Samstag, 27. Februar 2016

FAQ: Bible Art Journaling



Auch wenn ich schon hin und wieder über meine neue Liebe zum Bible Art Journaling geschrieben habe, gab es doch noch keinen Post zu den ganz grundsätzlichen Fragen, die sich jemandem stellen, der zum ersten Mal davon hört oder liest. Heute nehme ich die Mail einer lieben Freundin zum Anlass, die mich um ein paar Tipps bat, wie man eigentlich mit dem kreativen Bibellesen und Bibeltext-Gestalten anfängt.
Was hier folgt, sind meine persönlichen Vorlieben und Vorgehensweisen – wer sich ein noch umfassenderes Bild machen möchte, wird im Internet z.B. bei  bibleartjournaling.de fündig (die Macherinnen dieser Seite haben im vergangenen Herbst übrigens auch ein Buch herausgebracht).



Muss ich mir fürs Bible Art Journaling eine besondere Bibel anschaffen oder kann ich meine ganz „normale“ Alltagsbibel verwenden?
Wenn man das Bible Art Journaling zuerst einmal ausprobieren möchte, kann man für den Anfang natürlich die eigene Lieblingsbibel benutzen – je nachdem, ob einen die Gestaltung bei der alltäglichen Bibellektüre stört. (Als Teenager habe ich Bibeltexte gern bunt unterstrichen und mir Anmerkungen an den Rand geschrieben; inzwischen verzichte ich in meiner „normalen“ Bibel eher darauf und nutze für Notizen lieber mein Tagebuch, damit ich den Text beim nächsten Lesen wieder „unvoreingenommen“ vor mir sehe.) 
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, druckt sich einfach einen Bibeltext in A4 aus, mit doppeltem Zeilenabstand und extra breitem Rand. Diese Vorgehensweise finde ich ziemlich praktisch, da man dann immer nur einen Text pro Seite hat, und die gestalteten Seiten in einem extra Heft oder Ordner sammeln kann.
Wer am Bible Art Journaling Gefallen findet, schafft sich für diesen Zweck am besten eine eigene Bibel an. Ich habe mir letztes Jahr dieses Exemplar bestellt. Wichtig war mir neben dem breiten Schreibrand, dass die Bibel auch das Alte Testament beinhalten sollte. Zum Zeitpunkt meiner Bestellung war noch keine (?) Journaling-Bibel in deutscher Sprache zu bekommen, doch da ich Bibeltexte gern in unterschiedlichen Übersetzungen und besonders auch auf Englisch lese, kam mir die obige Ausgabe ganz recht. Im Großen und Ganzen bin ich mit meiner Wahl zufrieden – obwohl das Papier etwas dicker sein könnte.
Inzwischen gibt es eine Journaling Bible auf Deutsch, in der Neues-Leben-Übersetzung. Diese enthält zwar nur das Neue Testament – die Vorteile sind jedoch das etwas dickere Papier, der weiße Einband (den man ebenfalls selbst gestalten kann) und der deutlich günstigere Preis. Besonders für Bible Art Journaling-Einsteiger könnte sich die Anschaffung dieser Ausgabe also lohnen.



Welche Bastel- und Kreativmaterialien benötige ich beim Bible Art Journaling?
Da gibt es meiner Meinung nach weder besondere Anforderungen noch irgendwelche Grenzen. Ich würde einfach mit den Materialien beginnen, die ich da habe – seien es Buntstifte, bunte Papiere, Sticker, Stempel, Stoffreste, verschiedene Stanzer, Filzstifte, Wasserfarben, Masking Tapes (Washi Tape) oder auch Zeitungsausschnitte und Fotos.
Wer aus einer größeren Materialfülle schöpfen möchte, lädt sich am besten ein paar (bastelbegeisterte) Freundinnen ein – da  kommt dann sicherlich viel Unterschiedliches zusammen!



Welche Bibeltexte sind geeignet?
Ich habe bisher vor allem Psalmen beim Bible Art Journaling gestaltet und diese Textart als sehr gut geeignet empfunden. Das heißt aber nicht, dass Briefe, Prophetische Texte oder die Erzählung von Ereignissen weniger Bible Art Journaling-tauglich wären.  Es ist sicher spannend, viele verschiedene Textarten auszuprobieren und zu sehen, was daraus entsteht.
Gott kennt unendlich viele Wege, sich uns mitzuteilen – da stößt er beim Bible Art Journaling sicherlich nicht an eine Grenze ;)



Wie funktioniert das Bible Art Journaling konkret? Womit fange ich an?
Dafür gibt es wahrscheinlich keine universellen Regeln, aber ich gehe normalerweise so vor:
Zuerst wähle ich einen Text aus, den ich lesen und gestalten möchte. Diesen drucke ich mir gegebenenfalls aus und lege alle Materialien bereit.
Unbedingt notwendig ist ein Ort, an dem ich genug Platz habe, mich auszubreiten, und an dem außerdem Ruhe herrscht. Bibellesen braucht Zeit und Ungestörtheit.
Wenn alle Vorbereitungen getroffen sind, bitte ich im Gebet darum, dass Jesus durch sein Wort zu mir spricht, dass er mir hilft, mich ganz auf den Text und auf seinen Willen zu konzentrieren; ich bitte, dass er mein Lesen und Gestalten leitet und mir nahe ist.
Dann lese ich den Text mehrmals durch (ich tue das gern laut) und unterstreiche dabei einzelne Wörter oder Verse, die mich unmittelbar ansprechen. Bei diesen ersten Durchgängen formt sich meistens schon eine ungefähre Vorstellung davon, wie der Text am Ende aussehen soll. Manchmal habe ich auch nur eine Idee für ein einzelnes Element, z.B. einen Schriftzug, oder mir fällt ein Bild oder Sticker ein, der gut zum Text passt. Immer und immer wieder lese ich den Text und füge dabei Zeichnungen, Handletterings oder Aufkleber ein. Häufig kommen mir dabei auch andere, ergänzende Bibelverse in den Sinn, die ich manchmal auch in die Gestaltung mitaufnehme.
Dieses geschieht meist ohne tieferes Nachdenken darüber, was ich gerade tue – das Endergebnis ist eigentlich immer ein bisschen verblüffend und aufschlussreich für mich selbst. Wenn ich mit der Gestaltung zufrieden bin, bete ich zum Abschluss noch einmal und danke für den Bibeltext.



Eine ganz grundsätzliche Frage: Ist es überhaupt „theologisch korrekt“, in der Bibel herumzumalen und den biblischen Texten so eine Behandlung anzutun? Gibt es bei der künstlerischen Gestaltung „Grenzen“?
Ich glaube, dass beim Bible Art Journaling tiefe Wertschätzung des Wortes Gottes zum Ausdruck kommt – die biblischen Texte werden liebevoll zu einem Kunstwerk gestaltet. In unserer Kreativität sind wir Gottes Ebenbilder: Wir empfinden eine Sehnsucht danach, schöpferisch tätig zu werden. An einem Ansatz, der diese Sehnsucht nach Kreativität mit der Liebe zur Bibel zu verbinden sucht, kann ich nichts „falsches“ finden.
Für mich persönlich ziehe ich die Grenze beim Überkleben bzw. Unkenntlichmachen ganzer Passagen oder Verse – das würde ich nicht tun. Jesus sagt uns selbst, dass wir vom Wort Gottes nichts entfernen und auch nichts hinzufügen sollen, und daran möchte ich mich beim Bible Art Journaling halten. Es wäre nicht richtig, unliebsame Stellen zu überkleben und mir eine Bibel ganz nach meinem (theologischen) Geschmack herzurichten. Deshalb finde ich es auch wichtig, nicht nur „ermutigende“ Texte zum Bible Art Journaling auszuwählen, sondern die ganze Bandbreite des Wortes Gottes auszunutzen. Eine „Zensur“ findet nicht statt!



So, hoffentlich konnte ich ein bisschen "Licht ins Dunkel bringen" und die wesentlichen Fragen zum Bible Art Journaling beantworten. Solltet ihr Anmerkungen, Ergänzungen oder weitere Fragen zur Thematik oder meinem Post haben, dürft ihr gern unten kommentieren oder mir eine Mail schreiben - ich freue mich immer sehr darüber, von euch zu hören! 

Ein gesegnetes Wochenende euch, ihr Lieben!





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