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Mittwoch, 21. November 2018

Im Moment...

{enthält unbeauftragte Werbung und Eigenwerbung}



... bin ich immer noch total erfüllt und ermutigt vom Netzleuchten-Wochenende. Besonders der Samstagabend geht mir nach: Wir saßen zu sechst im Speisesaal zusammen und redeten und beteten - und während dieser Gebetszeit sprach Gott durch die anderen Frauen zu mir auf eine Weise, wie ich sie noch nie erlebt habe. Mein Herz und meine Augen liefen über... Das ist ein Schatz, den ich immer in meinem Inneren bewahren werde.

... fühle ich mich überfordert von allem: Kinder. Haushalt. Drohender Advent. Blog. Business. Freundschaften. E-Mails. Eine Hochzeit. Weihnachten... Es fällt mir schwer, mich an der Fülle zu freuen. Gerade erlebe ich sie als erdrückend.

... kämpfen wir mit diversen Krankheiten. Innerhalb von vier Wochen hatte ich meinen Sohn zwei Wochen zu Hause und war eine Woche selbst krank. Hand-Mund-Fuß. So was ekliges! Kaum war diese Krankheit erfolgreich kuriert, meldete der Kindergarten "Borkenflechte". Was auch immer das ist. Nur Tage später: Krätze-Alarm. Uns erwischte (bislang) "nur" Magen-Darm. Eins der Kinder hat seit zwei Wochen Durchfall. Und nächtlichen Husten. Ich weiß von zwei Kindern in der Kita mit Bindehautentzündung, und frage mich, ob wir diese Infektion auch noch mitnehmen - hatten wir dieses Jahr schließlich noch nicht.
Immerhin: Ich werde besser und routinierter im Umgang mit diversen Krankheiten und lerne ständig dazu. Und erst vor kurzem habe ich mich gefragt, ob mein fast vierjähriger Sohn wohl noch einmal auf meinem Arm einschlafen würde - heute Nacht war es für den armen Kerl soweit. Ich habe das (abgesehen von der Spuckschüssel in Reichweite) einfach nur genossen!
Insgesamt bin ich aber sehr herausgefordert von dem Spagat, für meine Kinder da sein zu wollen und meinem Business, das auch nur wachsen kann, wenn ich Zeit und Kraft investiere.

... gehe ich jeden Abend zu spät ins Bett. Und komme morgens kaum raus. Klar.

... frage ich mich, ob ich jemals die Zeit finden werde, mein neues Art Journal aus seiner Verschweißung zu reißen und etwas hineinzuschreiben.

... vernachlässige ich Freundschaften und brauche viel zu lange, um auf Nachrichten zu antworten.

... lese ich das Buch Hiob, so wie im Jahresbibelleseplan vorgesehen. Als ich diesem Text mit etwa 13 Jahren zum ersten Mal begegnete, konnte ich nicht viel damit anfangen. Das meiste verstand ich nicht - schon gar nicht, warum Gott Hiobs Freunde so verurteilt. Hatten sie denn nicht mit vielem recht? Jetzt, mit 32, lese ich das Buch ganz anders. Ich leide mit Hiob, und empfinde die Worte der Freunde als hartherzig und extrem verletzend.

... koche ich am liebsten indische Gerichte (wenn ich nicht gerade Schonkost für mein Durchfallkind zubereiten muss, natürlich). Zum Geburtstag habe ich das Buch Original Indisch von Meera Sodha bekommen und ich liebe es! Bisher war jedes Rezept, das ich nachgekocht habe, ein voller Erfolg - besonders angetan hat es mir das Blumenkohl-Curry mit Erbsen und Cashews. Ein Gedicht! (Und die Kinder mögen die Gerichte auch - ich muss nur mit der Schärfe ein bisschen aufpassen)

... male ich mal wieder groß: Auf einer 60x80cm großen Leinwand, um genau zu sein. Ein Freund von uns heiratet in zweieinhalb Wochen, und er hat sich den Trauvers als Bild von mir zur Hochzeit gewünscht. Für mich bedeutet das: Raus aus der Komfortzone!
Inzwischen habe ich aber eine relativ konkrete Vorstellung, wie das fertige Bild (Mixed Media) aussehen könnte, und die ersten beiden Farbschichten sind aufgetragen. Es wird!

... arbeite ich daran, einige neue Produkte in den Shop zu stellen! Mein allererster selbst illustrierter und gelayouteter Wandkalender ist gerade noch im Druck und ich warte jeden Tag gespannt auf die Nachricht, dass er fertig ist! Außerdem habe ich vier neue Postkarten-Motive drucken lassen: Zwei Weihnachtspostkarten und zwei, die man das ganze Jahr über verschicken kann.
Ein paar weihnachtliche Anhänger aus lufttrocknendem Ton warten darauf, von mir bemalt zu werden - und am liebsten möchte ich noch ein paar kleine Mixed-Media Leinwände gestalten und für euch in den Shop stellen: ein Original-Kunstwerk ist doch mal ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art, oder?
Ganz frisch erschienen ist dieses personalisierbare Lettering zu Jesaja 49,16 - was sagt ihr dazu?

... höre ich kaum Musik. Wenn das Leben so laut ist, brauche ich jedes bisschen Stille, das ich kriegen kann.

... bereite ich eine Überraschung für den Blog vor! Ja, angesichts meiner allgemeinen Überforderung vielleicht nicht die beste Idee, aber es ist eine Sache, die mir unheimlich viel Spaß macht und die ich deshalb nicht streichen möchte. Ihr dürft gespannt sein! :)



Danke, dass ihr da seid!
Habt eine fröhliche Restwoche, ihr Lieben!



Montag, 8. Oktober 2018

Fülle



Mein Leben ist gerade so voll!
Als ich die Kinder zum Kindergarten gebracht hatte, warf ich schnell eine Ladung Wäsche in die Maschine, aß ein Croissant zum Frühstück (während ich die Texte der heutigen Bibellese las) und radelte dann los zur Grundschule, um unsere Tochter dort für das nächste Schuljahr anzumelden.
Zurück zu Hause führte ich ein Telefonat mit der Druckerei, bei der Anne und ich unsere 365-Tage-Kalender (!) drucken lassen möchten, und informierte sie anschließend über den Stand der Dinge.
Jetzt piepte die Waschmaschine und ich konnte die Wäsche aufhängen. Schnell noch einen Instagram-Beitrag (samt Story) posten und an den Computer: mit dem Layouten des 365-Tage-Kalenders beginnen.
Den Ofenkürbis mit Feta schob ich zwischendurch in den Ofen; nachdem ich meine Portion verdrückt hatte, ging es weiter mit dem Layout.
Gerade rechtzeitig kam ich am Kindergarten an, um die Kinder abzuholen. Heute gingen wir nicht allein nach Hause, sondern nahmen uns Besuch mit - eine Kindergartenfreundin mit ihrer Mama. Diese begleite ich nun schon seit mehreren Jahren durch teilweise sehr schwere Zeiten. Gerade in den letzten Wochen habe ich verstärkt für sie gebetet und nun öffnet sie sich mehr und mehr für Jesus, möchte sogar am Sonntag mit uns den Gottesdienst besuchen!
Wir Mamas saßen auf der Couch, tranken Kaffee und redeten über alles mögliche, während die Kinder im Kinderzimmer spielten. Als sie sich verabschiedeten, setzte ich mich wieder an den Computer, um noch weiter zu arbeiten. Irgendwann kam mein Mann nach Hause, wir aßen zu Abend, hatten zum ersten Mal an diesem Tag richtige "Familienzeit".
Jetzt sind die Kinder im Bett - ich habe Nachrichten an verschiedene Freundinnen und an meine Familie geschrieben, und dann war da noch dieser Blog-Post, der unbedingt raus wollte...

Ein voller Tag! Und der morgige wird nicht viel anders aussehen...
Die Kinder, der Haushalt, unsere Ehe, Freundschaften, die Gemeinde, Beziehungen im Kindergarten und in der Nachbarschaft - all das habe ich in den letzten Jahren zu jonglieren gelernt.
Seit ein paar Monaten bin ich aber auch noch eine "working mom", eine kleine Unternehmerin, die ihr Business zum Laufen bringen will.
Das hat meinen Alltag ziemlich radikal umgekrempelt.

Und ich muss zugeben, dass ich daran zu knapsen habe.

Ich bringe meine Kinder jetzt früher zur Kita, damit ich mehr produktive Stunden für mein Business nutzen kann. Das gemeinsame Frühstück fällt dadurch weg.
Der Haushalt leidet - Priorität haben einfach andere Aufgaben.
Spontan mal unter der Woche eine Freundin zum Frühstück treffen? - nicht mehr ohne weiteres möglich.
Am Abend entspannt mit dem Mann auf der Couch sitzen und einen Film schauen - da gibt es so oft noch ein oder zwei Punkte auf der To-Do-Liste, die ich abarbeiten muss möchte.

Und wenn ich dann endlich - viel zu spät und todmüde - im Bett liege, kommen meine Gedanken nicht zur Ruhe.


Ich dachte, dass es mich glücklicher machen würde, meinen Traum zu verwirklichen und das zu tun, was ich schon so lange tun möchte.
Aber das ist nur die eine Seite der Medaille.
Ich bin, wie ich schon einmal geschrieben habe, eine ziemlich "extreme" Person: Wenn ich etwas tue und davon wirklich begeistert bin, dann will ich mich voll und ganz darauf konzentrieren. Dann ziehe ich das durch und ordne alles andere diesem Projekt unter. Dann werde ich zum Arbeitstier!
So geht es mir mit meinem Shop: Ich bin Feuer und Flamme für mein kleines Business und würde am liebsten alle 24 Stunden des Tages in den Shop investieren. Alle anderen Tätigkeiten und Aktivitäten stören mich da nur...

Nun besteht mein Leben aber nicht nur aus meiner neuen Selbstständigkeit.
Kinder, Haushalt, Ehe, Freundschaften, Gemeinde, Beziehungen im Kindergarten und in der Nachbarschaft sind auch noch da, wollen auch noch was von mir!

Es gibt Momente, da bin ich überhaupt nicht glücklich. Da bin ich einfach nur müde und überfordert und genervt von allem. Da möchte ich mein "einfaches" Leben zurück - die Zeiten, in denen ich dreimal die Woche frühstücken gehen konnte, in denen die Wohnung glänzte, in denen ich mich nach einem Nachmittag auf dem Spielplatz wie eine Übermutter fühlte und am Abend mit meinem Mann auf dem Balkon ein Glas Vinho Verde schlürfte...

Als ich wieder einmal auf dem Weg zur Kita war, auf dem letzten Drücker wie irgendwie immer in letzter Zeit, und meine Gedanken rasten und die To-Do-Liste in meinem Kopf immer länger wurde, da ploppte auf einmal ein ganz anderer Satz auf:

"Du hast in deinem Leben gerade eine wunderbare Fülle!"

Und plötzlich bemerkte ich, wie herrlich blau der Himmel strahlte und dass meine Füße über einen gelben Blätterteppich schritten, dass in meiner Jackentasche eine glatte Kastanie steckte und wie zärtlich warm die Sonne mein Gesicht streichelte...
Was für ein wunderbarer Tag! Was für ein wunderbares Leben! Was für eine Fülle!

Dass ich das alles habe:
einen Mann
zwei Kinder
ein Zuhause
Klamotten zum wechseln
lauter Bekannte, die mich unterwegs in ein Gespräch verwickeln
Freundschaften
eine Gemeinde und einen Hauskreis
Kaffee-Dates am Nachmittag
diesen Blog
mein kleines Business
tausendundeine Idee in meinem Kopf
wunderschöne Projekte für den Shop
einen interessanten Fußweg zum Kindergarten (wenn ich eine Erleuchtung habe, dann sehr oft genau auf diesem Weg!)
Menschen, für die ich da sein kann
ein Auge für Schönheit
meinen Körper und ein Fahrrad
...

und meinen Gott, der mich immer wieder daran erinnert!


Dieser Satz, dieser Moment war ein Wendepunkt für mich.
Ein Perspektivwechsel.
Aus einem überforderten "Mir ist alles zu viel"
wurde ein dankbares "Ich habe ja so viel!"

Nicht alles wird dadurch einfacher und die Herausforderungen bleiben dieselben - aber mein Herz ist leichter seitdem. Ich empfinde weniger Druck.
Und wenn der Stresspegel steigt, erinnere ich mich selbst daran: "Was für eine wunderbare Fülle!"

Ich möchte diese Fülle leben.

Wenn ich gerade am Computer sitze und arbeite und mein kleiner Sohn kommt herein, um mir sein neustes Bauwerk zu zeigen - das ist Fülle.
Wenn ich nach einem vollen Tag noch einen Blog-Post schreiben kann - das ist Fülle.
Wenn das Nudelwasser kocht und im gleichen Augenblick die Waschmaschine piept und eine neue Bestellung reinkommt - das ist Fülle.
Wenn ich mich auf dem Weg zur Kita verspäte, weil ich mich mit einer Nachbarin verquatsche - Fülle.
Wenn ich abends nicht schlafen kann, weil mein Gehirn vor Ideen überquillt - Fülle!

So möchte ich meinen Alltag sehen: durch die rosarote Brille der Dankbarkeit.

Ich bin dankbar für dieses prallgefüllte Leben.
Es ist gut.
So viel mehr als ich erbeten habe.
So viel mehr als ich verdiene.
Es ist alles Gnade,
alles Geschenk.

Alles.












Dienstag, 5. Dezember 2017

Adventtäuschung





Ich bin genervt.
Dabei hatte alles so schön angefangen, vor etwa einer Woche: Ich habe geputzt und dekoriert, eingekauft und gebacken, Kleinigkeiten verpackt und Adventskalender gefüllt, Lichterketten aufgehängt, Nägel in die Wand gehämmert, Kerzen aufgestellt, Sterne gefröbelt, Weihnachtslieder auf den USB-Stick geladen, Bücher rausgesucht und mir die glänzenden Kinderaugen vorgestellt. Ach, und nicht nur die: In meinem Kopf war alles so schön gewesen, so feierlich, still, besonders und besinnlich, so würdevoll und lichterglänzend…

Die adventliche Realität sieht mal wieder anders aus: Ein Streit jagt den nächsten, es gibt Geheule und Gezanke wegen allem und jedem, die Kinder hören nicht, trödeln, jammern und motzen, und ich motze auch. Ja, die adventliche Realität ist so überhaupt nicht still, feierlich und würdig, sondern einfach nur stinknormal. Die Kinder sind die gleichen Kinder wie immer, und ich bin die gleiche Mama wie eh und je, die es nicht mag, zu spät zu kommen und deshalb die Kinder antreibt, die nicht möchte, dass die Kinder Schokolade pur zum Frühstück essen und die zum hunderttausendsten Mal sagt, dass an der Lichterkette nicht gezogen werden soll!

Jeden Morgen hoffe ich darauf, dass es besser wird. Stehe ein bisschen früher auf, mache Pancakes und halte sie im Ofen warm, knipse die Lichterkette an und drehe die Weihnachtsmusik auf. Ich wecke die Kinder so zärtlich sie es nur zulassen und wünsche ihnen einen fröhlichen Adventmorgen. Noch ist alles schön, so still und erwartungsvoll… Doch dann sage ich, dass jetzt Zeit zum Aufstehen und Anziehen ist, und schon geht das Drama wieder los – das Kind mit der übervollen Windel will erst mal puzzeln und das größere Kind kämpft tränenreich mit seiner Strumpfhose… Wir sind viel zu spät dran und es gibt Streit um den Adventskalender und die Schokolade darin und schon wieder heulen die Kinder und ich schimpfe und motze. Von wegen o du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Zum Heulen ist das doch!

Manchmal möchte ich am liebsten das alles sein lassen, den Adventskalender, das Plätzchen backen, das Lieder singen, das Geschichte lesen, das Kerzen anzünden, wenn es bei all dem so viel Streit, Heulen und Meckern gibt.
Ich bin enttäuscht – von den Kindern, die all das Gute und Schöne anscheinend so wenig zu schätzen wissen, vom Advent, der hinter all meinen glänzenden Erwartungen weit zurück bleibt, und am allermeisten von mir selbst, weil ich es nicht schaffe, selbst adventlich zu sein. Ich bin mir selbst eine Adventtäuschung. Ich kann einfach nicht raus aus meiner Haut.

Ein Schuhladen in der Nähe wünscht uns im Schaufenster „ein perfektes Weihnachtsfest“. Nicht fröhlich, nicht gesegnet, nicht besinnlich – nein: Perfekt. Das hat mich echt ein bisschen aufgeregt.
Aber heute wird mir schmerzlich bewusst, dass es genau das ist, was ich mir tief im Herzen wünsche: dass alles perfekt ist im Advent und an Weihnachten!
Perfekte Deko, perfekte Plätzchen, perfekte Atmosphäre, perfekte Kinder, perfekte Mama… Alle funktionieren, alle harmonieren, alle sind ganz würdevoll, friedlich und auf Jesus fokussiert. So hätte ich ihn gern, den Advent!

Aber wenn alles so perfekt wäre auf dieser Welt, in unserer Familie und in meinem Herzen, dann hätte Jesus gar nicht geboren werden müssen.
Seinetwegen muss gar nicht alles „perfekt“ sein, seine Ankunft hängt nicht davon ab, ob wir friedlich, besinnlich, still, feierlich – perfekt – sind. Im Gegenteil: Er kommt zu uns, weil wir zanken, meckern, heulen, streiten, verletzen, enttäuschen… Er kommt zu uns, weil er weiß, dass wir Frieden brauchen. Frieden, Freude, Liebe, Geduld, Heilung, Freundlichkeit, Güte, Licht.
Und wir brauchen ihn doch so sehr!
Jeden Morgen wird mir das schmerzlich bewusst: Ich sehne mich nach Erlösung.

Aber wie schön: Es ist Advent, und das bedeutet, dass unser Erlöser kommt!
Er kommt zu uns in unsere Adventtäuschung, mitten hinein in Chaos, Streit und Stress – nicht als Partyplanner oder Foodstylist oder Facility Manager, nein, er bürdet uns nicht noch mehr auf.

Er kommt als kleines Baby, und er legt sich in eine Futterkrippe zu den Tieren in ein ärmliches Haus.
Ohne große Ansprüche, ohne Brimborium, ohne Stress.
Er kommt zu uns, in unsere Realität – Advent hin oder her.
Er kommt zu uns, unser Erlöser, und bringt uns sich selbst.

Ich wünsche mir, und uns allen, das so sehr, dass wir das mehr und mehr begreifen! Wir, die wir so schwer beladen sind mit Erwartungen und Enttäuschungen, mit Zank und Streit und Kekskrümeln und Terminkalendern und Geschenkekaufen und Traurigkeit.
In all dem so unbesinnlichen, glanzlosen, lauten, chaotischen, stinknormalen Adventsstress IST ER DA.
Trotzdem und gerade deshalb.
Unser Chaos schreckt ihn nicht ab. Wir dürfen ihn genau dahinein einladen, ihn dazu bitten, ihm Raum machen.

Das werde ich versuchen.
Jeden Tag neu, jeden Morgen wieder.
Er ist da.
Er ist gekommen, uns zu erlösen.
 
Sei willkommen!





Donnerstag, 12. Oktober 2017

Wir bleiben drinnen


Bei diesem ungemütlichen Wetter, das uns der Oktober in diesem Herbst beschert, haben wir nicht viel Lust auf rausgehen. Manchmal muss es sein, aber am allerliebsten sind wir dieser Tage in unserer warmen Wohnung (Gott sei Dank!) und machen es uns gemütlich.
Langweilig wird uns auch nicht, denn auch drinnen gibt es immer was zu tun:

1) Kneten
Ich hatte ganz vergessen, wie viel Spaß die Kinder dabei haben! Kneten ist wirklich die Beschäftigung, bei der meine beiden (ohne Übertreibung) stundenlang friedlich nebeneinander werkeln können. Ich muss nur dabei sitzen, das genügt. Wobei - für mich ist das schon auch eine Übung: Ich lasse es zu, dass sie die Knete so bearbeiten, wie sie wollen (und wenn am Ende nur noch ein großer, grauer Klumpen übrig bleibt, ist es eben so). Und dass Knetekrümel runterfallen. Und dass die Hände sich hinterher so eklig anfühlen. Mein Ding ist es nicht, das Kneten, aber die Kinder lieben es - und ich lerne...

2) Herbstbäume ans Fenster tupfen


Das war eine schöne, kleine Familienaktion (auch schon für kleine Kinder gut geeignet!): Zuerst klebte ich mit schwarzem Masking Tape (alternativ kann man natürlich auch braunes oder graues Tape verwenden) drei Bäume ans Fenster. Und dann tupften wir alle mit gelber und roter Fingerfarbe drauf los. Die Sauerei hielt sich in Grenzen, der Spaß aber nicht, und jetzt haben wir richtig schöne Herbstbäume am Kinderzimmerfenster.




3) Vorlesen


Darauf hatte ich mich schon lange gefreut: Dass meine Kinder endlich in das Alter kommen, in dem man ihnen "richtige" Geschichten vorlesen kann! Jetzt ist es endlich auch bei meinem Kleinen soweit, und so kuscheln wir uns am Nachmittag oder Abend zusammen aufs Sofa und lesen. Wunderbar!


4) Waffeln backen
Da unser Waffeleisen sein Dasein normalerweise im Keller fristet, benutzen wir es relativ selten. Was schade ist, wie ich finde. Deshalb habe ich es am Dienstag, ganz ohne besonderen Anlass oder Wochenende, mit den Kindern nach oben geholt und leckere Buttermilch-Waffeln gebacken.
Das musste einfach sein!


Buttermilch-Waffeln (ca. 10 Stück)

90g weiche Butter
100g Zucker
2 Eier
200g Mehl (ich nehme Dinkelmehl)
1 Prise Salz
1 gehäufter TL Backpulver 
150-200ml Buttermilch

Der Teig sollte zähflüssig vom Löffel tropfen, dann ist er genau richtig!


5) Basteln
Besonders fleißig waren wir in dieser Hinsicht zwar noch nicht, aber ich habe schon eine kleine Liste mit (Herbst-) Bastelprojekten im Kopf, die ich gern mit meinen beiden Süßen angehen würde:

Damit sollten wir eine Weile beschäftigt sein ;)
6) Gesellschaftsspiele spielen


Spiele sind bei unseren Kindern hoch im Kurs! Besonders beliebt ist derzeit das "Familien-Memory", das ich hier für die Kinder gestaltet und bestellt habe. Das kam und kommt noch immer super gut an!
Mittlerweile ist auch unser Kleiner so gut im Memory spielen, dass wir uns als Eltern echt anstrengen müssen. Und das Schöne ist, dass die beiden das auch zu zweit spielen können, während ich z.B. die Wäsche zusammenlege. Das klappt richtig gut.




Sehr beliebt sind auch (nach wie vor) Lotti Karotti, das Obstgarten-Spiel von haba und natürlich Looping Louie! Mit diesen vier Spielen können wir ganze Nachmittage füllen. Soll es doch regnen und stürmen!


7) Spielzeug wechsel dich!
Jetzt, wo wir wieder viel mehr Zeit drinnen verbringen, ist auch der Moment der Holzeisenbahn gekommen! Die Sommermonate verbrachte sie, von den Kindern vergessen, im Keller, aber im Herbst und Winter darf sie gern wieder bei uns einziehen. Da wird die Freude bei den Kindern (und ihr...) groß sein!


Ein Herbstspaziergang dann und wann ist auch ganz schön ;)


Und ihr so? Was sind eure Lieblingsbeschäftigungen in der kalten Jahreszeit? 
Erzählt doch mal!






Samstag, 20. Mai 2017

Ich bin kein Mülleimer.



Behüte dein Herz mit allem Fleiß,
denn daraus quillt das Leben.

Sprüche 4,23

 

Es ist schon ein paar Wochen her, da setzte ich mich auf meinem morgendlichen Heimweg von der Kita auf eine Bank. Der Himmel war blitzeblank und ich wollte, bevor ich zurück nach Hause kam, meine Gedanken und Aufgaben für den Tag sortieren. (Ich habe nämlich festgestellt, dass  ich, wenn ich mir am Abend zuvor keine To-Do-Liste geschrieben oder mir morgens Zeit zum Sortieren genommen habe, viel weniger schaffe und am Abend dementsprechend unzufriedener bin.)
Es war nur ein ganz kurzes Gebet das ich sprach – eine Bitte um Kraft zur Veränderung.
Mir war (und ist) klar, dass sich in meinem Alltag schlechte Routinen und Gewohnheiten eingeschlichen hatten, die mich in negativer Weise beeinflussten und Gutes verhinderten. Ich hatte gerade meine Gedanken ausgesprochen, da setzte sich in meinem Kopf ein kleiner Satz fest:
„Ich bin kein Mülleimer.“

Schon seit Jahren (und hier kommt meine Beichte:) schaue ich zu viele Serien. Ich weiß nicht mehr genau, wann das anfing, aber seit ich mit den Kindern zu Hause bin, artete das ein bisschen aus. Ja, wir haben keinen Fernseher – aber in Zeiten des Internets kann man auch ohne Flimmerkiste ein Serienjunkie werden (das vergaß ich wohl bei meinem letzten Post zu erwähnen…). Zwar streame ich nicht, wenn ich mit den Kindern zusammen bin – wohl aber beim Mittagessen, in meiner Mittagspause und oft genug auch am Abend, wenn die beiden im Bett sind. Allermeistens streame ich nebenbei, während ich andere Dinge tue: Mittagessen (wie gesagt), Klamotten flicken, zeichnen oder kleinere Aufgaben erledigen.
Und das Schlimmste: Ich schaue Schrott. Irgendwelche 0-8-15-Vorabend-Krimiserien der öffentlich-rechtlichen Sender zum Beispiel (!). Teilweise streame ich sogar Sachen, die mich gar nicht wirklich interessieren (und die ich nur halbherzig verfolge), einfach nur, damit im Hintergrund etwas passiert, damit ich die Illusion von Beschäftigung und Gesellschaft aufrecht erhalten kann.

Eine schlechte Angewohnheit. Nicht nur, weil sie mich davon abhält, mich wirklich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und im Bereich „meine berufliche Zukunft“ endlich weiterzukommen (man kann zwar während des Streamens einiges nebenher erledigen, aber einen klaren Gedanken fassen oder Visionen spinnen kann man nicht!).
Sondern auch – und das wurde mir an jenem Vormittag auf jener Bank ganz neu bewusst – weil ich mich beim Konsumieren dieser Serien mit Schrott fülle. Ob ich es will oder nicht: Das, was ich sehe und höre, macht etwas mit mir. Es beeinflusst mich. Es verändert schleichend meine Werte. Es lenkt mich ab. Es prägt mein Denken und Fühlen.
Du bist, was du isst.

Aber ich bin kein Mülleimer.
Ich muss nicht alles schlucken.
Ich brauche diesen mentalen Müll nicht.
Ich möchte werde mich nicht länger mit Schrott füllen lassen.

Und dann ein zweiter Satz: „Ich bin ein Tempel des Heiligen Geistes.“
In einen Tempel, wie auch in einen Palast (oder in unsere eigenen Vier-Wände), gehört kein Schrott. Nichts Minderwertiges, Ekliges, Böses, Verkehrtes. Vielmehr füllen wir einen heiligen Ort mit Schönem, Kostbarem, Reinem. Und wir stellen ihn nicht voll, stopfen nicht noch dies und das hinein, sondern wir lassen Platz für das Wirken Gottes.

Mit diesen Sätzen ging ich nach Hause, nachdenklich. Und dankbar - diese Sätze hat Gott mir in diesem kurzen Moment der Stille geschenkt:

Ich bin kein Mülleimer.
Ich bin ein Tempel des Heiligen Geistes.

An diesem Tag streamte ich nicht. Und ich habe es tatsächlich geschafft, meinen Serienkonsum deutlich zu reduzieren. Ich schaue nicht mehr nebenbei irgendwelches Zeug, das mich gar nicht interessiert. Vielmehr wähle ich aus und sehe dann auch wirklich hin.
Und oft genug entscheide ich mich für eine andere Art der Beschäftigung oder Entspannung – für echte Beschäftigung und echte Entspannung (denn beides bietet Fernsehen/Streamen tatsächlich NICHT!). Heute zum Beispiel habe ich mich entschieden, endlich diesen Blog-Post zu schreiben ;) Verrückt, was man dann in einer Mittagspause alles schaffen kann und wie man sich hinterher trotzdem erfrischter fühlt!

Wenn ich doch einmal Hintergrundprogramm brauche, höre ich Musik. Oft Lobpreismusik – denn in den Texten und Melodien geht es um Jesus. Damit möchte ich meinen inneren Tempel füllen: Mit Lob und Dankbarkeit, mit Begeisterung für Jesus.
Und ich habe Podcasts für mich entdeckt (jaja, endlich ist dieses Medium auch bei mir angekommen…). Da gibt es wirklich Gute und Interessante, die mir gutes Futter für meine Seele bieten, die den heiligen Raum mit Wertvollem ausstatten.

Ich achte aber auch darauf, mich nicht dauerhaft berieseln zu lassen. Es muss Zeiten geben, in denen die Musik verstummt – auch wenn es Lobpreismusik ist. Es muss Stunden geben, in denen alle Stimmen schweigen – damit Gottes Stimme zu mir durchdringen kann.
Es kann nicht Sinn der Sache sein, eine Art der Berieselung durch eine andere, „fromme“ zu ersetzen, wenn der gleiche Effekt greift: Ich stelle mich taub für Gott.
Das ist eine große Herausforderung für mich! Die absolute Stille meide ich lieber…
Und doch suche ich sie verstärkt, weil ich hoffe, Gott darin zu finden. Weil ich meine Ohren auf Empfang für ihn stellen möchte, mehr und mehr. 
Er spricht - das habe ich erlebt, und das möchte ich immer mehr erleben: "Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund." 

Wenn die alte Gewohnheit wieder an die Tür klopft und ich gedankenabwesend die Mediathek geöffnet habe, erinnern mich diese beiden Sätze daran, wer ich wirklich bin und wie ich leben möchte:

Ich bin kein Mülleimer.
Ich bin ein Tempel des Heiligen Geistes.







Dienstag, 27. September 2016

Magen-Darm am Dienstag...




Seit über zwei Wochen treibt ein hartnäckiger Magen-Darm-Virus in unserer Familie sein Unwesen. Das Ganze begann mit einem durchaus sehr vergnügten, sich aber überall hin übergebenden Sohnemann – der kurze Brechpause machte, um sich der gründlichen Darmentleerung zu widmen, und der seit zwei Nächten wieder beim Kotzen angekommen ist. Ich habe seit einer Woche immer wieder Nächte, in denen ich kaum schlafen kann, weil mir so schlecht ist und ich starke Bauchkrämpfe habe… alles nicht gerade schön.

Und überhaupt nicht so, wie ich mir diese neue Lebensphase vorgestellt hatte: Von wegen, beide Kinder sind in der Kita und ich habe den ganzen Vormittag Zeit, Dinge zu erledigen, Freundinnen zu treffen oder mit der Kunst voranzukommen. Stattdessen hocke ich mit einem ansteckenden, aber sehr aktiven und überhaupt nicht krank wirkenden Kind zu Hause oder warte beim Arzt, muss Freundinnen von der einen in die andere Woche vertrösten und komme zu gar nichts (und kriege nichts als Schonkost!). Sowas hatten wir noch nie – dass es sich so lange hinzieht!

Als ich heute Mittag von der (wirklich erstaunlich netten und aufmerksamen!) Ärztin nach Hause fuhr, dachte ich, dass dieser Zustand gerade eigentlich sehr gut für mich ist. Damit ich Akzeptanz einübe und lerne, die Kontrolle abzugeben. Denn es fällt mir im Allgemeinen schwer, Umstände anzunehmen, die mir nicht gefallen. Vielmehr beklage ich mich, hadere mit meinem Schicksal und lehne mich dagegen auf, was enorm viel Energie kostet, aber herzlich wenig bringt.  Klarer Fall: Ich bin ein Kontroll-Freak.
Aber nutze ich doch mal meinen Kontrollwahn positiv und bringe meine Gedanken und Gefühle auf Spur: Ich nehme meine Situation so an, wie sie ist. Und gewinne ihr etwas Positives ab, denn das hat sie auf jeden Fall: Mein Mann ist gerade zu Hause und hilft mir mit den Kindern. Samuel ist zwar krank, fühlt sich aber anscheinend nicht so, was ich ihm von Herzen gönne. Und ich kann ganz ohne schlechtes Gewissen den Hausputz Hausputz sein lassen und auf dem Sofa liegen bleiben.

Bald kommt wieder eine andere Zeit und Mann und Kinder sind wieder aus dem Haus. Bald werde ich wieder putzen müssen können und Schokolade als Versuchung empfinden. Bald werde ich mich wieder mit Freundinnen treffen und Dinge erledigen und nicht wissen, wo mir der Kopf steht. Das kommt alles wieder, früher oder später. Für heute zelebriere ich mein Kranksein und ringe den Umständen etwas Gutes ab. Ich trinke Tee mit Honig, kuschle mich in meine Decke und schreibe einen Blog-Post. Zum Beispiel.

Es ist so wunderbar, mit Jesus unterwegs zu sein! Alles kann mir als Nährboden meines Wachstums dienen. Ich muss nicht so bleiben, wie ich bin, und ich kann lernen, die Dinge anders zu sehen. Alles führt für mich, schließlich, endlich!, zum Guten, weil ich es aus Seiner Hand nehmen darf. Oder wie Paulus in Römer 8,37 schreibt: „In all dem tragen wir einen überwältigenden Sieg davon durch den, der uns so sehr geliebt hat.“ Nehmt das, ihr fiesen Viren!  „Wenn Gott für mich ist, wer könnte dann gegen mich sein?“