Montag, 11. Januar 2016

Mut am Montag




Eigentlich hatten wir ein super Wochenende: Wir haben einen Schreibtisch für mich besorgt und mein neuer Arbeitsplatz ist fast fertig eingerichtet (somit kann ich den ersten Punkt auf meiner 16 für 2016-Liste schon bald streichen!), am Sonntagmorgen habe ich zum Frühstück Cinnamon rolls gemacht, worüber meinen Mann sich natürlich freute, und zum Mittagessen gab es eine leckere Fischpfanne mit Fenchel, schwarzen Oliven und Kapern. Ich habe keine Süßigkeiten gegessen und auch sonst auf meine Ernährung geachtet – kurzum, ich habe alles richtig gemacht. Oder?

Eigentlich hatte ich ein furchtbares Wochenende. In der Nacht von Freitag auf Samstag war mir wieder schlecht und Bauchschmerzen hielten mich mehrere Stunden lang vom Schlafen ab. Den ganzen Tag lang fühlte ich mich schlapp und elend, das geplante Programm zogen wir trotzdem durch. Am Sonntag erwachte ich mit einer unendlich dunklen, zerstörerischen Stimmung, sodass ich mich nicht im Stande sah, zum Gottesdienst zu fahren. Ich wollte niemanden sehen, schon ich selbst war mir zu viel. Die Cinnamon rolls waren zwar gelungen, schmeckten mir aber trotzdem nicht, da ich wusste, wie ungerecht und unausstehlich ich zu meinen Lieben war.
Falko packte kurzerhand die Kinder in den Fahrradanhänger und fuhr mit ihnen (trotz Glatteis und Regenankündigung) zur Gemeinde. Obwohl sich sofort mein schlechtes Gewissen meldete, atmete ich auf und setzte mich an meinen neuen Schreibtisch. Legte Stifte, Pinsel, Masking Tapes und Sticker bereit. Füllte das Wasserglas. Zündete eine Kerze an. Schlug meine Journaling Bible bei Jesaja 61 auf und legte los.



Ein Jahr der Gnade des Herrn

(Jesaja 61, 1-3)

Der Geist Gottes des Herrn ist auf mir,
Gestatten, ich bin Jesus, der hier spricht,
ich war tot und bin wieder lebendig
für alle Ewigkeit
Gottes Sohn und großer Bruder vieler, vieler Geschwister
weil der Herr mich gesalbt hat.
Er hat mich gesandt
und so wurde ich geboren
ganz wie einer von euch,
der Schöpfer des Universums,
als winzigkleines, hilfloses Baby.
Ein Kind bin ich geworden
und später ein Mann
mit göttlicher Mission.
den Elenden
                - dir, wenn dir fehlt, was du zum Leben brauchst
                wenn Schuld dich schwer bedrückt
                wenn du so einsam bist
gute Botschaft zu bringen,
                denn ich lebe, und ihr sollt auch leben
                ich bin das Brot des Lebens
                ich bin bei euch bis an das Ende der Welt.
                So sei getrost, ich habe die Welt überwunden!
die zerbrochenen Herzen zu verbinden,
                denn ich bin dein Gott,
                dein Arzt,
zu verkündigen den Gefangenen
                - dir, wenn Ängste dir alle Möglichkeiten rauben
                wenn Zwänge und Süchte dein Leben bestimmen
                wenn du keinen Ausweg weißt
die Freiheit,
                denn ich trage deine Last
                und vergebe deine Schuld
                und siehe, ich mache alles neu!
den Blinden,
                - dir, wenn du nicht glauben kannst
                wenn Misstrauen deinen Blick verschleiert
                wenn du im Finstern sitzt
dass sie sehen werden,
                denn ich bin das Licht der Welt,
zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn
                Ein Jahr der GNADE       
                denn ich vergelte nicht nach deiner Schuld
                und führe keine Strichliste,
                sondern ich will dich retten,
                weil ich barmherzig bin –
                und das darfst du auch sein,
                mit deinen Mitmenschen und mit dir selbst.
und einen Tag der Vergeltung des Herrn,
                damit endlich Gerechtigkeit werde!
zu trösten alle Trauernden,
                ich tröste dich, wie eine Mutter ihr Kind tröstet:
                ich bin dir nah und trage dich
                ich verstehe deinen Schmerz und fühle ihn
                an meinen Händen und Füßen,
                in meiner Seite
zu schaffen den Trauernden von Zion,
dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauerkleid,
                Also holt euren Schmuck raus
                und euer schönstes Kleid,
                damit alle es sehen:
                Ihr seid Königskinder!
                damit ihr selbst es nicht vergesst:
                Ihr seid Königskinder!
Lobgesang statt eines getrübten Geistes,
                Also legt Musik auf        
                und dreht sie richtig laut
                damit alle es hören:
                Ihr seid Königskinder!
                damit ihr selbst es nicht vergesst:
                Ihr seid Königskinder!
dass sie genannt werden „Bäume der Gerechtigkeit“
                gepflanzt an den Wasserbächen,
                die gute Frucht bringen
                und deren Blätter nicht verwelken,
                weil sie ihre Freude an Gottes Wort haben
und „Pflanzung des Herrn“, ihm zum Preise.
                denn er hat uns gemacht
                und ohne ihn können wir nichts tun.
                Er allein ist Gott
                und außer ihm ist kein Gott.
                So tun wir nun alles, was wir tun,
                zu seiner Ehre.


Als ich die Stifte, Sticker und Tapes aufgeräumt und die Pinsel ausgewaschen hatte, war es endlich ganz still in mir. Ich pustete die Kerze aus und ging in die Küche, um den Fenchel fürs Mittagessen zu schneiden. Irgendwann, kurz vor dem Regen, trudelten mein Mann und die Kinder wieder ein, Leben erfüllte die Wohnung und alles war gut.
Wir hatten also doch ein wirklich gesegnetes Wochenende!

Euch wünsche ich eine ebenso gesegnete Woche, und in allen Hochs und Tiefs die Gewissheit: 
Ich bin ein Königskind! 



1 Kommentar:

  1. Was hast du da für ein wunderschönes Bild gemalt. Ganz toll! Das könntest du als Postkarte vermarkten, so schön ist das! :-)

    Ich habe mich nun auch endlich entschlossen mit dem Journaling anzufangen. Viel zu lange schleiche ich schon drumherum. Da ich keine geeignete Bibel (also mit Schreibrand oder überhaupt viel Platz) habe, habe ich die Journaling Bibel bestellt und warte schon darauf. Bin gespannt auf die Erfahrungen damit!

    Liebe Grüße, Maike

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