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Sonntag, 21. Oktober 2018

Loslassen



Unser Keller war voll.
So voll, dass man, um ihn betreten zu können, sich erst einmal den Weg frei räumen musste.

Das nervte mich schon lange.
Das meiste Zeug, das dort unten in Kisten, Kartons und Tüten lagerte, waren Baby- und Kleinkind-Dinge. Schuhe. Milchfläschchen. Spielzeug. Kinderwagenzubehör. Und vor allem: Klamotten. Einige davon hatte mein Bruder für seinen Sohn bekommen - trotzdem war der Keller noch voll. Wir haben alles aufgehoben, weil wir dachten, da kommt ja noch eins...

Zwei Jahre später warteten wir noch immer, der Krempel türmte sich währenddessen im Keller höher und höher auf - und belastete mich. Auch wenn ich mich nicht wirklich oft im Keller aufhalte, so fühlte ich mich doch beschwert von all dem Zeug, das wir gerade überhaupt nicht brauchen, und das wir - so sieht es gerade aus - nie mehr brauchen werden.

Monatelang habe ich mit mir gerungen: Geben wir die Sachen weg oder warten wir noch damit - und wenn ja: Wie lange? Mich von all den Erinnerungen und "Sachen-für-den-Fall-der-Fälle" zu trennen, fiel mir schwer.
Wäre das nicht Aufgeben?
Was, wenn doch noch ein Kind kommt?

An einem Abend vor etwa zwei Wochen entschieden wir ganz spontan: Wir würden den Keller entrümpeln und alles weggeben, was wir noch an Baby- und Kleinkindsachen hatten.

Ich ging direkt am nächsten Tag ans Werk: Verschaffte mir einen Überblick, schmiss unbrauchbare Sachen weg, sortierte Klamotten, fotografierte Autoschale, Wickeltasche, Kinderwagen-Fußsäcke, Gitterbettchen und Kinderstuhl und stellte sie bei ebay-Kleinanzeigen rein. Zum Verschenken. Es kostete mich einige Nerven, aber letztlich wurde alles abgeholt.
Einige Spielsachen legte ich für unseren Neffen in eine Kiste, andere bekam unsere Kita und manches wanderte auch in den Müll.
Drei große Kisten mit (hauptsächlich) Mädchen-Klamotten schaute ich durch: einige wenige Teile behielt ich als Andenken, eine Kiste mit wirklich schönen Sachen ließ ich eine Freundin durchschauen, den Großteil packte ich für eine Kleiderkammer von Bekannten aus der Gemeinde zusammen. Die werden auch die vier Kartons voller Kinderschuhe bekommen.

Unser Keller ist wieder betretbar.
Und ich fühle mich total befreit.
Es ist, als wäre eine große Last von meinem Herzen genommen.

Das dritte Kind ist damit zwar noch nicht vom Tisch - wenn sich doch noch ein kleiner Mensch zu uns gesellen möchte, werden wir ihn so gern willkommen heißen! Und wir wissen auch, dass sich alles finden wird - das, was wir für ein drittes Kind brauchen, werden wir schon bekommen (und wir wissen, dass man für den Anfang sehr viel weniger braucht als man noch beim ersten Kind denkt!).

Trotzdem... ich übe mich im Loslassen.
Das Mich-Trennen von all den Babysachen ist ein praktischer Schritt, der es meinem Herzen leichter machen soll - und ich glaube, es funktioniert.








Mittwoch, 15. März 2017

Ich...





… hab grad wenig Lust auf Schreiben.
Deshalb ist es hier so ruhig. Aber nicht nur deshalb (siehe unten)…
Aber weil ich mich irgendwie „verpflichtet“ fühle und denke, ich habe zu lange nichts geschrieben, und weil ich außerdem immer wieder merke, wie gut das Schreiben tut, wie sehr ich es gerade in den Phasen brauche, in denen ich eigentlich keine Lust habe, darum tu ich es doch.
Diese „Ich…“-Kategorie geht dann immer am besten, auch mit wenig Muße und Hirnschmalz.

… hab ein krankes Kind zu Hause (und werde langsam selber krank…).
Gerade als ich dachte: „YAY, der Frühling kommt – endlich ist die Krankheitszeit vorbei!“ erwischt es uns wieder. Der letzte Montag begann um fünf Uhr früh mit einem sich übergebenden Kind (dem es schon wenige Stunden später wieder hervorragend ging); am Freitag dann bekam eben jenes Kind Fieber… Und ich bin so schlecht als Krankenschwester! Wirklich! (Dabei war das lange Jahre mein Berufswunsch als Kind. Krankenschwester. Ich. Was für ein Witz!)
Nicht nur, dass ich mich mit Krankheiten und deren Behandlung nicht gut auskenne und jedes Mal wieder rätselratend vor meinem Kind stehe, was nun zu tun sei (irgendein Buchtipp für mich?!?). Viel schlimmer ist, dass mir schnell das Mitgefühl abhandenkommt. Ein, zwei Tage intensives Kümmern gehen ja noch, aber dann muss der Patient gefälligst gesund sein!
Besonders schwer fällt mir dabei, auf meine eigenen Pläne zu verzichten und diese mir-nichts-dir-nichts über den Haufen zu werfen. Weil ich hochsensibel bin und sehr unflexibel. Leider wahr.
Fast dachte ich, ich wäre besser darin geworden, weil ich letzte Woche echt cool geblieben bin, sowohl am Montag, als auch am Freitag – doch dann war das Kind gestern immer noch nicht gesund und ich hätte ausflippen können!
Aber ich übe mich im Akzeptieren und Kapitulieren. Stelle mich darauf ein, dass es bald auch das andere Kind erwischen wird (aber zuerst mich selbst: mir ist abwechselnd heiß und kalt, der Kopf ist dicht, der Hals schmerzt…) und dass ich am Wochenende nicht wie eigentlich geplant zur family-Teamsitzung fahren werde. Nur für den Fall der Fälle…

… tue so als ob ich frühjahrsputze.
In diesem Jahr habe ich mir keine Putz-Liste erstellt, die ich im März und April abarbeiten möchte. Vielmehr nehme ich mir einen Raum nach dem anderen vor, putze die Fenster, wische Schränke aus, fahre mit dem Staubwedel über die Lampe und lasse fünfe gerade sein. Mit dem Kinderzimmer bin ich schon fertig, im Wohn- und Esszimmer sieht es auch schon ganz gut aus (ist sogar meinem Liebsten gestern aufgefallen). Mal sehen, wie weit ich in den nächsten Tagen komme, in Anbetracht der Tatsache, dass ein Kind krank ist.
Auf Instagram habe ich neulich einen Satz gelesen, der zu meinem Putz-Mantra werden könnte: „Bei uns ist sauber genug, um gesund zu sein –  und dreckig genug, um glücklich zu sein.“



… sticke (!?).
Noch ein Grund für die Ruhe auf meinem Blog ist mein neustes Hobby: Sticken. Ich habe den „Fehler“ begangen, mir dieses supercraft-Kit zu bestellen, und bin dem Sticken gerade total verfallen (und das, obwohl ich Beschäftigungen, bei denen man richtig akkurat sein muss, eigentlich nicht so mag – und der Faden sich bei mir dauernd verheddert…)!
Bei meinen Hobbys bin ich meistens ziemlich extrem: Wenn mir (wie eben im Moment) das Sticken Spaß macht, dann tue ich tage- (oder,  wenn es blöd läuft, wochen-)lang nichts anderes, und vernachlässige sowohl mein Tagebuch, als auch den Blog und die Instagram doodle-Challenge, die mir noch vor einer Woche total viel Spaß gebracht hat. Und dann, von einem Tag auf den anderen, werde ich von dieser Beschäftigung genug haben und mir eine andere suchen, der ich dann eine Zeitlang exzessiv nachgehen werde...
Aber eigentlich ist es doch schön, dass ich so viele Hobbys habe und mich immer wieder für etwas Neues begeistern kann ;) Wenn ich etwas anfange, bin ich jedenfalls mit Feuer und Flamme dabei!



… faste (nicht)?
Für diese Fastenzeit habe ich mir (wie es so meine Art zu sein scheint) sehr viel vorgenommen:
Ich wollte erstens wieder mit lebe-leichter anfangen, um die Kilos, die seit Weihnachten wieder dazugekommen sind (hüstel), loszuwerden. Zweitens führe ich ein Passions-Art-Journal, für das ich die Passionsgeschichte in 48 kleine Texthappen zerlegt habe, die mir als tägliche Prompts für das Art Journal dienen. Drittens überdenke ich meinen Internetkonsum mit Hilfe von Annes sehr durchdachtem und gelungenem Fastenkalender(kann ich wirklich nur empfehlen! Ich denke, es ist nicht zu spät, jetzt noch einzusteigen!)
Aber obwohl das alles für sich sehr wertvolle Punkte sind, die mir gerade „dran“ erscheinen und hinter denen ich total stehe, ist es mir nicht richtig möglich, meine Vorhaben diszipliniert und bewusst durchzuziehen. Ein Tag nach dem anderen vergeht, einen Abend nach dem anderen liege ich im Bett und denke an das Franzbrötchen, das ich doch gegessen habe, an die Serie, die ich trotzdem gestreamt habe, an die Art Journal Seite, die ich irgendwie nebenbei gestaltet habe…
Habe ich wieder zu viel gewollt und scheitere deshalb so kläglich? Verlange ich zu viel von mir – oder habe ich es einfach nur nicht drauf?



… prokrastiniere und bedaure gleichzeitig, dass nichts vorwärts geht.
Momentan habe ich (wieder mal) das Gefühl, dass es in meinem Leben viele Baustellen gibt, an denen nichts passiert. Noch immer träume ich von der kreativen Selbstständigkeit, verschiebe aber die konkreten Schritte immer weiter nach hinten. Anstatt mich diszipliniert an den Schreibtisch zu setzen und das zu tun, was ich doch eigentlich am allerliebsten mache, fällt mir ein, dass ich ganz dringend noch die Küchenschränke auswischen muss. Klar. Ständig wird eine Idee von der nächsten überrannt, sodass ich nicht dazu komme, eine von ihnen vernünftig zu verfolgen und umzusetzen. Auch das ist eine Form von Prokrastination.
Ja, ich hänge irgendwie in den Seilen. Mal fehlt mir die Energie, dann die Zeit, schließlich der Mut und der Glaube, dass mein Vorhaben gelingen kann. Meine eigene berufliche Zukunft ist das heiße Eisen, das ich aus verschiedenen Gründen nicht wage, anzugehen. Ich vermute auch, dass mein Kinderwunsch damit zu tun hat: Wenn ich jetzt noch ein Baby bekomme, gewinne ich wieder Zeit, in der ich mich mit dem anderen Thema nicht auseinandersetzen muss. Blöd eigentlich.
Viel besser wäre: Ärmel hoch und los!
Aber jetzt bin ich ja erstmal krank…

… feiere den Frühling!
Ach, was ist das schön, überall die Krokusse und Schneeglöckchen sprießen zu sehen! Es ist doch jedes Mal wieder ein Wunder. Ich liebe es, mir den Frühling in Form von Tulpen, Hyazinthen, Ranunkeln und Osterglocken ins Haus zu holen – viel mehr Deko braucht man dann gar nicht, finde ich.
Und weil man die Feste so feiern soll, wie sie fallen, gibt es Anfang April bei uns eine „Welcome-Spring-Party“ mit hoffentlich vielen lieben Freunden, einem frühlingshaften Mitbring-Buffet und unserem ersten selbstgebrauten Bier! (Mein Liebster hat von mir zum Geburtstag ein Bierbrau-Set geschenkt bekommen und der erste Versuch reift gerade in unserem Keller vor sich hin. Auch für mich als überzeugte Nicht-Bier-Trinkerin eine spannende Sache!)
Ich hoffe, dass der Neuanfangsfunke der Natur bald auch auf mich überspringt! Dass ich neue Energie bekomme und endlich die Herausforderungen angehe, die auf mich warten! Wunder gibt es schließlich immer wieder… ;)  




Montag, 26. September 2016

Mut am Montag



Putzen für die Ewigkeit 

 

"Wer im Geringsten treu ist,
der ist auch im Großen treu."
Lukas 16,10

Das kennen wir doch alle: Irgendjemand (wer bloß?) trampelt mit schmutzigen Schuhen durch den frisch gewischten Flur, das Mittagessen landet überall nur nicht im Kindermund, und die Wäscheberge türmen sich bis zur Decke, obwohl die Waschmaschine dauerläuft… Es gibt Zeiten, da kann ich das als „normalen Alltag“ abtun und rege mich nicht weiter darüber auf (bringt ja sowieso nichts).
Und dann gibt es Tage, an denen es mich wahnsinnig macht und ich mich sehr wohl aufrege! Mein frisch gewischter Boden!!!! Diese Hose hast du gerade seit fünf Minuten an – und keine Ahnung, ob ich diese Flecken jemals rauskriege!!! Für dieses Mittagessen hab ich eine Stunde in der Küche gestanden!!! AAAAHHHH, ich flipp aus!

Als ich mich mal wieder über die Sinnlosigkeit meines Tuns aufgeregt hatte – noch während mein Temperament langsam abkühlte – wurde mir klar, welche Sehnsucht hinter meiner Wut steckt: Ich möchte etwas tun, das Bestand hat. Für die Ewigkeit, oder wenigstens für ein Menschenleben. Ich möchte, dass meine Anstrengung etwas bewirkt, dass dauerhafte Veränderung eintritt, dass mein Handeln Sinn hat. Und während ich das noch dachte, wurden meine Gedanken schon (vom Heiligen Geist, das glaube ich!) auf eine höhere Stufe gehoben: Ok, das Putzen an sich ist nicht für die Ewigkeit und die Dauer der Sauberkeit ist stark begrenzt. Aber wenn du für deinen Mann und deine Kinder ein schönes Zuhause schaffst, wenn du ihnen dienst und für sie sorgst, dann ist das durchaus etwas, das Bestand hat. Und Sinn! Denn du tust das alles ja aus Liebe.

Als ich diesen Gedanken weiterverfolgte, begriff ich, dass Putzen und Haushaltführen durchaus eine geistliche Komponente in sich tragen. Denn das, was ich in Liebe und Treue für meine Familie tue, bleibt von Gott nicht unbemerkt. Er sieht mich und meinen Dienst, wie mühsam und nichtig er mir manchmal scheint, und dass ich trotzdem dran bleibe.
Die Liebe ist, was für ihn zählt.
Die Liebe trägt gute Früchte, daran glaube ich ganz fest.
Die Liebe hat für immer Bestand.
Die Liebe gibt unserem Handeln Sinn.


Und ich weiß: Wenn ich unermüdlich und treu meine Aufgaben in Haushalt und Familie (und so weiter) erfülle, übe ich mich gleichzeitig in der Nachfolge Jesu. Er ist mein Vorbild, wenn es darum geht, durchzuhalten. Und er ist derjenige, der mir die nötige Liebe schenkt, sodass die Arbeit mir schon leichter von der Hand geht.


In diesem Sinne: Frohes Putzen heute!

 

Donnerstag, 16. Juli 2015

Die Unendlichkeit des Vormittags



Die schönen Zeiten, in denen ich morgens noch in Ruhe aufstehen, mich fertig machen und das Frühstück vorbereiten konnte, während beide Kinder selig schliefen, scheinen leider (zumindest vorläufig) vorbei zu sein. Ach, was war das schön, nach einer anstrengenden Nacht zwischen sieben und halb acht ins Bad zu schlurfen und eine halbe Stunde später mit einem dampfenden Tee die tolle Aussicht auf dem Balkon zu genießen… Ich startete entspannt und vorbereitet in den Tag, konnte meistens sogar mit Noemi frühstücken, bevor der kleine Bruder sich fröhlich krähend aus dem Schlafzimmer meldete. (Ja, ihr könnt mich ruhig ein bisschen beneiden – aber nicht zu sehr. Denn das ist Vergangenheit.)
Aktuell sehen meine Morgen so aus, dass zwischen sechs und sieben Noemi wie ein kleines buntes Nachtgespenst durch die Wohnung geistert und mich zum Aufstehen zwingt. Während ich unter der Dusche stehe (schnell, schnell!), kann ich nur hoffen, dass sie keinen Unsinn verzapft, zum Beispiel ihren Bruder weckt. Nachdem auch das Kind angezogen ist, mache ich unter Noemis quengelndem Gejammer Frühstück. Sobald wir uns an den Tisch gesetzt haben, erwacht mein Kleiner aus dem Schlaf, kläglich kreischend. Mit ihm auf dem Schoß versuche ich, mein Müsli möglichst unfallfrei in meinen Magen zu befördern, parallel Noemi davon abhaltend, wahlweise wie ein Schwein aus seinem Trog zu fressen, das Müsli mit dem Löffelkatapult durchs Zimmer zu schleudern oder das Obst mit den Fingern lustig spritzend zu zerquetschen. (Na, kommt euch das bekannt vor?)
Als ich heute Morgen den Tisch abwischte, war es gerademal acht Uhr! Was bedeutete: Noch vier Stunden bis zum Mittagessen und Noemis (wohlverdientem) Mittagsschlaf.
Wie, bittschön, überstehe ich diese vier Stunden? Normalerweise blieben mir nach dem Frühstück noch etwa zweieinhalb Stunden bis es Zeit wurde, das Mittagessen zu kochen. Die bekam ich mit Aktivitäten wie wickeln, stillen, Wohnung saugen, einkaufen, die Wäsche machen, spielen, durchs Kinderzimmer tanzen und nochmal wickeln immer ganz gut gefüllt.
Nun aber erscheinen mir die Vormittage schier endlos. Unbarmherzig langsam kriechen die Zeiger vorwärts und auch die Kinder kennen keine Gnade. Bisher waren es eher die Nachmittage, die ich wegen ihrer Zähheit fürchtete – nun strecken mir die Vormittage kackfrech die Zunge raus.
Ich hab’s echt versucht, aber Jammern bringt auch in diesem Fall rein gar nichts, und so notiere ich hier für mich (und alle jungen Mamas da draußen, meine Leidensgenossinnen!) meine bisherigen Erkenntnisse darüber, wie auch die Unendlichkeit des Vormittags überwunden werden kann.


  1. Plane deinen Tag am Vorabend

Überlege dir am Abend vorher, was am nächsten Tag ansteht und was du gern erledigen möchtest. Du kannst dir sogar einen (sehr ungefähren) Zeitplan erstellen. Nimm dir nicht zu viel vor und versteife dich nicht auf ein bestimmtes Vorhaben – am Ende kommt es doch anders – aber schreib ruhig einige Dinge auf, aus denen du ggf. auswählen kannst. Plane auch schöne Highlights, wie zum Beispiel: Morgen möchte ich mit meinem Kind malen. Sieh nach, ob du alle Materialien da hast, dann kannst du am nächsten Tag direkt loslegen.
Ich habe mich jetzt auch entschieden, gegen zehn Uhr ein zweites Frühstück einzulegen. Das war bisher nicht notwendig, jetzt ist es aber eine willkommene Zäsur an einem endlosen Vormittag.
Es ist sinnvoll, der gesamten Woche eine Struktur zu geben. Plane feste Termine ein, wie z.B. den Besuch einer Krabbelgruppe an einem festen Wochentag. Auf diese Weise hast du immer was zum Vorfreuen.
Vielleicht ist es auch notwendig, alte Strukturen und Routinen zu verändern – zum Beispiel das Mittagessen vorzuverlegen. Da lohnt es sich, mal was Neues auszuprobieren.

2.    Lass dir Zeit bei allem, was du tust
 
Das klingt erstmal einfach, ist es aber nicht. Ich zumindest bin ein sehr aufgaben- und ergebnisorientierter Mensch, und ich erledige meine Aufgaben gern schnell. Langsamkeit regt mich auf (aber das ist ein anderes Thema…). Es ist von Vorteil, nicht gegen die Uhr zu arbeiten, sondern mit ihr. Dann soll Noemi eben jede Erbse einzeln aufspießen. Wenn’s ewig dauert – umso besser, denn während sie sich als Erbsenzählerin betätigt, ist sie immerhin zufrieden und beschäftigt…

3. Beziehe die Kinder möglichst in alles ein 

Ich habe festgestellt, dass es sich lohnt bei den Ergebnissen der Hausarbeit kleine Abstriche zu machen, wenn dafür der Spaßfaktor (bei den Kindern und damit auch bei mir selbst) steigt. Noemi ist zwar noch klein, aber sie „hilft“ ganz gern beim Staubsaugen. Das geht dann zwar deutlich langsamer, aber vielleicht sind wir zu zweit sogar gründlicher… Wenn ich die Wäsche aufhänge, reicht sie mir wahlweise Wäschestücke oder –klammern, und wir reden darüber, wem dieses oder jenes Kleidungsstück gehört (das weiß sie echt schon richtig gut!). Auch beim Spülmaschine-Ausräumen (NEU!) macht sie oft mit, Betten aufschütteln zählt zu ihren Lieblingshobbys und Aufräumen geht mit ihr ebenfalls super. Und Samuel bewundert uns während wir arbeiten ;)

4.  Verlass die Wohnung!
 
Den ganzen Vormittag in der Wohnung zu verbringen, ist keine gute Idee – auch dann nicht, wenn es wie aus Kübeln schüttet. Früher oder später findet man sich unweigerlich in einer Situation wieder, die nur noch durch einen Tapetenwechsel gerettet werden kann. Frische Luft, Bewegung, „soziale Kontrolle“ durch Passanten auf der Straße (die einen davor bewahrt, auszuflippen…) – das sind die Zutaten, die man braucht, um sich wieder einzukriegen. Das gilt für Mama ebenso wie für die Kinder. Egal, ob du auf den Spielplatz gehst, einkaufen oder einfach nur eine Runde um den Block – Hauptsache RAUS.

5.  Bleib nicht allein
 
Unendliche Vormittage vergehen schneller in Gesellschaft. Such dir eine Krabbelgruppe oder geh zum Babyschwimmen. Lern andere Kleinkind-Mamas kennen und verabrede dich mit ihnen. Probier einen neuen Spielplatz oder ein Eltern-Kind-Café aus. Vielleicht hat auch eine Freundin ohne Kind Lust, mal einen freien Tag mit dir zu verbringen, oder eine ältere Dame aus der Nachbarschaft freut sich über lebhaften Besuch… Zeit mit anderen Erwachsenen (!) zu verbringen, erlebe ich immer wieder als total wohltuend. 

6. Nimm die wertvollen Momente wahr 

Denn es GIBT sie: Wenn ich morgens neben Samuel im Bett liege und er mich mit seinem umwerfenden Grinsen anstrahlt, ist es völlig nebensächlich, dass es erst fünf Uhr ist und ich eigentlich lieber weiterschlafen würde. Noemi dabei zu beobachten, wie sie sorgfältig eine Scheibe Käse aufs Brot legt („Soooo!“), um sie dann wieder runterzunehmen und genüsslich (natürlich ohne Brot) zu verspeisen – das ist einfach herrlich. Und unbezahlbar.
Ganz egal, wie anstrengend ein Tag ist und wie unendlich zäh – „Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heit‘ren Stunden nur!“ ;)

7. Mach dir bewusst: Es geht vorüber!

Wenn ich in den fast zwei Jahren meines Mama-Daseins etwas gelernt habe, dann ist es vor allem dies: Alles ist nur eine Phase – es geht vorüber! Diese Erkenntnis ist mir schon oft zum Trost geworden: Es werden wieder andere Zeiten kommen, an denen ich ohne Baby an der  Brust aufwachen und allein das Frühstück vorbereiten werde, ganz in Ruhe. Ich werde, irgendwann, wieder mehr Zeit für mich haben und für Falko, werde wieder arbeiten und so etwas wie ein „eigenes“ Leben führen.
Mir ist aber bewusst: Auch diese Aussicht hat eine Kehrseite. Meine süßen Kleinen werden dann picklige Pubertiere sein… Adieu, zahnloses Babylächeln, feuchte Noemi-Schmatzer und Entwicklungsmeilensteine! Ihr werdet mir in der Zukunft sicherlich sehr fehlen. Solange ich euch habe, genieße ich euch.

Dies waren sie, meine „glorreichen sieben“ Alltagstipps. Wenn ihr noch weitere auf Lager habt, wäre ich sehr interessiert daran, sie zu erfahren. Schreibt mir gern oder erzählt mir bei unserem nächsten Plausch davon! Bis dahin, seid frohen Mutes!








Dienstag, 31. März 2015

Was koche ich heute?



Irgendwo habe ich mal gehört, dass es für eine Frau zwei große Lebensfragen gibt: Was koche ich heute? Und: Was ziehe ich an? Ist natürlich ganz schön kurz gedacht, und manche würden wohl auch sagen frauenfeindlich, aber so ein kleines bisschen Wahrheit steckt schon drin. Jedenfalls in meiner aktuellen Lebensphase. Für intensives Rumphilosophieren fehlt mir einfach die Zeit.
Was ziehe ich an? (Sprich: Ist das Oberteil von gestern mit Babyspucke drauf noch in Ordnung? – Passt schon, soll doch jeder sehen, dass ich Mama bin!)
Was koche ich heute? (Kriterien für die Auswahl: Es muss meiner Großen schmecken, darf den Kleinen nicht blähen, soll ggf. Reste vom Vortag verwerten, sollte möglichst schnell und einfach zu machen sein, dabei aber trotzdem gesund, also mit Gemüse. Und aktuell mag ich am liebsten NEUE Rezepte!)
Mit meinen Klamotten halte ich mich morgens nicht lange auf, aber die Mahlzeiten beschäftigen mich schon eine Weile. Um die Sache zu vereinfachen, habe ich schon vor einigen Monaten begonnen, einen Speiseplan für die Woche zu erstellen. Am Sonntagabend setze ich mich für einen Moment hin und überlege, was ich an den einzelnen Tagen kochen möchte. Bei manchen Gerichten bietet es sich an, die doppelte Menge zuzubereiten und zweimal davon zu essen. Aber das mache ich eigentlich nicht besonders oft, weil ich Abwechslung mag und mir das Kochen viel Spaß macht.

In letzter Zeit fiel es mir aber schwer, Gerichte auszuwählen. Irgendwie hatte ich keine Lust mehr auf Nudeln mit Tomatensauce (obwohl das eins von Noemis Lieblingsgerichten ist…) und den üblichen Standardkram aus meiner Rezeptsammlung. Meistens stocherte ich einigermaßen lustlos in meinem Teller rum. Und sonntagabends saß ich ratlos vor meiner Wochentabelle…
Also habe ich mein Rezeptbuch überarbeitet: Einige Rezepte flogen raus, andere wurden neu aufgenommen, außerdem bewahre ich die Rezepte nun  in Klarsichthüllen in einem Ordner auf. So kann ich neue Gerichte leichter aufnehmen und das Papier ist vor Fettspritzern und Dreckfingern sicher.
Und ich habe mir ein neues Ordnungssystem überlegt. In meinem bisherigen Rezeptbuch folgte ich der Standardeinteilung in „Suppen und Eintöpfe“, „Salate“, „Hauptgerichte“ und so weiter. Diese erwies sich für meine Wochenplanung allerdings als nicht so praktisch, da ich gern eine ausgewogene Mischung von Nudel-, Kartoffel-, Reis- und sonstigen Gerichten sowie Vegetarisches, mit Eiern, Fleisch und Fisch haben möchte, diese aber aus den üblichen Kategorien nicht so gut ersichtlich ist.
Deshalb habe ich eine große Tabelle angelegt und die Rezepte entsprechend einsortiert:


Vegetarisch
Mit Fleisch
Mit Fisch
Mit Eiern
Süß
Nudeln





Reis





Kartoffeln





Sonstiges (Couscous, Quinoa etc.)






Auch die Rezepte im Ordner folgen diesem System, sodass ich die Gerichte leichter finde.
Wenn ich meine Wochenplanung mache, nehme ich mir die Tabelle zur Hand und habe alle Gerichte im Überblick. Die Auswahl fällt mir auf diese Weise deutlich leichter – auch kann ich neue Rezepte leichter als bisher aufnehmen (als alle Blätter in einem Ringheft gebunden waren).
Diese Neuerungen sind wirklich neu und müssen sich vielleicht noch für die unterschiedlichen Jahreszeiten bewähren, aber meine ersten Erfahrungen damit waren nur positiv. Vielleicht wird sich mein System auch noch weiterentwickeln. Man könnte zum Beispiel das saisonale Angebot von Obst und Gemüse miteinbeziehen. Und für die Zukunft plane ich einen Glossar, der einzelne Zutaten aufführt (z.B. Brokkoli, Lachs, Kokosmilch) und die passenden Rezepte dazu. Denn manchmal hat man ja noch Reste im Kühlschrank, die man gern verwerten möchte. Auf diese Weise wäre es einfacher, ein Gericht zu finden, mit dem z.B. man die übrigen Kichererbsen  aufbrauchen kann. Somit werden vielleicht weniger Lebensmittel weggeworfen.

Neben meinem Rezepteordner nutze ich zur Zeit das Buch Parents need to eat, too von Debbie Koenig, das ich von meiner lieben Freundin Ulrike zu Noemis Geburt geschenkt bekommen habe. Zuerst war ich von den US-amerikanischen Maßen und Angaben etwas abgeschreckt, jetzt bin ich aber total begeistert von den Rezepten und probiere jede Woche mindestens ein neues aus (lieber zwei oder drei!). Die Gerichte sind anders als die, die bisher auf unserem Speiseplan standen, sie sind lecker und ziemlich unkompliziert in der Vor- und Zubereitung. In einem Kapitel zum Beispiel sind die Gerichte in einzelne, kürzere Zubereitungsschritte eingeteilt, sodass man Schlafphasen der Kinder zum Kochen nutzen kann (nap-friendly!) anstatt eine Stunde lang ununterbrochen in der Küche werkeln zu müssen, was manchmal ohnehin unmöglich ist.
Das einzige Manko bei den Rezepten ist, dass sehr viele von ihnen Bohnen, Erbsen, Linsen und andere potentiell blähende Zutaten enthalten, was für stillende Mamas (bzw. deren Babys) zum Problem werden kann. Bei Samuel habe ich allerdings schon einiges ausprobiert und festgestellt, dass er in der Hinsicht offensichtlich nicht empfindlich ist. Das ist toll, denn dann kann ich dieses superleckere und einfache Gericht öfter einplanen:

Zitronige Brokkoli-Kichererbsen-Pasta (für 3-4)
1 Dose Kichererbsen in ein Sieb geben, abspülen und abtropfen lassen. 1 große Zitrone auspressen. Kichererbsen in einer Schüssel mit ¼ cup Olivenöl und dem Zitronensaft mischen, mit Salz und Pfeffer würzen. Beiseite stellen.
200g Nudeln al dente kochen.
Einen großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Währenddessen 1 Brokkoli in seine Röschen zerteilen. Die Brokkoli-Röschen ins kochende Wasser geben und etwa 4 Minuten kochen, sodass sie noch bissfest sind. In der Zwischenzeit 2 Knoblauchzehen abziehen und in Scheiben schneiden. Den fertigen Brokkoli abtropfen lassen.
2 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, den Knoblauch hineingeben und kurz anschwitzen, dann den Brokkoli und ½ TL Chiliflocken dazugeben. Unter Wenden etwa 5 Minuten garen, bis der Brokkoli weich ist. Kichererbsen und Marinade zufügen und 1-2 Minuten köcheln lassen, bis die Kichererbsen heiß sind. Die Nudeln ebenfalls zufügen, alles mit Salz und Pfeffer würzen.
Zum Schluss 2 gehäufte EL geriebenen Parmesan unterrühren, bis die Nudeln von einer leichten Sauce überzogen sind. Mit extra Parmesan servieren.


Guten Appetit!