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Mittwoch, 11. April 2018

Selbst gemachte Collage-Papiere


Materialien im Künstlerbedarf können ganz schön ins Geld gehen - Farben und Papiere in guter Qualität kosten eben einiges! Mit der Zeit habe ich aber herausgefunden, wie ich sparsamer mit meinen Materialien umgehen und daraus sogar eigenes Kreativmaterial herstellen kann.

Collage-Papier in allen möglichen Farben und Mustern gibt es nicht nur im Künstlerbedarf zu kaufen, man bekommt sie manchmal sogar beim Discounter, dann sogar sehr günstig. Ich gebe dafür inzwischen trotzdem kein Geld mehr aus, sondern mache meine Papiere selbst. Dabei spare ich nicht nur Geld, sondern vermeide auch Verschwendung von Acryl-Farbe und habe am Ende sehr individuelles Papier mit meiner persönlichen Note.


Die selbst hergestellten Papiere verwende ich sehr gern in meinem Art Journal, aber auch auf Mixed Media Leinwänden. Entweder ich reiße Stücke davon ab und klebe sie farblich passend auf den vorbereiteten Hintergrund, oder ich schneide geometrische Formen aus und erstelle damit ein interessantes Muster.




Bevor ich mit der Gestaltung einer Art Journal-Seite beginne, lege ich immer etwas Papier unter die jeweiligen Seiten, um das restliche Journal vor der Farbe zu schützen. Damit schlage ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn das "Schutz-Papier" bekommt mit der Zeit (ich verwende dieselben Blätter mehrmals) durch die darauf landenden Farbspuren einen interessanten Look. Das so entstandene bunte Papier kann ich auch als Collage-Papier verwenden.



Früher habe ich für das Malen mit Aycrylfarben immer eine Palette oder eine alte Untertasse verwendet. Leider ist einmal getrocknete Acrylfarbe für den weiteren Gebrauch verloren, und so habe ich mich doch oft geärgert, wenn zu viel Farbe auf der Palette landete und dann übrig blieb (tendenziell verbrauche ich weniger als ich denke, weil die Farben wirklich sehr ergiebig sind).

Da habe ich jetzt dazu gelernt und verwende nur noch Papier als "Mischpalette" meiner Farben. Es ist vollkommen egal, welches Papier: Ich nehme gern bedrucketes oder schon einmal benutztes Papier, gerne auch Blätter mit Linien oder besonderes Papier wie Transparentpapier (dann wird das Collage-Papier einfach noch interessanter).
Darauf gebe ich die Farben, und kann direkt mit dem Mischen und Malen loslegen.




Wenn meine Art Journal-Seite fertig ist, habe ich für gewöhnlich noch ein paar Farbreste auf meinem Misch-Papier übrig. Darüber ärgere ich mich jetzt nicht mehr - denn daraus wird ein neues Collage-Papier!


Ich verteile die übrige Farbe kreuz und quer mit dem Pinsel, dabei kann man sich richtig austoben (man muss nur je nach Farbton-Kombination darauf achten, dass am Ende nicht ein hässlicher brauner Matsch entsteht...). Oft gestalte ich auch einfache Muster mit den Farbresten und setze am Schluss schwarze Akzente. Zur Zeit mache ich auch gern mit der Spitze des Pinselstiels schriftähnliche Kritzeleien in der noch feuchten Farbe - das ergibt eine schöne Struktur. Überhaupt ist es schön, wenn an manchen Stellen die Farbe etwas dicker auf dem Papier verbleibt, eben wegen der besonderen Struktur.
Es gibt viele Möglichkeiten, mit den Farbresten auf dem Papier zu verfahren: Man kann das Papier zerknüllen und wieder auseinander falten, die Acrylfarbe mit einer Farbrolle verteilen (wenn man wirklich viel Farbe übrig hat) oder auch kleine Drucke herstellen z.B. mit Luftpolsterfolie oder einer Gelli Plate (Druckplatte).



Jetzt muss das neue Collage-Papier nur noch trocknen und kann dann weiterverwendet werden!

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Ich habe für meine Art Journal-Seite ein anderes Collage-Blatt benutzt, das ich schon vor einiger Zeit hergestellt habe. Farblich sollten die Papiere natürlich zum Hintergrund passen, aber da ich meistens dieselben Farben verwende, habe ich da eine große Auswahl zur Verfügung.


In diesem Fal habe ich mich entschieden, Formen aus dem Collage-Papier zu schneiden und diese auf den vorbereiteten Hintergrund zu kleben.





Jetzt war die Seite schon fast fertig: Es fehlten nur noch ein paar wilde Linien mit Buntstiften, um alle Elemente miteinander zu verbinden, und ein gestempelter Bibelvers für die "Message" - das war's!
So habe ich nicht nur eine Doppelseite in meinem Art Journal gestaltet, sondern auch zwei neue bunte Collage-Papiere.




Eine weitere Idee für die Verwendung von selbst gemachten Collage-Papieren ist natürlich, eine "richtige" Collage daraus zu machen! Hier habe ich ein Blumenbouquet zuerst grob vorgezeichnet, und dann die Formen aus meinen eigenen Papieren ausgeschnitten und aufgeklebt. Inspiriert wurde ich dazu von Wendy Brightbill, einer Künstlerin, deren Arbeiten ich einfach nur liebe und bewundere!  Diese Technik hat mir unheimlich viel Spaß gemacht und ich werde das bestimmt noch häufiger ausprobieren.




Viel Spaß euch beim kreativen Austoben!



Montag, 5. Februar 2018

Mit dem Art Journal unterwegs



Seit ich mit dem Art Journaling begonnen habe, nehme ich mein schwarzes Buch immer mit, wenn ich wegfahre - und sei es auch nur für ein Wochenende. Vielleicht Wahrscheinlich werde ich gar keine Zeit und keinen Platz haben, mich hinzusetzen, zu malen und zu schreiben und zu kleben und den Tag Revue passieren zu lassen - aber auch in diesem Fall möchte ich mein Art Journal in meiner Nähe wissen. Es am Abend kurz durchblättern, das kann schon reichen. Und vielleicht ergibt sich ja doch eine Gelegenheit, das aufs Papier zu bringen, was mir unter den Nägeln brennt. Ein Gedanke nur, ein Wort, ein Ticket einkleben oder die Farbe des Himmels malen - das alles ist für mich Art Journaling.

Wenn wir verreisen, packe ich immer Bücher und ein paar Spielsachen für die Kinder ein - warum also nicht auch etwas für mich? Natürlich muss ich mich beschränken, aber diese grundlegenden Materialien brauche ich unbedingt:

Aquarellfarben


Für meine Hintergründe benutze ich fast immer Aquarellfarben. Sie sind so schön zart und einfach zu handhaben und ich mag es, welche Effekte sich ergeben, wenn unterschiedliche Farben ineinander laufen. Und für unterwegs sind sie natürlich ideal, weil ich sie alle zusammen in einem kleinen Kasten dabei habe und nicht lauter einzelne Tuben mitschleppen muss. Außerdem trocknen sie schnell und ich muss nicht so extrem darauf achten, die Pinsel (wie beim Gebrauch von Acrylfarben) gründlich zu reinigen - was ja unterwegs nicht unbedingt möglich ist.
Bislang habe ich Pinsel und einen kleinen Wasserbecher immer separat mitgenommen, aber seit ich diese praktischen Wassertankpinsel entdeckt habe, kann ich mir das sparen. Mit einer Wasserfüllung im Pinsel kommt man wirklich weit, das hätte ich gar nicht gedacht! Jetzt brauche ich also nur noch den Aquarellkasten, einen Wassertankpinsel und ein paar Papiertaschentücher.


Collage-Materialien


Ich bin eine große Zeitschriften-Liebhaberin! Wenn wir mit dem Zug fahren, gehört es für mich einfach dazu, mir am Bahnhof eine Zeitschrift zu kaufen und diese unterwegs durchzublättern (wenn die Kinder das zulassen...). Das Praktische daran ist, dass ich die Zeitschrift nach dem Lesen gleich noch für Collagen verwenden kann - Farbflächen, Buchstaben, Bilder werden von mir skrupelllos ausgerissen oder ausgeschnitten.
Neben einer Zeitschrift nehme ich immer auch einen Umschlag mit bereits ausgeschnittenen Bildchen und ein paar selbstgemachte Collagen-Papiere mit. Und natürlich Schere, Klebestift und mein liebstes Masking Tape.


Stifte


An Stiften benötige ich für mein Art Journal im Wesentlichen einen schwarzen Permanent Marker (es ist wichtig, dass er wasserfest ist, weil ich ja viel mit Aquarellfarben arbeite), einen weißen Permanent Marker, Bleistifte und ein paar Buntstifte (schwarz, Braun- und Blau-Töne) mit Anspitzer.
Alle Stifte sowie Schere, Kleber, Masking-Tape und Stempelkissen transportiere ich in meinem selbstbestickten Täschchen und habe so immer alles dabei.


Buchstabenstempel


Ja, die brauche ich auch unbedingt! Dieses kleine Set habe ich mal bei Tiger gekauft (sehr billig, aber richtig schön) und habe es seither immer bei mir. Leider taugt das beiliegende Stempelkissen nichts - die Tinte ist nämlich  nicht wasserfest - also nehme ich zusätzlich schwarze Stempelfarbe mit.



Und so sieht mein Art Journal to go dann aus. Zusammen mit meiner Bibel, ggf. einem Roman und der Kamera ist das alles, was ich brauche als meine persönliche "Auftank-Station", wenn wir unterwegs sind. Ich habe tatsächlich gemerkt, dass ich das brauche.
Reisen ist für mich, so gern ich es auch mag, bei aller Schönheit und allem Abenteuer vor allem anstrengend. So viele Eindrücke, die auf mich einprasseln, so wenig Routine und Rückzugsmöglichkeiten, ich fühle mich noch mehr verantwortlich für die Kinder und dass es ihnen gut geht, ich interagiere mit vielen Menschen, die ich teilweise nicht oder nur kaum kenne... Das ist dann einfach viel und ich spüre irgendwann, dass ich eine Pause brauche, Zeit für mich, um neue Kraft zu tanken.

Aber es geht nicht nur ums Kraft tanken. Ich habe gemerkt, dass bei mir der "Augenhunger" ziemlich stark ausgeprägt ist: Ich habe dann "Hunger" nach Schönem, nach Kunst, nach Farben, nach Bildern. Wenn es mir Zuhause so ergeht, dann schaue ich mir gern einen Bildband oder ein schönes Magazin an. Wenn wir unterwegs sind, greife ich gern zu meinem Art Journal oder auch einer Zeitschrift.

Oft juckt es mich dann auch in den Fingern, selbst kreativ zu werden und eine klitzekleine Sache selbst zu gestalten. Eine ganz einfache Methode, besonders wenn man eigentlich schon müde ist oder nur wenig Zeit hat, ist eine Collage:



Diese habe ich während unseres letzten Wochenendtrips gemacht, als alle schon schlafen gegangen waren. Ich musste einfach noch etwas machen! Also nahm ich mir die Zeitschrift, die ich mitgenommen hatte, und schnitt ziemlich wahllos aus, was mich spontan ansprach und mir gefiel. Das, was ich ausschnitt, hatte nicht wirklich mit den Erlebnissen des Tages zu tun, aber ich glaube, dass die Farben, die ich auswählte, ganz gut die allgemeine Stimmung ausdrückten.
Diese Papierschnipsel klebte ich dann auf eine freie Seite meines Art Journals, ohne groß darüber nachzudenken - ich wollte nur ein bisschen schneiden und kleben. Zum Schluss kamen auch noch die Buchstabenstempel und der schwarze Permanent Marker zum Einsatz - fertig.
Erst jetzt konnte ich beruhigt und zufrieden ins Bett gehen.


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Dieser Post ist der erste einer neuen Reihe zum Thema Art Journaling, die ich plane.
Ich möchte euch ein bisschen mit in diese Form der Kreativität hineinnehmen, Tipps und Techniken teilen und euch dazu ermutigen, es auch mal zu versuchen!
Ihr könnt mir gern schreiben oder unten einen Kommentar hinterlassen, wenn ihr konkrete Fragen habt, die ich aufgreifen könnte oder eigene Erfahrungen teilen.
Das würde mich sehr freuen!