Donnerstag, 24. Mai 2018

Das laute Schweigen Gottes


In letzter Zeit frage ich mich immer wieder, warum Gott mir nicht antwortet, warum er nichts tut. Manchmal scheint er mir so weit weg, er scheint mich nicht zu hören. Interessiert er sich überhaupt für mich? Gibt es diesen ominösen Plan, den Gott (angeblich) für mein Leben hat?

Und: Ich habe ein Problem mit Prokrastination. Ich schiebe alle möglichen Dinge vor mir her. Nicht nur den Anruf beim HNO-Arzt oder das Fensterputzen, sondern vor allem die Eröffnung meines Shops. Ja, es gibt immer alle möglichen anderen Dinge zu tun, wir waren verreist und die Kinder sind immer mal krank oder ich bin mit einer Freundin zum Frühstück verabredet, aber im Grunde ist mir klar, dass das alles nur vorgeschoben ist. Faule Ausreden.
An sich bin ich bereit: Ich habe viel vorgearbeitet, habe recherchiert, mich informiert - ich muss die ganze Sache "nur noch" offiziell machen, ein Gewerbe anmelden und den Shop eröffnen.
Klingt einfach, aber ich kriege es nicht hin. Ich schiebe es vor mir her, Tag für Tag.

Langsam dämmert mir der Zusammenhang zwischen Gottes Schweigen und meiner Prokrastination. Ich glaube, er schweigt gar nicht.
Er wartet darauf, dass ich endlich den Schritt wage.
Ich brauche gar keine Antworten von Gott, gar keine Richtungsweisung oder einen Masterplan.
Eigentlich weiß ich, was zu tun ist, was er von mir will.
Er hat es mir gesagt: "Mach doch, worauf wartest du!"

Aber ich warte immer noch, harre aus und bete: "Gott, bitte tu was! Lass irgendwas passieren!"
Am liebsten will ich ja immer noch einfach schwanger werden. Das mit dem Shop ist doch irgendwie mein Plan B. Ich wollte das alles nicht so, nicht jetzt...
Und doch...
es ist, wie es ist.
Scheinbar ist ein anderer Schritt dran, dieser Schritt, vor dem ich mich scheue.

Ich will, dass GOTT etwas tut, dass durch ein Wunder plötzlich der ideale Job vom Himmel fällt, dass mein Shop sich von selber anmeldet, dass ich über Nacht und ganz ohne mein Zutun super erfolgreich werde...

Komisch - eigentlich bin ich doch ein Kontroll-Freak. Dachte ich.
Aber was die Kontrolle über mein ganzes Leben angeht... die würde ich dann doch lieber abgeben.
Mach du, bitte, Gott!
Ich trau mich nicht.
Ich habe Angst, Fehler zu machen.
Habe Angst, zu versagen.
Dass das alles eine Schnapsidee ist, ein Desaster wird, meine Träume zerschmettert.
Mach du, bitte, Gott, ich kann das nicht allein.

Das ist es, was hinter meiner Prokrastination steckt.
Und hinter Gottes Schweigen.

Ich weiß, Gott könnte das alles für mich machen.
Mit dem Finger schnippen und - zack - fertig.
Das wäre so schön. So schön einfach.
Und manchmal passiert es auch, genau so.

Aber nicht hier und jetzt, nicht für mich. So funktioniert das nicht. 
Gott ist mein Vater, und ich habe den Eindruck, dass er mich gerade ein bisschen zur Selbstständigkeit erziehen will. Er hat mich ausgerüstet mit so vielen Dingen - eigentlich habe ich alles, was ich brauche, um loszulegen.

Ich darf mutig sein und anpacken und Verantwortung für mein Leben übernehmen.
Weil ich ja weiß, dass er bei mir ist!
Ich kann mich aufs Seil wagen, weil ich niemals tiefer fallen kann als in seine Hand.

Ein stehendes Auto kann man nicht steuern, sagt man.
Solange ich mich nicht bewege, kann Gott mich auch nicht führen.

Gott ist nicht Gott, um mir das Leben möglichst bequem und angenehm zu gestalten, um mir alle nervigen Tätigkeiten abzunehmen. Das kann ich schön selbst machen! Aber immer gern mit ihm zusammen.


Ja, es kommt vor, dass Gott schweigt.
Aber  manchmal wartet er einfach nur darauf, dass wir das umsetzen, was er uns schon längst gesagt hat...











Freitag, 18. Mai 2018

1000 Fragen (#18 und 19)




341. Worüber kannst du dich immer wieder aufregen?
Och, über rücksichtslose Autofahrer und den fehlenden sicheren Fußgängerüberweg auf unserer täglichen Strecke zur Kita, über Waffennarren in den USA, über globale Ungerechtigkeit, Menschen, die einfach nicht zuhören können und total uneinsichtig sind... da gehen mir die Themen nicht aus ;-)

342. Kann jede Beziehung gerettet werden?
Nein. Aber ich glaube, dass viele Beziehungen eine Chance hätten, wenn beide Partner ihr diese geben und um ihre Liebe kämpfen würden.

343. Mit welchem Körperteil bist du total zufrieden?
Mit meinen Händen. 

344. Womit hältst du dein Leben spannend?
Das übernehmen meine Hormone und meine Kinder für mich.

345. Kannst du unter Druck gute Leistungen bringen?
Ja. Vielleicht brauche ich sogar einen gewissen Druck, um überhaupt "Leistung" zu erbringen (wobei ich dem Begriff "Leistung" mittlerweile etwas skeptisch gegenüber stehe).

346. Welche Lebensphase hast du als besonders angenehm empfunden?
Die Jahre nach der Schule: das Auslandsjahr und die Studienjahre, Hochzeit und junge Ehe... Ich hatte viel Freiheit und noch relativ wenige Verpflichtungen, tiefe Freundschaften, schöne Aufgaben, habe viel gelernt und ausprobiert, konnte reisen und auch mal in den Tag hinein leben.

347. Findest du andere Menschen genauso wertvoll wie dich selbst?
In der Theorie natürlich Ja. Aber in der Praxis siegt dann doch oft mal der Egoismus, der nach dem Prinzip handelt: Meine Bedürfnisse und Interessen sind wichtiger als die der anderen...

348. Hast du immer eine Wahl?
Ja, ich glaube schon. Wenigstens die, wie ich mit einer Situation, die ich nicht ändern kann, umgehe.

349. Welche Jahreszeit magst du am liebsten?
Ich mag wirklich alle Jahreszeiten gern, und die Abwechslung, die sich uns immer wieder bietet: Am Frühling liebe ich die zarte Wärme und die kräftigen Farben, den Neuanfang und die Auferstehung; der Sommer ist schön wegen seiner lauen Abende, dem Schwimmen im See und den erfrischenden Wassermelonen; am Herbst mag ich die Gemütlichkeit in der Wohnung, Kürbisse und die erdigen Farben; und den Winter möchte ich nicht missen, weil wir da Weihnachten feiern.

350. Wie hättest du heißen wollen, wenn du deinen Namen selbst hättest aussuchen dürfen?
Ich hätte mir vielleicht einen etwas ungewöhnlicheren Namen ausgesucht, zum Beispiel Tirza oder Salome oder Noemi. Miriam gefällt mir auch sehr. Aber ich finde, mit Rebekka haben meine Eltern das schon sehr gut gemacht!

351. Wie eitel bist du?
Ich hoffe, in einem gesunden Maße.

352. Folgst du eher deinem Herzen oder deinem Verstand?
Definitiv meinem Herzen, obwohl ich mich vor Entscheidungen auch oft hinsetze, um eine Pro-Contra-Liste anzufertigen.

353. Welches Risiko bist du zuletzt eingegangen?
Ich lasse meinen Blog trotz DSGVO online. Hui!

354. Übernimmst du häufig eine Gesprächsführung?
Ja, ich glaube schon. Und das finde ich eigentlich nicht so gut...

355. Welchem fiktiven Charakter aus einer Fernsehserie ähnelst du?
Hm, keine Ahnung. Das kann man selbst vielleicht nicht so gut beurteilen.

356. Was darf bei einem guten Fest nicht fehlen?
Gute Freunde. Musik. Leckeres Essen. Wertschätzung. Schönheit. Kreativität. Lachen. Blumen. Ausgelassenheit. Sekt. Liebe.

357. Fällt es dir leicht, Komplimente anzunehmen?
Ich werde besser darin, auf Komplimente lächelnd, mit einem "Danke" zu reagieren. Aber bei weitem nicht alle Komplimente erreichen auch mein Herz.

358. Wie gut achtest du auf deine Gesundheit?
Nicht so gut wie ich sollte. Mir wird gerade mehr und mehr bewusst, dass ich eine sehr distanzierte Beziehung zu meinem Körper habe, dass ich gar nicht genau weiß, was er kann und braucht, und dass ich mich intensiver mit ihm auseinandersetzen muss. Mein Körper ist mehr als nur meine (lästige) Hülle!

359. Welchen Stellenwert nimmt Sex in deinem Leben ein?
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Sex ein wichtiger "Kitt" für die romantische Beziehung ist, ein kostbares Mittel, um Nähe herzustellen und zu wahren. Ich denke, dass das stimmt. Sex ist nicht das Wichtigste im Leben und auch nicht in einer Beziehung, aber die Bedeutung von Sex für eine Ehe sollte man nicht unterschätzen.
Und Sex macht einfach Spaß... 

360. Wie verbringst du am liebsten deinen Urlaub?
Unser letzter Urlaub kommt meiner Idealvorstellung eigentlich schon sehr nah: Ein guter Mix aus Städtetrip und Strandurlaub, Natur und Kultur, Entspannung und Abenteuer. Nur am Strand liegen ist mir auf Dauer zu langweilig, pulsierendes Stadtleben habe ich auch in Berlin genug. Im Urlaub brauche ich viel Natur. Das Meer ist ein Muss, habe ich gemerkt. Ich liebe das Meer und verbinde es u.a. stark mit Urlaub und Erholung.
Sonnenschein ist auch wichtig, aber bitte nicht zu heiß - 20-25 Grad reichen mir völlig.
Was mir bei aller schönen und wertvollen Familienzeit im letzten Urlaub fehlte, waren Zeiten für mich allein und vor allem Zeiten allein mit meinem Mann.

361. Was war deine schlimmste Lüge?
Da fällt mir - ungelogen - keine ein...

362. Erweiterst du deine eigenen Grenzen?
Als mir bewusst wurde, dass ich hochsensibel bin, fing ich an, meine Grenzen neu abzustecken und besser darauf zu achten, dass sie eingehalten werden. Auf diese Weise gelingt es mir etwas besser, mich vor Überreizung zu schützen. Jetzt möchte ich mehr und mehr versuchen, "mein Gebiet" zu erweitern und wieder mehr zu wagen. Denn ich glaube schon, dass da noch mehr geht. Immer ein kleines bisschen mehr.

363. Kannst du gut Witze erzählen?
Es geht so. Ich kann mir vor allem keine Witze merken...

364. Welches Lied handelt von dir?
"Kein Schwein ruft mich an..."(kleiner Scherz mit viel Wahrheit)

365. Welche kleinen Dinge kannst du genießen?
Kleine Berührungen, Umarmungen und Küsse meiner Kinder (und natürlich die meines Mannes). Erdbeeren. Ein neues Buch. Frische Blumen. Vor allem Schönheit, die kann ich auch im Kleinen entdecken und mich daran freuen.

366. Wofür darf man dich nachts wecken?
Siehe Frage 359...

367. Was würdest du gern an deinem Äußeren ändern?
Dauerhaft 10-15kg leichter sein.

368. Was soll bei deiner Beerdigung mal über dich gesagt werden?
Dass ich in der Liebe gewachsen bin und dass Jesus sichtbar in mir gelebt hat. Dass ich gute Spuren im Leben anderer Menschen hinterlassen habe. Dass ich ehrlich und authentisch und für andere da war. Dass ich in der freudigen Hoffnung auf ein Wiedersehen im Himmel gegangen bin.

369. Lässt du dich leicht zum Narren halten?
Ja...

370. Was würdest du gern mal tun, vorausgesetzt, dass es keinesfalls schiefgehen könnte?
Ich habe wirklich keinen guten Gleichgewichtssinn, aber wenn es auf keinen Fall schiefgehen könnte, würde ich gern hoch oben zwischen zwei Wolkenkratzern oder Türmen auf einem Seil balancieren. Verrückt, dass mir ausgerechnet DAS spontan eingefallen ist...

371. Muss man immer alles sagen dürfen?
Nein, bloß nicht!

372. Wem solltest du mehr Aufmerksamkeit schenken?
Meinem Mann und meinen Kindern. Dem Heiligen Geist. Meinem eigenen Körper. Der Schönheit, die mich täglich umgibt...

373. Kannst du gut loslassen?
Nein. Ich bin ein Kontroll-Freak. Schlimm...

374. Wofür bist du dankbar?
Für so vieles! Für meine Familie, für Freunde und unsere Gemeinde. Dafür, dass ich Jesus kennen und mit ihm unterwegs sein darf. Für unser Zuhause. Für Schönheit und Kreativität. Für herzensgute Menschen und liebe Kommentare. Für den Sonnenschein. Für Blumen, Farben, Erdbeeren, Musik... Dafür, dass wir in Frieden und Freiheit leben können und es uns so gut geht! ...

375. Sind Komplimente von Leuten, die du nicht gut kennst, wichtig für dich?
Hm, ich glaube, mir kommt es bei Komplimenten eher darauf an, ob jemand in dem entsprechenden Bereich kompetent ist. Ein Kompliment einer bekannten Künstlerin zu einem meiner Bilder wäre mir, glaube ich, schon ziemlich wichtig, auch wenn ich sie nicht persönlich kenne.

376. Vor welchem Tier hast du Angst?
Ehrlich gesagt, vor Hunden und vor Katzen. Aber absolut nicht vor Spinnen.

377. Weswegen warst du zuletzt vollkommen verwirrt?
Wegen der DSGVO.

378. Was hast du immer im Kühlschrank?
Buttermilch (zum Pancakes machen). Ahornsirup (für die fertigen Pancakes). Senf, Sojasauce, Ketchup. Ein Kühlpack. Und ein paar schrumpelige Karotten.

379. Genierst du dich dafür, dass du bestimmte TV-Sendungen schaust?
Ja... Aber anscheinend nicht genug, um damit aufzuhören.

380. Wann hattest du die beste Zeit deines Lebens?
Die habe ich immer wieder neu, Gott sei Dank!




Mittwoch, 16. Mai 2018

Portugal mit Kindern

Teil 1: Lissabon


Als mein Liebster und ich 2010 - damals noch ohne Kinder - zum ersten Mal Lissabon besuchten, war ich sofort verliebt in diese wunderschöne Stadt! Die prachtvollen Häuser mit Azulejo- (Kachel-)Fassaden, der Tejo, das goldene Licht, die Fado-Musik, die kleinen Gässchen, die terrakotta-farbenen Dächer, die majestätische Burg, die vielen fantastischen Aussichtspunkte - und nicht zu vergessen: Pasteis de nata und Galão (portugiesische Törtchen und Milchkaffee)... all das zog uns sofort in seinen Bann!
Für uns stand fest, dass wir unbedingt noch einmal nach Lissabon reisen wollten. Acht Jahre mussten wir auf das Wiedersehen warten: Mitte April flogen wir als Familie in Portugals Hauptstadt.
Und: Ich liebe Lissabon immer noch! Es hat für mich nichts von seinem Zauber verloren.

Aber mit Kindern ist man natürlich ganz anders unterwegs. Unsere Kinder interessierten sich nicht für architektonische Meisterwerke oder traumhafte Aussichten und das viele bergauf-laufen sagte ihnen auch nicht besonders zu (obwohl ich sagen muss, dass sie auch das ganz hervorragend gemeistert haben!). Und doch hat Lissabon auch für Kinder viel Interessantes zu bieten - davon möchte ich euch heute ein bisschen erzählen.




Kinder vor!

Pasteis de nata!

Dass die Portugiesen kinderfreundlich sind, lasen wir schon in unserem Reiseführer und auf diversen Blogs. Das können wir unbedingt so bestätigen! Kinderfreundlichkeit bedeutet in Portugal nicht nur, dass man Kindern allgemein freundlich und herzlich begegnet (und ihnen auch gern mal über den Kopf streicht oder sie in die Wange kneift...), sondern auch, dass Familien mit Kindern überall bevorzugt behandelt werden. Anstatt stundenlang in einer Warteschlange zu stehen, darf man mit den Kleinen sofort nach vorne an den "Priority"-Schalter. Dieses Prinzip gilt eigentlich überall, sogar am Flughafen. Das hat uns wirklich viel Zeit und Nerven gespart!


Castelo de São Jorge



Unser erster Ausflug führte uns direkt rauf zur Burg. Auch hier wurde uns die Wartezeit drastisch verkürzt und wir konnten gleich das weitläufige Gelände erkunden. Für uns Erwachsene war die Aussicht das Allerbeste: Wir konnten uns kaum sattsehen an dem terrakotta-farbenen Dächermeer, dem riesigen Fluss, der Brücke und und an der Jesus-Statue am anderen Flussufer. Wir hatten aber auch ein fantastisches Wetter an diesem Tag!
Für die Kinder war die Burg vor allem ein gigantischer Spielplatz: Sie ritten auf den überall herumstehenden Kanonen, kletterten auf uralten Olivenbäumen herum und spielten "Zuhause" zwischen zerfallenen Mauern. Faszinierend waren auch die Pfauen, die oben in den Bäumen saßen und ständig riefen: "Au, au, ich bin der schönste Pfau!" (O-Ton meines Sohnes).
Ein bisschen Nervenkitzel gab es natürlich auch, hoch oben beim Umrunden der Burgmauer und der Türme: Rechts und links ging es mehrere Meter nach unten und so umklammerten wir die Hände der Kinder extra fest.


Eine Fahrt mit der Eléctrico 28



Nach so viel Spielen und Klettern waren wir alle froh, ein bisschen durch die Stadt geschaukelt zu werden - noch dazu mit der berühmten Tram 28! Das Schwierigste daran war für uns, herauszufinden, wohin die Eléctrico uns fahren würde und einen Wagen zu erwischen, der nicht total überfüllt war. Schließlich hatten wir Glück und genossen den angenehmen Fahrtwind, das urige Fahrgefühl und den Blick auf die wunderschöne Stadt.
Überhaupt sind Fahrten mit der Tram, einem Mini-Bus oder auch der U-Bahn abenteuerlich und gleichzeitig kräfteschonend. Wir haben uns für jeden Tag ein 24-Stunden-Ticket gekauft, welches für alle Verkehrsmittel gilt und einfach praktisch ist. Trotzdem sind wir vor allem gelaufen - so erkundet man eine Stadt einfach am besten (auch mit Kindern)!

 

Praça do Comércio und der Tejo


Am späten Nachmittag führte uns unser Weg zur berühmten, weitläufigen Praça do Comércio am Tejo-Ufer. Hier hatten die Kinder (O Wunder!) wieder ganz viel Energie und rannten über den ganzen Platz. Dann gingen wir weiter an den Fluss. Während der Ebbe hatte ein Sandkünstler hier einen Elefanten geformt. Wir setzten uns auf die Stufen und beobachteten, wie der zurückkehrende Fluss leise brausend das Sandkunstwerk langsam überflutete und wegspülte. Im Hintergrund spielte jemand Gitarre, der Wind zerzauste uns das Haar und die langsam sinkende Sonne ließ das Wasser funkeln. Ein unvergesslicher Moment!


Jardim da Estrela


Am nächsten Tag stand dann endlich ein Spielplatz-Besuch auf dem Programm! Spielplätze sind in Lissabon eher rar gesät, aber wir haben es doch geschafft, drei verschiedene an zwei Tagen zu besuchen. Der größte und schönste davon befindet sich im Jardim da Estrela, einer ruhigen Parkanlage westlich des Stadtzentrums. Auch ohne Kinder lohnt es sich, hierher zu kommen, wenn man den Großstadttrubel satt hat und ein bisschen Ruhe und Natur genießen möchte. Besonders faszinierend fand ich die winzige Park-Bücherei; die Kinder dagegen staunten wohl am meisten über den gigantischen Gummibaum!




Miradouro da Graça (und noch ein Spielplatz!)


hoch über den Häusern liegt der Aussichtspunkt (da, wo die Baumwipfel hervorspitzen)
von hier aus hat man einen tollen Blick auf die Burg und über die Stadt

Nach so viel Spielen und Erholung wollten wir Großen aber noch einmal hoch hinaus und erklommen  mit den Kindern im Schlepptau den Aussichtspunkt Miradouro da Graça. Oben angekommen, hatte sich die ganze Mühe absolut gelohnt - sogar die beiden Kinder fanden den Blick auf die Burg und über die Stadt faszinierend. Ich holte mein Skizzenbuch und den Aquarellkasten heraus, während mein Mann und die Kinder die Kirche (nach der der Hügel benannt ist) besichtigten.
Von einer netten Eisverkäuferin hatten wir den Tipp bekommen, von oben nach einem Spielplatz am Fuß des Hügels Ausschau zu halten - und tatsächlich: Der zweite Spielplatz-Besuch des Tages war gesichert :)


Miradouro da Graça mit Kirche - und Spielplatz...



Unsere zwei Tage in Lissabon waren vollgepackt, wunderschön und sehr anstrengend! Wir haben viel erlebt - und doch so vieles nicht gemacht und gesehen. Ich hätte z.B. gern das Nationale Azulejo-Museum besucht. Wir hätten zur Jesus-Statue auf die andere Tejo-Seite fahren können, oder nach Belém, oder hätten bei Regen Fische im Oceanário gezählt... Ein Fado-Lokal hätte ich gern von innen gesehen, um der gesungenen saudade zu lauschen, wäre mit dem Elevador Santa Justa gefahren, und einfach noch viel länger durch die Straßen dieser zauberhaften Stadt geschlendert.








Wir haben also noch einige Gründe, Lissabon noch einen dritten (und vierten...) Besuch abzustatten. Mit unseren Kindern oder ohne sie - wer weiß?

Von Lissabon aus führte uns unsere Reise mit dem Mietauto weiter bis an die spanische Grenze - davon erzähle ich euch in meinem nächsten Portugal-Post. Wenn ihr mögt ;-)

 

 







Montag, 14. Mai 2018

DSGVO und so...



In wenigen Tagen, am 25. Mai, tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU in Kraft - vielleicht habt ihr auf dem einen oder anderen Blog schon darüber gelesen oder sogar festgestellt, dass einige Blogger ihre Seite deswegen aufgeben.
Ich habe mich in  den letzten Wochen ein bisschen mit dem Thema auseinandergesetzt, denn diese Verordnung betrifft auch kleine, private Blogs - eigentlich jeden, der eine öffentlich zugängliche Seite im Internet hat. Zuerst war ich total überwältigt von all den Begriffen und To-Dos, die auf mich einströmten, und ich überlegte kurz, meinen Blog offline zu nehmen, um ganz sicher zu gehen.
Aber dann wurde mir klar, was mir fehlen würde ohne meinen Blog, ohne das Teilen und den Austausch mit euch! Wenn ich tatsächlich einmal aufhören werde mit dem öffentlichen Schreiben, dann nur, weil ich keine Lust mehr darauf habe und nicht, weil mich irgendwelche Verordungen abschrecken.

Als Konsequenz musste ich also in den sauren Apfel beißen, mich in die Materie einlesen und anfangen zu verstehen, was hinter den Kulissen meines Blogs überhaupt so passiert.
Bei meiner Recherche stieß ich zuerst auf diesen Artikel, der sehr ausführlich viele verschiedene Aspekte beleuchtet. Bei meinen anschließenden Blog-Anpassungen habe ich mich dann allerdings ausschließlich an Sunnys Hinweisen orientiert; sie hat gleich vier Artikel zur DSGVO speziell für Blogspot-Blogs verfasst, die mir fundiert erscheinen und sehr hilfreich sind.

Konkret habe ich folgendes unternommen, um meinen Blog DSGVO-fit zu machen:

1. SSL-Verschlüsselung: Ein rechtskonformer Blog braucht eine sichere, verschlüsselte Verbindung, die ihr an den Buchstaben "https" erkennen könnt. Diesen Punkt habe ich als erstes umgesetzt, weil das so schön schnell und einfach ging ;-)

2. Datenschutzerklärung und Impressum: Diese beiden Menü-Punkte sind Pflicht, und deshalb habe ich sie jetzt auch. Ihr findet sie in der rechten Seitenleiste und könnt von jeder Blogseite aus darauf zugreifen (das ist wichtig). Eine Datenschutzerklärung kann man sich kostenlos erstellen lassen, zum Beispiel hier.

3. Keine Google-Fonts! Ursprünglich habe ich (unwissentlich...) in den Überschriften eine Schriftart verwendet, die bei jedem Öffnen meines Blogs direkt vom Google-Server nachgeladen wird und deshalb datenschutztechnisch problematisch ist. Um die ganze Sache zu vereinfachen, verwende ich nun keine Google-Fonts mehr. Schade.

4. Kein "folgen per E-Mail"-Button mehr: Bisher konntet ihr meinen Blog abonnieren und euch neue Blogposts per Mail zuschicken lassen. Um ganz sicher zu gehen, habe ich diese Funktion entfernt.

5. Neuer Kommentar-Hinweis: Bei diesem Punkt hoffe ich, dass Google als Host dieser Seite bald selbstständig einen Hinweis einfügt, dass die Leserin vor Abschicken eines Kommentars die Datenschutzerklärung anerkennen muss. Ich habe als Übergangslösung einen eigenen Text formuliert.

6. Cookie-Hinweis: Auch den Cookie-Hinweis muss Google der DSGVO-entsprechend umformulieren; der bisherige Text reicht m.E. ab dem 25. Mai nicht mehr aus.


So weit, so gut - hoffe ich.
Falls ihr euch auch schon mit der Materie vertraut gemacht habt und feststellt, dass ich einen wichtigen Punkt vergessen habe, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mich darauf aufmerksam macht!

Für eines war dieser ganze Stress jedenfalls gut: Ich habe mich zum ersten Mal intensiver mit dem beschäftigt, was ich hier eigentlich mache und was ein Blog alles kann.
Und ich habe gemerkt, wie wichtig mir GottNaheGlücklich ist.

Danke, dass ihr da seid! Habt es fein, ihr Lieben!





Freitag, 4. Mai 2018

1000 Fragen (#17)



321. Was gibt deinem Leben Sinn?
Das Wissen, dass ich gewollt und geliebt bin, dass Gott mich in seiner Hand hält und gute Gedanken für mein Leben hat.

322. Was hättest du gern frühzeitiger gewusst?
Dass ich eigentlich nur eine Künstlerin sein will. Dann hätte ich mich für ein anderes Studium entschieden und diesen Weg geradliniger verfolgt.  Aber wer weiß, wofür es gut ist.

323. Wie alt fühlst du dich?
Das schwankt. Wenn ich morgens mit Rückenschmerzen aufwache, fühle ich mich wie 60. Wenn ich mit den Kindern lache und herumtobe, fühle ich mich wie 5. Wenn ich mich in meinen Klamotten nicht wohlfühle und mich selbst nicht leiden kann, wie mit 13. Wenn mein Liebster und ich an einem lauen Sommerabend mit einem Glas Wein auf dem Balkon sitzen und reden, fühle ich mich wie 40. Und wenn wir ganz abenteuerlich Felsklippen erklimmen und oben angekommen aufs tosende Meer blicken, bin ich wieder 20...
Wenn wir daraus nun den Mittelwert bilden, sind wir bei einem Alter von 27,6. Das kommt ganz gut hin, würde ich sagen.

324. Was siehst du, wenn du in den Spiegel schaust?
Mich. So, wie ich mir am besten gefalle (zumindest besser als auf den meisten Fotos).

325. Kannst du gut zuhören?
Hm. Ich denke, das müssen die anderen entscheiden.

326. Welche Frage wurde dir schon zu häufig gestellt?
Warum? (von meinen Kindern ;-))

327. Ist alles möglich?
Ja. Bei Gott ist alles möglich. Daran glaube ich ganz fest.

328. Hängst du an Traditionen?
Ja, sehr. Das können auch kleine Dinge sein wie: Freitagabend gibt es bei uns immer Pizza. Ich finde Traditionen einfach schön und wichtig, sie geben unserem Alltag, unserem ganzen Leben Struktur, und wir haben immer etwas, auf das wir uns freuen können.

329. Kennt jemand deine finstersten Gedanken?
Jein. Ich habe ja schon einiges hier auf dem Blog geteilt, ich spreche auch mit meinem Mann und mit Freundinnen über vieles, über Finsteres. Aber die allerschwärzesten Gedanken vertraue ich nur meinem Tagebuch und Jesus an.

330. Wie sieht für dich der ideale Partner aus?
Diese Frage finde ich fast gefährlich... so etwas wie einen "idealen" Partner gibt es einfach nicht. Ich bin ja auch nicht die "ideale" Partnerin für meinen Liebsten.
Aber was ich wichtig finde, ist ein gemeinsames Fundament und Wertesystem (in unserem Fall ist das der Glaube), außerdem Humor und die Möglichkeit, sich tiefgehend über Gott und die Welt und alles darin unterhalten zu können. Was meinen Mann für mich "ideal" macht, ist daneben auch und vor allem seine unerschütterliche Liebe und seine bedingungslose Unterstützung. Ich kann ihm vertrauen und mich auf ihn verlassen. 

331. Wonach sehnst du dich?
Nach Veränderung.

332. Bist du mutig?
Nicht besonders, glaube ich... zumindest habe ich vor einigen Dingen Angst, die anderen Menschen weniger Probleme bereiten (Hunde, Sprungbretter jeder Höhe im Schwimmbad, Feuerzeuge, kurvige Straßen mit steilen Abgründen...).
Was mich mutig macht, ist eher meine Ehrlichkeit und Offenheit und dass ich versuche, meinen Weg zu gehen, auch wenn er nicht unbedingt der bequemste ist.

333. Gibt es für alles einen richtigen Ort und eine richtige Zeit?
"Ein jegliches hat seine Zeit" - an diesem Abschnitt aus Prediger 3 ist viel Wahrheit dran! Wir haben viel weniger Kontrolle über unser Leben, als wir glauben möchten.
Manchmal reibe ich mich daran, dass jetzt offensichtlich nicht die Zeit für bestimmte Dinge ist, die ich mir aber sehr wünsche. Aber der Gedanke, dass die Zeit dafür noch (bzw. wieder) kommt, tröstet mich auch. Und ich bin herausgefordert, herauszufinden, wofür hier und jetzt die richtige Zeit ist, und dementsprechend zu leben.

334. Wofür bist du dir zu schade?
Das finde ich eine schwierige Frage, zu der mir gerade nichts einfällt. 

335. Könntest du ein Jahr ohne andere Menschen aushalten?
Schwierig... So sehr ich Zeiten für mich allein genieße, so froh bin ich dann aber auch, wenn sie vorbei sind und ich meine Lieben wieder habe. 

336. Wann warst du zuletzt stolz auf dich?
Gestern Abend, als ich mich mit der neuen EU-Datenschutzverordnung und ihren Konsequenzen für meinen Blog auseinandergesetzt habe. Ich bin noch nicht durch damit, und es macht echt keinen Spaß, aber ich beiße mich durch und kriege das irgendwie hin.

337. Bist du noch die Gleiche wie früher?
Im Großen und Ganzen Ja. Irgendwie bin ich immer noch das lebenslustige, kreative Kind, der verunsicherte Teenager, die durchstrukturierte Studentin... Der Wesenskern verändert sich wohl weniger als wir denken.
Und trotzdem hat mich das Mutter-Werden verändert. Auf eine ganz fundamentale Weise. Da gibt es kein Zurück mehr, das kann man nicht mehr ablegen - und das finde ich auch gut so!

338. Warum hast du dich für die Arbeit entschieden, die du jetzt machst?
Ich habe überlegt, welche Prioritäten ich in meinem Leben setze, und die sehen aktuell so aus: Kinder, Kunst und Kirche. Ich möchte für meine Familie da sein, mich mit meinen Möglichkeiten und Fähigkeiten für das Reich Gottes einsetzen und meinen kreativen Leidenschaften nachgehen können.

339. Welche schlechte Angewohnheit hast du?
Süßigkeiten essen...

340. Verfolgst du deinen eigenen Weg? 
Ich hoffe immer, dass der Weg, auf dem ich unterwegs bin, auch Gottes Weg für mich ist. Er hat da vielleicht gar nicht so krasse, konkrete Vorstellungen oder Pläne (da gehen die Meinungen ja sehr auseinander), aber es ist mir trotzdem sehr wichtig, seinen Willen zu tun, im Kleinen wie im Großen.
Ja, ich verfolge meinen eigenen Weg, treffe eigene Entscheidungen und handle meinen Wünschen und Träumen entsprechend. Aber in all dem bin ich mir bewusst, dass Gott es ist, der mein Leben in der Hand hält, der mich führt und mich ans Ziel bringt - auf welchen Wegen auch immer.



PS: Vielen Dank für alle bisherigen Kommentare zu meinem Jubiläums-Post!
Bis zum 7. Mai könnt ihr noch kommentieren und ein persönliches Handlettering gewinnen :)