darin eine schöne Alternative zum Süßigkeiten erpressen gefunden - Süßigkeiten gibt es am Reformationstag in der Gemeinde natürlich auch.

Unsere Kinder sind relativ klein und bekommen den Hype um Halloween noch nicht so mit.
Wenn es für sie ein Thema wird und sie zusammen mit anderen Kindern verkleidet um die Häuser ziehen möchten, werden wir mit ihnen besprechen, warum wir das nicht wollen. Die Argumente, die ich euch oben aufgelistet habe, sind auch für Kinder verständlich.
Wir bieten ihnen eine schöne Alternative: Eine Art zu feiern, die Gemeinschaft fördert, die Jesus in den Mittelpunkt stellt, die wie ein Licht leuchtet in einer dunklen Nacht.

Es gibt für uns einfach keinen einzigen Grund, Halloween zu feiern, nur lauter Gründe, die in unseren Augen dagegen sprechen - und deshalb tun wir es nicht.



Was denkt ihr darüber?
Wie handhabt ihr Halloween mit eurer Familie?

Ich bin gespannt auf eure Kommentare!


Freitag, 6. Juli 2018

Wenn Familie keinen Spaß macht...


"Familie fetzt!" - diesen Satz würde ich auf jeden Fall unterschreiben.
Aber nicht an jedem Tag. Manchmal fetzen wir uns mehr, als dass das Familienleben fetzt. Es gibt Phasen, die unendlich anstrengend und zermürbend und zum Haare raufen sind - Zeiten, in denen wir an uns zweifeln und uns fragen, was wir falsch gemacht haben als Eltern. Wenn die Kinder uns fremd vorkommen und wir von ihrem Verhalten entsetzt sind, wenn verletzende Sätze fallen und viele Tränen fließen, dann macht Familie einfach keinen Spaß.

Ich frage mich manchmal, ob ein solcher Satz eigentlich ein Tabu-Bruch ist.
Ich lese äußerst selten Texte, in denen Mütter sich fragen, was sie falsch gemacht haben, weil ihre Kinder sich auf die eine oder andere Art schlecht verhalten oder weil das Familienklima im Keller ist. Es gibt auf Instagram keine Fotos oder Videos von brüllenden, tobenden, um sich schlagenden Kindern oder verzweifelt sich Gehör verschaffenden Müttern. Ist ja auch logisch - wenn Stress herrscht, halte ich nicht mit der Kamera drauf. Und niemand möchte seine Kinder negativ darstellen oder zugeben, dass man mit seiner Erziehung gerade nicht weiterkommt.

Aber das Leben ist nun mal so. Auch das Familienleben. Es fetzt - und dann wieder fetzen sich alle, und es knallt und rumst und schmerzt.
Ich bin keine perfekte Mutter. Manchmal weiß ich nicht mehr weiter. Manchmal stelle ich alles in Frage. Manchmal will ich einfach nur weg. Manchmal schreie ich und bin eine total unfaire Mama.
Meine Kinder sind auch nicht perfekt. Sie hauen und brüllen und streiten sich und sagen gemeine Dinge und machen genau das Gegenteil von dem, was ich ihnen sage. Das ist natürlich nicht schön und ich hätte es gern anders, aber es ist normal. Sie sind Kinder. Kleine, vollwertige Persönlichkeiten mit Stärken und Schwächen, guten und weniger guten Tagen.
Ich glaube, wenn wir lernen, das zu akzeptieren und nicht mehr länger "perfektes" Verhalten (von uns selbst und dem Rest der Familie) erwarten, wird sich in unserem Zuhause einiges entspannen. 


Und es gibt noch ein paar andere Dinge, die man tun kann, wenn das Familienleben gerade keinen Spaß macht:


1. Beten
Täglich lese ich in meiner Bibel - aber mein Gebetsleben beschränkt sich an vielen Tagen auf Tischgebete, Abendgebet und Stoßgebete. Leider.
Wenn das Familienleben schwierig ist, erinnere ich mich aber wieder daran: Du wolltest doch beten! Für deine Kinder, für deinen Mann, für eure Ehe, für eure Familie. Weil ich tief in meinem Herzen glaube, dass das einen Unterschied macht, dass Gott Gebet erhört. Nicht immer findet sofort Veränderung statt - aber eines passiert auf jeden Fall, wenn wir beten: Unser Blick bewegt sich von unseren Problemen hin zu Gott. Die Last wird leichter, die Hoffnung größer.
Ich will eine betende Mama sein, weil das eines der wichtigsten Dinge ist, das ich meinen Kindern vorleben und mitgeben kann.

2. In Erinnerungen schwelgen und mich auf das Gute besinnen
Wenn Dinge schief laufen, tendiere ich schnell dazu "alles" blöd zu finden und ziemlich schwarz zu sehen. Es ist aber eigentlich nie "alles" schlimm; sowohl unser Familienleben als auch ich oder die Kinder haben durchaus unsere guten Seiten. Darauf gilt es, sich zu besinnen.
Ich führe ja sehr regelmäßig unser Familienbuch und habe auch Alben für unsere Urlaube angelegt. Diese Bücher blättere ich sehr gern durch, schwelge in Erinnerungen und denke, wie toll das doch alles war! Auch die Kinder lieben die Fotoalben, und wenn wir sie gemeinsam anschauen, tut das dem Familienklima sehr gut!

3. Überraschungen und "Liebesduschen"
Wenn die Kinder sich mal wieder gegenseitig anschreien oder verprügeln, ist meine erste Reaktion oft eher schimpfen und mir Gehör verschaffen, als ein positiver Impuls. Ganz selten gelingt es mir, Konfliktszenen durch "Liebesduschen" zu entschärfen oder die Kinder mit unerwarteten Aktionen zu überraschen. Aber wenn - dann wirkt das immer Wunder!
Zeiten, in denen alle angespannt und genervt und merkwürdig drauf sind, überstehen wir alle besser mit einer extra Portion Liebe: Ich versuche, die Kinder häufiger zu loben, zu küssen und zu umarmen. Ich bringe ihnen vom Einkaufen ein kleines Geschenk mit. Ich erlaube ein zweites Eis und/oder koche das Lieblingsgericht. Wir machen ein Picknick auf dem Balkon oder gehen doch noch auf den Spielplatz...
Und wenn sie auf das alles nicht so positiv reagieren, wie ich mir das vorgestellt habe, knuddel ich sie extra doll. Das nehme ich mir fürs nächste Mal zumindest ganz fest vor!




4. Exklusive Mama-Kind-Zeiten genießen
Besonders für meine große Tochter ist es wichtig, exklusive Zeit mit mir zu verbringen. Der kleine Bruder ist ohnehin häufiger krank oder mit mir allein zu Hause, wenn sie mit Freundinnen verabredet ist. Aber ihr "passieren" solche Mama-Tochter-Zeiten im normalen Alltag kaum. Deshalb planen wir sie extra ein und unternehmen dann was Schönes miteinander. Endlich haben wir Zeit, uns ungestört zu unterhalten, und ich kann hören, was mein Mädchen bewegt. Ich staune über sie, über ihre Klugheit, ihre Schönheit, ihre Sportlichkeit, ihren Tiefgang - und das Mama-Sein ist auf einmal nicht mehr anstrengend, sondern wunderschön.
(Genauso geht es mir, wenn ich Exklusiv-Zeit mit meinem Sohn oder mit meinem Mann verbringe. Die Konzentration auf ein Gegenüber wirkt manchmal echt Wunder!)

5. Besondere Familien-Aktionen planen und durchführen
Als ich das letzte Mal von unserem Familienleben gefrustet war, fiel mir tatsächlich das als allererstes ein: Macht wieder mal was Besonderes zusammen! Wenn Familie gerade keinen Spaß macht - dann macht was Spaßiges! Das muss ja gar nichts Kostenintensives oder total Ausgefallenes sein.
Schon allein ein Abendessen-Picknick im Britzer Garten ist eine feine Sache. Letztes Wochenende fuhren wir spontan nach Potsdam und bewunderten das Schloss Sanssouci.
Die Kinder haben da eigentlich immer ganz gute, simple Ideen und sind mit Begeisterung dabei. Das Wichtige ist, dem Alltag zu entfliehen und den Fokus darauf zu legen, eine gute Zeit zu haben - ohne Stress und Agenda und unnötige Regeln. Ich wünsche mir, dass wir es immer mehr schaffen, an solchen besonderen Tagen wirklich so viel wie möglich zu erlauben und nur das Allernötigste zu verbieten, die Dinge einfach mal laufen zu lassen...

6. Rituale und Geschichten
Wenn man mich nach meinen Lieblingszutaten für unser Familienleben fragen würde, wären "Rituale" und "Geschichten" ganz oben mit dabei! Rituale helfen uns, unseren Alltag zu strukturieren und immer wieder besondere Momente miteinander zu erleben. Und Geschichten lehren uns so viel, spielerisch und in bunten Farben, ganz "nebenbei". Geschichten helfen uns, Empathie zu entwickeln, Probleme zu lösen, andere Perspektiven einzunehmen und auch zu lernen, wie Gott ist und was Er von uns möchte.
Familienrituale bewusst und liebevoll zu gestalten und sich viel Zeit für gute Geschichten (vorgelesene oder erzählte oder gehörte oder auch mal geschaute) zu nehmen, trägt durch schwierige Familienzeiten hindurch.

7. "Empathie ist Magie"
Diesen Satz habe ich neulich mal gehört und fand ihn einfach gut. Meine Erfahrung beweist es: Wenn ich es schaffe, Empathie und Verständnis für meine Kinder aufzubringen, ihnen geduldig und achtsam und voll Mitgefühl zu begegnen, dann beruhigen sich aufgeladene Situationen viel schneller, dann eskalieren Streitigkeiten nicht mehr.
Es fällt mir manchmal sehr schwer, für gewisse Probleme oder Gefühle Verständnis aufzubringen. Aber ein harsches und ungeduldiges Hinwegbügeln oder ein liebloses "Ist doch nicht so schlimm!" machen den Familienalltag kalt und wirklich schwierig. Dann doch lieber eine großzügige Prise Empathie über den ganzen Schlamassel streuen und sehen, wie schnell sie wirkt!



8. Vorbild sein
Immer wieder bin ich herausgefordert, mein eigenes Verhalten - das mir ja durchaus von meinen Kindern ungeschönt gespiegelt wird - zu hinterfragen. Wenn ich die Kinder anbrülle: "Schreit hier nicht so rum!", dann ist das irgendwie kontraproduktiv. Wenn ich von den Kindern in ungeduldigem, genervtem Ton "Geduld" verlange, auch.
Als mir auffiel, dass ein harscher Ton sich in unserer Familie breit machte, beobachtete ich mich selbst und meine Art und Weise zu reden - und merkte, dass ich da was ändern musste.
Natürlich haben die Kinder nicht alles, was sie wie sagen, direkt von mir abgekupfert. Aber das elterliche Vorbild ist nicht zu unterschätzen - das schreibe ich mir hinter die Ohren!

9. Abwarten und durchhalten
Die Zeiten ändern sich. Es kommen auch wieder hellere Tage. Das ist alles nur eine Phase.
Damit tröste ich mich, wenn es mal nicht so gut läuft. Wir können natürlich einiges unternehmen, damit das Familienleben wieder schöner und unkomplizierter wird - aber manchmal hilft alles nichts, und dann muss man da einfach durch! Manche Phasen sind nach ein paar Tagen schon wie weggeblasen, für andere braucht man einen langen Atem. Den zu haben, lohnt sich aber, davon bin ich überzeugt. Nur nicht nachlassen bei den Dingen, die einem wichtig sind!

10. "What's true in the light is still true in the dark"
Dieser Satz fiel mir beim letzten Durchlesen noch dazu ein: "Was im Licht wahr ist, gilt auch noch im Dunkeln." (aus diesem Lied von Rend Collective). Wir lieben uns, im Guten wie im Schlechten!
Lasst uns an dem festhalten, woran wir glauben und was wir für wahr und wertvoll halten - auch und gerade in den schweren Zeiten! Bestimmte Werte sind einfach nicht verhandelbar. Und Gottes Treue und Liebe und Seine guten Zusagen gelten für uns. Jederzeit - im Licht und in der Finsternis.



Und ihr so - wer oder was fetzt (sich) bei euch zu Hause gerade? 
Was sind eure Tipps für ein entspannteres und fröhlicheres Familienleben?



Dienstag, 31. Januar 2017

Ein Brief an meinen Sohn




Mein lieber kleiner großer Samuel,

dein Geburtstag ist bereits eineinhalb Wochen her und ich habe es noch immer nicht übers Herz gebracht, die Partydeko wegzuräumen. Die Foto-Girlande hängt nach wie vor über unserem Esstisch und ich freue mich täglich an deinen süßen Babyfotos; auf dem Fensterbrett fristen die Lightbox („Zwei Jahre mit dir“) und der Geburtstagszug (ohne Kerzen) ihr Dasein.
Ich glaube, das ist ein bisschen symptomatisch für meinen aktuellen Zustand: dass es mir schwerfällt, loszulassen und Veränderungen zu akzeptieren.

Seit deinem zweiten Geburtstag ist etwas im Umbruch bei dir, eine Veränderung bricht sich bahn: Zum einen schläfst du mittags nicht mehr so lang. Bisher musste ich dich immer um halb drei wecken, um es pünktlich zur Abholzeit deiner Schwester in die Kita zu schaffen. Nun sitzt du hellwach in deinem Bett und begrüßt mich, wenn ich ins Zimmer komme, oder du rufst mich schon einige Zeit vorher zu dir. (Ach, bitte mach doch noch ganz lang einen Mittagsschlaf, ja?!)
Und dann bist du gerade sehr auf deinen eigenen Weg bedacht, willst deine eigenen Regeln basteln und bloß nicht auf das hören, was ich von dir möchte. Vor allem das Schneeanzug-Anziehen kostet uns beide unendlich viele Nerven und Tränen – es ist eine schreckliche Tortur, die ich uns beide gern ersparen würde, aber leider nicht kann. (Der Frühling kommt hoffentlich ganz bald, mein Schatz!) Beim Essen turnst du plötzlich herum und machst Anstalten, mittendrin aufzustehen – einfach, um uns zu zeigen, dass du das kannst.

Du wirkst so selbstständig und unabhängig, auf einmal… Ich habe den Eindruck, du möchtest nicht mehr (nur) mein kleiner, lieber Junge sein – nein, du hast andere Vorstellungen von dem, der du bist, und die strebst du sehr vehement umzusetzen. Du kommst nicht mehr so viel zum Kuscheln zu mir, erscheinst mir weniger verspielt – vielmehr wilder, fast grob, auch ernster, stärker.

Es fällt mir wirklich schwer, dich loszulassen, beziehungsweise das Baby Samuel loszulassen, und dir zu „erlauben“, groß zu werden und dich weiterzuentwickeln. Ja, ich weiß nicht genau, wohin die Reise geht, wer du sein wirst, wenn du dich einmal auf den Weg gemacht hast, und ob du mir gestatten wirst, dir weiterhin so nah zu sein.

Das Leben mit euch Kindern ist ständig in Bewegung – nie können wir sagen: „Jetzt haben wir es „geschafft“, so bleibt es jetzt, wir können die Beine hochlegen und den Frieden genießen.“ Vielmehr folgt eine Phase auf die nächste. Manchmal atmen wir hörbar auf, wenn wieder eine anstrengende, aufreibende Etappe geschafft ist, dann wieder können wir unser Glück kaum fassen und wünschen uns, dieser Moment möge niemals enden.
Ich weiß das eigentlich, möchte es aber gelegentlich nicht wahrhaben. Seit deiner Kita-Eingewöhnung im September verlief unser Leben so ruhig und gleichförmig, alles war ziemlich angenehm und entspannt, und ich wiegte mich in der trügerischen Sicherheit, so würde es ewig weitergehen. Mir gefiel das alles so: deine Fröhlichkeit, dein ausgeglichenes Temperament, dein ausgedehnter Mittagsschlaf (und deine warme, rotwangige Weichheit, wenn ich dich aus dem Bettchen hob).

Und nun passiert wieder etwas, du rüttelst an den Gegebenheiten, schüttelst deine Babyhaftigkeit ab wie eine alte Haut, und ich stehe ratlos vor dir: Wer bist du? Was wird kommen? Wie wirst du sein?

Ja, ich glaube „Loslassen“ ist gerade mein Thema....

So sehr ich mir in manchen Bereichen meines Lebens Veränderung wünsche – wenn sie dann eintreten, machen sie mir Angst. Wenn sich etwas bewegt, wenn Dinge geschehen, die ich nicht beeinflussen kann, dann reagiere ich darauf oft trotzig und starr. Ich will einfach weitermachen wie bisher, anstatt die neuen Parameter zu akzeptieren und darauf angemessen zu reagieren.

Dabei birgt auch diese neue Phase, die mir aktuell überhaupt nicht gefällt, weil sie laut und anstrengend und herzzerreißend ist, wieder eine Chance. Die Chance, dich wieder neu und irgendwie anders kennenzulernen, mehr von dem zu entdecken, was dich ausmacht, und in der Beziehung mit dir zu wachsen.
Tief innen möchte ich ja gar nicht, dass du für immer ein Baby bleibst. Es macht mich stolz, zu beobachten, wie du dich entwickelst. Es macht mich froh, dass dir Flügel wachsen (und gleichzeitig auch zwei Hörner, wie mir scheint ;)) und dass du dich traust, meine Hand loszulassen. Du bist ein kleiner Entdecker, mutig und unerschrocken, und das gefällt mir sehr an dir.

Als du noch in meinem Bauch herumschwammst, war ich so neugierig darauf, dich kennenzulernen, dich zu erleben und zu entdecken, was für ein Mensch du bist. Dann wurdest du geboren und wir lernten uns kennen – Samuel als Neugeborener, dann als Baby, scheinbar viel zu schnell als Kleinkind. Immer wieder anders und doch ganz tief vertraut, ganz selbstverständlich unser Kind.
Und so geht es weiter, das Abenteuer, deine Mama zu sein – die Entdeckungsreise hin zu dir, gemeinsam mit dir.

Ich möchte wieder mehr eine beobachtende Position einnehmen: Meinen Jungen anschauen und wirklich dich sehen. Nicht eine Wunschvorstellung oder eine Erinnerung, nicht ein Idealbild oder eine Kopie – ich möchte dich sehen.
Ich möchte offen sein für das, was kommt – offen sein für dich, und mich nicht krampfhaft an dem festhalten, was einmal war.
Das ist meine Aufgabe: Nicht festhalten, sondern loslassen. Denn du gehörst mir nicht.
Dich nicht in feste Formen pressen, sondern dir erlauben, der zu sein, der du bist. Du sollst der sein dürfen, als den Gott dich erdachte. In jeder Phase.

Und eines ändert sich ja nicht.
Ich bin und bleibe
deine dich liebende Mama





Mittwoch, 4. Mai 2016

Das Ende meines wilden Rittes auf dem Gedankenkarussell





Die letzten Tage mit meiner Tochter waren nicht einfach. Irgendwie hatten wir ständig Konflikte, meckerten uns gegenseitig an und ich wusste mir keinen Rat mehr, so als wären wir in einem Teufelskreis gefangen. Immer wieder versuchte ich es im Guten, bemühte mich um eine Annäherung, und reagierte dann nur umso heftiger, wenn sie nicht gleich darauf ansprang. Ich fühlte mich meinem Kind seltsam fremd.
Heute Abend dann, als ich in der Küche stand und Gemüse für den Salat kleinschnitt, gesellte sie sich zu mir und forderte ein Stück Gurke von mir. Ihr Tonfall war nicht gerade freundlich, und sie streute auch kein „Bitte“ ein – meine normale Reaktion (zumindest in den letzten Tagen) wäre gewesen, sie zurechtzuweisen und mich zumindest innerlich über ihre Respektlosigkeit aufzuregen. Stattdessen blitzte ein Gedanke in mir auf, und ich bin mir inzwischen sicher, dass dies ein göttlicher Funke war, der auf mich übersprang: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“  Ich fragte mich, wann ich eigentlich zum letzten Mal meinen Papa im Himmel so kackdreist um etwas gebeten hatte, mit der felsenfesten Erwartung, das Gewünschte (bzw. Geforderte) auch zu erhalten. Und so ließ ich die Belehrungen bleiben, reichte Noemi das größte Stück Gurke auf dem Schneidebrettchen, und dann auch noch ein Stück Paprika dazu.

Natürlich, Kinder müssen Umfangsformen lernen, „bitte“ und „danke“ sagen und so weiter – aber in diesem Küchenmoment gelang es mir, endlich aus meinem Karussell der negativen Gedanken auszusteigen, mit dem ich mich schon viel zu lange im Kreis gedreht hatte. Plötzlich erkannte ich, dass ich von meiner Tochter – so nervig und respektlos und bockig ich sie gerade noch wahrgenommen hatte – auch einiges lernen kann. Wenn ich es denn schaffe, eine neue Perspektive einzunehmen.

Oft tendiere ich dazu, das Verhalten meiner Kinder als gezielt gegen mich gerichtet auszulegen. Dem ist aber wohl in den allermeisten Fällen nicht so. Vielmehr bin ich für Noemi (und auch für Samuel) die wichtigste Bezugsperson in ihrem Leben – der Mensch, von dem sie alles erwartet, dem sie am meisten vertraut, den sie am meisten braucht (das sagt sie manchmal sogar genau so: „Mama, ich BRAUCHE dich!“). Ich bin diejenige, vor der sie sich nicht verstellen muss, bei der sie einfach sie selbst sein und alle ihre Gefühle, schöne wie schwierige, rauslassen kann. Das, was ich vorschnell als Respektlosigkeit oder Ignoranz interpretiere, ist in Wirklichkeit ein Ausdruck ihres grenzenlosen Vertrauens in mich als ihre Mama.
Meine Aufgabe ist es zu allererst, diese Direktheit auszuhalten – mein Kind auszuhalten mit all ihren Gefühlen, Forderungen, Verwirrtheiten. Nur dann kann ich ihr auf gute Weise beibringen, was Höflichkeit und Respekt bedeuten und dass wir „bitte“ sagen, wenn wir etwas möchten. Und eigentlich ist es doch etwas total Schönes, der wichtigste Mensch für jemanden zu sein…

Wenn ich mir vorstelle, was das für meine Gottesbeziehung bedeuten würde – wenn ich zu ihm so wäre, wie meine Kinder sich mir gegenüber verhalten!

Wenn ich, so wie mein kleiner Sohn, immer wieder zwischendurch zu ihm laufen und mich an sein Herz kuscheln würde… kurz Papa tanken, und weiter geht’s!
Wenn ich seine ungeteilte Aufmerksamkeit einfordern würde – weil Er mir über alles geht, weil es mir am allerwichtigsten ist, von ihm gesehen zu werden…
Wenn ich ihm in den Ohren läge mit meinen Wünschen und Bedürfnissen und den Anliegen der ganzen Welt (und dabei auch manchmal das „bitte“ und „danke“ vergäße) und dann erlebe, wie er mich erhört und mit guten Gaben überhäuft…
Wenn ich für ihn mein Bestes geben würde – weil nur das zählt, was Er über mich denkt… und dann gäbe es himmlischen Applaus!
Wenn ich mich im absoluten Vertrauen zu ihm fallen lassen könnte – volles Risiko, weil ich weiß, dass er mich auffängt… und ich es sogar genießen würde, wenn er mich fliegen lässt…


Wir hatten einen wunderschönen Abend zusammen, meine Tochter und ich, den besten seit langem.
Sie sagte mir sogar, dass sie mich lieb hat (und widersprach  mir nicht, als ich ihr dasselbe sagte), wir tanzten wild durchs Kinderzimmer und freuten uns wie verrückt über ihren Töpfchen-Erfolg.
Gott sei Dank.









Montag, 14. März 2016

Wut am Montag?



Auszug aus Psalm 4


Manchmal verwandeln sich die wunderbarsten Kinder der Welt in furchterregende Bestien. Dann schreien sie und schlagen um sich und sind für mich nicht mehr erreichbar. Es gibt Tage, an denen ich damit umgehen kann. Aber es gibt auch die anderen Tage – an denen reift in mir eine Wut heran, die sich von all den Kleinigkeiten nährt und irgendwann, wenn sie zu voller Größe gelangt ist, explodiert. Jähzorn gibt es in meiner Familie seit Generationen. Dass ich ihn auch in mir trage, weiß ich erst seit der Geburt meiner Tochter. Es war eine schreckliche Entdeckung.
Oft komme ich mit der Wut klar, zu oft jedoch nicht. Dann zeigt das hässliche Monster sein Gesicht und mir wird angst. Gerade eben war ich doch noch ganz ruhig, und dann höre ich mich selbst brüllen und Dinge sagen, die ich nie sagen wollte. Im einen Moment atme ich tief ein, um den Kindern und mir selbst Zeit zu geben, im nächsten spucke ich Feuer. Und wenn ich meine Tochter beobachte, ihre Ausbrüche und ihre Hilflosigkeit angesichts der Übermacht ihrer Gefühle, dann erkenne ich den Jähzorn auch in ihr.
Um meine Kinder zu lehren, wie sie positiv mit ihren Gefühlen (und ganz besonders mit der Wut) umgehen können, muss ich es erst selbst lernen, das ist mir in den vergangenen Jahren klar geworden. Ich kann nicht von meiner Tochter erwarten, dass sie „sich selbst im Griff hat“, wenn ich selbst vor ihren Augen ausraste. Wie soll sie wissen, dass es einen guten Ausweg gibt, wenn ich in ihr nicht zeige, wenn ich nicht vorangehe?
Ich gehe sie also an, meine Wut, und lerne langsam, ganz langsam, mit ihr zu leben. Weil sie zu mir gehört und ihre Berechtigung hat, und weil ich meine Kinder liebe.

Die folgenden Aspekte sind mir dabei wichtig geworden und haben schon manche Situation gerettet:


Das Nervenkostüm stärken: Ich sorge für mich und bitte um Unterstützung.
Die Erfahrung zeigt: Wenn ich meine Tanks regelmäßig auffülle und dafür sorge, dass ich genug Ruhe (kreative Zeit, Nahrung, Schlaf etc.) bekomme, kann ich den stressigen Alltag mit den Kindern deutlich besser bewältigen. Natürlich ist das nicht immer möglich; mein Tank ist selten ganz voll. Wenn ich merke, dass es mir nicht gut geht und ich befürchte, dass mir im Lauf des Tages die Puste ausgehen könnte, hole ich mir Unterstützung. Ich verabrede mich mit Freundinnen oder den Jugendlichen aus der Gemeinde – vielleicht ist es auch möglich, die Kinder kurz bei einer Nachbarin abzugeben. Ich habe inzwischen gelernt, dass ich nicht allein bleiben muss und es in Ordnung ist, um Hilfe zu bitten.

Die Wut akzeptieren: Sie ist ein Indikator, nicht mein Diktator.
Sobald die Wut in mir aufsteigt, tendiere ich dazu, mich dafür zu verurteilen. Dabei ist Wut an sich ein legitimes Gefühl – sie zeigt mir an, dass etwas falsch läuft! Nun gilt es, herauszufinden, was genau mich stört und wie ich etwas daran ändern kann. Ich möchte lernen, meine Wut zuzulassen und sie als ein Warnsignal wahrzunehmen. Nur dann kann ich sie nutzen, um Situationen zu verändern, anstatt mich von ihr überwältigen und beherrschen zu lassen.

Notfallmaßnahmen ergreifen: „Wenn ihr zürnt, so sündigt nicht.“
Wenn ich meine Wut erst einmal wahrnehme, ist es bei mir oft schon zu spät – als wäre in meinem Inneren unbemerkt ein Fass vollgelaufen, das nun durch den berühmten Tropfen zum Überlaufen gebracht wird. Für mich ist es deshalb entscheidend, die Wut rechtzeitig zu bemerken, bevor sie zu groß wird. Ich versuche, meine Gefühle regelmäßig zu überprüfen und bete darum, dass Jesus mir hilft, das „Überlaufen“ zu vermeiden.
Wird die Wut trotzdem so groß, dass ich um meine Selbstbeherrschung fürchte, haben sich die folgenden Strategien bewährt: Den Raum verlassen und in ein Kissen schreien bzw. ins Kissen boxen. Jemanden anrufen, zum Beispiel meinen Mann oder meine Mutter. Ohropax benutzen (man hört die Kinder dann trotzdem noch, jedoch werden die Geräusche angenehm abgedämpft). Laut zählen, bis ich merke, dass ich ruhiger geworden bin. Die Kinder zügig anziehen (Ohropax!) und an die frische Luft gehen. Stoßgebete. Laut singen.

Das eigene Verhalten hinterfragen: Reize ich meine Kinder zum Zorn?
Bin ich ungerecht oder zu streng? Bevorzuge ich eines der Kinder? Höre ich meinen Kindern wirklich zu? Bin ich gerade zu ungeduldig? Projiziere ich meine eigenen Wünsche und Vorstellungen auf die Kinder? Verlange ich zu viel von ihnen? Habe ich die Bedürfnisse meiner Kinder gerade ignoriert? Kritisiere ich zu viel und zu harsch? War ich zu unsensibel?

Mich nicht überrumpeln lassen: Typische Wutsituationen „planen“
Viele Situationen wiederholen sich im Familienalltag, manche sogar mehrmals täglich: Meine Tochter will sich nicht selbst anziehen (obwohl sie das schon sehr gut kann) und fängt an zu schreien, wenn ich darauf bestehe. Die Kinder nehmen sich gegenseitig Spielsachen weg und werden handgreiflich. Meinem Sohn geht es bei Tisch nicht schnell genug und er tut seinen Unmut schrill kreischend kund…
Bei diesen Standardsituationen lohnt es sich, in einer ruhigen Minute das eigene Verhalten zu überdenken und sich eine Strategie zurechtzulegen. Manchmal ist es wohl auch nötig, etwas mehr Zeit einzuplanen, damit man nicht in (zusätzlichen) Stress gerät – zum Beispiel beim leidigen Thema Anziehen. Wenn ich mein eigenes Verhalten vorher geplant habe, fühle ich mich weniger hilflos und werde nicht von meinen Gefühlen übermannt.

Die Kontrolle behalten: Die Kinder sind nicht die Herrscher über meine Gefühle!
Nur weil meine Kinder ausrasten, muss ich es noch lange nicht! Meine Kinder sind nicht die Herrscher über meine Wut; ich selbst entscheide letztendlich, ob ich den Gefühlen nachgebe oder nicht. Ich möchte lernen, selbst Verantwortung für mein Fühlen und Handeln zu übernehmen, anstatt diese meinen Kindern zuzuschieben (Warum machst du mich so wütend?). Schließlich bin ich die Mutter, ich bin die Erwachsene, und als solche möchte ich mich auch verhalten.

Den Neuanfang wagen: Ich bitte um Vergebung und sie wird mir geschenkt.
Immer wieder falle ich hin, allen guten Vorsätzen, Gebeten und Maßnahmen zum Trotz. Wenn ich doch mal wieder geschrien habe und grob war, muss ich mich dennoch nicht dafür fertig machen. Nein, das brauche ich wirklich nicht! Gott hat nie etwas davon gesagt, dass wir uns selbst zerfleischen und quälen müssen! Aber wir dürfen unsere Sünde bekennen und um Vergebung bitten. Wir dürfen das Vergangene hinter uns lassen und neu anfangen, jederzeit.
Wenn die Gemüter sich etwas beruhigt haben, gehe ich zu meiner Tochter und bitte sie um Vergebung. Wir sprechen über das, was war, über unsere Gefühle und unser Fehlverhalten und ich sage ihr, dass ich ihr vergebe (unabhängig davon, ob sie sich bei mir entschuldigt hat oder nicht). Wir kuscheln ein bisschen miteinander und ich sage ihr, dass ich sie lieb habe, und dann ist alles wieder gut.



Habt ihr auch mit dem Thema Wut zu kämpfen? 
Dann interessieren mich eure Erfahrungen und Strategien natürlich sehr! :)