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Montag, 7. Januar 2019

Rückblick


{enthält Eigenwerbung} Das alte Jahr ist noch gar nicht so lange vergangen - trotzdem habe ich überlegt, ob ich jetzt noch einen Jahresrückblick für 2018 bringen kann. Aber "zwischen den Jahren" war für mich erst heute so richtig vorbei, als die Kinder wieder zum Kindergarten gingen und ich allein in unsere vier Wände zurückkehrte.

Nach Weihnachten war bei uns viel Familienzeit angesagt: Zuerst bekamen wir Besuch und dann fuhren wir für ein paar Tage weg, und als das neue Jahr begann, blieben die Kinder noch ein paar Tage länger zu Hause, weil im Kindergarten Betreuungsnotstand herrschte. Also schob ich die reflektierenden Gedanken, die Ideen und Pläne und Vorsätze, die sich in Kopf und Herz anstauten, immer wieder beiseite; versuchte, im Moment zu sein und das, was ist, zu genießen. Widerwillig, manchmal, aber immer wieder auch erfolgreich.

Heute hat der "normale" Alltag wieder begonnen. Ich kann durchatmen und all das sprudeln lassen, was ich in den letzten Wochen unterdrückt habe. Ich fühle mich so voller Energie und Tatendrang und freue mich auf das, was kommt!

Und ich blicke dankbar zurück auf das, was war.
2018 war gut.
Ein richtig gutes Jahr.
Ich bin noch immer ganz erfüllt von all dem Guten und Schönen, das mir geschenkt wurde.

Am Silvesterabend haben wir uns ein wenig Zeit genommen, unser Familienbuch durchzublättern und uns daran zu erinnern, was wir alles gemacht und erlebt haben in 2018.
Und das war eine ganze Menge!

Einen Teil davon möchte ich euch heute zeigen - meine persönlichen Highlights, leckeres Essen, lustige Ausflüge, kleine und große Erfolge, Schönes, Besonderes, Abenteuerliches.
Es ist nur ein Ausschnitt, natürlich, meine persönliche Sicht auf ein gutes Jahr.


Viel Spaß dabei!


Januar:

Bild: Alexander Retzlaff


Im Januar wurde unser Sohn 3 Jahre alt - dieses besondere Ereignis feierten wir mit einem Auto-Geburtstag. Ich erweiterte meinen Arbeitsplatz um ein Regal und traf die Entscheidung, mich wirklich als Kreative selbstständig zu machen!


Februar


Panna Cotta mit Zimt-Orangen
Schokoladen-Tarte mit Himbeeren
Im Februar besuchten wir unseren kleinen Babyneffen in Gießen. Und es gab auch sonst eine Menge zu feiern: Den Geburtstag meines Mannes, Valentinstag und unseren 14. Jahrestag!


März




Ein Wochenende ganz allein zu Hause, ein Ausstellungsbesuch mit meiner Tochter, das erste Mal predigen in unserer Gemeinde und eine ganz bewusst gestaltete (Vor-)Osterzeit - das war der März.


April




Im April feierten wir Ostern: Das Grab ist leer!, und verbrachten zwei ganz wunderbare, abwechslungsreiche Wochen in Portugal.



Mai




Im Mai flogen mein Liebster und ich über ein verlängertes Wochenende nach Glasgow zu einem Rend Collective Konzert. Das war auf jeden Fall ein Highlight des Jahres! Außerdem veranstalteten wir eine Hauskreis-Radtour und freuten uns an sommerlichen Temperaturen und farbenfrohen Pfingsrosen.



Juni


Foto: S. Schwaneberg
Im Juni gab es jeden Sonntag Pancakes mit Erdbeeren. Und wir machten einen Tagesausflug nach Potsdam.


Juli




So viel Schönes im Juli: Wir entließen unsere Kohlweißlinge in die Freiheit, fuhren zur Segnung unseres kleinen Neffen, beobachteten eine totale Mondfinsternis mit Blutmond und Mars, gingen ins Schwimmbad und feierten den 5. Geburtstag unserer Tochter. Außerdem besuchte ich eine Freundin mit frisch geborenem Baby und eröffnete meinen Shop!


August





Summer in the city - die Kita-Ferien verbrachten wir im Schwimmbad, auf dem Deutsch-Amerikanischen-Volksfest und bei den Großeltern. Es war einfach nur heiß. Und dann hatte ich auch noch Geburtstag.


September



Party-Monat September: Wir feierten einen Meerjungfrau-Geburtstag und eine Frida-Kahlo-Party! Außerdem unternahmen wir einen Ausflug nach Wittenberg zusammen mit einigen anderen aus unserer Gemeinde.


Oktober




Auch diesen Oktober haben wir uns "Berlin leuchtet" angeschaut und viel gestaunt. Das im Januar angeschaffte Regal reichte nicht mehr aus - deshalb bauten meine Männer für mich eine Regalerweiterung zusammen. Im Oktober wurde überhaupt viel gearbeitet: Der 365-Tage-Kalender wurde gedruckt und musste handsortiert werden!



November




Im November feierte ich eine kleine Kalender-Launch-Shop-Einweihungs-Thanksgiving-Party mit lauter lieben Gästen. Der 365-Tage-Kalender war nach einer Woche ausverkauft. Unsere Tochter machte ihr Seepferdchen, mit Bravour! Außerdem fuhr ich zur Netzleuchten-Bloggerinnen-Konferenz nach Essen, und wir bastelten erste Weihnachtsgeschenke.


Dezember





Den Dezember mag ich immer sehr... Und wir haben den Advent wirklich genossen: Gebacken, Kerzen gerollt, gebastelt, jeden Abend Advent gefeiert, gesungen... Auf dem Blog gab's zum ersten Mal einen Adventskalender. Außerdem waren wir auf einer Hochzeit, haben Heiligabend überlebt, hatten viel Familienzeit im großen Kreis und einen richtig schönen Jahresabschluss zu viert mit super Aussicht auf die Berliner Feuerwerke.



Ja, das - und noch viel mehr - war 2018.

Ich hoffe, dass auch ihr das Alte dankbar und in Frieden abschließen konntet.

Nicht alles war schön oder einfach.
Vielleicht war für dich das Jahr von Krankheit überschattet.
Vielleicht musstest du Abschied nehmen.
Vielleicht sind Träume geplatzt,
Beziehungen zerbrochen,
Glaube abhanden gekommen.

Ich wünsche dir in all dem Schweren
Frieden.
Gott war da, und er ist noch immer mit dir.
Ich wünsche dir,
dass du dich getragen weißt.
Gestern,
heute,
und morgen.
Von liebevollen Vaterarmen.

Ich wünsche dir ein gesegnetes, erfülltes, beGeistertes neues Jahr.






Sonntag, 23. Dezember 2018

23. Türchen


23. Türchen: Das Abenteuer der Weihnacht


Jeden Abend feiern wir mit unseren Kindern Advent. Wir zünden die Kerzen am Adventskranz an, singen Weihnachtslieder und lesen eine fortlaufende Geschichte.

Es ist eine schöne Geschichte mit toll illustrierten Bildern; die biblische Weihnachtsgeschichte wird kindgerecht erzählt - Marias Verlobung mit Josef, die Ankündigung des Engels, ihre beschwerliche Reise nach Bethlehem und dann, in einem ärmlichen Stall, die Geburt Jesu.

In der Geschichte sind alle nett zueinander. Die einzige negative Figur ist der Herold, welcher alle Bewohner Nazareths auffordert, sich in ihrer Geburtsstadt zählen zu lassen. Abgesehen davon sind wirklich alle sehr nett.
Marias vorhochzeitliche Schwangerschaft ist für Josef überhaupt kein Problem.
Maria reitet tapfer auf einem Esel und beklagt sich kein einziges Mal.
Die Frau eines Wirtes zeigt dem heiligen Paar ihren Stall und bringt ihnen sogar Essen vorbei.
Die Geburt Jesu dauert gefühlte zwei Minuten und verläuft ohne Komplikationen.
Das Jesuskind ist (oh Wunder!) blondgelockt und lächelt seine Mutter an, anstatt zu weinen...

Ja, es ist eine Kindergeschichte.

Und doch... mir ist sie trotzdem zu süßlich, zu glatt, zu einfach.

Wenn alle so nett und freundlich zueinander wären, wenn die Welt ein solch gastlicher Ort wäre - dann hätte Jesus gar nicht kommen müssen. Und ich glaube, das auch Kinder das schon verstehen können. Dass auch sie spüren und erleben, dass unsere Welt zerbrochen ist.

Meine Kinder sind noch klein und sie werden die Weihnachtsgeschichte noch oft lesen. Sie werden Predigten darüber hören und viele verschiedene Interpretationen und irgendwann wird sich ihnen, so hoffe ich, ein komplexeres Bild auftun über die Geschehnisse von damals.


Advent, das bedeutet Ankunft.
Vielleicht kommt das Wort aber auch von adventure. Abenteuer. Könnte doch sein...

Der allererste Advent war adventurous. Abenteuerlich.
Für Maria und Josef.
Für tausende andere, die ebenfalls unterwegs waren.
Für das kleine Jesuskind, das vom Himmel auf die Erde kam, in Windeln gewickelt und in eine Futterkrippe gelegt wurde.
Das, nur wenige Wochen alt, zum Flüchtling wurde.

Gott wird Mensch - was für ein Abenteuer!

Abenteuerlich auch für die Hirten und für die Weisen aus dem Morgenland.

Sie alle hatten es nicht leicht.
Die Welt, in der sie sich bewegten, war nicht immer freundlich zu ihnen.
Sie erlebten Schwierigkeiten, Anfeindungen, Abweisung, Ausgrenzung, Zweifel, Verfolgung, Angst, Schmerz.

Ganz genau wie wir.
Auch für uns verläuft die Advents- und Weihnachtszeit nicht immer so glatt und harmonisch wie wir es gerne hätten.
Krankheit, Tod, Arbeitslosigkeit, Sorgen, Streit und Stress sind auch im Advent eine Realität.

Jeder von uns erlebt seine eigenen Adventures...

(Und auch Heiligabend kann abenteuerlich verlaufen.)

Mittendrin im Adventure ist Jesus.
Das Gottkind in der Krippe.
Einer, der weiß, was es heißt, fern der Heimat zu sein.
Der Armut kennt, Kälte und Schmerz,
und dass die Dinge nicht so laufen wie erträumt.
(Maria und Josef hatten sich die Geburt ihres ersten Kindes sicher ganz anders vorgestellt.)

Der all seinen Reichtum, all seine Macht freiwillig hergegeben hat um uns nah zu sein.
So nah wie es nur geht.
So menschlich wie nur möglich.
Geboren von der Jungfrau Maria...

Das liebe ich so sehr an Weihnachten!
Dass, wenn wir uns doch schon wieder streiten und das Essen anbrennt und die Geschenke nicht rechtzeitig ankommen und ich mich über mich selber ärgere, ich im selben Augenblick weiß:
Das alles kann Jesus nicht abschrecken.
Im Gegenteil: Genau deshalb, weil wir so sind, wie wir sind, ist er zu uns gekommen!
Weil wir uns streiten und Fehler machen und uns über uns selber ärgern und es nicht schaffen, auch nur annähernd "perfekt" zu sein.
Deshalb ist er gekommen - um uns zu erlösen.
Um uns zu sagen und zu zeigen, wie sehr wir geliebt sind.

Sein Abenteuer auf der Erde endete nicht im Stall.
Da fing es gerade erst an!
Jesus Adventure führte ihn bis ans Kreuz und ins Grab, hinab in das Reich der Toten und zurück ins Leben! Aus lauter Liebe zu uns.

Liebe ist ein Abenteuer!
Wer wüsste das besser als Jesus.

Sein Abenteuer mit uns geht weiter, jeden Tag.
Im Advent und auch sonst.

Wenn wir mit Jesus unterwegs sind, ist eigentlich jeden Tag Advent.
Weil wir auf seine Ankunft warten.
Und weil jeder Tag ein Adventure ist.

Ich wünsche mir mehr Geschichten, die das so erzählen.
Nicht nur für Kinder.




Sonntag, 16. Dezember 2018

16. Türchen


16. Türchen: Unser Weihnachten in Kiserian, Kenia


Kiserian Kanisa - unsere Kirche


Mein erstes Weihnachten weit weg von Zuhause, ohne meine Eltern und Geschwister, verbrachte ich in Kiserian am Baringosee. Da war ich 19 und seit etwa vier Monaten in Kenia.
Dass dieses Weihnachten sehr anders aussehen, schmecken, riechen, verlaufen, sich anfühlen würde als jedes andere zuvor, war mir natürlich vorher bewusst gewesen. Ich stellte mich auch auf Heimweh ein, auf eine diffuse Sehnsucht nach Kälte, Tannengrün und Dominosteinen - aber wie anders es sein würde, das erlebte ich erst, als es soweit war.

In Deutschland beginnt die Vorweihnachtszeit schon sehr früh - wenn man die Schoko-Nikoläuse, die es ab Anfang September in den ersten Geschäften zu kaufen gibt, mal ignoriert, so ist doch spätestens Ende November alles auf den Advent und auf Weihnachten eingestellt. Lichterketten, bunte Kugeln, Tannenbäume überall! Jingle bells klingt aus allen Lautsprechern, an jeder Ecke kann man Adventskalender, Glühwein und grüne Kränze kaufen und die ersten Wunschzettel sind geschrieben.
Natürlich, uns Christen geht es an Weihnachten nur um Jesus, aber der ganze andere Kram gehört schon auch zum richtigen Feeling dazu.

Was brauche ich, um in Weihnachtsstimmung zu kommen?

Weihnachtslieder.
Lebkuchen, Marzipankartoffeln und Dominosteine.
Dunkelheit und Kerzenlicht.
Tannenzweige und rote Kugeln.
Geschnitzte Krippenfiguren.
Einen Adventskalender.
Und, Bullerbü sei Dank: Schnee.
(Bei uns gibt es praktisch nie Schnee zu Weihnachten und doch löst bei mir kaum etwas dieses Gefühl von Weihnachten so automatisch aus wie Schnee! Verrückt eigentlich)

Unsere Adventszeit in Kenia konnte mir in der Hinsicht nicht viel bieten.

Ja, wir buken Plätzchen (und fühlten uns ganz falsch dabei, sie zu essen. Lebkuchen im Hochsommer? Das passt doch einfach nicht.)
Wir hörten Weihnachtslieder - aber auch das funktionierte nicht so wirklich.
Wir bastelten und schenkten uns gegenseitig einen Adventskalender.
Die einzigen Adventskalender weit und breit - standen bzw. hingen in unserem Wohnzimmer!
Und dann die Hitze!
Die Kerzen schmolzen noch bevor wir sie überhaupt angezündet hatten.

Kein Haus, kein Geschäft, keine Kakteenhecke war mit roten Kugeln geschmückt.
Es gab keine Lichterketten, keine Schneemänner, keine roten Zipfelmützen.
Endlich mal ein Weihnachten ohne Weihnachtsmann - auch wieder nicht recht...

In der Kirche gingen die Gottesdienste auch im Advent weiter wie normal - es gab keinen Adventskranz, an dem jeden Sonntag eine Kerze mehr angezündet werden durfte, keine Weihnachtslieder, keine weihnachtliche Predigt.

Von Weihnachtsstimmung keine Spur.

Mir wurde bewusst, dass das ganze Tamtam um den Advent doch etwas ziemlich Deutsches ist.

Ich nahm mir vor, die Abwesenheit aller adventlichen Äußerlichkeiten als einmalige Chance zu begreifen,  mich dieses eine Mal wirklich ausschließlich auf die Ankunft Jesu zu konzentrieren. Die wirklich echte Weihnachtsfreude zu erleben! Das pure Weihnachten, ganz ohne Konsum und "ungeistliche" Ablenkungen wie Stollen und Wunschzettel.
Das sollte mein erstes "richtiges" Weihnachten werden, als gute Christin, die wirklich ausschließlich Jesus Geburtstag feiert.

Das fiel mir schwer.
Ich vermisste die Lichterketten, die Marzipankartoffeln und die roten Zipfelmützen... so sehr ich mich dafür auch verurteilte, als oberflächlich und kapitalistisch, als "ungeistlich".
So sehr ich mich auch auf Jesus konzentrieren wollte - ich kam einfach nicht in Weihnachtsstimmung.

Nicht bei 30 Grad im Schatten.
Nicht, wenn die allermeisten Menschen um mich herum so weiterlebten, als wäre gar nicht Advent.


Wir beiden Freiwilligen und die Missionarsfamilie taten unser Bestes, den Advent und Weihnachten ungefähr so zu zelebrieren, wie wir es aus Deutschland kannten.
Wie gesagt - wir buken Plätzchen, sangen Weihnachtslieder und öffneten jeden Tag ein Päckchen unseres Adventskalenders.
An Heiligabend saßen wir zusammen, zündeten unsere von der Hitze krummen Kerzen an, lasen die Weihnachtsgeschichte und verteilten Geschenke (aber erst nachdem der Skorpion hinter dem Gitarrenkasten unschädlich gemacht worden war....). Wir hielten stur an unseren Traditionen fest, so wie wir sie kannten. Und der Rest des Dorfes blieb draußen.

Der Rest der Gemeinde feierte am nächsten Tag, am 25. Dezember, einen Weihnachtsgottesdienst mit anschließendem Mittagessen für alle. Ziegen wurden geschlachtet, wir sangen andere Lieder als sonst und in den Familien gab es auch Geschenke, wie ich hörte - ein paar neue Kleidungsstücke für jeden.
Das war Weihnachten für die Christen in Kiserian.

Ein pures Weihnachten, ja. Ohne Konsum, ohne Klimbim, ohne Ablenkung vom Kern.
Ein Weihnachten, das den Umständen der ersten Weihnacht und Jesu Geburt sicherlilch viel näher kam als alles, was wir hier in Deutschland veranstalten.

Für mich war es trotzdem kein "besseres" Weihnachten.
Ich habe lange Zeit gedacht, ich sei eben doch irgendwie oberflächlich und "ungeistlich" und nicht dazu fähig, mich an Weihnachten wirklich nur auf Jesus zu freuen.

Heute sehe ich das ein bisschen anders.

Ein Weihnachten mit Tannengrün, roten Kugeln, Lichterketten und Plätzenduft ist natürlich ein leeres, wenn Jesus fehlt.
Der Umkehrschluss gilt aber nicht automatisch.
Ich habe für mich festgestellt, dass gewisse Traditionen, Rituale und Gestaltungselemente rund um Weihnachten, wie wir es in Deutschland feiern, mir helfen, mich auf Jesus zu freuen und mich daran zu erinnern, dass es um Ihn geht.

Das Grün der Zweige und des Baumes stehen für unsere Hoffnung, für den Triumph des Lebens über den Tod.
Wir zünden Kerzen und Lichterketten an, um zu zeigen, dass Jesus unser Licht ist, das jede Dunkelheit erhellt.
Wir machen uns Geschenke, weil wir Beschenkte sind.
Wir schrubben und dekorieren unsere Häuser, weil wir uns auf die Ankunft eines Königs vorbereiten! Natürlich soll da alles schön aussehen und glänzen, wenn Er kommt.
Und die Freude meiner Kinder über ihren Adventskalender erinnert mich daran, dass jeder Tag mich meinem Jesus näher bringt.

Es ist für mich kein Zufall, dass Weihnachten in die kalte und dunkle Zeit fällt - Jesus kommt zu uns, in unsere dunkle und kalte Welt, als ein hilfloses Baby, als Licht der Welt, als Liebe in Person!
Das ist Weihnachten.


Diese Traditionen sind zu einem großen Teil natürlich kulturgebunden und können nicht einfach so in andere kulturelle Kontexte übertragen werden, ohne ihren Sinn zu verlieren.

Tannenzweige in Kiserian machen als Symbole der Hoffnung keinen Sinn - weil es dort nicht den Wechsel der Jahreszeiten gibt, wie wir ihn erleben.
Natürlich ist Jesus das Licht der ganzen Welt - aber in Kenia haben die Menschen im Advent kein erhöhtes Bedürfnis, sich Kerzen in ihr Zuhause zu stellen. Die Sonne geht weiterhin jeden Tag um sechs Uhr morgens auf und am Abend gegen 18 Uhr unter. Der Dezember ist keine kalte und dunkle Zeit in Kenia - vielmehr eine besonders heiße, grelle, trockene.

Hoffnungslosigkeit und Dunkelheit erleben die Menschen in Kiserian aber natürlich auch.
Auch sie warten auf den König, auf einen Erlöser, auf den Retter der Welt.

Ich glaube, wir haben es damals versäumt, für Kiserian angemessene Formen zu finden, den Advent zu begehen.
Die Vorbereitung auf Weihnachten ist wichtig - die innere und auch die äußere.

Und die Gemeinschaft ist es auch!

Warum haben wir an Heiligabend allein in unserem Wohnzimmer gesessen? Warum haben wir stur an unseren deutschen Traditionen festgehalten, anstatt neue Symbole und Traditionen zu finden, die zu den Gegebenheiten in Kiserian passten?

Als wir gerade gesungen hatten - die Kerzen brannten, die Plätzchen standen auf dem Tisch, die Geschenke lagen auf einer Decke und der Skorpion war erschlagen - klopfte es an der Tür.
Pastor Nelson stand draußen. Ich weiß nicht mehr, was er sagte oder wollte. Aber wir luden ihn nicht ein. Wir (oder zumindest ich, ich kann nicht von den anderen sprechen) empfanden ihn als eine gewisse Störung im weihnachtlichen Ablauf. Nach einem kurzen Gespräch ging er wieder. Und wir feierten weiter. Als einzige im Ort. Wazungu unter sich.

Wenn ich jetzt darüber nachdenke, schäme ich mich und wünschte, wir hätten es geschafft, anders zu feiern.
Gemeinsam.
Auf eine Weise, dass alle mithineingenommen werden.
Mit Bildern und Zeichen, die alle verstehen -
die zeigen: Unser König kommt in unsere Welt.
Er kommt in unsere Nacht.
In unsere unerträgliche Hitze und Trockenheit.
In unsere Sehnsucht nach Regen.
Er kommt zu uns in Hunger und Durst.
Er kommt in unsere Armut und in unseren Reichtum.

Er wird einer von uns.
Nicht als Mzungu, nicht als einer, der alles besser weiß und besser macht und alles hat.
Er macht sich klein für uns,
wird ein winziges Baby,
das beschützt, gefüttert, getragen und geliebt werden muss.

Diese Botschaft ist für alle Menschen,
und kann von allen Menschen verstanden werden -

egal, ob es dort, wo sie leben, Tannenbäume gibt, oder nicht...

Wir sollten uns nur immer wieder fragen, ob die Art und Weise, wie wir Weihnachten - oder überhaupt die gute Botschaft von Jesus - so verpacken und erklären, dass die Menschen, die wir damit erreichen möchten, es auch verstehen.
Und ob die Art und Weise, wie wir feiern, andere ausschließt oder einlädt.




















Montag, 5. November 2018

365 inspirierte Tage

{enthält Werbung}

ACHTUNG: AUSVERKAUFT!
Wir werden in diesem Jahr keine zweite Auflage anbieten - überlegen aber, im nächsten Jahr ein ähnliches Projekt in Angriff zu nehmen.
UND: Es wird in meinem Shop demnächst einen anderen Kalender zu kaufen geben!



Am Anfang war die Idee:
Ich möchte in meinem Shop einen 365-Tage-Kalender anbieten.

So ähnlich wie den, den ich vor drei Jahren gestaltet habe.
Aber noch schöner.
Und in Farbe.
Richtig gut gelayoutet und von einer Druckerei gedruckt.

Diese Idee ließ mich nicht los.
Mir war klar, dass dies viel Arbeit bedeutete. Und dass ich über manche Fähigkeiten, die für ein solches Projekt nötig sind, nicht verfüge. Und die Zeit wurde langsam knapp.

Also fragte ich Anne:
"Anne, hast du Lust, mit mir zusammen einen 365-Tage-Kalender zu gestalten?"

Ja, hatte sie!

Also legten wir los.
(Wir hatten ja gar keine Ahnung, was da wirklich auf uns zukam! :-))



Anne und ich teilten zunächst die Zuständigkeiten unter uns auf und machten einen groben Zeitplan. Sie wollte die Inhalte und Illustrationen für Frühling und Herbst verantworten, während ich mich um Sommer und Winter kümmerte.
Bei der Gestaltung meines ersten 365-Tage-Kalenders hatte das Sammeln und Erstellen von Inhalten sehr viel Zeit in Anspruch genommen - dieses Mal ging es deutlich schneller und nach zwei oder drei Tagen konnte ich diesen Punkt auch schon von meiner To-Do-Liste streichen.



Weiter ging es mit den Illustrationen. Wir hatten uns für einen eher schlichten, aber wirkungsvollen Aquarell-Look entschieden, und so konnte ich mehrere Stunden mit dem verbringen, was ich am liebsten tue: Malen. Ja, ich glaube, diese Phase war meine liebste im ganzen Entstehungsprozess :)



Anschließend wurden alle Illustrationselemente eingescannt und am Computer freigestellt und bearbeitet. Das dauerte eine Weile... aber wir lagen sehr gut im Zeitplan, und irgendwie machte mir das Digitalisieren auch Spaß. Es ist so toll, wenn man neu erlernte Fähigkeiten gleich in einem Herzensprojekt einsetzen kann!

Der nächste Arbeitsschritt verlangte uns einiges an Hirnschmalz, Nerven und Zeit ab: Das Layout.
Nun musste alle Inhalte und Illustrationen zusammengebracht werden, um gedruckt werden zu können.
Mein Mann riet mir, unbedingt zuerst eine Druckerei anzufragen und alle Details des Layouts zu klären, um böse Überraschungen zu vermeiden. Für mich sind solche Dinge (also irgendwo anrufen und technische Themen besprechen) absolut außerhalb meiner Komfortzone, aber für den Kalender musste es eben sein. Nach einem längeren Hin und Her mit der Druckerei standen die technischen Daten und wir konnten mit dem Layout beginnen.

Unser Plan war, 12 Kalenderblätter auf einem Druckbogen anzuordnen und die Trennlinien perforieren zu lassen. Der Druck sollte beidseitig erfolgen, also mussten wir ein genaues Raster mit allen 365 Tagen erstellen, um sicher zu gehen, dass beim fertigen Kalender auch jeder Tag an seinem Platz war.



Das Layouten teilten Anne und ich uns auf. Sie erstellte für mich eine Vorlage, in die ich "nur" noch meine Inhalte und Illustrationen einfügen musste. Das dauerte natürlich, wie man sich vorstellen kann! Aber am Ende waren alle 366 Tage (plus Titelblatt, Impressum, Jahreszeiten- und Monatsüberschriften) fertig gestaltet und die Druckdateien konnten an die Druckerei geschickt werden.


An diesem Punkt erlebten wir leider doch die "böse Überraschung", vor der mein Mann mich gewarnt hatte: Aufgrund einer Fehlinformation innerhalb der Druckerei konnte unser Kalender doch nicht wie geplant als 12er-Bögen gedruckt werden!
Wir mussten das komplette Layout überarbeiten und jedes einzelne Kalenderblatt als eigene Datei anlegen!  Anne übernahm diese undankbare Aufgabe und ackerte sich durch den kompletten Kalender, was viele Stunden dauerte.



Nach ein paar abschließenden Korrekturen konnte unser Kalender dann, eine Woche später als geplant, endlich in den Druck gehen!

Und nur drei Tage später erhielt ich die Nachricht, unsere Kalender seien fertig und könnten abgeholt werden. Das war ein aufregender Moment, als mir ein Mitarbeiter der Druckerei drei schwere Kartons übergab und ich in einen reinlinsen konnte! Auf den ersten Blick sah alles super aus, genau so, wie wir es geplant hatten! Ein Riesenstein plumpste von meinem Herzen.




Bis zum richtig fertigen Kalender lagen jedoch noch einige Stunden Arbeit vor mir: Das Sortieren der 19.200 einzelnen Kalenderblätter zu 100 Kalendern!
Gott sei Dank habe ich so einen hilfsbereiten und fleißigen Mann, der stundenlang mit mir Kalenderblätter sortierte. Wir gingen monatsweise vor, was sich als schnellste Methode erwies. Und irgendwie machte auch diese Arbeit Spaß!








Trotzdem waren wir nach etwa 10 Stunden Sortierarbeit überglücklich, als alle 100 Kalender in ihren endgültigen Zustand gebracht worden waren!
Überglücklich war ich auch, dass wir beim Sortieren keine Fehler entdeckten! Alle Kalenderblätter sind so, wie sie sein sollten, und alle Tage an ihrem Platz. Und der Kalender sieht einfach schön aus!
Da haben Anne und ich gut gearbeitet, und Gott hat eine ordentliche Portion Gnade dazu gegeben.


Getan war (und ist...) die Arbeit damit natürlich noch nicht: Ich packte Annes Teil an Kalendern in ein großes Paket und schickte sie auf die Reise nach Chemnitz. Dann mussten die Kalender gut in Szene gesetzt und fotografiert werden. Für unsere Shops benötigen wir eine aussagekräftige Produktbeschreibung; außerdem mussten wir den Preis festlegen und besondere Aktionen planen. Anne gestaltete einen kleinen "Beipackzettel", den wir jeder Bestellung beilegen werden. Und dann müssen wir auf Instagram und dem Blog und an anderen Stellen auf unseren 365-Tage-Kalender aufmerksam machen...




An so einem Produkt hängt tatsächlich einiges, was man als Außensteher so nicht weiß - und was auch uns als Macherinnen zum Teil vorher nicht bewusst war. Ja, ich glaube, ich habe dieses Projekt unterschätzt.
Am Anfang war es nur eine Idee - zwischendurch war es harte Arbeit und eine große Herausforderung und Lernfeld, aber auch Spaß und guter Austausch zwischen Anne und mir - und jetzt ist es ein fertiger Kalender voller Inspirationen und Ermutigungen für ein ganzes Jahr!

Und hier ist er: Unser 365+1-Kalender!




Wir haben den Kalender immerwährend angelegt, unabhängig von Wochen- oder Feiertagen und sogar schaltjahrgeeignet. Bei der Gestaltung orientierten wir uns an den vier Jahreszeiten, von denen jede ihr eigenes Überthema hat: Erwachen im Frühling, Freude im Sommer, Ernte im Herbst und Hoffnung im Winter.


Jede Jahreszeit wurde von uns in drei Monate unterteilt, von denen auch jeder ein Motto hat - als Unterthema zu den Jahreszeitenthemen. Alle Inhalte und teilweise auch die Illustrationen eines Monats sind von seinem jeweiligen Motto inspiriert.
Für jeden Tag gibt es einen Bibelvers oder ein Zitat, eine kleine Aufgabe oder Idee, ein Rezept oder eine Frage zum Nachdenken - es ist eine bunte Mischung geworden, die durchs ganze Jahr hindurch begleitet, ermutigt und inspiriert.





Die Kalenderblätter wurden auf 200g-Papier gedruckt, in den Maßen 4,5x9cm. 
Die Handhabung funktioniert folgendermaßen: Zunächst fädelt man alle Blätter in der vorsortierten Reihenfolge (!) auf ein schönes Band und knotet dieses fest zu. Jetzt kann man den Kalender aufhängen und jedes Blatt nach dem Lesen einfach umblättern. Nach einem halben Jahr (bzw. 192 Kalenderblättern) wird der Kalender umgedreht und es geht weiter wie gehabt!

Die Auflage ist limitiert auf 100 Stück - wenn ihr gern einen solchen jahresbegleitenden Kalender haben möchtet, solltet ihr nicht lange zögern und euch einen bestellen :-)

Eine schnelle Bestellung lohnt sich doppelt: 
In der ersten Verkaufswoche, also von heute, 5.11. bis zum 11.11. bieten wir den Kalender zum Vorzugspreis von 15,50 € an!
Danach könnt ihr ihn zum regulären Preis von 19,50 € erwerben.



Und vielleicht findet ihr ja auch noch das eine oder andere schöne Weihnachtsgeschenk... Es lohnt sich, mehrere Produkte gemeinsam zu ordern, weil man dabei Versandkosten spart :-)





Wir sind sehr gespannt, wie euch der Kalender gefällt und freuen uns auf eure Bestellungen!

An dieser Stelle möchte ich unbedingt noch ein herzliches Dankeschön an Anne aussprechen: Es hat so viel Spaß gemacht, dieses Projekt mit dir gemeinsam zu verwirklichen! Danke für alle deine Ideen, für dein ehrliches Feedback, für deine harte Arbeit und dein Engagement, und einfach für alles, was du eingebracht hast! Ohne dich würde es diesen Kalender nicht geben. Danke!

Danke auch an meinen Liebsten, der mich beim Sortieren (und bei vielem anderen) so tatkräftig unterstützt hat!