Dienstag, 31. März 2015

Was koche ich heute?



Irgendwo habe ich mal gehört, dass es für eine Frau zwei große Lebensfragen gibt: Was koche ich heute? Und: Was ziehe ich an? Ist natürlich ganz schön kurz gedacht, und manche würden wohl auch sagen frauenfeindlich, aber so ein kleines bisschen Wahrheit steckt schon drin. Jedenfalls in meiner aktuellen Lebensphase. Für intensives Rumphilosophieren fehlt mir einfach die Zeit.
Was ziehe ich an? (Sprich: Ist das Oberteil von gestern mit Babyspucke drauf noch in Ordnung? – Passt schon, soll doch jeder sehen, dass ich Mama bin!)
Was koche ich heute? (Kriterien für die Auswahl: Es muss meiner Großen schmecken, darf den Kleinen nicht blähen, soll ggf. Reste vom Vortag verwerten, sollte möglichst schnell und einfach zu machen sein, dabei aber trotzdem gesund, also mit Gemüse. Und aktuell mag ich am liebsten NEUE Rezepte!)
Mit meinen Klamotten halte ich mich morgens nicht lange auf, aber die Mahlzeiten beschäftigen mich schon eine Weile. Um die Sache zu vereinfachen, habe ich schon vor einigen Monaten begonnen, einen Speiseplan für die Woche zu erstellen. Am Sonntagabend setze ich mich für einen Moment hin und überlege, was ich an den einzelnen Tagen kochen möchte. Bei manchen Gerichten bietet es sich an, die doppelte Menge zuzubereiten und zweimal davon zu essen. Aber das mache ich eigentlich nicht besonders oft, weil ich Abwechslung mag und mir das Kochen viel Spaß macht.

In letzter Zeit fiel es mir aber schwer, Gerichte auszuwählen. Irgendwie hatte ich keine Lust mehr auf Nudeln mit Tomatensauce (obwohl das eins von Noemis Lieblingsgerichten ist…) und den üblichen Standardkram aus meiner Rezeptsammlung. Meistens stocherte ich einigermaßen lustlos in meinem Teller rum. Und sonntagabends saß ich ratlos vor meiner Wochentabelle…
Also habe ich mein Rezeptbuch überarbeitet: Einige Rezepte flogen raus, andere wurden neu aufgenommen, außerdem bewahre ich die Rezepte nun  in Klarsichthüllen in einem Ordner auf. So kann ich neue Gerichte leichter aufnehmen und das Papier ist vor Fettspritzern und Dreckfingern sicher.
Und ich habe mir ein neues Ordnungssystem überlegt. In meinem bisherigen Rezeptbuch folgte ich der Standardeinteilung in „Suppen und Eintöpfe“, „Salate“, „Hauptgerichte“ und so weiter. Diese erwies sich für meine Wochenplanung allerdings als nicht so praktisch, da ich gern eine ausgewogene Mischung von Nudel-, Kartoffel-, Reis- und sonstigen Gerichten sowie Vegetarisches, mit Eiern, Fleisch und Fisch haben möchte, diese aber aus den üblichen Kategorien nicht so gut ersichtlich ist.
Deshalb habe ich eine große Tabelle angelegt und die Rezepte entsprechend einsortiert:


Vegetarisch
Mit Fleisch
Mit Fisch
Mit Eiern
Süß
Nudeln





Reis





Kartoffeln





Sonstiges (Couscous, Quinoa etc.)






Auch die Rezepte im Ordner folgen diesem System, sodass ich die Gerichte leichter finde.
Wenn ich meine Wochenplanung mache, nehme ich mir die Tabelle zur Hand und habe alle Gerichte im Überblick. Die Auswahl fällt mir auf diese Weise deutlich leichter – auch kann ich neue Rezepte leichter als bisher aufnehmen (als alle Blätter in einem Ringheft gebunden waren).
Diese Neuerungen sind wirklich neu und müssen sich vielleicht noch für die unterschiedlichen Jahreszeiten bewähren, aber meine ersten Erfahrungen damit waren nur positiv. Vielleicht wird sich mein System auch noch weiterentwickeln. Man könnte zum Beispiel das saisonale Angebot von Obst und Gemüse miteinbeziehen. Und für die Zukunft plane ich einen Glossar, der einzelne Zutaten aufführt (z.B. Brokkoli, Lachs, Kokosmilch) und die passenden Rezepte dazu. Denn manchmal hat man ja noch Reste im Kühlschrank, die man gern verwerten möchte. Auf diese Weise wäre es einfacher, ein Gericht zu finden, mit dem z.B. man die übrigen Kichererbsen  aufbrauchen kann. Somit werden vielleicht weniger Lebensmittel weggeworfen.

Neben meinem Rezepteordner nutze ich zur Zeit das Buch Parents need to eat, too von Debbie Koenig, das ich von meiner lieben Freundin Ulrike zu Noemis Geburt geschenkt bekommen habe. Zuerst war ich von den US-amerikanischen Maßen und Angaben etwas abgeschreckt, jetzt bin ich aber total begeistert von den Rezepten und probiere jede Woche mindestens ein neues aus (lieber zwei oder drei!). Die Gerichte sind anders als die, die bisher auf unserem Speiseplan standen, sie sind lecker und ziemlich unkompliziert in der Vor- und Zubereitung. In einem Kapitel zum Beispiel sind die Gerichte in einzelne, kürzere Zubereitungsschritte eingeteilt, sodass man Schlafphasen der Kinder zum Kochen nutzen kann (nap-friendly!) anstatt eine Stunde lang ununterbrochen in der Küche werkeln zu müssen, was manchmal ohnehin unmöglich ist.
Das einzige Manko bei den Rezepten ist, dass sehr viele von ihnen Bohnen, Erbsen, Linsen und andere potentiell blähende Zutaten enthalten, was für stillende Mamas (bzw. deren Babys) zum Problem werden kann. Bei Samuel habe ich allerdings schon einiges ausprobiert und festgestellt, dass er in der Hinsicht offensichtlich nicht empfindlich ist. Das ist toll, denn dann kann ich dieses superleckere und einfache Gericht öfter einplanen:

Zitronige Brokkoli-Kichererbsen-Pasta (für 3-4)
1 Dose Kichererbsen in ein Sieb geben, abspülen und abtropfen lassen. 1 große Zitrone auspressen. Kichererbsen in einer Schüssel mit ¼ cup Olivenöl und dem Zitronensaft mischen, mit Salz und Pfeffer würzen. Beiseite stellen.
200g Nudeln al dente kochen.
Einen großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Währenddessen 1 Brokkoli in seine Röschen zerteilen. Die Brokkoli-Röschen ins kochende Wasser geben und etwa 4 Minuten kochen, sodass sie noch bissfest sind. In der Zwischenzeit 2 Knoblauchzehen abziehen und in Scheiben schneiden. Den fertigen Brokkoli abtropfen lassen.
2 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, den Knoblauch hineingeben und kurz anschwitzen, dann den Brokkoli und ½ TL Chiliflocken dazugeben. Unter Wenden etwa 5 Minuten garen, bis der Brokkoli weich ist. Kichererbsen und Marinade zufügen und 1-2 Minuten köcheln lassen, bis die Kichererbsen heiß sind. Die Nudeln ebenfalls zufügen, alles mit Salz und Pfeffer würzen.
Zum Schluss 2 gehäufte EL geriebenen Parmesan unterrühren, bis die Nudeln von einer leichten Sauce überzogen sind. Mit extra Parmesan servieren.


Guten Appetit!

1 Kommentar:

  1. Ulrike Elisabeth1. April 2015 um 04:53

    Haha, jetzt wird aus deinem Blog ein Food-blog! Finde ich super :). Und schön, dass das Buch zum Einsatz kommt - bald wird es ja noch einfacher mit den Maßen! Die Idee mit der Tabelle ist super - du bist einfach eine Power-Mama!

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