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Sonntag, 16. September 2018

#i_weigh - was mich wirklich ausmacht




Was bin ich wert?
Was macht mich aus?
Wer bin ich - und bin ich so gut genug?

In den sozialen Medien kursiert ein Foto der Kardashian-Frauen, auf dem jede der Dargestellten mit einer Zahl versehen ist - ihrem Gewicht in Kilogramm. Die Schauspielerin Jameela Jamil rief als Reaktion auf dieses Foto (das ich übrigens selbst nicht gesehen habe) die Kampagne #i_weigh ins Leben: Frauen sollen sich nicht länger über ihr Gewicht oder ihre Körperform definieren, sondern über das, was sie im Leben erreicht haben, wer sie in Beziehungen sind, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sie erworben haben. So haben schon über tausend Frauen gepostet, was sie - in ihren Augen - ausmacht:
Mutter
Ehefrau
Schwester
politisch engagiert
Abitur
finanziell unabhängig
Künstlerin
Sportpreise gewonnen
Muslima
Weltreise gemacht
Tumor überlebt
Träumerin
großer Freundeskreis
...



Mich hat das sehr nachdenklich gemacht.

Auf der einen Seite finde ich es gut, von übertriebenen Körperbildern wegzukommen, von der Verherrlichung der Idealfigur - kein Mensch, egal ob Mann oder Frau, sollte auf seinen Körper reduziert werden und sich ausschließlich darüber definieren, ob man dem Schönheitsideal unserer Gesellschaft entspricht oder nicht.

Auf der anderen Seite: Den tatsächlichen Wert eines Menschen stellt auch diese Instagram-Kampagne nicht fest.

Das Prinzip bleibt dasselbe, nur dass anstelle des Gewichtes andere, vielfältigere Parameter treten.
Dann vergleiche ich eben nicht meinen Körper mit dem anderer Frauen. Ich vergleiche mich aber trotzdem, ich messe und stelle Unterschiede fest. Ich fühle mich in manchen Bereichen unterlegen, in anderen entwickle ich ein Gefühl von Stolz und Überheblichkeit.

Was ist mit der ungewollt Kinderlosen, mit der Verlassenen, mit der Schulabbrecherin, der Hartz-IV-Empfängerin, der Rollstuhlfahrerin, der Einsamen, der Abgehängten...?

Nein, gerade das wollen wir doch nicht - oder?
Immerzu dieses Vergleichen und Auftrumpfen und sich selber Darstellen und gut Ankommen...
Ich bin es leid.



Und doch liegt es mir so nahe.
Ich möchte auch gern aufzählen, was ich alles kann und habe und bin:
Mutter, Ehefrau, zwei Studienabschlüsse, Künstlerin, Bloggerin, Unternehmerin, Freundin, Hauskreisleiterin...

Aber bin das wirklich ich, im Kern?
Unter der Schale, wenn man mal ein bisschen bohrt, was ist da?

Was bleibt noch von mir, wenn das alles zerbricht:
Wenn Kinder nicht kommen oder behindert geboren werden, wenn Beziehungen unschön enden, wenn ich das Augenlicht verliere, wenn mein Mann gefeuert wird, wenn Freunde sich abwenden, wenn die Gemeinde sich zerstreitet, wenn ich das Business gegen die Wand fahre, wenn mir alle Haare ausfallen und die Zähne, wenn mir plötzlich die Worte fehlen und mein Studienabschluss keinen Pfifferling mehr wert ist...

Wer bin ich dann noch?

Oder hat das alles gar keine Auswirkung auf mich als die, die ich wirklich bin?




Was ist, wenn ich Gott frage?
Wie lautet seine Antwort?
Was macht mich aus?
Was bin ich wert?

Ich bin
gewollt
von Anfang an
bin geliebt
vom Schöper des Universums
bin geformt
von seiner Hand
gesehen
noch bevor ich geboren wurde

geschaffen nach Gottes Ebenbild
bei meinem Namen gerufen

Ich bin
teuer erkauft:
Jesus hat sein Leben gegeben
für mich
den Tod am Kreuz auf sich genommen
aus Liebe zu mir

Ich bin frei.

ich bin
angenommen
aus lauter Gnade
als Gottes Kind
aufgenommen
in Seine Familie

ein Tempel des Heiligen Geistes
erwählt und bestimmt,
Frucht zu bringen -
Frucht, die bleibt.

und das alles nicht aus mir heraus,
es ist nicht meine eigene Leistung

Das alles verdanke ich Jesus.

Durch Gottes Gnade bin ich,
was ich bin (1. Kor.15,10)


Meine Antwort auf #i_weigh:
Was ich wiege?

Ich wiege Gottes Liebe.
Ich wiege Jesu Blut.
Ich wiege seine unverdiente, unendliche Gnade.


Das ist es, was mich wirklich ausmacht. Uns alle.



Wir sind alle so unendlich kostbar!
Weil wir so geliebt sind.

Ganz egal, was wir haben oder nicht, was wir erreicht oder vergeigt haben, ob wir gut ankommen bei anderen oder nicht, welche Zahl die Waage anzeigt (oder Follower auf Instagram), ob wir zu den Verlierern oder Gewinnern der Gesellschaft gehören.
Für unsere Identität spielt das alles keine Rolle.
Wir können dem, was Gott uns in Jesus schenkt, doch nichts mehr hinzufügen - das brauchen wir auch nicht.
Seine Liebe, sein Leben ist alles für mich.




Auch all die anderen Dinge - Familie, beruflicher Erfolg, besondere Fähigkeiten und Gaben - sind nichts, worauf wir uns etwas einbilden können. Das alles sind Geschenke. Das alles ist Gnade.
Ich nehme dankbar an, was Jesus mir gibt. Ich vertraue darauf, dass es genug ist.










Mittwoch, 13. Juni 2018

Liebes junges Ich...


Berlin, Juni 2018

Liebes junges Ich,

du bist jetzt vielleicht 15 oder auch 25 Jahre alt, das tut nicht viel zur Sache, denn deine Gedanken über dich selbst sind in all den Jahren ungefähr die gleichen geblieben.
Ich weiß, dass du unzufrieden mit dir bist, dass du dich manchmal sogar überhaupt nicht ertragen kannst. Sätze von anderen, einfach so daher gesagt, gedankenlos, haben dich tief getroffen und verletzt, und du hast ihnen geglaubt: "Deine schlanken Finger passen gar nicht zum Rest deines Körpers." "Wir sind eben beide ein bisschen korpulent."
Stempel, die man dir aufgedrückt hat, hast du wie eine zweite Haut akzeptiert. Die Unsportliche. Die Dicke. Die mit den Hamsterbacken (im Ernst?!).



Ja, diese Worte haben dich geprägt.
Sie haben dazu beitragen, dass du dich nicht wohl in deiner Haut fühltest, dass du dich danach sehntest, eine andere sein zu können. Du hast es versucht, aber du bist immer wieder gescheitert. Wir sind immer wieder gescheitert.

Aber lass dir von mir, deinem 31-jährigen Ich, ein paar Dinge sagen. Erstens:

Sei dankbar für deinen Körper und für das, was er ist. Jetzt.
Mal ehrlich, du wirst nie wieder in deinem Leben so nah dran sein, das gesellschaftlich akzeptierte Schönheitsideal zu erfüllen, wie jetzt! So wie du jetzt bist, mit 15 oder mit 25 - so schön und jung und sportlich und schlank wirst du nie mehr sein! Das ist nicht wirklich wichtig, und es macht dich auch nicht glücklich, aber glaub mir: Nach diesem Körper wirst du dich einmal zurücksehnen und dir wünschen, du hättest ihn mehr gemocht! Denn er ist einfach toll so, wie er ist.
Mir wird immer mehr bewusst, dass ich für meinen Körper im Hier und Jetzt dankbar sein sollte und darf.
So wie er jetzt ist, wird er nicht bleiben.
Er wird sich mit mir zusammen verändern, und das ist auch gut so.
Genieße deine Jugend, solange du sie hast - das steht doch sogar in der Bibel!



Weißt du noch, in diesem einen Sommer, da warst du 14 oder 15, und du hasstest dich selbst so sehr. Es war ein heißer Tag und ein Mädchen aus der Gemeinde, ein paar Jahre älter als du, selbstbewusst, schlank, bewundert, rief dich an und lud dich zum Schwimmen im Baggersee ein. Wow, ausgerechnet DICH! Das tat schon gut... Aber das ging natürlich nicht. Du musstest einen Weg finden, aus der Sache rauszukommen, irgendeine Ausrede musste her. Du bist nicht mitgefahren an den Baggersee an diesem Tag und auch nicht in diesem Sommer, denn du wolltest nicht, dass sie dich im Bikini sehen und über deinen ungeliebten Körper urteilen würde!
Was hätte das für ein schöner Tag werden können, was für ein Beginn einer wunderbaren Freundschaft!

Lass uns aus dieser Begebenheit lernen und niemals wieder Gemeinschaft und Spaß verpassen, nur weil wir uns wegen unseres Körpers schämen!

Das führt mich zu einem zweiten Gedanken:

Dein Körper ist NICHT dazu da, um anderen zu gefallen!

Verrückt, oder! Dein Körper ist nicht dazu da, um anderen zu gefallen. Lass dir diesen Satz ruhig auf der Zunge zergehen. Du wirst feststellen, er schmeckt süßer als Schokolade. Und wenn du dir diesen Satz immer wieder zuflüsterst, oder ihn deinem Spiegelbild entgegen schmetterst, wirst du merken, dass er etwas in dir freisetzt.
Wie wir uns in unserem Körper fühlen, hat leider sehr viel damit zu tun, was wir glauben, was andere von uns denken.
Und das ist völliger Quatsch. Dein Körper gehört nicht einem anderen Menschen. Er ist auch kein Produkt, über das andere Bewertungen abgeben könnten.  Dein Körper hat nicht die Funktion, nicht den Sinn, irgendwelchen Leuten zu gefallen - dazu hat Gott dich nicht geschaffen! Dafür hat er dir deinen Körper nicht gegeben!



Du bist keine Sklavin - du bist ein freies Kind Gottes!

Neulich habe ich in einem Video zum Thema Bodyshaming gehört, dass der Körperkult und die Reduzierung eines Menschen auf seine äußeren Merkmale letztlich eine "Sklaven-Mentalität" kennzeichnet. Das hat mich sehr berührt. Und ich glaube, dass es stimmt: Wenn ich andere oder mich selbst aufgrund des Körpers bewerte und beurteile (sowohl im Positiven als auch im Negativen), verhalte ich mich ein bisschen wie ein Händler auf dem Sklavenmarkt. Ich sortiere Menschen nach sehr einfachen Kategorien: schön - hässlich, dünn - dick, wertvoll - wertlos. Wie krass!

Wir sind aber keine Sklaven! Du bist keine Sklavin!
Du bist ein erlöstes, freigekauftes, geliebtes Kind Gottes und so viel mehr als nur deine äußere Hülle.
Lass dich frei machen von dieser Sklaven-Mentalität und hör mit der Fleischbeschauung auf - sowohl mit der harschen Beurteilung deines eigenen Körpers, als auch mit der Bewertung anderer.
Denn mal ehrlich: Wie oft schaust du einer anderen Frau auf den Hintern und fragst dich: "Hat sie einen dickeren Hintern als ich?"  Hör damit auf!



Dein Körper hat das gleiche Recht auf Fürsorge, Genuss und Freiheit wie jeder andere auch.

Auch das hört sich für dich vielleicht erst mal wie ein verrückter Gedanke an...
Viel natürlicher ist es für dich, auch im Sommer lange Jeans zu tragen, damit niemand deine "dicken" Oberschenkel wahrnimmt. Oder in diesem schönen Kleid den Bauch einzuziehen, den lieben langen Tag lang. Oder das schulterfreie Top nicht zu kaufen, weil man deine Oberarme zu schwabbelig finden könnte.
Dass du anderen deinen Anblick im Bikini (oder auch im Badeanzug) am Strand ersparen möchtest, hatten wir ja schon. Und wenn du dir an einem heißen Tag ein Eis gönnen willst, fragst du dich zuerst, was die anderen über dich denken könnten (von wegen: "Ach, jetzt stopft die Dicke sich auch noch ein Eis rein!") - und lässt es dann doch lieber sein.

Hallo, geht's noch?!

Damit ist jetzt Schluss! Nicht nur zu 100% dem Schönheitsideal entsprechende Körper (ich wüsste auch gar nicht, wie viele Frauen einen solchen überhaupt haben!) dürfen den Sommer genießen mit allem, was dazu gehört: Schwimmen gehen und luftige Röcke tragen und Eis essen und sich stundenlang in der Sonne braten. Diese Vergnügungen sind für alle da. Tatsache!
Also gönn deinen Beinen eine frische Brise und deinen Schultern die warmen Sonnenstrahlen. Gönn deiner Zunge ein schönes, kühles Eis und deiner Haut ganz viel Vitamin D.

Und wenn du dich jetzt schon wieder fragst: Aber was werden die anderen denken?, dann scrollst du bitte zurück und liest den Text ab "Dein Körper ist NICHT dazu da, um anderen zu gefallen" nochmal.



Du darfst deinen Körper lieben!

Schon wieder so ein verwegener Satz. Ich weiß, du hast mit deinem Körper nicht viel am Hut. Wenn du dich mit ihm beschäftigst, dann im Sinne von Kritik und Abwertung.
Du hast es nicht gelernt, dich um ihn zu kümmern, ihn zu pflegen und ihn zu lieben - das kam dir immer "weltlich" und total oberflächlich vor. Worauf es ankommt, ist doch das Herz, die Seele, der Geist - der unsichtbare Kern deines Wesens. Und in gewisser Weise stimmt das auch, du brauchst jetzt nicht in eine wahnhafte Körperoptimierung zu verfallen!
Aber: Du bist auch Körper. Gott hat dir nicht nur Herz, Geist und Seele gegeben, sondern auch einen Körper. Auch er ist eine gute Gabe Gottes. Auch für ihn bist du verantwortlich.

Deshalb hör bitte auf, deinen Körper dafür zu bestrafen, dass er nicht so ist, wie er deiner Meinung nach aussehen sollte.
Ich bin gerade dabei, das zu lernen: Auf meinen Körper zu hören, seine Signale ernst zu nehmen und ihm Gutes zu tun. Dann wirst du dich auch immer mehr in ihm zu Hause fühlen können - wenn es ihm gut geht!

Probier's doch mal aus, und geh mit deinem Körper so um wie mit einem geliebten Menschen.


Es wird besser!

Ich habe weiter oben geschrieben, dass dein Körper nie wieder so sehr dem allgemein akzeptieren Schönheitsideal entsprechen wird, wie heute. Aber damit meine ich NICHT, dass du dich nie wieder so wohl in deinem Körper fühlen wirst.
Paradoxerweise fühle ich mich heute, mit 31 Jahren, 10kg mehr auf den Rippen und zahlreichen Schwangerschaftsstreifen am Bauch wohler in meiner Haut als in deinem Alter! Objektiv gesehen habe ich dazu wahrscheinlich keinen Grund. Aber vielleicht werde ich ja doch immer weiser mit den Jahren... und lerne dazu.
Ja, ich mag mich wirklich immer lieber. Und das, obwohl ich aktuell nicht auf einen Diäterfolg oder sportliche Höchstleistungen zurückschauen kann.
Wenn ich in den Spiegel schaue, dann mag ich mich - an den meisten Tagen. Das ist so ein befreiendes Gefühl!

Ich will nicht länger eine andere sein - und ich akzeptiere mich mehr und mehr so wie ich bin.
Mit allen Dellen und Falten und Röllchen und Kilos und Streifen.
Sie gehören zu mir und zu meiner Geschichte.
Und gleichzeitig bin ich so viel mehr als sie, so viel mehr als meine Hülle und das, was ich (oder andere) darüber denken. (Meistens denken die anderen übrigens eh viel weniger über dich nach, als du vermutest. Wirklich wahr!)


Es gäbe zu diesem Thema noch vieles zu sagen, aber lass mich für heute schließen.
Was ich dir und mir wünsche, ist, dass wir beide uns diese Worte zu Herzen nehmen und dass sie uns verändern. Dass unser 41-jähriges Ich lächelnd auf uns schaut und sagt: "Jetzt haben sie's verstanden!"

Ich wünsche dir, dass du lernst, deinen Körper zu lieben und ihn anzunehmen als das, was er ist: ein wahres Wunderwerk, ein einzigartiges Geschenk Gottes an dich!

Mach was draus!

dein Ich








Dienstag, 17. Oktober 2017

Bilder von mir

Sie sagen

Es ist egal, was andere von dir denken.
Das Wichtige ist allein, was du von dir selbst denkst.

Ich frage mich...


... was denken "andere" eigentlich über mich?

"Wessi"
"Luxusweib"
"die allerbeste Mama auf der Welt"
"deine schlanken Finger passen gar nicht zum Rest deines Körpers"
"künstlerisch begabt"
"stay-at-home-Mom"
"graue Maus"
"engagiert"
"arbeitsscheu"
"brav"
"freundliche und hilfsbereite Nachbarin"
"steht im Weg rum"
"ängstlich"
"zu still"
"kreativ"

...  so genau weiß ich das gar nicht...



... und was denke ich selbst über mich?

"immer noch zu viel auf den Rippen"
"kommt nicht aus dem Knick"
"ungeduldig"
"schlechte Mutter"
"faul"
"Hang zu düsteren Gedanken"
"egoistisch"
"undiszipliniert"
"genügt nicht"
"wütend"
"überfordert"
"schiebt die Dinge auf"
"kreativ"
"ruhebedürftig"
"hochsensibel"
"introvertiert"
"unfähig zur Veränderung"

... und so vieles mehr.

Ist das nun besser - was ich von mir denke?
Bin ich wirklich so? 
Ist es das, was meine Identität ausmacht?
Muss ich so sein, wie ich denke, dass ich bin?

Ich will nicht so sein, wie ich denke.
Ich will nicht, dass das zählt.
Ich will frei sein!




Denn gilt nicht vielmehr:

Es ist egal, was andere von mir denken.
Es ist genauso egal, was ich selbst von mir denke.
Das Wesentliche ist, was Gott über mich denkt.

Wer bin ich?

Ein Blick in die Bibel verrät es mir:

Ein Ebenbild Gottes -
und als Schöpfungswerk "sehr gut".
Gottes geliebte Tochter,
an der er Wohlgefallen hat.
Mitglied von Gottes Familie
und seine Erbin.
eine Schwester von Jesus.
eine Heilige.
eine Priesterin.
ein Wohlgeruch Christi.
eine zur Hoffnung Berufene.
eine Erlöste.
ein Tempel des Heiligen Geistes.
ein Brief Christi.
ein Kind des Lichts.
eine neue Kreatur.
eine Gesandte.
eine Kämpferin des Glaubens.
ein Körnchen Salz der Erde.
ein Funken Licht der Welt. 
eine Auserwählte.
.
.
.


Das alles bin ich - aber nicht aus mir heraus, nicht aus eigener Anstrengung oder aufgrund meines eigenen Verdienstes.

Das alles bin ich in Christus.
Weil Er für mich starb und mich frei gemacht hat.
Weil Er mich liebt und alles für mich getan hat.
Weil Er auferstanden ist und mich neu geschaffen hat, in Ihm.
Er drückt mir Seinen Stempel auf und spricht über mir aus,
Wer ich bin. 

Ihm allein gebührt die Ehre!

Und ich bin das alles nicht allein.
Ich bin Teil einer wunderbaren Gemeinschaft, Teil eines großen WIR in Christus.
WIR sind das Salz der Erde.
WIR sind das Licht der Welt.

Wir können unsere Bestimmung - das, was wir in Christus sind -
nur in der Gemeinschaft sein und leben. 
Miteinander,
für Jesus.

Das allein zählt.

Das will ich mir merken.



PS: Die Art Journal-Seiten entstanden ursprünglich als Übung zu einer Wanderlust2017-Stunde. Eigentlich verwende ich gar nicht gern Fotos von mir (wobei dieses eins der wenigen ist, das ich überhaupt von mir mag)...Während ich die Seiten gestaltete, dachte ich darüber nach, wie und wer ich eigentlich bin - dieser Blog-Post fasst meine Gedanken darüber zusammen.




Mittwoch, 7. September 2016

Was gibt's Neues? Teil 3


Ich trage jetzt einen Diamanten auf meinem Handgelenk.




”Then, the only person whose opinion counts,
looks at me and He finds me more valuable than
all the jewels in the earth.”

Timothy Keller, The Freedom of Self-Forgetfulness


Schon seit Monaten trug ich mich mit dem Gedanken an ein Tattoo. Ich wusste von Anfang an, dass es ein Diamant sein sollte, auf meinem rechten Handgelenk. In Jesaja 44 hatte ich gelesen: „Dieser wird sagen ‚Ich bin des Herrn‘ und jener wird genannt werden mit dem Namen ‚Jakob‘. Und wieder ein anderer wird in seine Hand schreiben ‚Dem Herrn eigen‘ und wird mit dem Namen ‚Israel‘ genannt werden.“  Das hat mich damals schon total angesprochen, dieses Zeichen der Gotteszugehörigkeit in oder auf der Hand. Es sollte die rechte Hand sein – die Hand, mit der wir schwören, mit der Verträge besiegelt werden, die wir aufs Herz legen.
Und dann dachte ich immer wieder darüber nach und bat die Tätowiererin, die ich kenne, um einen Entwurf, und tat dann aber nichts weiter, weil ich eben doch Schiss hatte.

Dann, kurz vor unserem Urlaub, bekam eine enge Freundin ihr Baby. Sie schickte mir ein Foto von sich mit ihrem neugeborenen Sohn und schrieb, nach nur einer Nacht mit ihm sei sie so verliebt und überglücklich. Und ich gratulierte ihr und freute mich riesig und war total aus dem Häuschen. Zuerst. Und dann brachen die Erinnerungen an meine erste Entbindung über mich herein – daran, dass ich direkt nach der Geburt meiner Tochter in den OP musste und ihre erste Nacht auf dieser Welt nicht mit ihr erleben durfte. Ich dachte an mein Gefühlschaos, an die großen, langwierigen Probleme beim Stillen, an Hilflosigkeit, Wut und Depression. Das alles überflutete mich mit ungeahnter Heftigkeit und ich glaubte, mir würde der Boden unter den Füßen weggerissen. Alles kam wieder hoch und ich weinte bittere Tränen der Reue und Scham und Angst. Das alles ist schon über drei Jahre her, ich habe in der Zwischenzeit eine zweite, reibungslose, wunderschöne Entbindung erlebt, und ich glaubte, das alles irgendwie hinter mir gelassen zu haben. Doch da hatte ich mich getäuscht. Es war wirklich furchtbar. Und das Schlimmste war, dass ich kaum noch in der Lage war, mich für meine Freundin zu freuen.

Als wir wieder zu Hause waren, nutzte ich einen kinderfreien Vormittag, um zur Ruhe zu kommen, zu lesen, zu beten und zu schreiben. In unserem Bücherschrank fand ich ein kleines Heft von Timothy Keller, das ich vor einiger Zeit schon einmal gelesen hatte: The Freedom of Self-Forgetfulness.


Keller beschreibt darin sehr treffend, was ich gerade erlebte:  Ich muss alles und jedes auf mich beziehen, weil ich in meinem aufgeblasenen, verletzten, schmerzenden Ego gefangen bin. Ich bin nicht frei zur Liebe, ich bin nicht frei zum Dienst für andere, ich bin nicht frei zur selbstlosen Freude. Ständig bin ich damit beschäftigt, vor anderen gut dazustehen, andere zu beeindrucken oder zu übertreffen. Und vor allem bin ich dauernd mit mir selbst beschäftigt, ich drehe mich um mich selbst und mir ist schon ganz schlecht davon. Letztlich verhalte ich mich so, als müsste ich mir selbst und der ganzen Welt beweisen, dass ich etwas wert bin.

Ganz anders der Apostel Paulus. In 1. Korinther 4,3 schreibt er: „Allerdings hat es für mich keinerlei Bedeutung, welches Urteil ihr über mich fällt oder ob sonst irgendeine menschliche Instanz über mich zu Gericht selbst. Nicht einmal ich selbst maße mir ein Urteil über mich an. Ich wüsste zwar nicht, dass ich mir etwas hätte zuschulden kommen lassen, aber damit bin ich noch nicht gerechtfertigt. Entscheidend ist das Urteil, das der Herr über mich spricht.“ Paulus hat die gute Nachricht von Jesus wirklich verstanden: Wir müssen uns unseren Wert nicht verdienen. Wir müssen uns auch nicht mehr länger so verhalten, als würden wir permanent vor Gericht stehen.

Jesus hat das alles für uns erledigt. Er stand vor Gericht, er wurde verurteilt, er wurde hingerichtet.
Für uns. Und wir sind jetzt frei. Absolut frei!

In Römer 8 formuliert Paulus es noch einmal ganz eindrücklich – ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut, wenn ich das lese:

„So gibt es nun
keine Verdammnis
für die, die
in Christus Jesus
sind.
Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen?
Gott ist hier,
der gerecht macht!
Wer will verdammen?
Jesus Christus ist hier,
der gestorben ist,
ja, vielmehr, der auch auferweckt ist,
der zur Rechten Gottes sitzt
und uns vertritt.“

Wenn ich glaube und annehme, dass Jesus am Kreuz für mich starb, dann sieht Gott mich so an, wie er Jesus ansieht – er rechnet mir Seine Sündlosigkeit an als wäre es meine eigene! Und dann sagt er zu mir, was er einmal zu Jesus gesagt hat: „Du bist mein geliebtes Kind. An dir habe ich Wohlgefallen.“

Als ich das las, brach ich in Tränen aus.
Danach hatte ich mich die ganze Zeit gesehnt! Nach einem Freispruch und nach dem Zuspruch von Liebe und Wohlgefallen. Eine große Last fiel von mir ab.

Und dann las ich weiter: Für Gott (und er ist der einzige, dessen Meinung zählt) bin ich wertvoller als alle Diamanten dieser Welt. In dem Augenblick entschied ich mich, mir das Tattoo, von dem ich geträumt hatte, tatsächlich stechen zu lassen. Um mich immer daran zu erinnern: Ich bin geliebt. Ich bin wertvoll. Ich bin frei. Ich setzte mich an den Schreibtisch und zeichnete einen eigenen Entwurf – einen Diamanten mit einem Kreuz in der Mitte, denn Jesus ist die Mitte. Ohne ihn wäre ich nichts, nur durch ihn bin ich wirklich frei.

Am Tag danach saß ich im Tättowierstudio die Straße runter und spürte tausend Nadelstiche auf meiner Haut. Es war nicht so schmerzhaft, wie ich es mir vorgestellt hatte. Und zwischendrin dachte ich, dass diese Schmerzen sowieso nichts seien im Vergleich zu dem, was Jesus für mich gelitten hat.

Das ist nun knapp zwei Wochen her und ich habe mich noch nicht ganz an den neuen Anblick meines Handgelenks gewöhnt. Immer wieder sprechen mich Leute darauf an, die es zum ersten Mal sehen, immer wieder wundere ich mich selbst über mich, erschrecke fast – ich bin jetzt tätowiert!  Wie krass ist das denn! Aber dann breitet sich wieder Frieden in meinem Herzen aus: Ich bin geliebt, ich bin wertvoll, ich bin frei. Kostbarer als alle Diamanten der Welt. Das kann mir niemand mehr nehmen.

Ich möchte lernen, mehr und mehr aus dieser Gewissheit zu leben.
Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis ich meine schwierige – traumatische – erste Entbindung und die Zeit danach verarbeitet haben werde. Aber die Selbstvorwürfe dürfen ein Ende haben, ich  muss mich nicht mehr länger selbst anklagen. Auch daran erinnert mich mein Diamant am Handgelenk, viele Male jeden Tag.







Donnerstag, 1. September 2016

Was gibt's Neues? Teil 1



Drei Monate sind ins Land gegangen ohne Geschreibsel auf meinem Blog.
Verrückt eigentlich wie schnell die Zeit vergeht! Anfangs habe ich das Schreiben und Teilen schon sehr vermisst, fand es aber auch befreiend, die Dinge einfach zu erleben und an mir vorbeiziehen zu lassen ohne sie verbloggen zu „müssen“. Mit der Zeit gewöhnte ich mich fast an das Nicht-Bloggen, aber eben nur fast, denn hier bin ich ja wieder! In den letzten Wochen war ich mit meinen Gedanken immer häufiger hier anzutreffen, ertappte mich beim Vorformulieren von Blogeinträgen, und freute mich darauf, wieder anzufangen.
Jetzt ist schon September, endlich, die Sommerferien sind bald vorbei, und ich bin in den Startlöchern für eine neue Blog-Saison! In den nächsten Tagen werde ich euch einen Einblick in die vergangenen Monate geben, schließlich ist da einiges passiert!


Übrigens: Schön, dass ihr da seid!, noch oder wieder oder zum ersten Mal überhaupt – ich freu mich sehr darüber und habe euch vermisst!



Mein Blog sieht ein bisschen anders aus und hat eine neue Mail-Adresse!

Ich habe die Schreibpause genutzt, um meinen Blog ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Das hatte ich mir ja ohnehin für dieses Jahr vorgenommen… Schaut euch doch einfach mal um: Ich habe am Design herumgebastelt, das „Über mich“ und „Woanders“ aktualisiert, und außerdem eine neue E-Mail-Adresse für den Blog eingerichtet. Ihr könnt mich von nun an unter gottnahegluecklich[at]gmx.de erreichen – ich freue mich auf und über eure Anregungen, Kommentare, Fragen und so weiter.
Mir gefällt das Ergebnis ganz gut und ich hoffe, dass es euch genauso geht :)



Unsere Tochter ist jetzt 3!


Ende Juli feierte unsere Tochter ihren dritten Geburtstag – und zwar gleich dreimal: In zwei Etappen bei uns zu Hause und natürlich auch noch in der Kita. Am Montag nach ihrem Geburtstag wurde sie dort in die große Gruppe „befördert“, was den Abschied von zwei heißgeliebten Erzieherinnen bedeutete. Und etwa zwei Wochen später, pünktlich zu Urlaubsbeginn, wollte sie plötzlich auf die Toilette gehen und von nun an windelfrei durchs Leben marschieren. Zack-bum, so einfach kann’s manchmal sein!
Ja, jetzt habe ich ein richtig großes Mädchen! Eine große Tochter, die mir am laufenden Band Komplimente macht, über mein Outfit, die Wohnungsdekoration oder das gelungene Mittagessen. Die liebend gern Röcke und Kleider trägt und ihre Klamotten danach auswählt, ob sie farblich zu den Spielgeräten auf dem Spielplatz passen (wirklich!). Ein wunderbares, kluges Mädchen, mit dem ich mich so gut unterhalten kann und das mich immer wieder ins Staunen versetzt – womit sie sich beschäftigt, was sie schon versteht, was ihr wichtig ist…

Das Geburtstagswochenende selbst war anstrengend und intensiv und wirklich schön. Beide Großelternpaare und die zwei Cousinen reisten an, was eine besondere Freude war, drei Freundinnen aus der Kita feierten neben der Patin und erwachsenen Freunden ausgelassen mit, und wir merkten mal wieder, dass man neben Seifenblasen und Luftballons eigentlich nichts weiter braucht, um Kinder glücklich zu machen (und Süßigkeiten... ja, die auch!). 








Die Idee für die tierischen Einladungskarten habe ich hier gefunden; mein Liebster und ich haben einen Abend lang am Esstisch gesessen und gebastelt, was ich total toll fand. 
Von uns bekam unsere Tochter eine selbstgebaute Spielküche geschenkt, die richtig schön geworden ist und bei ihr (und ihrem Bruder) super ankam. Ich bin sehr stolz auf meinen Mann, der aus einem Ikea-Stuhl und lauter Brettern diese wunderschöne Küche zusammengezimmert hat! 


Außerdem gab's eine CD von den 3 vom Ast (die bei den Kindern aktuell sehr beliebt sind - Waldemar, Cleopatra und Eulalia wohnen übrigens bei uns um die Ecke im Britzer Garten...) und ein lustiges Buch von Richard Scarry, das ich noch aus meiner eigenen Kindheit kenne und nun sehr gern an meine Tochter weitervererbe.

Ach, meine kleine Große, jetzt bist du offiziell kein Kleinkind mehr und ich denke oft wehmütig daran, dass du nie wieder mein süßes, zartes Baby sein wirst... Gleichzeitig bin ich unendlich dankbar für die Zeit, die wir schon miteinander verlebt haben, dankbar, dass es dich gibt. Und ich freue mich auf das, was noch kommen wird, in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten und Jahren. Wir legen das alles in Gottes Hand.
Wir lieben dich so sehr! 


Ich bin 7kg leichter!


Zeitgleich mit der Blog-Pause habe ich auch mit dem Lebe-leichter-Programm begonnen. Das bedeutet: Ich esse nur noch dreimal am Tag, jeweils einen abwechslungsreich gefüllten Teller voll, und dazwischen macht mein Magen Pause. Außerdem trinke ich zwei bis drei Liter Wasser am Tag und treibe sollte jeden Tag 30 Minuten Sport treiben - das ist der Teil, bei dem es bei mir noch hapert... Nichtsdestotrotz habe ich in den dreieinhalb Monaten 7kg abgenommen und fühle mich wirklich besser! Ich passe wieder in meine Lieblingshose... Mein erstes Etappenziel ist schon erreicht: Das Vor-Samuel-Gewicht. Fehlen noch vier Kilo bis zum Vor-Noemi-Gewicht, und dann schaun mer mal. 
Nicht jeder Tag läuft gleich gut, und in mancher Woche gestatte ich mir ein bisschen mehr als die zwei erlaubten Extras, aber der Trend geht in Richtung abwärts, und das genügt mir. Ich versuche, jeden Tag für sich zu nehmen und mir nichts grundsätzlich zu verbieten - stattdessen verschiebe ich meine Bedürfnisse Gelüste ein bisschen und achte darauf, die Drei-Mahlzeiten-Regel einzuhalten. Wenn die Lust auf Süßes kommt, trinke ich ein großes Glas Wasser, und lenke mich ab. 
Für mich funktioniert Lebe leichter im Alltag sehr gut und ich konnte mich sogar im Urlaub daran halten - ich habe tatsächlich auch im Urlaub ein bisschen Gewicht verloren (!), wohl zum ersten Mal in meinem Leben, und es fühlte sich für mich nicht nach Verzicht an. 



Soweit erstmal von mir - bald schon geht's weiter mit meinen Neuigkeiten :) 




Mittwoch, 9. März 2016

Ich...





…bin dankbar!
Denn: Es geht uns gut. Dieses Leben ist schön und ich würde kein anderes haben wollen.
Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückschaue, dann hat Gott alles gut gemacht. Ich bin jetzt so gern Mama und so gern mit den Kindern zu Hause, wie ich es mir lange nicht hätte vorstellen können. In den ersten Monaten mit unserer Großen fiel mir alles so schwer und ich wollte einfach nur raus – was habe ich da gebetet und gehofft, dass ich diese Lebensphase einmal so annehmen könnte wie sie ist! Ja, Gott hat es gut gemacht, und sogar viel besser als ich es erbeten hatte.
Denn es gibt diesen Blog, und es gibt Texte und Zeichnungen und Bilder, die allesamt nicht entstanden wären ohne mein Mama-Sein und mein anfängliches Hadern damit.
Dafür bin ich also dankbar. Und für meine wunderbare Familie. Für treue, liebe Freundinnen. Danke für das Wort und die Farbe. Danke für das Jetzt und Hier.


… atme Frühling.
Irgendwie ist jeder Frühling für mich wie der allererste überhaupt. Und ich glaube, das geht vielen so: Jedes Jahr neu geraten wir ins Staunen über das Erwachen der Natur, immer und immer wieder neu begeistern uns die Krokusspitzen und das Vogelgezwitscher und das Licht. Wenn wir den Winter so richtig satt haben, wenn es einfach genug ist mit der Kälte und dem Grau, dann biegt garantiert der Frühling um die Ecke, um uns zu erlösen.
Und auch wenn ich wohl eigentlich eher der Typ Stubenhocker bin und nun wirklich keinen grünen Daumen habe, lockt mich der Frühling mühelos ins Freie. Heute waren wir zum ersten Mal im Britzer Garten spazieren, und das war wundervoll! Fast täglich kaufe ich neue Blumen: Tulpen! Ranunkeln! Narzissen! und kann mich gar nicht an ihnen sattsehen. Auch mein Skizzenbuch ist schon ganz voll von Schneeglöckchen…

vorher...
… versinke im kreativen Chaos (und genieße es!).
Auf meinem Schreibtisch häufen sich die Projekte: Plastikeier zum Bemalen und Bekleben mit Noemi, Seidenpapier von unserer letzten Bastelaktion, mein Kalender, Aquarellkasten samt Pinsel und Wasserglas, zwei Skizzenbücher, die Kamera, ein paar frisch ausgedruckte Fotos, zu beantwortende Briefe, das supercraft-Kit mit Fimo, Kaktus-Samen und Makramee-Garn, Bücher, Hosen der Kinder (mit Löchern an den Knien…), die neue flow, Geodreieck, Tesa-Krepp, drei (!) leere Wassergläser (da ich mir ja vorgenommen habe, mehr zu trinken) – und natürlich mein Laptop.
Vielleicht Sicher will ich immer zu viel auf einmal: Kinder, Ehe und Haushalt + Freunde + Blog + 365-Tage-Projekt + Online-Malkurs von Alisa Burke + Hauskreis + Artikel schreiben + Kinderseite des Gemeindebriefs + Tischkarten für eine Hochzeit entwerfen und anfertigen (in 200-facher Ausführung…) + Oster-Deko + supercraft-Basteleien…
Joa, das ist gar nicht so wenig. Aber irgendwie tut mir das auch gut. Und ich bin vor allem dankbar, dass meine Kinder und mein Mann mir all das „Nebenbei“ ermöglichen. Ohne ihre Kooperation und Unterstützung wäre es gerade überhaupt nicht drin, dass ich meine Kreativität so entfalten kann.

nachher!
… zaudere.
Im April findet ein Redaktionstreffen der Zeitschrift family statt – und ich bin dazu eingeladen! In den letzten Jahren habe ich wegen der Kinder immer absagen müssen, aber dieses Mal sind die Rahmenbedingungen ganz anders. Mein Liebster ist bereit, sich frei zu nehmen und ich traue es ihm absolut zu, die Kinder und alles Drumherum zwei Tage lang allein zu managen. Trotzdem habe ich noch nicht zugesagt. Ich zögere noch. Natürlich mache ich mir Gedanken, wie es den Kindern (und vor allem meinem Kleinen, von dem ich noch nie so lange getrennt war!) ohne mich ergehen wird. Aber der Hauptgrund für mein Zaudern liegt eher in meiner eigenen Unsicherheit. So sehr ich mich manchmal danach sehne, ein paar Tage „kinderfrei“ zu haben, so komisch fühle ich mich dann, wenn ich mal ohne sie unterwegs bin. Dann bin ich nämlich nur noch Ich. Dann kann ich mich nicht mehr hinter den Kindern, hinter Falko oder hinter meiner Mama-Rolle verstecken.
Als ich meinem Mann von meinen Bedenken erzählte, erwiderte er ganz trocken: „Na, das ist doch dann nur ein Grund, hinzufahren!“ Damit hat er sicher recht (dieser Mann ist weise!) – und dennoch: Bisher habe ich mich nicht zu einem Ja durchringen können.
Und ich zögere noch an einer anderen Front: Eine Bekannte, deren Tochter von einem Kirchenmitarbeiter sexuell missbraucht wurde, fragte mich, ob ich ihr beim Verfassen eines Artikels über den Prozess und ihre Petition behilflich sein könnte. Bisher habe ich auf diese Anfrage noch nicht reagiert – weil mir die ganze Thematik Angst macht, weil ich mich unsicher fühle und nicht weiß, ob ich damit angemessen umgehen kann. Auf der anderen Seite habe ich hier die Möglichkeit, meine Fähigkeit zu Schreiben (hoffentlich!) zum Wohl anderer einzusetzen und mich für ein Thema zu engagieren, das unheimlich wichtig ist.
Kennt ihr das – diese Angst vor der eigenen Courage?


… bin nicht mehr die alte.
Mein Gewichtsverlustvorhaben hat deutlich an Schwung verloren, die Kilos wollen nicht so recht runter. Was natürlich auch daran liegt, dass ich das Verzichten satt habe und das Leben einfach zu lecker ist. Ich merke einfach, dass ich die Energie brauche – für die Kinder und für mich. Als ich vor Jahren den ersten Versuch machte, abzunehmen, gelang mir dies auch einigermaßen spielend. Jetzt, nach zwei Entbindungen und mit zwei quirligen Kleinkindern sieht das ganz anders aus. Wenn ich nicht so viel esse, wie mein Körper es möchte, fehlt mir schlicht und einfach die Kraft für den Alltag. Mal abgesehen von meiner Laune, die dann in den Keller rauscht…
Mir wird mehr und mehr bewusst, dass dieser „alte“ und (für meine Verhältnisse) schlanke Körper der Vergangenheit angehört. Ich werde nie wieder so aussehen wie auf den Fotos von 2010. Und irgendwie ist das auch ok. Das waren andere Zeiten. Gute Zeiten, ja, aber in denen lebe ich jetzt gerade auch. Vielleicht braucht mein „Mama-Ich“ genau diese Form. Dies ist möglicherweise der Raum, den ich jetzt einnehmen muss – auch wenn er nicht ganz dem gängigen Schönheitsideal (by the way - was ist das überhaupt?) entspricht.
Der Abnehmplan steht nach wie vor, ein paar Kilos sollten schon noch runter. Aber ich bin bereit, mir selbst etwas mehr Zeit dafür zu gönnen. Es muss langfristig funktionieren, sonst habe ich ja gleich alles wieder drauf. Es muss für meine aktuelle Lebensphase passen und Hand in Hand damit gehen, dass ich immer mehr lerne, mich selbst zu mögen.



… lese Markus 9.

„Dies ist mein lieber Sohn; den sollt ihr hören:
‚Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.
Wenn jemand will der Erste sein, der soll der Letzte sein von allen und aller Diener.
Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf;
und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
Wenn dich dein Auge zum Abfall verführt, so wirf’s von dir! Es ist besser für dich, dass du einäugig in das Reich Gottes gehst, als dass du zwei Augen hast und wirst in die Hölle geworfen.
Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander!‘“




… bin eigentlich schon das, was ich sein möchte. (Jedenfalls ein bisschen)
In einem meiner letzten Einträge schrieb ich darüber, dass ich am liebsten Künstlerin (ARTIST!) und Schriftstellerin (WRITER!) sein möchte. Interessanterweise erntete ich daraufhin sehr viel Bestätigung. Meine allerliebste Schwägerin schrieb mir sogar extra einen Brief, um mich zu ermutigen, diesen Weg einzuschlagen.
Auch eine inzwischen langjährige (!) Freundin ging in einem Brief auf meinen Lebenswunsch ein: „Ich finde es total toll, dass du schon jetzt das auslebst, was du sein möchtest – Künstlerin und Autorin. Es ist auch total schön zu sehen, wie viel Spaß es dir macht, diese beiden Wünsche in deinem Blog auszuleben!“ Als ich diese Zeilen las, wurde mir erst bewusst, dass es stimmt: Ich bin schon das, was ich sein möchte – jedenfalls ein bisschen! Mir wurde klar, dass ich nicht nach zukünftigen Chancen und Möglichkeiten haschen muss, sondern im Hier und Jetzt bereits die sein kann, die ich sein will. Ich bin mir sicher, dass diese Erkenntnis einen positiven Effekt auf meine Psyche und mein Schaffen haben wird – DANKE!