Dienstag, 20. September 2016

Von der Unfähigkeit, glücklich zu sein...




Die Kita-Eingewöhnung meines Sohnes ist nach zwei Wochen erfolgreich abgeschlossen. Alles ging tränenlos vonstatten – jedenfalls bei ihm (ich habe doch die eine oder andere Träne auf dem Heimweg verdrückt…). Klar, er kennt das alles schon durch seine große Schwester, und er ist sowieso ein unkomplizierter, fröhlicher Zeitgenosse, der das Leben so nimmt, wie es gerade kommt. Wenn wir uns verabschieden, winkt er mir noch kurz über die Schulter zu und widmet sich seinen Autos. Der Traum einer jeden Mutter – oder? Natürlich freue ich mich, dass mein Sohn glücklich ist und die Eingewöhnung so reibungslos geklappt hat. Aber. Ein bisschen weinen hätte er schon mal dürfen. Und mich ein bisschen vermissen. Ich fange an, mir Sorgen um die Stärke unserer Mutter-Kind-Bindung zu machen. Es heißt doch, dass ein beim Abschied weinendes (und beim Wiedersehen lachendes) Kind sicher gebunden ist, dass eine länger währende Eingewöhnung sozusagen ein gutes Zeichen ist. Bedeutet das nun nicht im Umkehrschluss, dass… seufz…

Kommentar meines Mannes dazu: Dir kann man es auch nicht recht machen.
Stimmt wohl. Ich habe noch ein Beispiel dazu auf Lager:

Meine beiden Kinder gehen nun in den Kindergarten und ich habe jeden Tag fünf Stunden freie Zeit zu meiner Verfügung. Klingt herrlich, oder? Ist es auch, jedenfalls fand ich das an den ersten beiden Tagen. Ich setzte mich einfach auf die Couch und las. Ich schrieb in mein Tagebuch, aß nur ein Croissant mit Erdbeermarmelade zu Mittag, surfte ein bisschen im Internet, schob alibimäßig den Staubsauger durch die Wohnung. Es war einfach zu schön! Niemand schrie mich an oder unterbrach mich in meinen ach-so-wichtigen Tätigkeiten.
Und dann kam Tag drei. Das Buch hatte ich ausgelesen und mein schlechtes Gewissen regte sich: Du hockst hier faul rum und machst NICHTS! Alle anderen schuften, ackern und rackern den ganzen Tag und du machst dir einen faulen Lenz. Wenn du schon nicht arbeiten gehen willst (und das will ich gerade tatsächlich nicht unbedingt…), dann werde wenigstens deinen hausfraulichen Pflichten gerecht! Aber fünf Stunden putzen? Jeden Tag? Och nö…
Ich hatte mich so sehr nach dieser Zeit gesehnt –nach ein bisschen Ruhe in der Wohnung, nach Zeit für mich und meine Projekte, nach der Möglichkeit, entspannt und ohne Druck zu schauen und auszuprobieren, was für mich passt. Ich wollte schreiben, zeichnen, malen, ganz viel quality time mit Gott genießen, lustige Aktionen mit den Kindern planen, Freundinnen besuchen, spazieren gehen, unser Zuhause pflegen… Einfach mal schauen, was kommt.

Und nun stelle ich fest, dass ich mit all der Freiheit nicht richtig klar komme. Ein Luxusproblem, ich weiß!!! Überall lese ich davon, dass wir unser Leben entschleunigen sollen, den Sabbat halten, auch mal Nein sagen, innehalten. Aber für mich gilt das, glaube ich, nicht. Ich bräuchte vielleicht eher einen Tritt in den Arsch. Oder?
Immerhin habe ich angefangen, unsere Küche auszumisten und gründlich zu reinigen, was auch wirklich nötig war. Ich werde mich so von Raum zu Raum arbeiten und unser Zuhause in einen Palast der Ordnung und Behaglichkeit verwandeln. Aber ich surfe immer noch zu viel im Internet rum. Ich schiebe Projekte vor mir her, weil ich Angst vorm Scheitern habe. Ich vermisse meine Kinder und zähle (ernsthaft!) die Stunden, wann ich sie von der Kita abholen kann. Zwischen Traum und Wirklichkeit klafft eine riesige Lücke. Ich sollte könnte doch so glücklich sein! Warum bin ich es schon wieder nicht, wenn doch alles so gekommen ist, wie ich es mir gewünscht habe?

Anscheinend bin ich unfähig, glücklich zu sein.
Es geht mir wohl ein bisschen zu gut gerade, sodass mein Gehirn schon wieder anfängt, sich Probleme auszudenken.
Denn es geht mir gut. Richtig gut!
Diesen Monat ist PMS ausgefallen, einfach so. Ein herrliches Gefühl!
Und meine Kinder sind so toll: Samuel hat gestern Purzelbäume für sich entdeckt und sich den halben Nachmittag durchs Wohnzimmer gepurzelt. Noemi malt gelbe Sonnen mit extra langen Strahlen und sagt mir jeden Tag, wie „gerne sie mich lieb hat“.
Mein Mann ist toll. Er ermöglicht mir und uns das alles hier. Dass ich noch ein bisschen zu Hause bleiben kann. Und am Mittwochabend gehen wir zu Salut Salon. (Das sind diese faszinierenden Ladies hier) Ick froi mir schon wie Bolle!
Meine Freundinnen sind sowieso die tollsten, wisst ihr ja schon.

Und es macht mir gerade so viel Spaß zu schreiben, zu malen, zu zeichnen, zu stempeln… ich gehe voll darin auf! Ich entdecke immer mehr von dem, was Gott in mich hineingelegt hat. Ja, ich kann da was, und das ist etwas Besonderes, und ich darf das rauslassen, soll es sogar! Das sind anvertraute Pfunde, mit denen ich wuchern darf.
Zweifel, Bequemlichkeit oder das, was andere vielleicht über mich denken könnten, sollen mich nicht daran hindern, meine Bestimmung zu entdecken und auszuleben. Gesellschaftliche Konventionen und Zwänge sollen nicht dazu führen, dass ich eine Entscheidung treffe, die nicht zu mir und uns als Familie passt. Ich kann es mir gerade einfach nicht vorstellen, wieder zu unterrichten und die Betreuungszeiten der Kinder deutlich zu verlängern.

Was ich in letzter Zeit verstanden habe, ist, dass ich nicht gut darin bin, zu genießen. Das Leben zu feiern, innezuhalten, achtsam durch den Tag zu gehen, voll im Hier und Jetzt zu sein – das widerspricht geradezu meiner Natur. Und ich glaube, darin liegt meine Unfähigkeit zum Glücklichsein begründet.
Das zu lernen, wird meine Aufgabe sein, wahrscheinlich für mein ganzes neues Lebensjahrzehnt: Genießen, Feiern, Achtsam sein, Hier sein. Danken.

Spannend!


(Noch zwei Stunden bis zum Kinder Abholen. Die krieg ich auch noch rum ;))






Montag, 12. September 2016

Schokoladentarte mit Himbeeren


Wie versprochen kommt heute das Rezept für die Schokoladentarte mit Himbeeren, die ich mir zu meinem Geburtstag selbst gebacken habe (und das fand ich übrigens nicht schlimm, denn ich backe am allerliebsten Tartes. Ich liebe die einzelnen Arbeitsschritte: das Kneten, den Teig in den Tarteboden zu geben, die Füllung zuzubereiten... pure Meditation!). Gestern hatte ich ein bisschen Zeit und habe das Rezept für euch illustriert. Das ist nämlich auch noch so eine Sache, die ich liebe...




Eigentlich alle Tartes, die ich bisher gebacken habe (z.B. die weiße Trüffeltarte mit Himbeeren oder die Birnentarte), stammen aus diesem Buch: Anniks göttliche Kuchen von Annik Wecker. Ich habe dieses ungewöhnliche Backbuch schon seit einigen Jahren und backe gern zu besonderen Gelegenheiten die tollen Torten, Kuchen und Tartes nach.


Auf eines sollte man allerdings bei diesem Buch gefasst sein: An Butter, Sahne oder Zucker wird hier nicht gespart - im Gegenteil! Ich frage mich immer, wie die Autorin bei diesen Kalorienbomben so schlank bleiben kann... Vegane, glutenfreie, kalorienbewusste oder vollwertige Rezepte braucht man hier jedenfalls nicht zu suchen.
Dafür sind die Kuchen etwas Besonderes und immer sowohl ein Hingucker als auch ein Gaumenschmeichler - wenn man mal ein bisschen Eindruck schinden oder seine Lieben mit etwas Ausgefallenem überraschen möchte, wird man in diesem Buch auf jeden Fall fündig. Und ich finde, ein Stück Schokoladentarte mit Himbeeren sollte man sich auf jeden Fall gönnen, hin und wieder mal!



Mittwoch, 7. September 2016

Was gibt's Neues? Teil 3


Ich trage jetzt einen Diamanten auf meinem Handgelenk.




”Then, the only person whose opinion counts,
looks at me and He finds me more valuable than
all the jewels in the earth.”

Timothy Keller, The Freedom of Self-Forgetfulness


Schon seit Monaten trug ich mich mit dem Gedanken an ein Tattoo. Ich wusste von Anfang an, dass es ein Diamant sein sollte, auf meinem rechten Handgelenk. In Jesaja 44 hatte ich gelesen: „Dieser wird sagen ‚Ich bin des Herrn‘ und jener wird genannt werden mit dem Namen ‚Jakob‘. Und wieder ein anderer wird in seine Hand schreiben ‚Dem Herrn eigen‘ und wird mit dem Namen ‚Israel‘ genannt werden.“  Das hat mich damals schon total angesprochen, dieses Zeichen der Gotteszugehörigkeit in oder auf der Hand. Es sollte die rechte Hand sein – die Hand, mit der wir schwören, mit der Verträge besiegelt werden, die wir aufs Herz legen.
Und dann dachte ich immer wieder darüber nach und bat die Tätowiererin, die ich kenne, um einen Entwurf, und tat dann aber nichts weiter, weil ich eben doch Schiss hatte.

Dann, kurz vor unserem Urlaub, bekam eine enge Freundin ihr Baby. Sie schickte mir ein Foto von sich mit ihrem neugeborenen Sohn und schrieb, nach nur einer Nacht mit ihm sei sie so verliebt und überglücklich. Und ich gratulierte ihr und freute mich riesig und war total aus dem Häuschen. Zuerst. Und dann brachen die Erinnerungen an meine erste Entbindung über mich herein – daran, dass ich direkt nach der Geburt meiner Tochter in den OP musste und ihre erste Nacht auf dieser Welt nicht mit ihr erleben durfte. Ich dachte an mein Gefühlschaos, an die großen, langwierigen Probleme beim Stillen, an Hilflosigkeit, Wut und Depression. Das alles überflutete mich mit ungeahnter Heftigkeit und ich glaubte, mir würde der Boden unter den Füßen weggerissen. Alles kam wieder hoch und ich weinte bittere Tränen der Reue und Scham und Angst. Das alles ist schon über drei Jahre her, ich habe in der Zwischenzeit eine zweite, reibungslose, wunderschöne Entbindung erlebt, und ich glaubte, das alles irgendwie hinter mir gelassen zu haben. Doch da hatte ich mich getäuscht. Es war wirklich furchtbar. Und das Schlimmste war, dass ich kaum noch in der Lage war, mich für meine Freundin zu freuen.

Als wir wieder zu Hause waren, nutzte ich einen kinderfreien Vormittag, um zur Ruhe zu kommen, zu lesen, zu beten und zu schreiben. In unserem Bücherschrank fand ich ein kleines Heft von Timothy Keller, das ich vor einiger Zeit schon einmal gelesen hatte: The Freedom of Self-Forgetfulness.


Keller beschreibt darin sehr treffend, was ich gerade erlebte:  Ich muss alles und jedes auf mich beziehen, weil ich in meinem aufgeblasenen, verletzten, schmerzenden Ego gefangen bin. Ich bin nicht frei zur Liebe, ich bin nicht frei zum Dienst für andere, ich bin nicht frei zur selbstlosen Freude. Ständig bin ich damit beschäftigt, vor anderen gut dazustehen, andere zu beeindrucken oder zu übertreffen. Und vor allem bin ich dauernd mit mir selbst beschäftigt, ich drehe mich um mich selbst und mir ist schon ganz schlecht davon. Letztlich verhalte ich mich so, als müsste ich mir selbst und der ganzen Welt beweisen, dass ich etwas wert bin.

Ganz anders der Apostel Paulus. In 1. Korinther 4,3 schreibt er: „Allerdings hat es für mich keinerlei Bedeutung, welches Urteil ihr über mich fällt oder ob sonst irgendeine menschliche Instanz über mich zu Gericht selbst. Nicht einmal ich selbst maße mir ein Urteil über mich an. Ich wüsste zwar nicht, dass ich mir etwas hätte zuschulden kommen lassen, aber damit bin ich noch nicht gerechtfertigt. Entscheidend ist das Urteil, das der Herr über mich spricht.“ Paulus hat die gute Nachricht von Jesus wirklich verstanden: Wir müssen uns unseren Wert nicht verdienen. Wir müssen uns auch nicht mehr länger so verhalten, als würden wir permanent vor Gericht stehen.

Jesus hat das alles für uns erledigt. Er stand vor Gericht, er wurde verurteilt, er wurde hingerichtet.
Für uns. Und wir sind jetzt frei. Absolut frei!

In Römer 8 formuliert Paulus es noch einmal ganz eindrücklich – ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut, wenn ich das lese:

„So gibt es nun
keine Verdammnis
für die, die
in Christus Jesus
sind.
Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen?
Gott ist hier,
der gerecht macht!
Wer will verdammen?
Jesus Christus ist hier,
der gestorben ist,
ja, vielmehr, der auch auferweckt ist,
der zur Rechten Gottes sitzt
und uns vertritt.“

Wenn ich glaube und annehme, dass Jesus am Kreuz für mich starb, dann sieht Gott mich so an, wie er Jesus ansieht – er rechnet mir Seine Sündlosigkeit an als wäre es meine eigene! Und dann sagt er zu mir, was er einmal zu Jesus gesagt hat: „Du bist mein geliebtes Kind. An dir habe ich Wohlgefallen.“

Als ich das las, brach ich in Tränen aus.
Danach hatte ich mich die ganze Zeit gesehnt! Nach einem Freispruch und nach dem Zuspruch von Liebe und Wohlgefallen. Eine große Last fiel von mir ab.

Und dann las ich weiter: Für Gott (und er ist der einzige, dessen Meinung zählt) bin ich wertvoller als alle Diamanten dieser Welt. In dem Augenblick entschied ich mich, mir das Tattoo, von dem ich geträumt hatte, tatsächlich stechen zu lassen. Um mich immer daran zu erinnern: Ich bin geliebt. Ich bin wertvoll. Ich bin frei. Ich setzte mich an den Schreibtisch und zeichnete einen eigenen Entwurf – einen Diamanten mit einem Kreuz in der Mitte, denn Jesus ist die Mitte. Ohne ihn wäre ich nichts, nur durch ihn bin ich wirklich frei.

Am Tag danach saß ich im Tättowierstudio die Straße runter und spürte tausend Nadelstiche auf meiner Haut. Es war nicht so schmerzhaft, wie ich es mir vorgestellt hatte. Und zwischendrin dachte ich, dass diese Schmerzen sowieso nichts seien im Vergleich zu dem, was Jesus für mich gelitten hat.

Das ist nun knapp zwei Wochen her und ich habe mich noch nicht ganz an den neuen Anblick meines Handgelenks gewöhnt. Immer wieder sprechen mich Leute darauf an, die es zum ersten Mal sehen, immer wieder wundere ich mich selbst über mich, erschrecke fast – ich bin jetzt tätowiert!  Wie krass ist das denn! Aber dann breitet sich wieder Frieden in meinem Herzen aus: Ich bin geliebt, ich bin wertvoll, ich bin frei. Kostbarer als alle Diamanten der Welt. Das kann mir niemand mehr nehmen.

Ich möchte lernen, mehr und mehr aus dieser Gewissheit zu leben.
Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis ich meine schwierige – traumatische – erste Entbindung und die Zeit danach verarbeitet haben werde. Aber die Selbstvorwürfe dürfen ein Ende haben, ich  muss mich nicht mehr länger selbst anklagen. Auch daran erinnert mich mein Diamant am Handgelenk, viele Male jeden Tag.







Samstag, 3. September 2016

Was gibt's Neues? Teil 2


Ich bin jetzt 30!

Sehr passender Artikel in der aktuellen Flow... als hätten sie's gewusst...

Je näher mein Geburtstag rückte, unweigerlich, unausweichlich, desto komischer fühlte ich mich. Ehrlich. 
Die 30 ist schon eine besondere Zahl und so setzte ich mich mit diesem Jahr intensiver mit meinem eigenen Älter-werden auseinander als zum Beispiel bei der 29. Fragte mich: Wo stehe ich, was ist aus mir geworden, nimmt das alles gerade eine gute Richtung, was habe ich erreicht? Kriegte manchmal kleine Panikattacken, von wegen "jetzt werde ich alt und ich bin noch nicht bereit dazu!"
Ich sag ja, komisch.

Mein Geburtstag ist jetzt genau eine Woche her und es geht mir gut. Ich hab's überlebt und nicht nur gerade so. Denn mein Geburtstag war wunderschön, ganz, ganz wunderbar! Wenn ich daran zurückdenke, überrollen mich Dankbarkeit und Glück und die kribbelnde Gewissheit, dass ich geliebt bin.
Und die 30 ist auch schön, ja, sie gefällt mir eigentlich ganz gut.

Aber zurück zum Tag der Tage - Achtung, jetzt kommen viele Fotos!

Ich wollte meinen 30. Geburtstag ganz besonders und bewusst begehen - es sollte eine Feier sein, die zu mir passt. Die Einladung zeichnete und schrieb ich deshalb selbst, und weil ich meinen Freundinnen gegenüber Dankbarkeit und Liebe ausdrücken wollte, bekam jede von ihnen eine kleine Geschenktüte gefüllt mit Kleinigkeiten. Denn wenn ich mein vergangenes Lebensjahrzehnt Revue passieren lasse, bin ich ganz besonders dankbar für meine Freundinnen! Sie bereichern mein Leben so sehr, dass ich es nicht in Worte fassen kann.





Dass ich wirklich ganz wundebare Freundinnen habe, erlebte ich an meinem Geburtstag umso deutlicher: Eine von ihnen stellte nicht nur ihre Wohnung für die Party zur Verfügung, sondern nahm sich extra den ganzen Tag frei, kaufte für mich ein und holte mich mit ihrem Auto ab (fuhr also zweimal durch die ganze Stadt, für mich). Eine andere reiste aus einer anderen Stadt an und nahm eine Fahrt im nicht-klimatisierten Zug auf sich. Und eine weitere nahm mich und meinen ganzen Kram wieder mit nach Hause, half mir beim Tragen und brachte mich bis in die Wohnung. Mitten in der Nacht. 
Habt vielen, vielen Dank dafür, ihr Lieben - ihr Besten!

Bevor die Party um 20 Uhr beginnen konnte, dekorierten wir die Wohnung mit Girlanden, Papierfächern und Teelichtern. Den Tisch deckten mir mit Packpapier und Bambusmatten ab, außerdem kamen ein paar gezeichnete Blüten drauf, verschiedene Windlichter und die Geschenktüten.

Man beachte die selbstgebastelte Palmen-Lampe im Hintergrund!



Als alle Gästinnen eingetrudelt waren, wurden sie mit einem Cocktail begrüßt und zum Abendessen geladen - passend zu den sommerlichen Temperaturen gab's Gazpacho mit Feta-Würfeln und Baguette. 
Aber, ach, wie schnell die Sonne Ende August schon untergeht! Die Foto-Session draußen im Hinterhof fand dann doch im Dunkeln statt, was dank der Knicklichter eine sehr lustige Sache war:




Weiter ging's mit den Fotos - im Wohnzimmer war es nicht weniger lustig!
Eigentlich mag ich es nicht besonders, fotografiert zu werden. Diese Bilder waren mir aber wichtig, weil mir aufgefallen ist, wie wenig Fotos ich von und mit Freundinnen habe. Meistens fotografiere ich heutzutage meine Kinder, was natürlich total schön und normal ist, aber zu meinem Leben gehört ja noch so viel mehr! Deshalb habe ich mir vorgenommen, die Kamera häufiger zum Einsatz zu bringen, wenn ich allein mit meinem Liebsten unterwegs bin oder eben mit meinen Freundinnen. 






Auf den darauffolgenden Kreativ-Teil habe ich mich besonders gefreut: Wir gestalteten wunderschöne Traumfänger.
Traumfänger als Deko-Objekte und als Erinnerer: Wovon träume ich - und wovon sollen meine Lebenssträume geprägt sein? Was ist wirklich wichtig in meinem Leben, was möchte ich niemals vergessen, was hilft mir, auf dem richtigen Weg zu bleiben?
Ich liebe es, gemeinsam mit anderen kreativ zu sein (unter anderem aus diesem Grund mag ich auch die Bible-Art-Journaling-Abende so sehr) und bin immer wieder beeindruckt davon, was bei solchen Gelegenheiten entsteht. Die Atmosphäre beim Gestalten ist immer eine ganz besondere, andächtig, konzentriert und gleichzeitig entspannt, friedlich, wohlwollend...

Als erstes bemalten und bestempelten wir Kreise aus extra dickem Aquarellpapier. Diese Kreise wurden anschließend mit Garn an Drahtringen befestigt. An das untere Drittel des Drahtrings kamen schließlich verschiedene Bänder, teilweise wurden diese auch mit Perlen versehen - da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. 
Warum ich mich bei meinem Traumfänger für diesen Bibelvers entschieden habe, werde ich im nächsten Blog-Post ausführlicher erläutern ;)

  

  


Als wir noch fröhlich beim Basteln saßen, schlug es Mitternacht! Die Lieben sangen mir ein Ständchen und dann gab es Sekt - und Geschenke! Ich bekam unter anderem eine wunderschöne aus Furnier geschnittene Origami-Taube im Rahmen, ein beeindruckendes Nagelbild mit einem sooo passenden Motiv und Bücher. Bittersweet von Shauna Niequist ist eine Leihgabe, aber ich habe es trotzdem mit aufs Foto genommen, weil es so toll ist und ich es mir vielleicht noch selbst zulegen werde... Überhaupt, Bücher! Da wird bestimmt bald wieder ein Bücherliebe-Post folgen. Ich habe mir nämlich noch ein paar Bücher vom Geburtstagsgeld bestellt und bin ganz gespannt - vor allem auf dieses hier: Heiliger Alltag von Veronika Smoor!




Nach den Geschenken wurde der Mitternachtsgeburtstagskuchen kredenzt - ein Foto der Schokoladen-Himbeer-Tarte findet ihr weiter unten. Die ersten beiden Freundinnen mussten dann bald los und ihre letzten S-Bahnen kriegen, wir drei anderen tranken noch ein bisschen mehr Sekt und räumten auf.
Bevor es für mich wieder nach Hause ging, teilten wir unsere aktuellen Lieblingstexte miteinander, Ermutigungen und Inspirationen und Weisheit. Das finde ich unheimlich wichtig und möchte es eigentlich viel häufiger tun: Zusammen sitzen, miteinander lesen, voneinander lernen, füreinander beten... Das taten meine beiden Freundinnen dann auch noch: Sie beteten für mich und für das vor mir liegende Lebensjahr, und sie segneten mich.
Da kullerten dann auch ein paar Tränen... Ich bin so beschenkt mit euch - habt vielen, vielen Dank!


Als ich nach einer sehr kurzen Nacht morgens in mein nun 30-jähriges Gesicht blickte, war mein erster Gedanke tatsächlich: "Frau, du siehst alt aus!" Lag aber bestimmt nur am Schlafmangel ;)
Mein weltbester Ehemann überraschte mich mit einem portugiesischen Frühstück - er hatte dafür extra Pasteis-de-nata aus dem Prenzlauer Berg besorgt! Sehr lecker. Und so voller Liebe.



Insgesamt ließen wir den Tag ganz entspannt angehen - verbrachten den Vormittag zusammen mit meiner Schwester auf dem Spielplatz (dem Ort, wo meine Kinder am glücklichsten sind) und verzehrten am Nachmittag die unheimlich leckeren Überreste der Geburtstagstarte (Rezept gefällig?).


Mit den Fahrrädern ging es dann in unser grünes Paradies, den Britzer Garten. Die Kinder spielten, wir Großen genossen die Brise, das warme Abendlicht und das saftige Gras unter unseren Füßen, und das Abendessen nahmen wir unter Schatten spendenden Bäumen ein. Was kann es Schöneres geben?


Irgendwann lagen die Kinder in ihren Betten und gaben keinen Mucks mehr von sich, erschöpft von Sonne, Luft und Spiel. Mein Schatz und ich gönnten uns noch einen Cocktail auf dem Balkon und redeten darüber, wie schön wir es doch haben und wie gut es uns geht.


In diesem Sinne - auf die nächsten 30 Jahre!
Gott ist gut.




Donnerstag, 1. September 2016

Was gibt's Neues? Teil 1



Drei Monate sind ins Land gegangen ohne Geschreibsel auf meinem Blog.
Verrückt eigentlich wie schnell die Zeit vergeht! Anfangs habe ich das Schreiben und Teilen schon sehr vermisst, fand es aber auch befreiend, die Dinge einfach zu erleben und an mir vorbeiziehen zu lassen ohne sie verbloggen zu „müssen“. Mit der Zeit gewöhnte ich mich fast an das Nicht-Bloggen, aber eben nur fast, denn hier bin ich ja wieder! In den letzten Wochen war ich mit meinen Gedanken immer häufiger hier anzutreffen, ertappte mich beim Vorformulieren von Blogeinträgen, und freute mich darauf, wieder anzufangen.
Jetzt ist schon September, endlich, die Sommerferien sind bald vorbei, und ich bin in den Startlöchern für eine neue Blog-Saison! In den nächsten Tagen werde ich euch einen Einblick in die vergangenen Monate geben, schließlich ist da einiges passiert!


Übrigens: Schön, dass ihr da seid!, noch oder wieder oder zum ersten Mal überhaupt – ich freu mich sehr darüber und habe euch vermisst!



Mein Blog sieht ein bisschen anders aus und hat eine neue Mail-Adresse!

Ich habe die Schreibpause genutzt, um meinen Blog ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Das hatte ich mir ja ohnehin für dieses Jahr vorgenommen… Schaut euch doch einfach mal um: Ich habe am Design herumgebastelt, das „Über mich“ und „Woanders“ aktualisiert, und außerdem eine neue E-Mail-Adresse für den Blog eingerichtet. Ihr könnt mich von nun an unter gottnahegluecklich[at]gmx.de erreichen – ich freue mich auf und über eure Anregungen, Kommentare, Fragen und so weiter.
Mir gefällt das Ergebnis ganz gut und ich hoffe, dass es euch genauso geht :)



Unsere Tochter ist jetzt 3!


Ende Juli feierte unsere Tochter ihren dritten Geburtstag – und zwar gleich dreimal: In zwei Etappen bei uns zu Hause und natürlich auch noch in der Kita. Am Montag nach ihrem Geburtstag wurde sie dort in die große Gruppe „befördert“, was den Abschied von zwei heißgeliebten Erzieherinnen bedeutete. Und etwa zwei Wochen später, pünktlich zu Urlaubsbeginn, wollte sie plötzlich auf die Toilette gehen und von nun an windelfrei durchs Leben marschieren. Zack-bum, so einfach kann’s manchmal sein!
Ja, jetzt habe ich ein richtig großes Mädchen! Eine große Tochter, die mir am laufenden Band Komplimente macht, über mein Outfit, die Wohnungsdekoration oder das gelungene Mittagessen. Die liebend gern Röcke und Kleider trägt und ihre Klamotten danach auswählt, ob sie farblich zu den Spielgeräten auf dem Spielplatz passen (wirklich!). Ein wunderbares, kluges Mädchen, mit dem ich mich so gut unterhalten kann und das mich immer wieder ins Staunen versetzt – womit sie sich beschäftigt, was sie schon versteht, was ihr wichtig ist…

Das Geburtstagswochenende selbst war anstrengend und intensiv und wirklich schön. Beide Großelternpaare und die zwei Cousinen reisten an, was eine besondere Freude war, drei Freundinnen aus der Kita feierten neben der Patin und erwachsenen Freunden ausgelassen mit, und wir merkten mal wieder, dass man neben Seifenblasen und Luftballons eigentlich nichts weiter braucht, um Kinder glücklich zu machen (und Süßigkeiten... ja, die auch!). 








Die Idee für die tierischen Einladungskarten habe ich hier gefunden; mein Liebster und ich haben einen Abend lang am Esstisch gesessen und gebastelt, was ich total toll fand. 
Von uns bekam unsere Tochter eine selbstgebaute Spielküche geschenkt, die richtig schön geworden ist und bei ihr (und ihrem Bruder) super ankam. Ich bin sehr stolz auf meinen Mann, der aus einem Ikea-Stuhl und lauter Brettern diese wunderschöne Küche zusammengezimmert hat! 


Außerdem gab's eine CD von den 3 vom Ast (die bei den Kindern aktuell sehr beliebt sind - Waldemar, Cleopatra und Eulalia wohnen übrigens bei uns um die Ecke im Britzer Garten...) und ein lustiges Buch von Richard Scarry, das ich noch aus meiner eigenen Kindheit kenne und nun sehr gern an meine Tochter weitervererbe.

Ach, meine kleine Große, jetzt bist du offiziell kein Kleinkind mehr und ich denke oft wehmütig daran, dass du nie wieder mein süßes, zartes Baby sein wirst... Gleichzeitig bin ich unendlich dankbar für die Zeit, die wir schon miteinander verlebt haben, dankbar, dass es dich gibt. Und ich freue mich auf das, was noch kommen wird, in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten und Jahren. Wir legen das alles in Gottes Hand.
Wir lieben dich so sehr! 


Ich bin 7kg leichter!


Zeitgleich mit der Blog-Pause habe ich auch mit dem Lebe-leichter-Programm begonnen. Das bedeutet: Ich esse nur noch dreimal am Tag, jeweils einen abwechslungsreich gefüllten Teller voll, und dazwischen macht mein Magen Pause. Außerdem trinke ich zwei bis drei Liter Wasser am Tag und treibe sollte jeden Tag 30 Minuten Sport treiben - das ist der Teil, bei dem es bei mir noch hapert... Nichtsdestotrotz habe ich in den dreieinhalb Monaten 7kg abgenommen und fühle mich wirklich besser! Ich passe wieder in meine Lieblingshose... Mein erstes Etappenziel ist schon erreicht: Das Vor-Samuel-Gewicht. Fehlen noch vier Kilo bis zum Vor-Noemi-Gewicht, und dann schaun mer mal. 
Nicht jeder Tag läuft gleich gut, und in mancher Woche gestatte ich mir ein bisschen mehr als die zwei erlaubten Extras, aber der Trend geht in Richtung abwärts, und das genügt mir. Ich versuche, jeden Tag für sich zu nehmen und mir nichts grundsätzlich zu verbieten - stattdessen verschiebe ich meine Bedürfnisse Gelüste ein bisschen und achte darauf, die Drei-Mahlzeiten-Regel einzuhalten. Wenn die Lust auf Süßes kommt, trinke ich ein großes Glas Wasser, und lenke mich ab. 
Für mich funktioniert Lebe leichter im Alltag sehr gut und ich konnte mich sogar im Urlaub daran halten - ich habe tatsächlich auch im Urlaub ein bisschen Gewicht verloren (!), wohl zum ersten Mal in meinem Leben, und es fühlte sich für mich nicht nach Verzicht an. 



Soweit erstmal von mir - bald schon geht's weiter mit meinen Neuigkeiten :)