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Montag, 24. Dezember 2018

24. Türchen


24. Türchen: Ein Gedanke zum Warten - und ein kleines Weihnachtsgeschenk für euch!










Dieses Weihnachten ist mein drittes mit Kinderwunsch.
Auch wenn der Gedanke daran, gerade kein Kind in mir zu tragen, nicht mehr so schmerzhaft ist, wie er einmal war - das Warten bleibt.
Ich bin und bleibe eine Wartende.

Damit bin ich nicht allein.
Wir alle warten auf das eine oder andere,
mehr oder weniger dringend,
mehr oder weniger sehnsüchtig.

Vor Kurzem habe ich einen interessanten Gedanken gehört, der mich seitdem beschäftigt, und den ich euch an diesem letzten Tag des Advents mitgeben möchte:

"Beim Warten kommt es nicht so sehr darauf an, ob ich das, worauf ich warte, auch bekomme -
die Frage ist vielmehr, welche Person ich werde, während ich warte."

Was macht das Warten mit mir?
Wie warte ich?
Werde ich bitter, zynisch, misstrauisch?
Oder reifer, empathischer, vertrauensvoller?
Gebe ich auf oder halte ich durch?
(Und bedeutet loslassen automatisch aufgeben?)

"Warten verwandelt uns" - das habe ich mal bei Christina Brudereck gehört.

Die Frage ist nur, in wen oder was.

Ich weiß, dass mein über zweijähriges Warten mich verändert hat.
Jesus und ich, wir haben verschiedene Phasen durchschritten.
Gemeinsam.
Und ich glaube, darauf kommt es an.

Dass wir zusammen mit Jesus warten.
Und dass wir auf Ihn warten.
Voller Vertrauen und Hoffnung und Freude.


Das Beste kommt noch.
Dessen bin ich gewiss.

Wir sind nicht nur Wartende.
(Wir warten nicht auf Godot!) 

Wir sind Erwartende,
und das macht doch einen ziemlichen Unterschied!



Danke, dass ihr in diesem Advent mit mir zusammen unterwegs wart - es war mir eine Freude!

Als Dankeschön und als kleines Weihnachtsgeschenk habe ich ein letztes Freebie für euch vorbereitet: Mein erstes selbst erstelltes seamless pattern - ein weihnachtliches Muster, das ihr euch als Geschenkpapier ausdrucken oder für andere Basteleien verwenden könnt.


Freebie Geschenkpapier



Ihr dürft es euch gern herunterladen und ausdrucken -für euren privaten Gebrauch.

Gesegnete Weihnachten euch allen!




Sonntag, 23. Dezember 2018

23. Türchen


23. Türchen: Das Abenteuer der Weihnacht


Jeden Abend feiern wir mit unseren Kindern Advent. Wir zünden die Kerzen am Adventskranz an, singen Weihnachtslieder und lesen eine fortlaufende Geschichte.

Es ist eine schöne Geschichte mit toll illustrierten Bildern; die biblische Weihnachtsgeschichte wird kindgerecht erzählt - Marias Verlobung mit Josef, die Ankündigung des Engels, ihre beschwerliche Reise nach Bethlehem und dann, in einem ärmlichen Stall, die Geburt Jesu.

In der Geschichte sind alle nett zueinander. Die einzige negative Figur ist der Herold, welcher alle Bewohner Nazareths auffordert, sich in ihrer Geburtsstadt zählen zu lassen. Abgesehen davon sind wirklich alle sehr nett.
Marias vorhochzeitliche Schwangerschaft ist für Josef überhaupt kein Problem.
Maria reitet tapfer auf einem Esel und beklagt sich kein einziges Mal.
Die Frau eines Wirtes zeigt dem heiligen Paar ihren Stall und bringt ihnen sogar Essen vorbei.
Die Geburt Jesu dauert gefühlte zwei Minuten und verläuft ohne Komplikationen.
Das Jesuskind ist (oh Wunder!) blondgelockt und lächelt seine Mutter an, anstatt zu weinen...

Ja, es ist eine Kindergeschichte.

Und doch... mir ist sie trotzdem zu süßlich, zu glatt, zu einfach.

Wenn alle so nett und freundlich zueinander wären, wenn die Welt ein solch gastlicher Ort wäre - dann hätte Jesus gar nicht kommen müssen. Und ich glaube, das auch Kinder das schon verstehen können. Dass auch sie spüren und erleben, dass unsere Welt zerbrochen ist.

Meine Kinder sind noch klein und sie werden die Weihnachtsgeschichte noch oft lesen. Sie werden Predigten darüber hören und viele verschiedene Interpretationen und irgendwann wird sich ihnen, so hoffe ich, ein komplexeres Bild auftun über die Geschehnisse von damals.


Advent, das bedeutet Ankunft.
Vielleicht kommt das Wort aber auch von adventure. Abenteuer. Könnte doch sein...

Der allererste Advent war adventurous. Abenteuerlich.
Für Maria und Josef.
Für tausende andere, die ebenfalls unterwegs waren.
Für das kleine Jesuskind, das vom Himmel auf die Erde kam, in Windeln gewickelt und in eine Futterkrippe gelegt wurde.
Das, nur wenige Wochen alt, zum Flüchtling wurde.

Gott wird Mensch - was für ein Abenteuer!

Abenteuerlich auch für die Hirten und für die Weisen aus dem Morgenland.

Sie alle hatten es nicht leicht.
Die Welt, in der sie sich bewegten, war nicht immer freundlich zu ihnen.
Sie erlebten Schwierigkeiten, Anfeindungen, Abweisung, Ausgrenzung, Zweifel, Verfolgung, Angst, Schmerz.

Ganz genau wie wir.
Auch für uns verläuft die Advents- und Weihnachtszeit nicht immer so glatt und harmonisch wie wir es gerne hätten.
Krankheit, Tod, Arbeitslosigkeit, Sorgen, Streit und Stress sind auch im Advent eine Realität.

Jeder von uns erlebt seine eigenen Adventures...

(Und auch Heiligabend kann abenteuerlich verlaufen.)

Mittendrin im Adventure ist Jesus.
Das Gottkind in der Krippe.
Einer, der weiß, was es heißt, fern der Heimat zu sein.
Der Armut kennt, Kälte und Schmerz,
und dass die Dinge nicht so laufen wie erträumt.
(Maria und Josef hatten sich die Geburt ihres ersten Kindes sicher ganz anders vorgestellt.)

Der all seinen Reichtum, all seine Macht freiwillig hergegeben hat um uns nah zu sein.
So nah wie es nur geht.
So menschlich wie nur möglich.
Geboren von der Jungfrau Maria...

Das liebe ich so sehr an Weihnachten!
Dass, wenn wir uns doch schon wieder streiten und das Essen anbrennt und die Geschenke nicht rechtzeitig ankommen und ich mich über mich selber ärgere, ich im selben Augenblick weiß:
Das alles kann Jesus nicht abschrecken.
Im Gegenteil: Genau deshalb, weil wir so sind, wie wir sind, ist er zu uns gekommen!
Weil wir uns streiten und Fehler machen und uns über uns selber ärgern und es nicht schaffen, auch nur annähernd "perfekt" zu sein.
Deshalb ist er gekommen - um uns zu erlösen.
Um uns zu sagen und zu zeigen, wie sehr wir geliebt sind.

Sein Abenteuer auf der Erde endete nicht im Stall.
Da fing es gerade erst an!
Jesus Adventure führte ihn bis ans Kreuz und ins Grab, hinab in das Reich der Toten und zurück ins Leben! Aus lauter Liebe zu uns.

Liebe ist ein Abenteuer!
Wer wüsste das besser als Jesus.

Sein Abenteuer mit uns geht weiter, jeden Tag.
Im Advent und auch sonst.

Wenn wir mit Jesus unterwegs sind, ist eigentlich jeden Tag Advent.
Weil wir auf seine Ankunft warten.
Und weil jeder Tag ein Adventure ist.

Ich wünsche mir mehr Geschichten, die das so erzählen.
Nicht nur für Kinder.




Samstag, 22. Dezember 2018

22. Türchen

{enthält eine Verlinkung/unbeauftragte Werbung}


22. Türchen: Eine Adventsmeditation (von Anne)


Ankommen


Advent, das bedeutet Ankunft.
Der Retter kommt an auf der Welt.
Die Botschaft kommt an in unseren Herzen.
Das Geschenk kommt gut bei der Familie an.
Das Päckchen kommt bei mir an.
Der verlorene Sohn kommt zu Hause bei seinem Vater an.
Das Flugzeug mit den Winterurlaubern kommt in wärmeren Gefilden an.

Fliehen wir vor etwas, wenn wir uns in dieser kalten Zeit nach Geschäftigkeit und Urlaub sehnen?
Kommen wir wirklich da an, wo unser Herz zur Ruhe kommt? Wo die Quelle des Lebens ist?

Ich wünsche mir, dass Gottes Geist mich an dem Zufluchtsort ankommen lässt. In meinem Herzen,
nah an Gottes Herz. Dass ich diesen Advent aus Kraft, Liebe und Besonnenheit schöpfen kann.
Liebe gebe, wenn nicht alles nach Plan läuft.

Kraft habe für Überstunden und das Leid, das andere oder mein eigenes Leben an mich herantragen.
Besonnenheit und Selbstbeherrschung, wenn meine Nervenstränge von den Umständen wie ein
Schlitten hin- und hergezerrt werden und ich lieber zu Lebkuchen und heißer Schokolade greifen
will, als die Situation mit Abstand und Bedacht zu beurteilen.

Ich komme an und stelle meinen Schlitten, der so voll beladen ist, auf dem Hof ab. Die Pferde, die
mit mir durch gingen, werden ruhig. Ich gebe den Ballast an den Hausherrn ab. Klopfe meine
schneenassen Stiefel auf der Matte ab, bevor ich frei und dankbar in mein Vaterhaus eintrete. Es ist
warm und hell erleuchtet. Es duftet und summt, es lebt. Hier bin ich und hier darf ich sein.
Angekommen bei ihm.






Dies war Annes letzter Beitrag zum Adventskalender. Vielen Dank, liebe Anne, für deine Unterstützung!

Lasst ihr doch gern einen Kommentar da; ich bin sicher, sie freut sich :)




Freitag, 21. Dezember 2018

21. Türchen


21. Türchen: Einblicke in mein Advent Art Journal



{enthält Verlinkungen}


Am 1. Dezember habe ich euch drei Last-Minute-Adventskalender-Ideen vorgestellt - eine davon war der kostenlose Advent-Journaling Adventskalender von Kasia.
Seitdem sind 20 Tage vergangen und mein kleines Advent Journal hat sich gut gefüllt. Ich habe es tatsächlich jeden Tag (bis auf einen...) geschafft, den kleinen Video-Clip mit dem Prompt anzuschauen und dann selbst eine Seite in meinem Journal zu gestalten. Jeden Tag habe ich mich auf diese kurze Auszeit gefreut, war gespannt auf den Prompt und auf Kasias Umsetzung.

Heute zeige ich euch, was dabei entstanden ist (zumindest von Tag 1-19).
Nicht alle Seiten gefallen mir.
Nicht immer habe ich mich konsequent an die Farbpalette gehalten, die ich zu Beginn festgelegt hatte.
Aber ich hatte Freude an jedem Tag, an jedem Moment des Malens, Zeichnens, Klebens, Schreibens.
Ich konnte kurz innehalten und das tun, was ich am liebsten mache.
Darauf kam es Kasia letztlich auch an, denke ich.


Dies ist mein Advent Journal:


 

















Wenige Tage noch - dann sind auch die letzten Seiten des schmalen Buches gefüllt und Heiligabend ist da. Ich werde die schönen kleinen Prompts vermissen (und hoffe auf eine Wiederholung im nächsten Jahr)!

Nach einigem Hin- und Herüberlegen habe ich mich übrigens doch entschieden, noch ein drittes Mal am Wanderlust-Kurs teilzunehmen und mir dieses Bündel an Inspiration zu gönnen. Auch wenn ich nicht mehr so viel Zeit habe, um mir alle Videos anzuschauen und alle Ideen umzusetzen - ich will weiterhin eine Lernende bleiben und meinen kreativen Horizont erweitern. Dafür ist Wanderlust genau das Richtige und ich freu mich jetzt richtig darauf, wenn es im Januar losgeht!


Danke euch allen für euer Feedback zum Adventskalender, für eure Kommentare, euer Mitmachen - und auch einfach fürs stille Mitlesen. Ich freu mich, dass ihr da seid!



Donnerstag, 20. Dezember 2018

20. Türchen


20. Türchen: Ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk - Kalender-Verlosung



Noch ist nicht Heiligabend - aber ich möchte euch trotzdem schon ein kleines Weihnachtsgeschenk machen: Wenn ihr die gratis Monatssprüche zum Download auf dem Blog mochtet, dann solltet ihr auf jeden Fall weiterlesen - denn ich verlose ein Exemplar meines Monatssprüche-2019-Kalenders!




Zuerst die wichtigsten Infos zum Kalender: A4-Format mit Spiralbindung, matter Bilderdruck auf 170g Papier, 13 Blätter (Titelseite und 12 Monate), Kalendarium mit Wochentagen.

Auf dem Titelblatt ist die illustrierte und geletterte Jahreslosung für 2019 zu sehen, die von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) ausgewählt wurde: "Suche Frieden und jage ihm nach!" (Psalm 34,15)

Und für jeden Monat des Jahres gibt es den entsprechenden Monatsspruch mit Aquarell-Illustration für euch.*






Wenn du einen Kalender gewinnen möchtest, für dich selbst oder zum Verschenken, dann musst du nichts weiter tun, als nur unten einen Kommentar zu hinterlassen oder mir bis morgen (21.12.) um 10 Uhr eine E-Mail an gottnahegluecklich[at]gmx.de zu schreiben:  
Worauf freust du dich ganz besonders im neuen Jahr? 

Aus allen Teilnehmerinnen werde ich eine Gewinnerin auslosen und dann benachrichtigen. **

Ich wünsche euch allen ganz viel Glück und freue mich auf zahlreiche Kommentare und Mails!
Habt einen gesegneten Tag, ihr Lieben!





*Das bedeutet natürlich, dass es 2019 keine Monatssprüche zum gratis-Download auf dem Blog geben wird!

** Rechtliche Hinweise zum Gewinnspiel: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden. Wenn die Gewinnerin sich nicht binnen 24 Stunden bei mir meldet, werde ich eine andere Gewinnerin auslosen.


Mittwoch, 19. Dezember 2018

19. Türchen


{enthält unbeauftragte Werbung}

19. Türchen: Schenken - Zeit statt Zeug


Hast du schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt - oder fehlen dir noch welche?

Bevor du dich jetzt hektisch durchs Internet klickst oder dich ins Getümmel in der Fußgängerzone stürzt, habe ich einen Tipp für dich, der dir ganz viel Stress erspart und bei den Beschenkten bestimmt für leuchtende Augen sorgt.

Verschenk doch mal dich selbst.
Verschenk ein bisschen Zeit mit dir.

Auf der Internetseite Zeit statt Zeug findest du ganz viele Ideen, wie das aussehen kann.
Außerdem kannst du direkt einen Gutschein für eine gemeinsame Aktion verschicken und einen eigenen Wunschzettel schreiben.

Ich finde die Idee total super und werde sie auf jeden Fall  umsetzen!




Dienstag, 18. Dezember 2018

18. Türchen



18. Türchen: Eine besondere Geschenkidee (von Anne)


Es gibt Menschen, die einfach nicht gerne Weihnachtskarten verschicken oder nicht wissen, wohin
damit, wenn sie sie gelesen haben. Vielleicht gehörst du zur ersten Sorte oder kennst jemanden, der
sich lieber über persönliche Worte freut. Ein Anruf wäre gut, aber lässt sich nicht immer in den
stressigen Adventsalltag einbauen.




Mein Vorschlag: Schreib dir eine Liste der Menschen, die du dieses Jahr zu Weihnachten mit einer
persönlichen Sprachnachricht beschenken möchtest. Das geht über WhatsApp oder indem du eine
Audiodatei aufnimmst und auf anderem Wege verschickst.
Sprich der jeweiligen Person Kraft, Mut und Freude zu und segne sie für die kommende Zeit! Bitte
Gott vorher vielleicht auch um einen Bibeltext für diesen Menschen, den du dann vorlesen kannst.
Wie schön ist es, wenn man so eine persönliche Nachricht bekommt, die von Gott geprägt ist und
die man zudem immer wieder anhören kann!
Viel Freude dabei.







Montag, 17. Dezember 2018

17. Türchen


17. Türchen: Allerlei schöne Geschenke und eine große Rabatt-Aktion im Shop!


Eine Woche noch bis Heiligabend! Höchste Zeit also, die letzten Weihnachtsgeschenke zu besorgen und Weihnachtskarten zu verschicken.
Um euch manch schwierige Entscheidung ein bisschen zu erleichtern, möchte ich euch heute ein paar Produkte aus meinem Shop vorstellen, die sich toll als Weihnachtsgeschenke machen - und euch einen Rabatt-Code verraten, der nur heute gilt :)
Um es euch leichter zu machen, habe ich bei jedem Produkt einen Direktlink zum Shop eingefügt.

Hier sind meine Geschenkideen:

...für Enkel, Nichten, Neffen und Nachbarskinder:

Ein hochwertiges, liebevoll illustriertes A4-Poster fürs Kinderzimmer! Derzeit könnt ihr aus drei Motiven wählen: 






... für Freunde, die frisch umgezogen sind und noch kahle Wände haben:

Original Kunstwerke - Mixed-Media-Leinwände in unterschiedlichen Größen und Ausführungen!








... für einen Menschen, der ein gutes Wort gebrauchen kann:

Eins von 13 handbemalten Tonschildern! Ein Tonschild kostet nicht viel, ist aber ein  persönliches und mutmachendes Geschenk.






... für eine Frau, die du schätzt und bewunderst:

Ein Original-Lettering, inspiriert von Sprüche 31:

Lady Wisdom
Lady Charity
Lady Dignity



... für Männer (und Switchfoot-Liebhaber):

Eine Mixed-Media-Leinwand mit Switchfoot-Songtexten!

Live it well
Hope is the anthem



... für eigentlich alle:

Ein schön illustrierter Wandkalender mit den Monatssprüchen für 2019.






Ich bedanke mich bei euch für jede Bestellung, für jedes Herzchen und jede Bewertung auf etsy - all das unterstützt meine Arbeit und macht es mir möglich, meinen Traum zu leben!


Hier ist noch der Rabatt-Code, den ihr nur heute (!) bei eurer Bestellung angeben könnt, um 10% Preisnachlass zu erhalten:  MERRYCHRISTMAS10

Der Rabatt gilt für alle Produkte außer die personalisierten Letterings und die Ausmalbilder.


Fröhliches Shoppen, ihr Lieben - ich freue mich auf eure Bestellungen! 




Sonntag, 16. Dezember 2018

16. Türchen


16. Türchen: Unser Weihnachten in Kiserian, Kenia


Kiserian Kanisa - unsere Kirche


Mein erstes Weihnachten weit weg von Zuhause, ohne meine Eltern und Geschwister, verbrachte ich in Kiserian am Baringosee. Da war ich 19 und seit etwa vier Monaten in Kenia.
Dass dieses Weihnachten sehr anders aussehen, schmecken, riechen, verlaufen, sich anfühlen würde als jedes andere zuvor, war mir natürlich vorher bewusst gewesen. Ich stellte mich auch auf Heimweh ein, auf eine diffuse Sehnsucht nach Kälte, Tannengrün und Dominosteinen - aber wie anders es sein würde, das erlebte ich erst, als es soweit war.

In Deutschland beginnt die Vorweihnachtszeit schon sehr früh - wenn man die Schoko-Nikoläuse, die es ab Anfang September in den ersten Geschäften zu kaufen gibt, mal ignoriert, so ist doch spätestens Ende November alles auf den Advent und auf Weihnachten eingestellt. Lichterketten, bunte Kugeln, Tannenbäume überall! Jingle bells klingt aus allen Lautsprechern, an jeder Ecke kann man Adventskalender, Glühwein und grüne Kränze kaufen und die ersten Wunschzettel sind geschrieben.
Natürlich, uns Christen geht es an Weihnachten nur um Jesus, aber der ganze andere Kram gehört schon auch zum richtigen Feeling dazu.

Was brauche ich, um in Weihnachtsstimmung zu kommen?

Weihnachtslieder.
Lebkuchen, Marzipankartoffeln und Dominosteine.
Dunkelheit und Kerzenlicht.
Tannenzweige und rote Kugeln.
Geschnitzte Krippenfiguren.
Einen Adventskalender.
Und, Bullerbü sei Dank: Schnee.
(Bei uns gibt es praktisch nie Schnee zu Weihnachten und doch löst bei mir kaum etwas dieses Gefühl von Weihnachten so automatisch aus wie Schnee! Verrückt eigentlich)

Unsere Adventszeit in Kenia konnte mir in der Hinsicht nicht viel bieten.

Ja, wir buken Plätzchen (und fühlten uns ganz falsch dabei, sie zu essen. Lebkuchen im Hochsommer? Das passt doch einfach nicht.)
Wir hörten Weihnachtslieder - aber auch das funktionierte nicht so wirklich.
Wir bastelten und schenkten uns gegenseitig einen Adventskalender.
Die einzigen Adventskalender weit und breit - standen bzw. hingen in unserem Wohnzimmer!
Und dann die Hitze!
Die Kerzen schmolzen noch bevor wir sie überhaupt angezündet hatten.

Kein Haus, kein Geschäft, keine Kakteenhecke war mit roten Kugeln geschmückt.
Es gab keine Lichterketten, keine Schneemänner, keine roten Zipfelmützen.
Endlich mal ein Weihnachten ohne Weihnachtsmann - auch wieder nicht recht...

In der Kirche gingen die Gottesdienste auch im Advent weiter wie normal - es gab keinen Adventskranz, an dem jeden Sonntag eine Kerze mehr angezündet werden durfte, keine Weihnachtslieder, keine weihnachtliche Predigt.

Von Weihnachtsstimmung keine Spur.

Mir wurde bewusst, dass das ganze Tamtam um den Advent doch etwas ziemlich Deutsches ist.

Ich nahm mir vor, die Abwesenheit aller adventlichen Äußerlichkeiten als einmalige Chance zu begreifen,  mich dieses eine Mal wirklich ausschließlich auf die Ankunft Jesu zu konzentrieren. Die wirklich echte Weihnachtsfreude zu erleben! Das pure Weihnachten, ganz ohne Konsum und "ungeistliche" Ablenkungen wie Stollen und Wunschzettel.
Das sollte mein erstes "richtiges" Weihnachten werden, als gute Christin, die wirklich ausschließlich Jesus Geburtstag feiert.

Das fiel mir schwer.
Ich vermisste die Lichterketten, die Marzipankartoffeln und die roten Zipfelmützen... so sehr ich mich dafür auch verurteilte, als oberflächlich und kapitalistisch, als "ungeistlich".
So sehr ich mich auch auf Jesus konzentrieren wollte - ich kam einfach nicht in Weihnachtsstimmung.

Nicht bei 30 Grad im Schatten.
Nicht, wenn die allermeisten Menschen um mich herum so weiterlebten, als wäre gar nicht Advent.


Wir beiden Freiwilligen und die Missionarsfamilie taten unser Bestes, den Advent und Weihnachten ungefähr so zu zelebrieren, wie wir es aus Deutschland kannten.
Wie gesagt - wir buken Plätzchen, sangen Weihnachtslieder und öffneten jeden Tag ein Päckchen unseres Adventskalenders.
An Heiligabend saßen wir zusammen, zündeten unsere von der Hitze krummen Kerzen an, lasen die Weihnachtsgeschichte und verteilten Geschenke (aber erst nachdem der Skorpion hinter dem Gitarrenkasten unschädlich gemacht worden war....). Wir hielten stur an unseren Traditionen fest, so wie wir sie kannten. Und der Rest des Dorfes blieb draußen.

Der Rest der Gemeinde feierte am nächsten Tag, am 25. Dezember, einen Weihnachtsgottesdienst mit anschließendem Mittagessen für alle. Ziegen wurden geschlachtet, wir sangen andere Lieder als sonst und in den Familien gab es auch Geschenke, wie ich hörte - ein paar neue Kleidungsstücke für jeden.
Das war Weihnachten für die Christen in Kiserian.

Ein pures Weihnachten, ja. Ohne Konsum, ohne Klimbim, ohne Ablenkung vom Kern.
Ein Weihnachten, das den Umständen der ersten Weihnacht und Jesu Geburt sicherlilch viel näher kam als alles, was wir hier in Deutschland veranstalten.

Für mich war es trotzdem kein "besseres" Weihnachten.
Ich habe lange Zeit gedacht, ich sei eben doch irgendwie oberflächlich und "ungeistlich" und nicht dazu fähig, mich an Weihnachten wirklich nur auf Jesus zu freuen.

Heute sehe ich das ein bisschen anders.

Ein Weihnachten mit Tannengrün, roten Kugeln, Lichterketten und Plätzenduft ist natürlich ein leeres, wenn Jesus fehlt.
Der Umkehrschluss gilt aber nicht automatisch.
Ich habe für mich festgestellt, dass gewisse Traditionen, Rituale und Gestaltungselemente rund um Weihnachten, wie wir es in Deutschland feiern, mir helfen, mich auf Jesus zu freuen und mich daran zu erinnern, dass es um Ihn geht.

Das Grün der Zweige und des Baumes stehen für unsere Hoffnung, für den Triumph des Lebens über den Tod.
Wir zünden Kerzen und Lichterketten an, um zu zeigen, dass Jesus unser Licht ist, das jede Dunkelheit erhellt.
Wir machen uns Geschenke, weil wir Beschenkte sind.
Wir schrubben und dekorieren unsere Häuser, weil wir uns auf die Ankunft eines Königs vorbereiten! Natürlich soll da alles schön aussehen und glänzen, wenn Er kommt.
Und die Freude meiner Kinder über ihren Adventskalender erinnert mich daran, dass jeder Tag mich meinem Jesus näher bringt.

Es ist für mich kein Zufall, dass Weihnachten in die kalte und dunkle Zeit fällt - Jesus kommt zu uns, in unsere dunkle und kalte Welt, als ein hilfloses Baby, als Licht der Welt, als Liebe in Person!
Das ist Weihnachten.


Diese Traditionen sind zu einem großen Teil natürlich kulturgebunden und können nicht einfach so in andere kulturelle Kontexte übertragen werden, ohne ihren Sinn zu verlieren.

Tannenzweige in Kiserian machen als Symbole der Hoffnung keinen Sinn - weil es dort nicht den Wechsel der Jahreszeiten gibt, wie wir ihn erleben.
Natürlich ist Jesus das Licht der ganzen Welt - aber in Kenia haben die Menschen im Advent kein erhöhtes Bedürfnis, sich Kerzen in ihr Zuhause zu stellen. Die Sonne geht weiterhin jeden Tag um sechs Uhr morgens auf und am Abend gegen 18 Uhr unter. Der Dezember ist keine kalte und dunkle Zeit in Kenia - vielmehr eine besonders heiße, grelle, trockene.

Hoffnungslosigkeit und Dunkelheit erleben die Menschen in Kiserian aber natürlich auch.
Auch sie warten auf den König, auf einen Erlöser, auf den Retter der Welt.

Ich glaube, wir haben es damals versäumt, für Kiserian angemessene Formen zu finden, den Advent zu begehen.
Die Vorbereitung auf Weihnachten ist wichtig - die innere und auch die äußere.

Und die Gemeinschaft ist es auch!

Warum haben wir an Heiligabend allein in unserem Wohnzimmer gesessen? Warum haben wir stur an unseren deutschen Traditionen festgehalten, anstatt neue Symbole und Traditionen zu finden, die zu den Gegebenheiten in Kiserian passten?

Als wir gerade gesungen hatten - die Kerzen brannten, die Plätzchen standen auf dem Tisch, die Geschenke lagen auf einer Decke und der Skorpion war erschlagen - klopfte es an der Tür.
Pastor Nelson stand draußen. Ich weiß nicht mehr, was er sagte oder wollte. Aber wir luden ihn nicht ein. Wir (oder zumindest ich, ich kann nicht von den anderen sprechen) empfanden ihn als eine gewisse Störung im weihnachtlichen Ablauf. Nach einem kurzen Gespräch ging er wieder. Und wir feierten weiter. Als einzige im Ort. Wazungu unter sich.

Wenn ich jetzt darüber nachdenke, schäme ich mich und wünschte, wir hätten es geschafft, anders zu feiern.
Gemeinsam.
Auf eine Weise, dass alle mithineingenommen werden.
Mit Bildern und Zeichen, die alle verstehen -
die zeigen: Unser König kommt in unsere Welt.
Er kommt in unsere Nacht.
In unsere unerträgliche Hitze und Trockenheit.
In unsere Sehnsucht nach Regen.
Er kommt zu uns in Hunger und Durst.
Er kommt in unsere Armut und in unseren Reichtum.

Er wird einer von uns.
Nicht als Mzungu, nicht als einer, der alles besser weiß und besser macht und alles hat.
Er macht sich klein für uns,
wird ein winziges Baby,
das beschützt, gefüttert, getragen und geliebt werden muss.

Diese Botschaft ist für alle Menschen,
und kann von allen Menschen verstanden werden -

egal, ob es dort, wo sie leben, Tannenbäume gibt, oder nicht...

Wir sollten uns nur immer wieder fragen, ob die Art und Weise, wie wir Weihnachten - oder überhaupt die gute Botschaft von Jesus - so verpacken und erklären, dass die Menschen, die wir damit erreichen möchten, es auch verstehen.
Und ob die Art und Weise, wie wir feiern, andere ausschließt oder einlädt.