Jesus folgen - dankbar leben - Familie gestalten - Kreativität entdecken - Leben teilen
Freitag, 17. Juli 2015
Eine Buchstaben-Girlande
Eine der Beigaben aus der aktuellen Flow war diese schicke Buchstaben-Girlande. Ich musste nichts weiter tun, als die vorgestanzten Buchstaben herauszulösen und mit Klebeband an einem dünnen Faden zu befestigen. Das ging so schnell, dass ich es in einer der kurzen und glücklichen Beide-Kinder-Schlafen-Phasen tun konnte!
Buchstaben selber auf Tonkarton zu schreiben und auszuschneiden, dauert sicherlich länger, aber irgendwie hat Ausschneiden ja auch was beruhigendes.
Den Spruch finde ich jetzt nicht soooo toll, aber das Prinzip schon. Auf diese Weise lassen sich ja auch kluge Zitate, Bibelverse oder Auszüge davon dekorativ am Fenster oder irgendwo in der Wohnung in Szene setzen. Sogar gute Wünsche kann man so übermitteln, oder, wenn man die Girlande in Richtung draußen ausrichtet, Botschaften an vorübergehende oder gegenüber wohnende Personen "schicken"...
Diese einfache DIY-Inspiration wollte ich zum Wochenende an euch weitergeben! Auf den Sonntag freue ich mich diesmal übrigens ganz besonders, weil wir da unseren kleinen Sohn in der Gemeinde segnen lassen und die Familie kommt!
Alles Liebe euch!
PS: Wer gern auch so eine Girlande ohne viel Aufwand basteln möchte, kann mir gern schreiben - ich hab noch 3 Stück davon, die ich gern weitergebe!
Donnerstag, 16. Juli 2015
Die Unendlichkeit des Vormittags
Die schönen Zeiten, in denen ich morgens noch in Ruhe
aufstehen, mich fertig machen und das Frühstück vorbereiten konnte, während
beide Kinder selig schliefen, scheinen leider (zumindest vorläufig) vorbei zu
sein. Ach, was war das schön, nach einer anstrengenden Nacht zwischen sieben
und halb acht ins Bad zu schlurfen und eine halbe Stunde später mit einem
dampfenden Tee die tolle Aussicht auf dem Balkon zu genießen… Ich startete
entspannt und vorbereitet in den Tag, konnte meistens sogar mit Noemi
frühstücken, bevor der kleine Bruder sich fröhlich krähend aus dem Schlafzimmer
meldete. (Ja, ihr könnt mich ruhig ein bisschen beneiden – aber nicht zu sehr.
Denn das ist Vergangenheit.)
Aktuell sehen meine Morgen so aus, dass zwischen sechs und
sieben Noemi wie ein kleines buntes Nachtgespenst durch die Wohnung geistert
und mich zum Aufstehen zwingt. Während ich unter der Dusche stehe (schnell,
schnell!), kann ich nur hoffen, dass sie keinen Unsinn verzapft, zum Beispiel ihren Bruder weckt. Nachdem auch das Kind angezogen ist, mache ich unter Noemis
quengelndem Gejammer Frühstück. Sobald wir uns an den Tisch gesetzt haben,
erwacht mein Kleiner aus dem Schlaf, kläglich kreischend. Mit ihm auf dem Schoß
versuche ich, mein Müsli möglichst unfallfrei in meinen Magen zu befördern,
parallel Noemi davon abhaltend, wahlweise wie ein Schwein aus seinem Trog zu
fressen, das Müsli mit dem Löffelkatapult durchs Zimmer zu schleudern oder das
Obst mit den Fingern lustig spritzend zu zerquetschen. (Na, kommt euch das
bekannt vor?)
Als ich heute Morgen den Tisch abwischte, war es gerademal
acht Uhr! Was bedeutete: Noch vier Stunden bis zum Mittagessen und Noemis
(wohlverdientem) Mittagsschlaf.
Wie, bittschön, überstehe ich diese vier Stunden?
Normalerweise blieben mir nach dem Frühstück noch etwa zweieinhalb Stunden bis
es Zeit wurde, das Mittagessen zu kochen. Die bekam ich mit Aktivitäten wie
wickeln, stillen, Wohnung saugen, einkaufen, die Wäsche machen, spielen, durchs
Kinderzimmer tanzen und nochmal wickeln immer ganz gut gefüllt.
Nun aber erscheinen mir die Vormittage schier endlos.
Unbarmherzig langsam kriechen die Zeiger vorwärts und auch die Kinder kennen
keine Gnade. Bisher waren es eher die Nachmittage, die ich wegen ihrer Zähheit
fürchtete – nun strecken mir die Vormittage kackfrech die Zunge raus.
Ich hab’s echt versucht, aber Jammern bringt auch in diesem
Fall rein gar nichts, und so notiere ich hier für mich (und alle jungen Mamas da
draußen, meine Leidensgenossinnen!) meine bisherigen Erkenntnisse darüber, wie
auch die Unendlichkeit des Vormittags überwunden werden kann.
- Plane deinen Tag am Vorabend
Überlege dir am Abend vorher, was am nächsten Tag ansteht
und was du gern erledigen möchtest. Du kannst dir sogar einen (sehr ungefähren)
Zeitplan erstellen. Nimm dir nicht zu viel vor und versteife dich nicht auf ein
bestimmtes Vorhaben – am Ende kommt es doch anders – aber schreib ruhig einige
Dinge auf, aus denen du ggf. auswählen kannst. Plane auch schöne Highlights,
wie zum Beispiel: Morgen möchte ich mit meinem Kind malen. Sieh nach, ob du
alle Materialien da hast, dann kannst du am nächsten Tag direkt loslegen.
Ich habe mich jetzt auch entschieden, gegen zehn Uhr ein
zweites Frühstück einzulegen. Das war bisher nicht notwendig, jetzt ist es aber
eine willkommene Zäsur an einem endlosen Vormittag.
Es ist sinnvoll, der gesamten Woche eine Struktur zu geben.
Plane feste Termine ein, wie z.B. den Besuch einer Krabbelgruppe an einem festen
Wochentag. Auf diese Weise hast du immer was zum Vorfreuen.
Vielleicht ist es auch notwendig, alte Strukturen und
Routinen zu verändern – zum Beispiel das Mittagessen vorzuverlegen. Da lohnt es
sich, mal was Neues auszuprobieren.
2. Lass dir Zeit bei allem, was du tust
Das klingt erstmal einfach, ist es aber nicht. Ich zumindest
bin ein sehr aufgaben- und ergebnisorientierter Mensch, und ich erledige meine
Aufgaben gern schnell. Langsamkeit regt mich auf (aber das ist ein anderes
Thema…). Es ist von Vorteil, nicht gegen die Uhr zu arbeiten, sondern mit ihr.
Dann soll Noemi eben jede Erbse einzeln aufspießen. Wenn’s ewig dauert – umso
besser, denn während sie sich als Erbsenzählerin betätigt, ist sie immerhin zufrieden und beschäftigt…
3. Beziehe die Kinder möglichst in alles ein
Ich habe festgestellt, dass es sich lohnt bei den
Ergebnissen der Hausarbeit kleine Abstriche zu machen, wenn dafür der
Spaßfaktor (bei den Kindern und damit auch bei mir selbst) steigt. Noemi ist
zwar noch klein, aber sie „hilft“ ganz gern beim Staubsaugen. Das geht dann
zwar deutlich langsamer, aber vielleicht sind wir zu zweit sogar gründlicher…
Wenn ich die Wäsche aufhänge, reicht sie mir wahlweise Wäschestücke oder
–klammern, und wir reden darüber, wem dieses oder jenes Kleidungsstück gehört
(das weiß sie echt schon richtig gut!). Auch beim Spülmaschine-Ausräumen (NEU!)
macht sie oft mit, Betten aufschütteln zählt zu ihren Lieblingshobbys und
Aufräumen geht mit ihr ebenfalls super. Und Samuel bewundert uns während wir
arbeiten ;)
4. Verlass die Wohnung!
Den ganzen Vormittag in der Wohnung zu verbringen, ist keine
gute Idee – auch dann nicht, wenn es wie aus Kübeln schüttet. Früher oder
später findet man sich unweigerlich in einer Situation wieder, die nur noch durch
einen Tapetenwechsel gerettet werden kann. Frische Luft, Bewegung, „soziale
Kontrolle“ durch Passanten auf der Straße (die einen davor bewahrt,
auszuflippen…) – das sind die Zutaten, die man braucht, um sich wieder
einzukriegen. Das gilt für Mama ebenso wie für die Kinder. Egal, ob du auf den
Spielplatz gehst, einkaufen oder einfach nur eine Runde um den Block –
Hauptsache RAUS.
5. Bleib nicht allein
Unendliche Vormittage vergehen schneller in Gesellschaft.
Such dir eine Krabbelgruppe oder geh zum Babyschwimmen. Lern andere
Kleinkind-Mamas kennen und verabrede dich mit ihnen. Probier einen neuen
Spielplatz oder ein Eltern-Kind-Café aus. Vielleicht hat auch eine Freundin
ohne Kind Lust, mal einen freien Tag mit dir zu verbringen, oder eine ältere
Dame aus der Nachbarschaft freut sich über lebhaften Besuch… Zeit mit anderen Erwachsenen (!) zu verbringen, erlebe
ich immer wieder als total wohltuend.
6. Nimm die wertvollen Momente wahr
Ganz egal, wie anstrengend ein Tag ist und wie unendlich zäh
– „Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heit‘ren Stunden nur!“ ;)
7. Mach dir bewusst: Es geht vorüber!
Wenn ich in den fast zwei Jahren meines Mama-Daseins etwas
gelernt habe, dann ist es vor allem dies: Alles
ist nur eine Phase – es geht vorüber! Diese Erkenntnis ist mir schon oft
zum Trost geworden: Es werden wieder andere Zeiten kommen, an denen ich ohne
Baby an der Brust aufwachen und allein
das Frühstück vorbereiten werde, ganz in Ruhe. Ich werde, irgendwann, wieder
mehr Zeit für mich haben und für Falko, werde wieder arbeiten und so etwas wie
ein „eigenes“ Leben führen.
Mir ist aber bewusst: Auch diese Aussicht hat eine
Kehrseite. Meine süßen Kleinen werden dann picklige Pubertiere sein… Adieu,
zahnloses Babylächeln, feuchte Noemi-Schmatzer und Entwicklungsmeilensteine!
Ihr werdet mir in der Zukunft sicherlich sehr fehlen. Solange ich euch habe,
genieße ich euch.
Dies waren sie, meine „glorreichen sieben“ Alltagstipps.
Wenn ihr noch weitere auf Lager habt, wäre ich sehr interessiert daran, sie zu
erfahren. Schreibt mir gern oder erzählt mir bei unserem nächsten Plausch
davon! Bis dahin, seid frohen Mutes!
Dienstag, 7. Juli 2015
Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder...
Das Leben mit Kindern ist ein Wunder.
Ich glaube, Gott schenkt uns Kinder und das Eltern-Sein unter
anderem aus dem Grund, damit wir Ihn, uns und unsere Beziehung zu Ihm besser
verstehen. Ich erkenne, wie Gott sich das Menschsein eigentlich gedacht hat.
Wozu wir bestimmt sind, jeder von uns, von Anfang an. Jedenfalls lerne ich
gerade sehr viel darüber, einfach nur indem ich mit meiner Tochter und meinem
Sohn Zeit verbringe, die beiden beobachte und für sie da bin.
Mein Sohn zeigt mir,
dass wir zur Liebe geschaffen sind:
Er ist noch kein halbes Jahr alt und kann noch nicht viel –
aber lieben, das kann er. Ich weiß,
dass er mich liebt und auch seinen Papa. Klar, könnte man sagen, wir versorgen
ihn ja auch und geben ihm alles, was er braucht. Aber er liebt auch seine
Schwester, die eigentlich gar nichts für ihn „tut“. Er liebt sie einfach so,
bedingungslos.
Wenn sie den Raum betritt, geht in seinem Gesicht die Sonne
auf. Er tut alles, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Er bewundert alles, was
sie tut. Er eifert ihr nach. Er freut sich über sie. (Und, der Vollständigkeit
halber: Er erträgt sie – meistens – in Geduld…)
So wurde mir bewusst, dass Gott uns zur LIEBE erschaffen
hat, und zum MITEINANDER.
Er gibt jedem Säugling eine ordentliche Portion Liebe mit,
ebenso wie die Fähigkeit, Beziehungen zu haben. Er hat sich Gutes dabei
gedacht, den Menschen zu erschaffen. Die Liebe, das Gute, steckt in jeder und
jedem von uns. Ich finde das wunderschön.
Den Hass, die Ignoranz, die Gefühlskälte – das alles lernen
wir erst später…
Meine Tochter erinnert
mich, dass ich häufiger „Bitte, Papa!“ sagen sollte:
Manche Dinge werden uns ja sehr oft zugesprochen, in der
Bibel oder in Predigten – zum Beispiel: „Gott liebt es, von uns gebeten zu
werden und uns gute Dinge zu geben.“ Hm, ja, das kann man so abnicken, aber wirklich
gefühlt habe ich das heute zum ersten
Mal.
Wir sind nämlich gerade dabei, Noemi beizubringen, „bitte“
zu sagen, wenn sie etwas möchte. Und heute stand ich in der Küche und schnippelte
das Gemüse fürs Mittagessen. Meine Tochter, die immer ganz gern schon vor den Mahlzeiten
davon nascht, stellte sich vor mich hin und sagte: „Bitte, Mama!“ Da ging mir
das Herz auf! Ich verstand, wie Gott sich fühlen muss, wenn wir in kindlichem
Vertrauen zu ihm kommen und ihn um etwas bitten. Wie gern er uns unsere Wünsche
erfüllt, und wie schwer es ihm fällt, uns vertrösten oder ein „Nein“ erteilen zu
müssen. Ich musste an Jesus' Worte denken:
„Bittet, und es wird euch
gegeben; sucht, und ihr werdet finden;
klopft an, und es wird euch geöffnet.
Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet und wer anklopft, dem
wird geöffnet.
Oder würde jemand unter euch seinem Kind einen Stein geben, wenn es ihn
um Brot bittet? Würde er ihm eine Schlange geben, wenn es ihn um einen Fisch
bittet? Wenn also ihr, die ihr doch böse seid, das nötige Verständnis habt, um
euren Kindern gute Dinge zu geben, wie viel mehr wird dann eurer Vater im
Himmel denen Gutes geben, die ihn darum bitten.“
(Matthäus 7,7-11)
Genauso, wie ich meiner Tochter gern gute Dinge gebe, liebt
auch Gott, mir Gutes zu tun.
Leider habe ich es ein bisschen verlernt, mich mit meinen
Bedürfnissen zuerst an Ihn zu wenden.
Es ist wichtig, meine Kindern das „bitte“ zu lehren – und ebenso
das „Bitte, Papa!“ wieder vermehrt selber einzuüben.
Dienstag, 30. Juni 2015
Regretting Motherhood?
Ich blute und schrei
mein Sehnsuchtskind zur Welt - und
Gebär mich: Mama
Die Studie „Regretting Motherhood“ von Orna Donath treibt
seit einiger Zeit die (Blogger-)Welt um: 23 Frauen, die bereuen, Mutter
geworden zu sein, die ihre Mutterschaft hassen und dem Leben nachtrauern, dass
sie ohne ihre Kinder (bzw. statt ihrer Kinder) hätten haben können. Viele
schrien entsetzt auf, widerspricht dieses Gefühl doch vollkommen den
idealisierten Vorstellungen, die wir von „der“ Mutter haben, andere nickten
zustimmend, und wieder andere fühlten sich irgendwie befreit, weil sie nicht
mehr allein waren mit ihren Gefühlen.
Ich selbst habe mich bisher vor einem Kommentar zu dem Thema
gedrückt, weil ich andere Frauen – und besonders andere Mütter – in ihren
Empfindungen nicht beurteilen (oder gar verurteilen)
möchte.
Letzte Woche las ich allerdings in der Brigitte (13(2015) ein
Interview zu dem Thema; zwei Mütter wurden zu der Studie und ihrer eigenen
Identität als Mutter befragt. Was da gesagt bzw. geschrieben wurde, finde ich
enttäuschend, bedenklich, problematisch… und es löste in mir das Bedürfnis aus,
mich nun doch zu positionieren und eine Lanze für die „Vollblut-Mamas“ zu
brechen (zu denen ich mich wohl seltsamerweise auch zählen muss).
Es folgen also Zitate aus besagtem Interview und meine
eigenen Gedanken dazu:
„Ich empfinde meine Kinder gerade als absolute Bremse. All die Talente und Möglichkeiten, die in mir stecken und versanden, wenn ich irgendwann, ohne sie gelebt zu haben, ins Grab gehe, nur weil ich Kinder habe.“
In gewisser Weise kann ich dieses Gefühl durchaus
nachvollziehen. Es gibt Tage, an denen ich ebenso empfinde und es mich wütend
macht, nicht tun zu können, was ich gern möchte: Ungestört an meinen Buchprojekten
arbeiten, Malen, Verreisen, Geld verdienen, Ausgehen… Sicher, ohne meine Kinder
könnte ich all dem ziemlich problemlos nachgehen und meine Potenziale (in
diesen Bereichen) noch tiefer ausschöpfen.
Gleichzeitig lehne ich diese absolut negative Aussage über
das Leben mit Kindern ab. Denn: Es gibt so viele Talente und Möglichkeiten, die
wir als Frauen (und sicher gilt das auch für Männer!) in uns entdecken können,
sobald wir Kinder bekommen. In mindestens dem Maß, in dem meine Kinder mich
ausbremsen (oder gar ausknocken) mögen, beflügeln sie mich in anderen
Bereichen, treiben mich an, fordern mich heraus. In eben dem Moment, in dem
sich für mich durch die Mutterschaft Türen schließen, öffnen sich viele andere
und geben den Blick frei auf eine großartige neue Welt, voller Wunder und
Lachen und Schönheit.
Als Jesus-Nachfolgerin glaube ich natürlich auch, dass Gott
mir meine Kinder geschenkt und anvertraut hat. Er hat dieses Land für mich
vorbereitet, mein Kanaan, in dem ich mich austoben kann. Das ist so unendlich
wertvoll, finde ich, und wiegt die Einschränkungen auf, an denen ich mich
(natürlich) auch reibe.
„Ich werde nie wissen, wozu ich ohne [meine Kinder] in der Lage gewesen wäre und zu was ich fähig gewesen wäre. Das macht mich traurig.“
Ich empfinde genau das Gegenteil: Ich befinde mich momentan
in der bisher herausforderndsten Phase meines Lebens – und ich erlebe jeden
Tag, dass ich die Herausforderungen bewältigen kann, an ihnen wachse und so
viel Neues lerne. Durch meine Kinder!
Eben weil ich sie habe, erfahre ich
jeden Tag, wozu ich fähig bin, was ich in der Lage bin zu leisten und zu
ertragen. Schon allein darauf, meine Tochter und meinen Sohn aus eigener Kraft
zur Welt gebracht zu haben, nur mein Körper und ich, erfüllt mich mit Zufriedenheit.
Schlafmangel, Stilldemenz, Fremdbestimmtheit – all das gehört zur Zeit zu
meiner Realität, aber ich meistere sie. Mich macht das eigentlich kein bisschen
traurig. Stolz trifft es schon eher.
„Ich fand mich zwischen Müttern wieder, die anfingen zu nähen und morgens ihre Brotdosen zu fotografieren. Mütter, die alles nur für ihre Kinder tun. […] Bei denen, die ich schon länger kenne, frage ich mich: Was ist bloß aus den coolen Frauen geworden, die sie früher mal waren?“
Ja, manche dieser Supermamis können schon nerven… Mir geht
es allerdings eher so, dass andere Mütter mich mit ihrer scheinbaren
Mühelosigkeit und Perfektion einschüchtern. Und ein kleines bisschen beneide
ich sie auch, denn: Diese Frauen sind in ihrem gelobten Land angekommen! Sie
machen echt was aus ihrem Leben. Sie sind für ihre Kinder da, tun alles für sie
und noch mehr und tun das alles sogar GERN! Weil sie ihre Kinder lieben. Und
weil ihre Aufgabe als Mutter sie erfüllt. Das ist doch schön! Lasst sie doch
nähen und stricken und ihre Brotdosen fotografieren [Link] und andere Mamas
inspirieren. Für mich steht dieser Lebensstil keineswegs im Gegensatz zu
„cool“. Nur weil eine Frau Karriere macht, ist sie noch lange nicht cool! Coole Frauen sind für mich solche, die mit sich selbst und ihrem Leben
zufrieden sind und das Beste aus jeder Phase machen. Die sich nicht nach dem
richten, was die Gesellschaft gerade als besonders erstrebenswert vorschreibt,
sondern die ihren eigenen Weg gehen. Frauen, die für andere da sind und daran
Freude haben. Die finde ich toll!
Das wünsche ich mir für mich selbst: Zufriedenheit, Ruhe,
Glück.
„Frauen machen es sich oft zu leicht, da steckt eine gewisse Bequemlichkeit dahinter. Das Kind ist eine Ausrede, sich vor unbequemen Situationen zu schützen und keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Viele Frauen setzen sich lieber in ein gemachtes Nest, lassen sich von ihrem Mann versorgen und rechtfertigen über ihre Kinder, ein Leben lang zu Hause zu bleiben und maximal rudimentär zu verdienen.“
Okay… natürlich kann ich (noch) nicht beurteilen wie es ist,
Mutter zu sein und berufstätig. Noch
weniger bin ich der Lage mir vorzustellen, was es bedeuten muss, Mutter zu sein
und gleichzeitig Karriere machen zu wollen. Was ich aber weiß: Vollzeit-Mama zu
sein ist keinesfalls ein „bequemer“ Job ohne „Verantwortung“ – und rausreden
kann man sich auch nicht. Die Kinder haben (genauso wenig wie der Chef)
Verständnis für Krankheit oder Schlafmangel… Manche Frauen entscheiden sich
eben zum Wohl ihrer Kinder zu Hause zu bleiben und im Job kürzer zu treten.
Weil sie der Meinung sind, dass dies für ihre Kinder das Beste ist. Es ist eine
Entscheidung aus Liebe. Eine Entscheidung, die häufig viel Einsamkeit mit sich
bringt. Weil man mit den Kindern viel „allein“ ist und einem der Austausch
fehlt. Und weil so viele Leute kein Verständnis dafür aufbringen, einen
stattdessen einfach verurteilen (zum Beispiel behaupten, man mache es sich zu
leicht….).
Ich finde es sehr, sehr schade, dass die Leistung einer
Mutter anscheinend so wenig gilt. Sie muss schon gleichzeitig noch beruflich
durchstarten und sich irgendwie selbst verwirklichen, um Anerkennung zu
verdienen. Das finde ich falsch. Mutter sein ist ein Vollzeitjob, und kein unanspruchsvoller! Er ist mit viel
Verantwortung verbunden, erfordert Selbstdisziplin, viel Organisation und
Eigeninitiative. Er fordert den ganzen Menschen, mit 100%igem Einsatz. Und das
24 Stunden, sieben Tage pro Woche, ohne Gehalt,
vorgeschriebene Ruhepausen oder Anspruch auf Urlaub. Und eine Erfolgsgarantie
gibt es auch nicht…
Es ist mir wirklich ein Anliegen, dass wir uns einander mehr
unterstützen, anstatt uns ständig gegenseitig zu beäugen, zu bewerten, schlecht
zu machen. Lasst uns ehrlich darüber reden, was blöd läuft und uns zusammen von
all den zauberhaften Augenblicken schwärmen! Lasst uns einander unterstützen
und unsere Lasten teilen, anstatt sie durch ein schlechtes Gewissen noch zu
vermehren! Denn egal, ob wir in Teilzeit
arbeiten oder in Vollzeit oder „gar nicht“, und aus welchen Gründen auch immer:
Wir sind alle Mamas,
die ihre Kinder lieben – auch wenn wir sie manchmal am liebsten auf den Mond
schießen würden oder uns kurz fragen, warum wir uns das alles eigentlich antun.
Montag, 15. Juni 2015
Gelegenheit macht...
... kreativ!
Wir haben einen neuen Esstisch. Weiß, mit schön gedrechselten Beinen, und groß. Es stehen Rosen darauf und wir können trotzdem noch bequem zu Abend essen! Wir können Gesellschaftsspiele darauf spielen. Und ich sitze hier gern, um zu schreiben.
Neben mir steht unsere (ebenfalls neue) Vitrine mit Gläsern,
Tellern, Besteck und Tischtüchern, alles ordentlich verstaut. Eine Schublade
aber dient anderen Zwecken: Meine Kreativ-Schublade. Sie enthält Bleistifte,
Notizhefte, Ölkreiden, Papier. Damit ich mich einfach hinsetzen und zugreifen
kann, wenn sich mal unerwartet (und heißersehnt) ein Zeitfenster für mich
öffnet – so wie jetzt. Anstatt lange meine Materialien zusammensuchen und den
Schreibtisch aufräumen zu müssen wie bisher, kann ich jetzt direkt loslegen.
Das spart mir kostbare Minuten (oh, ihr
seid für mich wie Perlen und Edelsteine, und noch mehr…), die ich nun noch
viel lieber mit Schreiben, Zeichnen, Bloggen, Gestalten verbringen werde.
Die Schublade kämpft mit mir Seite an Seite, gegen den
Zeitmangel, aber auch gegen den inneren Schweinehund. Mit ihrer Hilfe kann ich
der Bequemlichkeit und den gierigen Griffeln des Internets leichter entwischen –
denn sie lockt mich mit schönen Dingen…
Ich merke richtig, wie ich von diesen Momenten zehre in den
stressigen Zeiten. Wie meine Tanks sich füllen, beim Schreiben. Und wie gut das
Zeichnen mir tut! Die Skizze von neulich habe ich in ein oder zwei Minuten,
einfach so, aufs Papier geworfen, beinah wie im Rausch (wie das klingt…), und
ich war so ganz bei mir, ganz wach, ganz ich, ganz frei, total glücklich. Ich
möchte so viel mehr davon! Jeden Tag…
Aber ja doch, ich hab ja jetzt meine Kreativ-Schublade.
Und wenn ich mich auch nicht immer sofort an den Tisch
setzen und zum Aquarellpapier greifen kann, so werfe ich doch zwischendurch
gern mal einen Blick hinein, ganz kurz, zur Auferbauung und in stiller
Vorfreude. Denn irgendwann ist es wieder soweit, bestimmt!, und ich kann die
Stifte übers Papier tanzen lassen, dass mir Hören und Sehen vergehen. Das wird
ein Spaß!
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