Mittwoch, 13. September 2017

Anstiftung zum kreativ werden


Der Satz aus meinem letzten Blogpost beschäftigt mich immer noch. Set your minds on the things above. So sehr, dass ich mir heute ein bisschen Zeit genommen habe, eine kleine Leinwand dazu zu gestalten.

Ich hatte Lust, meine Gelli Plate (bestes Ostergeschenk von meinem Liebsten!) zu verwenden, um Acrylfarbe auf die Leinwand zu drucken. Außerdem verwendete ich Strukturpaste und eine Schablone, zwei kleine Collagenelemente und ganz viele Punkte, Linien und blattförmige Doodles. Und natürlich Buchstabenstempel. Was würde ich nur ohne sie machen...

Habt ihr eigentlich Interesse an Journaling-Anleitungen oder ähnlichem? In letzter Zeit habe ich mir ein bisschen was angeeignet und könnte Techniken und Ideen weitergeben. Wenn ihr mögt.

Es dauerte relativ lange, bis das Bild fertig war, da Acrylfarbe und Strukturpaste trocknen mussten, also konnte ich zwischendurch Haushaltskram erledigen. Jetzt bin ich mit dem Ergebnis zufrieden - was nicht heißt, dass ich nicht doch noch kleine Veränderungen vornehmen werde.

Immer wieder bin ich erstaunt, was entsteht, wenn man ein bisschen Farbe auf eine Leinwand oder ein Blatt Papier aufträgt. Unzählige Entscheidungen, bewusst oder unbewusst, machen das Bild einmalig. Es könnte auch ganz anders aussehen! Erst recht, wenn du dieses Bild gemalt hättest und nicht ich.
Ich glaube, dass in jeder von uns solche Bilder stecken, die ans Licht kommen möchten - weil nur diese eine von uns genau dieses Bild malen kann!
Schönheit, die Gott in dich hineingelegt hat.
Worte, die nur du genau so schreiben kannst.
Taten, die Gott für uns vorbereitet hat, dass wir sie ausführen.
All das trägt zu Seiner Ehre bei,
all das vermehrt Seine Schönheit auf unserer Erde.

Wie wär's - schnapp dir heute Abend doch mal einen Bleistift oder einen Pinsel und mal drauf los. Oder schreib. Eine Geschichte oder ein Gedicht oder nur ein einziges Wort - in Schönschrift. Oder spiel ein paar Töne auf dem Klavier. Verzier einen Cupcake.
So wie nur du es tust. Zur Ehre Gottes.



Dienstag, 12. September 2017

Eine Frage - und eine Antwort


Am vergangenen Samstag hatten wir viel zu tun, denn unsere Tochter feierte ihren 4. Geburtstag mit drei Freundinnen aus dem Kindergarten nach - eine Prinzessinnenparty! Vormittags dekorierte und backte und organisierte ich, war immer in Aktion, bis sich, kurz nach dem Mittagessen, plötzlich ein kleines Zeitfenster für mich öffnete. Ganz unverhofft und wunderbar.

Da ich mir vorgenommen habe, häufiger kreativ aktiv zu sein (statt passiv kreative Inhalte zu konsumieren) und mir das Art Journaling als regelmäßige Tätigkeit anzueignen, schnappte ich mir mein Tagebuch, ein paar Aquarellfarben, Papierreste und Buchstabenstempel und legte los.

Ein Wanderlust2017-Prompt diente mir als Ausgangspunkt: "Ich stelle mir oft die Frage..." 
Ehrlich gesagt stelle ich mir ständig sehr viele Fragen. Zur Zeit kreisen sie wieder häufiger um meine persönliche bzw. berufliche Zukunft, aber ich fand keine passende Formulierung, die allen diesen Fragen gerecht wurde. Da fiel mir ein Zitat von Mary Oliver ein, eine Frage, die Teil eines Gedichtes ist:

Tell me
what is it 
you plan to do
with your one 
wild and precious
life?

Ja, das war eine gute Frage, sie traf den Nagel auf den Kopf.

Statt Acrylfarben (die wohl am häufigsten beim Art Journaling verwendet werden) entschied ich mich für meinen persönlichen Favoriten: Aquarellfarben. Ich musste nur aufpassen, dass die dünnen Seiten meines Tagebuchs nicht rissen... Dann klebte ich Papierstreifen und die Pfauenfeder (von einem Glanzbilderbogen!) auf.
Die einzelnen Elemente der Seite fügten sich ganz schnell und leicht zu einem Ganzen zusammen - ich glaube, das ist es, was man gemeinhin als flow bezeichnet. Ich war voll im flow! Es fühlte sich irgendwie "richtig" an und ganz nach mir, und ich spürte, wie meine Energietanks sich füllten.

Während ich die Worte aufstempelte (ich mag das so, weil es mich entschleunigt! Man stempelt viel langsamer als man schreibt, und das ist so schön, ja, meditativ, weil ich auf diese Weise die Worte viel bewusster setze) und über diese große Frage meines Lebens nachdachte, hörte ich plötzlich in meinem Kopf die Antwort: Set your mind on the things above. Trachtet nach dem, was droben ist und nicht nach dem, was auf Erden ist. (Kolosser 3,2)

Da hatte ich meine Antwort bekommen, vollkommen unerwartet, schnörkellos und klar. Es kommt nicht darauf an, großartige, außergewöhnliche Dinge zu tun - vielmehr geht es darum, die Prioritäten im Leben richtig zu setzen. Wenn die Perspektive stimmt und ich mich auf das konzentriere, was wirklich wichtig ist, dann lebe ich "richtig".
Ich muss nicht jede Sekunde meines Lebens auskosten und spektakulär ausleben (eine Ansicht, die mich, ehrlich gesagt, total stresst!), ich muss nicht wissen, was der gigantische Plan für mein Leben ist, nein: I set my mind on the things above.

Ich möchte mein Leben nach dem ausrichten, was Gott für wertvoll, richtig und gut erachtet, nach den Werten, die ewigen Bestand haben. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Gottes Wort und Menschenseelen die einzigen Dinge sind, die in Ewigkeit bestehen. Und ich glaube, dass das stimmt. Also lohnt es sich, darauf den Fokus zu setzen. Schätze im Himmel zu sammeln.

Dieser Satz hat mir Frieden geschenkt. Einen umkämpften Frieden, zugegeben, den ich immer wieder mal zu verlieren drohe, aber er ist mir ein Anker in stürmischen Momenten.
Wenn ich denke, dass ich ganz dringend arbeiten gehen und Geld verdienen muss, dann erinnere ich mich selbst daran: Set your mind on the things above. Es ist richtig, jetzt und hier für meine Familie da zu sein, Zeit zu haben für Menschen, die mich brauchen, seien es meine Kinder, Nachbarn, Freunde oder Fremde. Ich möchte lieben, begleiten, dienen, beten, helfen, segnen. Das tun, was Jesus uns vorgelebt hat.
Wenn die Ungewissheit der Zukunft mich quält und es mir schwer fällt, nicht zu wissen, was Gott für mich im Sinn hat, dann sage ich mir selbst: Set your mind on the things above. Gott hält die Zukunft in seiner Hand und ich kann ihm vertrauen. Er wird mich versorgen: Alles andere wird mir zufallen, wenn ich zuerst nach Seinem Reich und Seiner Gerechtigkeit trachte. Wenn ich im Kleinen treu bin, übe ich für die großen Dinge.
Wenn ich das Gefühl habe, dass andere mich für mein Zuhause-Bleiben verurteilen, dann beschützt mich dieser Satz: Set your mind on the things above. Was Menschen über mich denken, ist vollkommen irrelevant. Es ist sogar egal, was ich selbst über mich denke! Das, was zählt, sind Gottes Gedanken, und die sind gut. Er spricht sie über meinem Leben aus, und wenn ich ganz genau lausche, kann ich sie hören... Du bist mein geliebtes Kind, an dem ich Wohlgefallen habe.

Insgesamt saß ich an diesem Samstagmittag vielleicht 15 Minuten an meinem Schreibtisch, bevor die Partyvorbereitungen weitergingen und der Trubel begann. Aber diese 15 Minuten waren genug. Meine Reserven aufgefüllt. Ich hatte mich aktiv kreativ betätigt, eine Frage gestellt und eine Antwort erhalten.
Was will man mehr?








Montag, 4. September 2017

Unsere Rosenhochzeit


10 Jahre ist es nun schon her, dass mein Liebster und ich uns das Ja-Wort gaben. Wenn ich das irgendwo erzähle, werde ich eigentlich immer sofort nach meinem Alter gefragt und ernte überraschte Blicke - ja, ich war mit meinen 20 Jahren tatsächlich eine sehr junge Braut ;)
Vielleicht waren wir ein bisschen naiv und verrückt, dass wir uns so früh in das Abenteuer Ehe stürzten. Wir hatten uns eben jung kennen- und liebengelernt und waren uns sicher, den Rest unseres Lebens miteinander verbringen zu wollen. So einfach, so gut.

Unsere Hochzeit liegt nun 10 Jahre zurück, und in dieser Zeit hat sich sehr viel verändert. Wir sind zusammen erwachsen geworden, würde ich sagen. Als wir heirateten, lebten meine Eltern noch in einer Stadt am Rande des Schwarzwalds, und weil es uns organisatorisch einfacher erschien, feierten wir die Hochzeit dort und nicht in unserer Heimatstadt Berlin. Es war eine klassische Familienfeier mit einem eher geringen Freunde-Anteil unter den Gästen, Getränke und Essen zahlten unsere Eltern, mein Brautstrauß war weiß und rot. Die Freunde, die vor 10 Jahren mit uns feierten, spielen heute in unserem Leben keine so große Rolle mehr - das Leben geht weiter, Leute ziehen weg, Freundschaften verändern sich.

Wir beide vor 10 Jahren!

Als der 10. Hochzeitstag näher rückte, keimte in uns der Wunsch, diesen ein bisschen größer zu feiern als üblich. Vor ein paar Jahren waren wir auf einer Rosenhochzeitsfeier eingeladen und fanden diese Idee einfach gut. Wir feiern ja sowieso gerne - und dieser Anlass ist es doch wirklich wert, groß gefeiert zu werden!
Es war uns wichtig, unsere Ehe zu feiern und unsere Ehegelübde in einer kleinen Zeremonie vor den Freunden zu erneuern, die uns nun schon seit vielen Jahren begleiten und für uns als Familie wichtig sind. Und wir wollten dieses Fest so begehen, wie es zu uns passte und uns gefiel - unsere Hochzeit im Jahr 2007 war für unsere damalige Lebenssituation richtig und schön, aber wie gesagt: Inzwischen hat sich eben einiges geändert ;)

Also legten wir ein Datum fest, schickten Save-the-Date-Mails an unsere Gäste und ich machte mir Gedanken über die grundsätzliche Gestaltung der Feier. Schon seit einigen Jahren gehört die Farbkombination Blau-Orange zu meinen Lieblingen (es lebe der Komplementärkontrast!) - das Farbkonzept hatte ich also schon mal. Außerdem wollte ich möglichst vieles selbst machen und sehr persönlich gestalten. Das fing bei den Einladungen an und endete bei den Gastgeschenken.


Die Einladungstüte (Papiertüten in braun oder weiß sind einfach super vielseitig!)


Ursprünglich wollten wir unsere Rosenhochzeit in einem nahe gelegenen, sehr schönen Park feiern - als uns die Wettervorhersage einen Strich durch die Rechnung machte, verlegten wir die Party kurzerhand in unsere Wohnung. Die rund 20 Gäste passten auch gerade so in unser Wohnzimmer ;)
Zuerst war ich ein bisschen enttäuscht über diese Planänderung, letztlich war es aber besser so: Wir mussten nicht alles in den Park transportieren und konnten auch nach Sonnenuntergang weiterfeiern, wenn der Park schloss. Ich glaube, so war alles entspannter und passte genauso gut zu uns.
Ein weiterer Vorteil der "Wohnzimmerparty" war, dass ich mehr dekorieren konnte!





Die Girlanden habe ich ganz einfach selber gebastelt: Zuerst malte ich große Papierbögen total frei nach Lust und Laune mit Acrylfarben in blau, weiß und orange an. In einer zweiten Schicht trug ich Punkte, "love"-Schriftzüge und Rosen auf. Als alles getrocknet war, schnitt ich große Rauten aus, faltete diese an der breitesten Stelle und klebte die entstandenen Dreiecke an ein langes Stück Garn.




Die von uns selbst gekneteten Fimofiguren zierten vor 10 Jahren unsere Hochzeitstorte



 

Hauptsächlich aber bestand die Deko aus Blumen. Ich war sehr dankbar, dass es im Blumenladen noch so wunderschöne blaue Hortensien gab; die hatte ich mir nämlich sehr gewünscht (Gebetserhörung!). Die orange-gelben Rosen setzten schöne Akzente. Besonders schön fand ich auch die zarte Girlande aus weißen Herzen, die ich irgendwo gefunden hatte. Die spannten wir quer durch den Raum, und ein kleineres Stück klebte ich an das Bücherregal.


Mein wunderschönes Brautkleid habe ich all die Jahre in einer Box unter dem Bett aufbewahrt. Bisher konnte ich mich nicht davon trennen, und werde es wohl auch nicht mehr - es sei denn, meine Tochter möchte es vielleicht eines Tages tragen...
An sich ist es aber schade, dass dieses traumhafte Kleid von niemandem mehr bewundert wird, und so holte ich es zur Feier der Rosenhochzeit aus seiner Kiste und hängte es für alle sichtbar an den Schrank. Anziehen konnte ich es zwar nicht mehr (*hüstel*), aber dafür hatte ich ein anderes schönes Kleid, an dem ich die Blumenbrosche befestigte, die ursprünglich zu meinem Brautkleid gehörte. Das fand ich wirklich toll als Erinnerung!








Auch einen Brautstrauß bekam ich zu unserer Rosenhochzeit: mit blauer Hortensie, Kamille und gelb-orangen Rosen. Genau so, wie ich ihn mir gewünscht hatte!
Als mir meine liebe Freundin und Rosenhochzeitstrauzeugin dann noch die Haare gemacht hatte und ich fertig geschminkt und angezogen war, fühlte ich mich fast wie eine richtige Braut, ein bisschen so wie bei unserer Hochzeit damals!

by alixdesign axd



Ab 16 Uhr trudelten die Gäste ein und füllten unsere Wohnung mit Leben - und das Mitbring-Buffet mit ihren Gaben! Unsere Freunde haben mir damit die Vorbereitung wirklich sehr erleichtert, und zu einem entspannten und leckeren Fest beigetragen.
Mein Liebster eröffnete die Feier mit einer kleinen Rede beim Sektempfang: Wir freuten uns so sehr über jeden, der gekommen war, um diesen Tag mit uns zu begehen! Einige unserer Gäste kamen direkt vom Flughafen oder einem Sommercamp zu uns und nahmen einigen Stress auf sich, um dabei zu sein. Das bedeutet uns sehr viel und wir sind einfach nur dankbar, all diese Menschen in unserem Leben haben zu dürfen.

Da unser Gitarrenspieler sich ein bisschen verspätete, disponierten wir um und gingen gleich zur Rosenhochzeitstorte über! Wir hatten uns für unsere Lieblingstorte bei unserem Lieblingskonditor entschieden: Mousse-au-chocolat-Torte mit Himbeeren. Himmlisch! (Und diesmal waren unsere Namen auf der Torte auch richtig geschrieben ;)) Natürlich schnitten wir sie gemeinsam an - aller Augen waren darauf gerichtet, wer die Hand oben hatte...






Unsere Rosenhochzeit sollte aber nicht nur ein nettes Zusammensein mit Freunden sein, vielmehr wünschten wir uns auch eine kleine Zeremonie, mit Liedern, einer Andacht, Gebet und der Erneuerung unserer Ehegelübde. Dafür gestaltete ich ein kleines Programmheft in "unseren" Farben.



Das gemeinsame Singen empfand ich als besonders schön: Ein Freund aus dem Hauskreis begleitete uns mit der Gitarre und wir lobten alle zusammen unseren Gott, mit lauten, klaren, wunderschönen Stimmen, in unserem Wohnzimmer. 10 000 Reasons - so viele Gründe haben wir zu danken und zu preisen! Das waren sehr wertvolle, bewegende Momente an diesem Tag. Am liebsten hätte ich noch viel mehr Lieder gesungen...





Ein langjähriger Freund hielt uns eine kurze Andacht über den Vers, den wir uns vor 10 Jahren als Trauspruch ausgesucht hatten: Jeremia 29,11.
Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt - aber wir wissen ganz sicher, dass Gott gute Gedanken über uns hat und dass er uns begleitet. In Ihm liegt unsere Zukunft und unsere Hoffnung - das schenkt uns Frieden.



Nach einem weiteren Lied waren Falko und ich dran: Wir hatten im Vorfeld jeder für sich Worte gesucht, die wir einander zusprechen wollten. Bei unserer Hochzeit waren wir einem vorgefertigten Ehegelübde gefolgt, nun sprachen wir unsere ganz eigenen Worte. Auch das war ein besonderer Moment - und es war so kostbar, ihn mit unseren Freunden zu teilen, sie als Zeugen unserer Versprechen zu wissen. Und da ich nicht wusste, was mein Mann mir zusprechen wurde, war ich zuerst natürlich total gespannt und aufmerksam - und dann dankbar und sehr gerührt.

Jetzt stellten wir uns in die Mitte des Zimmers, umringt von unseren Freunden, die für uns beteten und uns segneten. Was gibt es Besseres?

by alixdesign axd

Der "offizielle" Teil war nach einem Segenslied vorüber - nun wurde das Buffet eröffnet.
Meine tolle Rosenhochzeitstrauzeugin hatte sich außerdem etwas für uns einfallen lassen: Jeder Gast wurde gebeten, eine Gästebuch-Seite auszufüllen. Um die Sache einfacher zu gestalten, gab es vorgefertigte Fragen, die es zu beantworten galt: Seit wann und woher kennst du das Paar? Was schätzt du an ihnen? und Was wünschst du ihnen für die nächsten 10 Jahre?
Die ausgefüllten Seiten wurden von meiner Freundin schließlich zusammengebunden und uns überreicht. So viel Wertschätzung und Liebe in einem kleinen Buch ist wahrlich beglückend! Wir sind sehr gesegnet!




Auf dem Balkon wartete mein Schwager darauf, lustige Fotos der Gäste zu machen. Das ließen mein Rosenhochzeitsgatte und ich uns natürlich nicht entgehen :)

by alixdesign axd

by alixdesign axd

Ein Highlight des Abends stand nun noch aus: Luftballons steigen lassen!
Das war nämlich die eine Sache, die ich an unserer Hochzeit damals vermisst hatte - und nun erfüllte mir meine Rosenhochzeitstrauzeugin den Wunsch (Danke, du Wunderbare!). An jeden Luftballon wurde eine Postkarte mit einem Gutschein geknotet, den der Unterzeichner einlösen muss, wenn die Karte vom Finder zu uns zurückgeschickt wird. Zwei Karten haben uns inzwischen erreicht, das ist wohl eine ganz gute Quote, habe ich mir sagen lassen ;)
Von unserem Balkon aus stiegen die Ballons in den bewölkten Himmel, und sie schafften es tatsächlich alle über die nahegelegenen Bäume und Hochhäuser hinweg. Das war auch für unsere Kinder ein besonderes Ereignis!

by alixdesign axd

by alixdesign axd

Jetzt war die Party natürlich noch nicht vorbei - aber diejenigen, die schon gehen mussten, bekamen zum Abschied ihr Gastgeschenk. Das war mir ein paar Tage vor der Feier noch siedendheiß eingefallen! Gott sei Dank kam mir schnell eine Idee: Jeder Gast bekam ein selbstgemachtes Handlettering unseres Trauverses und zwei Samenbomben in einer bestempelten Butterbrottüte.
Die Samenbomben bestellte ich bei Die Stadtgärtner (über dawanda) - ich kann diesen Shop wirklich wärmstens empfehlen! Die Samenbomben waren super schnell bei mir, sodass ich die Gastgeschenke noch ganz entspannt fertig verpacken konnte.




Unsere Kinder stürzten sich begeistert ins Partygetümmel und blieben bis ganz zum Schluss dabei, als die letzten Gäste sich verabschiedeten und mein Mann, mein Bruder und ich uns ans Aufräumen machten. Ich denke immer wieder, wie glücklich und gesegnet unsere Kinder sind, dass sie in unserem Freundeskreis so geliebt werden! Genauso gesegnet wie mein Liebster und ich.

Müde und glücklich fielen wir ins Bett - was für ein wunderschöner, unvergesslicher Tag!

DANKE an alle, die dazu beigetragen haben.
Danke, Jesus, für die letzten 10 Jahre.
Danke, dass du auch in Zukunft immer bei uns bist.


by alixdesign axd

Sonntag, 3. September 2017

Geschenkt!


Du sagst:
Im Leben wird einem
nichts geschenkt.

Ich sage:
Alles Wesentliche im Leben
ist uns
geschenkt.

Das Leben an sich
ist uns geschenkt.
Die Sonne, das Licht
Die Liebe
Unsere Lieben.
Zeit.
Minuten, Stunden, Tage, Jahre
Ewigkeit
Wachstum, Gesundheit, Blüten
Die Früchte der Erde
Das Lachen der Kinder
Atem
Herzschlag
Freude
Natur
Wolken, Mond und Sterne
Schönheit
Gnade,
Alles ist Gnade.
Alles ist Geschenk.

Du sagst:
Im Leben wird einem
nichts geschenkt - 
darum habe ich auch 
nichts zu schenken.

Du musst horten, 
halten, bewahren
sparen
verwalten
sammeln
versichern.
Du musst
dich ängsten,
sorgen, grämen,
grübeln.
Du bist so reich
(beschenkt!)
und hast doch nichts
zu geben.

Ich sage:
Alles Wesentliche im Leben
ist uns
geschenkt.

Ich begreife:
Nichts im Leben
gehört wirklich mir -
alles ist
geschenkt,
geliehen,
anvertraut.  

Ich lerne:
Jeden Tag aufs Neue
werde ich versorgt
zuverlässig
großzügig
überreich.
Damit ich schenken kann,
weitergeben,
verschwenden,
übervoll einschenken,
spenden,
verleihen,
teilen.

Ich erfahre: 
Das ist genug.
Ich kann
meine Hände öffnen,
weil Gott sie mir füllt.
Jeden Tag,
überreich.
Ich bin frei,
weil ich versorgt werde,
weil ich vertrauen darf,
weil Gott gut ist.

Das ist Gnade,
Das ist Geschenk.

Das wünsche ich dir.





Donnerstag, 17. August 2017

Eine Weltreise in Büchern





Immer wieder werde ich gefragt, welche Art von Büchern ich denn gerne lese. Das fand ich bisher nicht so einfach zu beantworten – ich würde zwar schon sagen, dass ich einen bestimmten Lesegeschmack habe, konnte diesen aber nicht wirklich beschreiben. Ich mag einfach Geschichten. 
Möglichst spannende - aber keine Krimis. Auf jeden Fall anspruchsvoll und gut geschrieben - aber nicht zu kompliziert und hochtrabend. 
Erst vor kurzem wurde mir bewusst, welche Art von Büchern ich besonders gern habe: Solche, die in anderen (fernen) Ländern spielen. Und die am besten von Autoren aus eben diesen Ländern geschrieben wurden. Ich interessiere mich für afrikanische, orientalische, südamerikanische, asiatische... Literatur – aus der Vergangenheit und der Gegenwart.
Man könnte sagen, dass ich beim Lesen gern auf Reisen gehe. Und das ist ja das Schöne am Lesen: Dass die Buchstaben uns in ferne Welten entführen, die unsere Füße nie betreten können – unser Geist und unser Herz aber schon.

Für uns ist die Reisezeit in diesem Jahr schon vorbei, und besonders weit hat uns unser Weg auch nicht geführt. Das war schön und ok, aber zum Lesen hatte ich das Buch eines ägyptischen Autors dabei. Und gerade lese ich einen Roman, der in Afghanistan spielt. Ihr seht, meine literarische Reiselust ist ungebrochen, und ich dachte, ich nehme euch heute mal mit auf eine kleine Weltreise in Büchern. Günstiger, schneller und bequemer kommt ihr nie von zu Hause weg ;)

Also lehnt euch zurück, macht es euch gemütlich, und lasst euch mitnehmen auf diese Reise.
Wenn es euch an der einen oder anderen Station besonders gut gefällt, steigt gern aus und seht euch etwas genauer um!


Erste Station: Italien
Reise im Mondlicht von Antal Szerb


Dass dieses Buch zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehört, wissen wohl die meisten, die meinen Blog einigermaßen regelmäßig lesen ;) Hier kommt einfach alles zusammen, was ich mag: ein ungarischer Autor, ungarische Hauptfiguren, die Geschichte - quasi ein road trip - spielt in den Dreißigerjahren an verschiedenen Orten in Italien, die Sprache ist wunderbar elegant, der Plot spannend, und das Cover (jedenfalls das dieser Ausgabe) ziert ein Gemälde eines meiner Lieblingsmaler, Edward Hopper. 
Fast so schön wie eine leibhaftige Italienreise!


Zweite Station: Barcelona, Spanien
Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón


In den vergangenen Jahren habe ich mehrere Bücher dieses Autors gelesen - mit Abstand am Besten gefiel mir aber Der Schatten des Windes, der erste Teil der Barcelona-Triologie rund um den "Friedhof der vergessenen Bücher". Eine spannende Geschichte, genial erzählt. Ein Roman für alle, die Bücher lieben.


Dritte Station: Lissabon, Portugal
Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier


Auch von diesem Roman habe ich euch hier schon vorgeschwärmt... Seit mein Mann und ich 2010 Lissabon besucht haben, gehört diese Stadt zu meinen absoluten Lieblingsorten. Und dieses Buch lässt viele Eindrücke und Bilder dieser Reise in mir wieder aufleben. Die Hauptfigur unternimmt eine lebensverändernde Reise - dieses Motiv spricht mich immer wieder sehr an. Was wäre, wenn ich einfach in einen Zug steigen und alles hinter mir lassen würde....


Vierte Station: Amazonas, Südamerika
Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann


Dieses kleine, aber feine Büchlein ist eines der ersten, die mein Liebster und ich miteinander gelesen haben, als er noch kein großer Bücherfan war. Das änderte sich zu dieser Zeit zunehmend, und von Die Vermessung der Welt war er total begeistert. Kein Wunder, schließlich geht es darin um keine Geringeren als Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt. Abenteuerlich geht es zu in Kehlmanns Roman, humorvoll und irgendwie "speziell" - definitiv eine Reise in die Bibliothek oder den Buchladen wert ;)


Fünfte Station: Mexiko
Gebete für die Vermissten von Jennifer Clement


Wenn ich es mir recht überlege, mag ich besonders gern Bücher, die aus Frauenperspektive geschrieben sind. Natürlich, weil ich selbst eine Frau bin. Aber auch, weil ich es so wichtig finde, dass Frauen eine Stimme bekommen, gerade in den Ländern und zu den Zeiten, in denen sie unterdrückt und kleingemacht werden. In Gebete für die Vermissten gibt Jennifer Clement den Mädchen und Frauen Mexikos eine Stimme, lässt uns die von Menschen- und Drogenhandel geprägte Realität durch ihre Augen sehen. 
Ich habe das Buch in wenigen Stunden durchgelesen, weil es so packend war. Spannend und berührend.


Sechste Station: Nigeria
Half of a Yellow Sun von Chimamanda Ngozi Adichie


Noch so ein "Frauenbuch", diesmal aus Nigeria. Chimamanda Ngozi Adichie hat sich ja inzwischen (zurecht) einen Namen gemacht. Half of a Yellow Sun war das erste Buch, das ich von ihr las, und danach war ich sozusagen "infiziert". Eine junge, weibliche, nigerianische Stimme, die uns etwas zu sagen hat.


Siebte Station: Botswana
Keine Konkurrenz für Mma Ramotswe von Alexander McCall Smith


Wenn man mal ein Buch braucht, das sich einfach liest, das einem hin und wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert und das dem Herzen gut tut, dann greift man am Besten zu einem aus der Mma-Ramotswe-Serie von Alexander McCall Smith. Mma Ramotswe ist die einzige Privatdetektivin Botswanas, und sie macht ihren Job richtig gut: Mit viel Fingerspitzengefühl, Weisheit und der Ruhe eines Elefanten löst sie einen Fall nach dem anderen. Liebenswert!


Achte Station: China
Wild Swans von Jung Chang


So ziemlich alles, was ich über China weiß, habe ich aus diesem Buch. Es ist unheimlich reich an Wissen und Information und dabei sehr spannend und berührend. Jung Chang erzählt die Geschichte ihrer Großmutter, die noch zu den Zeiten aufwuchs, als den Mädchen die Füße verbunden wurden, um sie am Wachstum zu hindern, die Geschichte ihrer Mutter, die an Maos Seite für ein neues, freies China kämpfte, und nicht zuletzt ihre eigene Geschichte - wie sie dem kommunistischen Regime den Rücken kehrte und endlich Freiheit erlangte. Sehr lehrreich!


Neunte Station: Indien
Das Gleichgewicht der Welt von Rohinton Mistry


Unsere Weltreise neigt sich langsam ihrem Ende entgegen: Wir sind in Bombay angekommen und stürzen uns mitten rein ins Getümmel! Rohinton Mistry verwebt die Lebensgeschichten vierer Menschen kunstvoll miteinander und zeigt eindrücklich: "So etwas wie ein uninteressantes Leben gibt es nicht." (Mr. Valmik zu Maneck) 
Ich war leider noch nie in Indien, aber ich stelle es mir ungefähr so vor wie dieses Buch :) 


Zehnte Station: Afghanistan
Als die Träume in den Himmel stiegen von Laura McVeigh


Für Afghanistan hege ich schon lange eine besondere Zuneigung. Vielleicht liegt das an dem alten, mit vielen Fotos bestückten Buch, das ich vor ein paar Jahren auf der Straße fand. "Kreuzweg der Kulturen" (von Jan Myrdal) heißt es, und es ist wunderschön - eingeschlagen in hellblaues, raues Leinen, mit 100 Fotos in Farbe und schwarz-weiß - und es kommt mir vor, wie aus einer anderen Zeit, denn es wurde 1960 geschrieben! Was hat Afghanistan seitdem alles erlebt und erlitten! 
Zu meiner Zuneigung beigetragen haben sicher auch die Romane von Khaled Hosseini, von denen ich zuallererst Drachenläufer gelesen habe. Als ich im Buchladen meines Vertrauens dann auf das Buch von Laura McVeigh stieß, wusste ich, dass es das Richtige für mich war! 
Da es meine aktuelle Lektüre ist, kann ich nur über meinen ersten Eindruck berichten: Ich kann kaum aufhören, darin zu lesen. Das Schicksal der kleinen Samar und ihrer Familie hat mich gleich in ihren Bann gezogen.  Und ich liebe Afghanistan schon wieder ein bisschen mehr...


So, ich hoffe, diese kleine literarische Reise hat euch gefallen und inspiriert euch zu der einen oder anderen Lektüre. Natürlich interessiert es mich, ob euch diese Buchtipps zusagen - und auch, ob ihr noch andere Bücher kennt, die uns in ferne Länder (Japan? Sibirien? Marokko? Israel? Kuba?...) entführen?
Dann immer her mit den Lesevorschlägen!