Freitag, 25. Dezember 2015

Reich beschenkt




Ihr Lieben,

wir wünschen euch von Herzen frohe und gesegnete Weihnachten, eine heilige Zeit mit dem Geburtstagskind und euren Lieblingsmenschen! Lasst euch reich beschenken und verschenkt euch selbst, „gießt euch selbst aus wie einen Wein, den ihr für eine besondere Gelegenheit aufgehoben habt“ (frei nach Audrey Assad)!

Wir haben gestern unseren ersten Heiligabend zu viert verbracht, Samuels allererstes Weihnachten, was ja an sich schon etwas Besonderes ist, und dann feierten wir auch noch zum ersten Mal in unseren eigenen vier Wänden, zusammen mit drei lieben Gästen. Schon allein dadurch fühlten wir uns von Segen überschüttet; so dankbar waren wir für unseren Sohn, unser schönes Zuhause, unsere Freunde. Ein tolles Geschenk machten uns auch die Handwerker im Treppenhaus, die die Aufzugarbeiten doch noch und völlig wider Erwarten pünktlich zum 24. Dezember beendeten! Unsere Nachbarin aus dem sechsten Stock fuhr erst mal eine Runde durchs Haus, um allen die frohe Nachricht mitzuteilen (wir hätten das sonst wahrscheinlich erstmal gar nicht bemerkt…). 
 

In den vergangenen Jahren bedeuteten die Weihnachtsfeiertage für uns auch immer Reisestress. Ein Auto musste gemietet oder eine gute Zugverbindung herausgesucht werden… Bei unseren Eltern angekommen, wurden wir natürlich verwöhnt und mussten uns um nichts kümmern – trotzdem wünschte ich mir für dieses Jahr, einfach in Berlin bleiben und Weihnachten so gestalten zu können, wie wir es uns vorstellen, für uns und vor allem für die Kinder. Ich wollte die Christvesper unserer Gemeinde besuchen, selbst ein Menü planen und kochen, den Tisch festlich decken, die Musik auswählen, die uns gefällt und den Abend so gestalten, wie er für die Kinder angenehm ist. Im Endeffekt hatte ich mehr Arbeit, aber diese Art von Stress empfand ich als viel angenehmer, weil sie mit so viel freudiger Erwartung erfüllt war! 




Falko wünschte sich Ente zum Heiligen Abend, und die gab es dann auch (glücklicherweise bereitete er sie selbst zu, denn es hätte mich schon sehr viel Überwindung gekostet, dem toten Tier eine Orange in den Hintern zu schieben… ich musste mich nur um Klöße, Blaukraut und Sauce kümmern)! Die Tischdekoration habe ich am Tag vorher noch schnell gebastelt – wenn man es einmal raus hat, sind diese Diamanten sehr einfach zu falten (Achtung, Suchtgefahr!). Und sie sehen einfach sehr elegant und festlich aus!
Da uns die Plätzchen mittlerweile fast ganz ausgegangen sind und wir für morgen Familienbesuch erwarten, habe ich heute Nachmittag noch ein paar Orangen-Schoko-Kipferl gebacken. Ich genieße es wirklich, den Vormittag in der Küche zu verbringen und aus dem Wohnzimmer das Lachen und Spielen der Kinder mit ihrem Papa, meinem Liebsten, zu vernehmen. (Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie viel mehr weinen und jammern, wenn sie mit mir zusammen sind – kennt ihr das auch?) Und ich freue mich darauf, meine Familie morgen mit selbstgebackenen Plätzchen und (ebenfalls selbstgemachten) Semmelklößen zu verwöhnen! Wie schön, dass wir so viel haben, das wir teilen können!




In der Vorweihnachtszeit habe ich mich natürlich viel mit dem Thema Schenken auseinandergesetzt, besonders in Bezug auf unsere Kinder. Beide sind noch so klein, dass sie keine konkreten Wünsche äußern, und sie erwarten auch überhaupt keine Geschenke. Trotzdem freuen sie sich natürlich, und bei unserer Tochter fielen mir auch viele Dinge ein, die ihr gefallen würden. Einige Wünsche gab ich an Freunde und Familienmitglieder weiter – so bekam sie zum Beispiel von ihrer Tante eine Kiste mit Schleich-Tieren (gebraucht und in tadellosem Zustand) und von einer guten Freundin unserer Familie einen Verkleidungskoffer mit einem schicken, selbstgenähten Tellerrock. Den wollte Noemi dann auch sofort anziehen, und sie ließ ihn den ganzen Abend über an.
Wir schenkten unseren Kindern eine Holzeisenbahn und ein paar selbstgemachte Dinge: Samuel erhielt sein erstes Fotobuch mit Bildern von der ganzen Familie (die ja über ganz Deutschland verstreut ist) und Noemi einige gestrickte Puppenkleider und ein Liederbuch. Da sie sehr gern und viel singt, wir aber noch kein Liederbuch mit christlichen Kinderliedern besitzen, beschloss ich, selbst eins für sie zu machen: Ich wählte einige Lieder aus und bastelte Collagen dazu. Diese scannte ich ein und erstellte ein Fotobuch: links der Liedtext, rechts das Bild dazu. Jetzt hoffe ich natürlich, dass dieses Liederbuch auch gern benutzt wird!





Von meinem Liebsten bekam ich gleich drei Geschenke: Die achte Staffel meiner Lieblingsserie The Big Bang Theory auf DVD („für die lustige Bekki“), ein silbernes Fußkettchen mit Herzanhänger („für die schöne Bekki“) und einen Gutschein für einen freien Tag inklusive Bücher-Gutschein („für die kluge Bekki“)! Und bei den frühlingshaften Temperaturen konnte ich heute das Fußkettchen sogar schon tragen ;) Keins dieser Geschenke war übrigens auf meiner Wunschliste enthalten, trotzdem hat mein Mann mit allem meinen Geschmack getroffen und mich wunderbar überrascht!
Ich habe ihm übrigens geschenkt, mit ihm gemeinsam ein Weinseminar zu besuchen – darauf freuen wir uns schon (denn gerade bin ich seit langer Zeit wieder (!) weder schwanger noch stille ich; das müssen wir ausnutzen! :) )


Bevor wir gestern Abend die Geschenke auspackten, sangen wir ein paar Weihnachtslieder und zum Schluss „Happy birthday, lieber Herr Jesus!“. Wir lasen das letzte Kapitel der Adventskalendergeschichte und klebten das winzig kleine Jesuskind ans Fenster, zu seinen Eltern Maria und Josef, den Engeln, Schafen und Hirten. Wir sprachen mit unserer Tochter darüber, dass wir an Weihnachten den Geburtstag von Jesus feiern, dass aber eigentlich wir die Beschenkten sind.
Dann packten wir die Geschenke aus, aßen Lebkuchen und freuten uns am schön geschmückten Christbaum. Wir freuten uns an der Gemeinschaft, an den leuchtenden Kinderaugen und haben wahrscheinlich sehr schnell den einen vergessen, den wir eigentlich feiern. 


Ich kann da nicht für die anderen sprechen, aber sehr wohl für mich selbst, und frage mich: Wie geht eigentlich ein Jesus-zentriertes Weihnachten? Wir haben so viele schöne Traditionen, schmücken Bäume, stechen Plätzchen aus, wickeln Geschenke in buntes Glanzpapier, stopfen Gänse und schälen Kartoffeln für den Kartoffelsalat, singen Weihnachtslieder und zünden tausend Lichter an, wir stellen auch eine Krippe auf mit dem Jesuskind und lesen die Weihnachtsgeschichte – und vergessen so leicht, um wen es bei all dem geht. Wie feiert man einen Geburtstag, wenn das Geburtstagskind nur unsichtbar anwesend ist?
In manchen Weihnachtsliedern wird die Sehnsucht danach ausgedrückt, Weihnachten wieder wie ein Kind erleben zu können. Auch ich wünsche mir manchmal diese kindliche Vorfreude zurück, dieses ungetrübte Erleben. Noch mehr aber möchte ich lernen, Weihnachten als das Jesus-Fest zu feiern! Möchte mehr und tiefer verstehen, was es eigentlich bedeutet, dass Gott sich an uns verschenkt (anstatt so viel darüber nachzudenken, was ich mir zu Weihnachten wünsche…).
Und manchmal, wenn ich meinen Sohn betrachte, dann erhasche ich vielleicht für einen kurzen Moment einen winzigen Bruchteil dieses Wunders – dass da plötzlich jemand das Licht der Welt erblickt, der noch nie zuvor hier gewesen ist, eine völlig neue Schöpfung, ganz hilflos noch und klein, aber mit dieser Verheißung auf ein ganzes Leben, auf etwas vollkommen Neues und Großartiges. Es ist schon da, wir können es aber nur erahnen. Bei Samuel sind das seine Freunde und die Familie, die er vielleicht einmal gründen wird, seine Talente und Fähigkeiten, die Orte, die er bereisen wird, die Spuren, die er im Leben seiner Mitmenschen hinterlässt.
Bei Jesus ist das alles so viel größer, obwohl er genauso winzig angefangen hat wie mein Sohn. Bei Jesus klingt dieses Neue, Nie-Dagewesene so:

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen,
die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude.
Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte,
wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt.
Denn du hast ihr drückendes Joch,
 die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers
zerbrochen wie am Tage Midians.
Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel,
durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben,
und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter;
und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst;
auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende
auf dem Thron Davids und in seinem Königreich,
dass er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit.
Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.

(Jesaja 9,1-6)


Weihnachten ist noch nicht vorbei – wir haben noch heute und morgen und die ganze nächste Woche Zeit, Jesus zu feiern.
Das wünsche ich mir, und euch!


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