Montag, 22. Februar 2016

Ich...



… habe die Torte schließlich doch noch gebacken gekriegt!
Mein Liebster hatte letzte Woche Geburtstag, und weil er gern Torte isst, wollte ich ihm zur Feier des Tages eine backen: Panna-Cotta-Torte mit Blaubeertopping. Das Rezept schien mir idiotensicher. Allerdings waren die einzelnen Schritte sehr zeitaufwändig und ich sah mich gezwungen, die Sache ein bisschen zu beschleunigen, sodass ich den in die Form gegebenen Mürbteig vor dem Backen nicht  wie angegeben eine Stunde tiefkühlte… Meine Missachtung der Backregeln rächte sich natürlich: Als ich nach zehn Minuten in den Ofen schaute, war mein schöner 5cm-Rand vollkommen verschwunden, einfach versunken! Die flüssige Panna-Cotta-Mischung trotzdem darauf zu gießen und naiv davon auszugehen, die Springform sei dicht (ist sie mitnichten!) war mein zweiter Fehler, der dazu führte, dass ich den Geburtstagskuchen schließlich vom Bäcker holte…
Aber am Samstag wollte ich es noch einmal wissen und befolgte diesmal das Rezept haarklein. Et voilá: Die Mini-Panna-Cotta-Torte gelang einwandfrei und mein Mann freute sich über die Kombination seines zweitliebsten Nachtisches mit seiner Vorliebe für Gebackenes.
Was lernen wir daraus? Gut Ding will Weile haben – und ein jedes hat seine Zeit. Tiefkühlen und Backen. Scheitern und Siegen. Verzichten und Genießen.



… freue mich über unsere neuen Regale!
Upcycling ist ja gerade der Trend, unter anderem bei der Wohnungseinrichtung. Überall schwirren tolle Bilder und Ideen herum, was man noch alles aus gebrauchten Materialien und Gegenständen machen kann – zum Beispiel Regale aus Mandarinenkisten. Nachdem ich solche schönen Teile bereits an mehreren Orten bewundert habe, wollte ich selbst auch welche haben und schickte meinen Liebsten zum Mandarinenkaufen. Die Mandarinen selbst schmeckten zwar nicht mehr wirklich gut, aber dafür haben wir jetzt zwei dekorative Regale in unserem Flur. Ich habe die Kisten mit Acrylfarbe weiß bemalt und Papier auf die (nun) Rückseite geklebt – fertig. Falko war glücklich, seine Bohrmaschine aus dem Keller holen zu können (meiner Meinung nach hätten Hammer und Nagel auch gereicht, aber die Männer brauchen ja auch ihren Spaß ;)) und so hingen die Regale nach wenigen Minuten an der Wand. Ich bin sowas von begeistert!



… habe verloren und trotzdem gewonnen.
Am Mittwoch feierten wir den Geburtstag meines Mannes nur im Viererkreis, am Samstagabend begingen wir diesen besonderen Anlass mit guten Freunden – und ohne Kinder!
Es ist schon einigermaßen lange her, dass wir beide uns ohne Kinder mit Freunden außerhalb unserer vier Wände getroffen haben – normalerweise geht dann nur einer von uns auf eine Feier, oder wir nehmen die Kinder mit, oder (und das ist der übliche Fall) unsere Freunde kommen zu uns in die Wohnung. Da wir aber in der äußerst glücklichen Lage sind, ganz wunderbare Babysitterinnen zu kennen, denen wir vertrauen, die unsere Kinder lieben und die noch nicht einmal Geld dafür nehmen möchten (!), konnten wir uns diesen Wunsch erfüllen und mit Freunden ausgehen! (Spoiler Alarm: Es war wunderbar!)
In diesem Jahr hat sich mein Mann etwas Besonderes überlegt: Wir fuhren zu TeamEscape am Checkpoint Charly und versuchten in zwei Teams, Rätsel zu lösen, Beweise zu sammeln, einen gigantischen Blutdiamanten zu finden und schließlich in der gegebenen Zeit aus dem Raum zu entkommen, in dem wir eingeschlossen waren. Falkos Team „Die starren Körper“ (diesen Namen kann sich auch nur ein Physiker ausdenken!) schaffte es in allerletzter Sekunde aus dem Raum heraus, während meine Gruppe die Mission leider nicht erfüllte. Das hat uns zwar ein bisschen gewurmt, aber letztlich hatten wir alle sehr viel Spaß und sind um ein Erlebnis reicher. Anschließend setzten wir uns in eine Bar, bestellten Stickstoff-Cocktails (Falko) beziehungsweise Weißwein (ich), aßen Neuseeländische Pies und Tortilla-Chips und genossen den Abend. Perfekt!  

Neuseeländischer Pie mit Spinat und Feta gefüllt
Mein Mann probiert gern was Neues aus, z.B. einen Stickstoff-Cocktail
Eine Urkunde haben wir auch bekommen ;)
  
… sehne mich nach Sonne und Frühling!
Dieser ununterbrochene Regen macht mich fertig. Der Himmel erstrahlt Tag für Tag in allen shades of grey, dazu bläst ein unangenehmer Wind und die nasse Kälte kriecht einem in die Knochen. Wenn ich mich an dieser Stelle mal beschweren darf: Das ist nicht das, was ich mir unter Winter vorstelle! Das ist sogar noch viel übler als ein nasser Herbst (weil ohne Kastanien, bunte Blätter und Oktobergold). Eigentlich bin ich ein Spielplatzmuffel, aber jetzt ist es sogar schon so weit gekommen, dass ich mich danach sehne, mit den Kindern endlich wieder auf den Spielplatz gehen zu können!
Meine Tochter singt es zwar schon seit November, aber sie hat doch wirklich recht: Winter ade!
Es wird Zeit.


… denke über mein „kreatives Leben“ nach. 
Zur Zeit werde ich total inspiriert von den Blogs Zoeprose und Alisa Burke. Die erstgenannte ist eine kreative junge Mama von drei Kindern in Großbritannien, die es vor einiger Zeit gewagt hat, ein kleines kreatives Business mit Handletterings und Illustrationen zu starten. Sie bloggt über ihr Familienleben und ihren Glauben, aber auch über ihren kreativen (und professionellen) Weg.
Alisa Burke ist eine Künstlerin aus den USA – ich bewundere ihren Stil, ihren Mut und ihre Vielseitigkeit. Sie bietet neben ihren liebevoll und farbenfroh gestalteten Produkten auch Online-Kurse an (einen davon habe ich am Freitagabend kurzentschlossen gebucht und bin TOTAL gespannt!), und gibt auf ihrem Blogs Tipps und gute Denkanstöße für den eigenen kreativen Weg.
Da Samuel ab September einen Kita-Platz hat (der Arme möchte eigentlich jetzt schon viel lieber mit der großen Schwester dort bleiben und spielen…), stellt sich für mich immer mehr die Frage, wie es dann mit mir weitergeht. Ich möchte weiterhin für die Kinder da sein, die ja beide noch recht klein sind und mich brauchen – da kann ich es mir eigentlich nicht vorstellen, „ganz normal“ arbeiten zu gehen und die täglichen Betreuungszeiten zu verlängern. Trotzdem möchte ich die kinderfreien Vormittage gern anders füllen als immer nur mit Haushalt. Wenn ich in mich hineinhorche und frage, was ich am liebsten machen würde, dann gibt es immer nur eine Antwort: Ich möchte Künstlerin und Schriftstellerin sein.
Sofort steigen Zweifel in mir hoch. Bin ich überhaupt gut genug? Wer würde sich schon für meine Produkte interessieren und sogar Geld dafür ausgeben? Was werden meine Freunde dazu sagen, meine Familie und Schwiegerfamilie – die werden das doch bestimmt belächeln und abtun… Wäre dieser Weg letztlich nur eine Flucht aus der Realität, bin ich in Wirklichkeit einfach zu faul für eine „richtige“ Arbeit? Und werde ich es schaffen, mich selbst so gut zu organisieren? Kommen wir mit Falkos Gehalt aus, wenn ich nur sehr wenig oder gar nichts verdiene?
Es gibt viel zu bedenken und abzuwägen: Angst und Begeisterung, Zweifel und Bestätigung, Hoffnung und Sorgen wechseln sich ab. Dabei weiß ich doch: Hier gibt es kein „richtig“ oder „falsch“, nichts ist in Stein gemeißelt – das Leben geht ja immer weiter, Türen schließen und öffnen sich (und wir möchten ja auch noch ein drittes Kind). Und ich bin nicht allein unterwegs.

… möchte Jesus neu erleben.
Am Freitagabend lasen wir in kleiner Hauskreisrunde Markus 8. Jesus fragt seine Jünger – und damit jede von uns, die ihm nachfolgen möchte: „Wer bin ich für dich?“ und „Was bin ich dir wert?“
Das sind die zentralen Fragen unseres (Glaubens-)Lebens, die niemals an Aktualität und Intensität verlieren, auch nicht nach über 25 Jahren – eine lange Zeit, die ich schon mit Jesus unterwegs bin…
Wir sprachen darüber, was echte Nachfolge ist, was es bedeutet, „sich selbst zu verleugnen“ und alles aufzugeben. Bin ich dazu überhaupt noch bereit? Es gab eine Zeit in meinem Leben, da zog es mich in die Weltmission und mich erfüllte eine solche Unruhe, dass ich nicht wusste, wie ich hier in Deutschland weiterleben konnte. Jetzt bin ich für zwei Kinder verantwortlich, wir haben uns in unserem Leben eingerichtet, mit Wohnung, Arbeit, Freunden, Gemeinde.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass mein Herz härter wird, dass es sich nicht mehr so schnell berühren lässt vom Leid der Welt und vom Ruf des Evangeliums, dass es nicht mehr so empfindsam und brennend und leidenschaftlich ist. Ich frage mich, ob ich Jesus wirklich nachfolge – und wie das aussähe, wenn ich es täte. Was ist mir wirklich wichtig im Leben und wer darf darüber bestimmen?
In der Predigt gestern ging es dann um Petrus, der aus dem Boot steigt und auf Jesus zuläuft. Auf dem Wasser, mitten im Sturm. Er möchte diese Erfahrung machen und so bittet er seinen Herrn: „Wenn du es bist, lass mich zu dir kommen!“ Es geht ihm nicht darum, etwas Cooles zu erleben, mit dem er später vor seinen Kumpels angeben kann – nein, er möchte Jesus besser kennenlernen. Dafür wagt er etwas, er riskiert sein Leben. Und dann sinkt er, aber Jesus hält ihn fest. Auch das gehört zu den Erfahrungen der Nachfolge dazu: Angst, Kampf, Wagnis, Scheitern.
Unser Pastor ermutigte uns am Ende des Gottesdienstes, uns diese Woche auf neue Erfahrungen mit Jesus einzulassen. Wir dürfen ihm sagen, dass wir ihn erleben möchten, ganz neu und eindeutig. Wir dürfen ihn bitten: „Wenn du es bist, dann befiehl mir, aus dem Boot zu steigen. Und ich werde zu dir kommen, die Augen fest auf dich gerichtet.“
Das ist mein Gebet für diese Woche und die nächste Zeit. 


Kommentare:

  1. das klingt doch alles ganz wunderbar. Vielleicht geht auch einfach beides:)

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    1. Danke dir! Naja, der "Plan" sieht bisher die Kombination von Mama + Hausfrau + Schreiben/Zeichnen/Basteln vor... mal schauen :)

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  2. Danke für diesen Artikel! inspirierend,ehrlich und vielseitig.
    Viel Glück und GOTTES Segen bei deinen Ideen und Vorhaben.

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  3. Liebe Rebekka! Was habe ich mich gefreut, einen Artikel von dir in der Family zu entdecken! Beim (nach)Namen war ich mir nicht ganz sicher aber dann beim Lesen und spätestens bei dem Foto wusste ich es dann mit Sicherheit! Und damit gleich zu deinen Zweifeln: du SCHREIBST gut! gerne mehr! ich mag es sehr gerne.
    Ich bin gespannt, was du mit diesem Gebet erlebst. :)
    hier noch ein blog einer lieben Bekannten dazu, einer weisen Frau aus meiner Gemeinde: http://12beandreea.blogspot.de/2016/02/ich-personlich-fische-lieber-in-pfutzen.html
    deine Anni

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    1. Danke, liebe Anni - danke für dein Feedback und den Blog-Tipp. Der Artikel ist wirklich super. Und interessant ist auch, dass mir dieser Text über den aus dem Boot steigenden Petrus in letzter Zeit häufiger über den Weg gelaufen ist. Bedenkenswert! :) Ich wünsche dir ein gesegnetes Wochenende und alles Liebe!
      deine Rebekka

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